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GPS-Tracker und smarte Schlösser: Der neuste E-Bike Diebstahlschutz

E-Bike Sicherheit: So schützen GPS-Tracker und smarte Schlösser gegen Diebstahl

GPS-Tracker und smarte Schlösser: Der neuste E-Bike Diebstahlschutz

260.956 Fahrräder und E-Bikes erfasste die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2020 als gestohlen. Wichtige Unterstützung zur Minimierung des Diebstahlrisikos bietet E-Bike-Fahrern vermehrt digitale Technik: „Schlaue Schlösser“ und GPS-Tracker, mit deren Hilfe sich gestohlene Elektrofahrräder verfolgen und sogar wiederbeschaffen lassen.
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Ein gestohlenes E-Bike ohne GPS-Tracker. Wer diese herbe Erfahrung bereits machen musste, weiß, wie ungeheuer sie schmerzt.

Auf finanzieller Ebene sowieso, zusätzlich auf ideeller: Schließlich knüpft sich ans eigene E-Bike ein bunter Strauß schöner, lebendiger Erinnerungen an eine gute Zeit auf dem Rad. Sei es auf der morgendlichen Pendlerfahrt oder während des mehrtägigen Tourenabenteuers.

GPS-Tracker und smarte Schlösser

Mit dem bitteren Erlebnis eines gestohlenen Fahrrads oder E-Bikes sahen sich 2020 laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) 260.956 Radfahrer konfrontiert (die Statistik zählt Elektrofahrrad-Nutzer nicht separat).

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Erhöht die Fahrersicherheit und den Diebstahlschutz des E-Bikes: das Vodafone-Curve-Rücklicht mit integriertem GPS-Tracker.

Das entspricht einer Reduzierung um sechs Prozent gegenüber 2019 – und dennoch erschreckt die bloße Zahl entwendeter Räder und E-Bikes. Umso mehr, bedenkt man die häufig enormen Ausgaben für ein hochwertiges E-Bike mit Top-Ausstattung. Ernüchterung provoziert obendrein die Tatsache, dass Fahrraddiebstähle nur zu oft leider nicht aufgeklärt werden.

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So wurden von den 27.588 in Berlin polizeilich registrierten Fällen von Fahrrad-Diebstahl lediglich 1285 aufgeklärt.

Das Risiko eines Rad-Diebstahls lässt sich indes mittels smarter, robuster Radschlösser effektiv reduzieren. Außerdem können E-Bikes flugs mit GPS-Trackern ausgestattet werden, dank derer man nach einem entwendeten Velo „fahnden“ und es im günstigsten Fall sogar wiederbeschaffen kann.

Intelligente Schlösser: Erhöhter Bedienkomfort und Sicherheitsplus

Aktuelle, clevere Bügel- und Faltschlösser, wie das von Abus produzierte Bügelschloss-Modell 770A SmartX, koppeln sich mithilfe eines integrierten Bluetooth-Nahfunkempfängers flink mit einer dazugehörigen Smartphone-Radschloss-App.

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Digitale Schlösser lassen sich dank Smartphone-Anbindung schlüssellos öffnen und verriegeln. Telefon vergessen oder nicht geladen? Dann entsperrt man sie per E-Key.

Hierbei fungiert das Smartphone als moderner Schlüssel. Hat der Radfahrer das Bügelschloss auf sein Smartphone angelernt, ist das Schloss in der Lage, seinen Besitzer mittels eines verschlüsselt gesendeten Bluetooth-Signals zu identifizieren, sobald er sich auf einige Meter dem abgesperrten Velo genähert hat.

Moderne Technik sorgt für Bedienkomfort

Im nächsten Schritt entriegelt das Schloss automatisch; man zieht nur noch den Bügel aus dem Schlosskörper. Damit erhöht die Hightech freilich zunächst nicht unbedingt die Sicherheit des Schlosses, der Bedienkomfort wird indes durchaus gesteigert.

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Ein Zusatznutzen: Ein smartes Radschloss kann von einem Familienmitglied verwaltet und leicht per App für den Rest der Familie freigeschaltet werden.

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Dank ausgeklügelter Sensorik erkennt dieses Abus-Bügelschloss, wenn das E-Bike von einer fremden Person bewegt wird und schrillt dann mit 100-Dezibel-Alarmton los.

Auch unter einem finanziellen Aspekt ist diese Option interessant, weil sich der durchaus exklusivere Preis von smarten Schlössern wie Abus‘ 770A SmartX infolge gemeinsamer Nutzung relativiert.

Diebstahlschutz dank Alarmfunktion

Ein handfestes Sicherheitsplus stellt die Alarmfunktion von Schlössern wie Abus‘ Bügelschloss dar. Dank der integrierten 3D-Sensorik erkennt das Bügelschloss, wenn das Rad von einer fremden Person bewegt wird – und schrillt dann mit einem unüberhörbaren, 100 Dezibel lauten Alarmsignal los.

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Potentielle Langfinger dürfte diese beachtliche Lärmkulisse durchaus abschrecken, den geplanten Diebstahl womöglich unmittelbar verhindern. Intelligent sind erwähnte Falt- und Bügelschlösser auch deshalb, weil deren ausgeklügelte Sensorik erkennt, ob jemand Unbefugtes das E-Bike bewegt oder beispielsweise nur ein Fußball umliegend spielender Kinder auf den Rahmen prallt.

In einem solchen Fall gibt das Radschloss lediglich einen kurzen, deutlich leiseren Warnton ab.

Erweiterter digitaler Diebstahlschutz an Elektrofahrrädern

Den Diebstahlschutz für Elektroradfahrer erhöht man am populären Bosch Performance Line CX-Antrieb mittels der pfiffigen, gegen einen geringen Aufpreis zu erwerbenden Zusatzfunktion, die es erlaubt, per Bosch-Smartphone-App am Kiox-Display eine Lock-Option zu aktivieren.

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Bosch-Wegfahrsperre: Am E-Bike aktiviert man per Smartphone eine Lock-Funktion am Display, so dass der Motor nur noch mit dem Bordcomputer des Besitzers funktioniert.

Mit dieser wird das Display dann sozusagen zum Zündschlüssel – das E-Bike lässt sich nur noch mit dem eigenen, mitgelieferten Display in Betrieb nehmen.

Versucht ein Fahrraddieb nun, das zuvor demontierte Display durch ein anderes Kiox-Display zu ersetzen, wird er die unbefriedigende Erfahrung machen, den Bosch CX-Motor damit nicht starten zu können, geschweige denn, einen der Motormodi nutzen zu können.

E-Bike Motor im Lock-Modus

Seine geplante, rasche Flucht wird das definitiv entschleunigen! Obendrein dürfte der Dieb trotz erfolgreicher Entwendung des E-Bikes echte Schwierigkeiten haben, sein zweirädriges Diebesgut in Euro zu verwandeln – schließlich ist der Motor im Lock-Modus dauerhaft blockiert.

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GPS-Tracker mit ergänzender Rad-Codierung ermöglichen der Polizei die eindeutige Zuordnung eines gestohlenen Velos und die Rückgabe an dessen Besitzer.

Zusätzlich baut manch Radhersteller den Diebstahlschutz an seinen E-Bikes ab Werk mittels raffinierter Technik aus. So setzt Riese & Müller an seinen E-Bikes und E-Lastenrädern auf einen im Rahmeninneren verborgenen, somit konsequent vor rabiatem, äußerem Zugriff geschützten Chip, dessen clevere Sensorik sofort erkennt, wenn das angeschlossene E-Bike aus seiner Position gebracht wird.

Diebstahlschutz von Riese & Müller

Ist das der Fall, schlägt das System digital Alarm, will heißen: Es sendet dem Radfahrer eine Warnung aufs Smartphone. Dies erfolgt per Kommunikation zwischen Chip und entsprechender App via Datenübertragung über das auf Mobilfunknetzen basierte „Narrowband-IoT-Funknetz“ (IoT = Internet of Things/Internet der Dinge).

Diesen Diebstahlschutz bucht der Kunde bei Riese & Müller ab Werk gegen einen Aufpreis für sein neues E-Bike. Gewichtiger Vorteil der Riese & Müller-Technik: Wird das Rad tatsächlich gestohlen, kann es über den an den RX-Chip angegliederten GPS-Sender in ganz Europa geortet und sogar wiederbeschafft werden.

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Dieser Rahmensticker wirkt potentiell abschreckend auf Diebe: Er weist daraufhin, dass das Rad mit dem verbauten GPS-Tracker gefunden werden kann.

Riese & Müller offeriert seinen Kunden eben diese Option als Teil eines aufpreispflichtigen Rad-Versicherungspakets. Derartige Lösungen machen die häufig schon recht kostspielige Investition in ein E-Bike fraglos nochmal teurer, allerdings relativieren sich derlei Mehrkosten rasch, erlangt man sein gestohlenes Elektrorad auf diese Weise wieder.

Wiederbeschaffung gestohlener E-Bikes mittels GPS-Tracker

Effektiv auf einen möglichen Diebstahl vorbereiten lässt sich das eigene E-Bike per nachrüstbarer GPS-Tracker. Sie ermöglichen es mithilfe moderner Smartphone-Technik ein verschwundenes Rad wiederzufinden.

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Dank nachrüstbarem Rücklicht mit integriertem GPS-Tracker kann ein gestohlenes Rad via Smartphone aufgespürt werden.

Anbieter Velocate versteckt dazu sein GPS-Trackingmodul gut getarnt in einem herkömmlichen Rücklicht, das ganz klassisch am Gepäckträger montiert wird. Bei scharf geschaltetem Alarm erkennt der integrierte Bewegungssensor des Trackers, wenn das E-Bike vom Dieb bewegt wird, sendet daraufhin über die gekoppelte Smartphone-App
(Apple-iOS, Google Android) einen Bewegungsalarm aufs Handy und beginnt sofort mit der Übertragung der exakten GPS-Position des E-Bikes in die App.

GPS-Tracker: Europaweite Fahndung

So kann der Nutzer den genauen Standort sowie die zuvor in einem digitalen Fahrradpass angelegten Daten zu E-Bike und Besitzer an die Polizei übermitteln. Diese kann alsdann gezielt und europaweit nach dem Rad fahnden, es sicherstellen und dem Eigentümer zurückgeben.

Grundsätzlich nach gleichem technischen Prinzip funktioniert etwa auch der unter dem Motorgehäuse von E-Bikes platzierte und zu Herstellern von Bosch bis Yamaha kompatible GPS-Tracker BikeTrax der Innsbrucker Firma Powunity.

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Elektronische Schlösser lassen sich per Smartphone-App entsperren. Ist das Smartphone leer, übernimmt das der E-Key. Wird das Schloss unerwartet gerüttelt, erschallt ein schriller Warnton.

Wie das Produkt von Velocate bezieht er seinen benötigten Betriebsstrom zunächst vom E-Bike-Akku, muss also nicht aufwändig nachgeladen werden. Wird das gestohlene E-Bike einige Tage stillgelegt und leert sich währenddessen der Radakku, sendet der GPS-Tracker die Position des Bikes dank eigenem Mini-Akku dennoch weiter.

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Das erhöht die Chancen zum Aufspüren des Diebesguts. Anders als bei Velocate entstehen bei der Powunity-Variante infolge der GPS-Datenflat monatliche Folgekosten, die allerdings moderat ausfallen.

Kompakt-Stylischer GPS-Tracker für E-Urbanbike und -Rennrad

Die Sicherheit von Radfahrern und den E-Bike-Diebstahlschutz erhöhen will – ganz aktuell – auch Mobilfunkanbieter Vodafone mit dem akkubetriebenen Curve Bike. Die elegante Kombination aus Rücklicht und GPS-Tracker ist mit wenigen Handgriffen an der Sattelstütze fixiert, empfiehlt sich so etwa für E-Urbanbikes oder -Rennräder.

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Der GPS-Trackerv von Powunity versteckt sich unter dem Motorblock von E-Bikes. Er sendet die genaue Position gestohlener Bikes aufs Smartphone.

Der GPS-Tracker kommuniziert dabei mit der zugehörigen Vodafone-Smart-App. Die Smartphone-/ Online-Konnektivität des Curve stellt die integrierte Vodafone-SIM her. So sendet das clevere GPS-Trackingmodul des Rücklichts nicht nur die aktuelle Position des Rads aufs Smartphone, dank Bewegungssensor erkennt es, wenn eine fremde Person das abgestellte Velo entwendet.

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Erfolgsgeschichte des GPS-Trackingsystems von Powunity

Dann erhält der Besitzer eine Push-Nachricht aufs Handy. Im Fall der Fälle kann nach einem gestohlenen Rad per GPS-Tracker sowie Daten-Roaming in 108 Ländern „gefahndet“ und es so wiederbeschafft werden. Die Curve-Einheit kostet ab 119 Euro, der Tracking-Service ab 1,99 Euro monatlich.

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Moderner Diebstahlschutz: Eine Chip-Sensorik am Rad sendet einen Alarm an die gekoppelte Smartphone-App, wird das Rad unbefugt bewegt.

Welch wertvolle Dienste derlei GPS-Tracker am E-Bike zu leisten vermögen, demonstrierte diesen Sommer das GPS-Trackingsystem von Powunity: Die Diebe zweier teurer, am italienischen Gardasee entwendeten E-Bikes konnten dank Live-Tracking und schneller Raddaten-Übermittlung an die zuständigen Polizeistellen nach 1000 Kilometern von der ungarischen Grenzpolizei gestoppt werden.

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