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Kinderanhänger

Kinderanhänger fürs Fahrrad: Der Thule Chariot Cab 2 im Test

Der Kinderanhänger als modernes Mäusemobil

Thule transportiert allerhand. Seit einiger Zeit auch Kinder. Wir haben den Kinderanhänger und Zweisitzer Chariot Cab 2 als modernes Mobil für kleine Mäuse getestet.
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Schwangere und frische Eltern sehen ja überall nur noch Babys und Kinderwagen. Wo kommen die bloß plötzlich alle her? Als doch noch frischer Papa ergeht es mir da nicht anders. Ähnliches stelle ich auch in Sachen Fahrradanhänger fest. Speziell die auffällig modernen Thule Kinderanhänger rollen mir in München auf einmal auf Schritt und Tritt vor die Füße. Ob das allerdings an der veränderten Wahrnehmung oder am veränderten Angebot liegt, kann ich nur schwer sagen.

Denn die schwedische Marke ist im Kinder-Transport-Segment im Vergleich zu anderen Anbietern noch relativ neu im Markt. Obwohl man vor einigen Jahren den bisherigen Marktführer übernommen hat. Seit 2015 firmieren die Anhänger auch offiziell unter dem Namen Thule. Und mit der aktuellen Generation haben die Kindertransporter schließlich ein eigenständiges wie klar erkennbares Thule-Gesicht bekommen. Denn dank Dach- und Heckträgern prägen Alu-Profile das Bild der schwedischen Marke. So verwundert es nicht, dass auch beim Cab, und allen anderen Modellen, ein auffälliger Aluminiumrahmen das Grundgerüst bildet. Ins Auge fällt das silbrige Material vor allem durch die kräftige, robuste Kabinenleiste.

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Kinderanhänger mit einladendem Platzangebot

Jetzt darf ich so einen schicken Thule Anhänger in Form des luxuriösen Cab 2 also selbst eine Zeit lang durch München und Umgebung schieben oder ziehen. Während unsere Zwillinge den Wagen von innen heraus erkunden und erfahren können. Und die beiden haben ihn denn auch prompt geentert und es sich auf der breiten Sitzfläche bequem gemacht. Der Einstieg ist schließlich kinderleicht, die Öffnung groß und auf dem Sitz ist auch bei gleichaltrigen Kindern mit zwei Jahren reichlich Platz. Ich denke, dass er bis vier Jahre in unserem Fall gut ausreicht.

Die Kopffreiheit ist ebenfalls ordentlich groß zügig – immerhin bietet der Cab 2 in der Höhe drei Zentimeter mehr als andere Modelle. Die feste Bodenwanne hilft den beiden beim Einstieg zusätzlich. Zudem lieben sie es, während des Schiebens im Anhänger zu stehen. So können sie natürlich besser sehen, als wenn sie unten drin sitzen. Beim Einkaufen ist die Kunststoffwanne ebenfalls ein großer Pluspunkt. Das gilt auch für den relativ geräumigen Laderaum.

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Geentert: Der Cab 2 ist dank des stabilen Bodens auch eine super Beobachtungskanzel.

Ziehen und schieben mit dem Thule Chariot Cab 2

Der Anhänger läuft ruhig und leicht hinter dem Rad oder an der Hand. Im Buggymodus ist er wunderbar wendig. Einzig die Vorderräder drehen schon nach kurzer Zeit nicht mehr gut mit, stellen sich gern quer. Etwas Fett bringt Abhilfe, aber auch schnell schmutzige Finger beim Umbau. Der geht indes super einfach und schnell vonstatten dank der Hebelverschlüsse. Man muss sie aber unbedingt sicher verschließen. Ein wenig offen reicht schon aus, um die Räder gerade im Schiebemodus leicht zu verlieren. Der Cab 2 richtet sich mittig hinter dem Rad aus. So hat man links und rechts gleichviel Überbreite. Mir persönlich gefällt es besser, wenn ein Kinderanhänger rechts bündig läuft. So habe ich eine einzige, sichere Orientierung.

Praktische Innovationen beim Kinderanhänger

Gehen wir ans Eingemachte und wenden uns zunächst den weiteren positiven Erfahrungen im Detail zu. Richtig gut gefällt mir die ganz einfach zu bedienende Sitzverstellung. Zum Schlafen der Kinder ist das ideal und sie ist so sanft, dass die Kinder normalerweise nicht wach werden. Einzige Einschränkung ist der erhöhte Platzbedarf im Laderaum. Eventuell muss man erst etwas umoder ausräumen. Die zwar schon bewährte und einzigartige, verstellbare Federung ist ein tolles Feature, das zum hohen Komfort im Cab 2 beiträgt.

Gut finde ich auch die mitgelieferte Sonnenblende. Überhaupt orientiert sich der Lieferumfang an der Nutzer-Realität, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. Was die Kindersicherheit angeht, überzeugt mich der einfach zu bedienende, schnell anpassbare Fünf-Punkt-Gurt. Weniger genutzt, aber dennoch als gelungen empfinde ich den Faltmechanismus mit ziemlich kompaktem Ergebnis. Für ziemlich clever gemacht halte ich auch die Verstaumöglichkeit der Räder und der Deichsel seitlich an der Kabine.

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Schwer zu reinigen

Die so positive Bodenwanne bringt zwei Nachteile mit sich: Erstens ist die Sitzstufe sehr flach. Größere Kinder dürften damit Schwierigkeiten bekommen. Zweitens lässt sie sich wegen des starken Profils und mangels Ablauflöchern nur schwer reinigen. So sammelt sich schnell allerhand: Sand, Erde, Steinchen, Krümel, …, was halt so anfällt, an. Mit einem Staubsauger kommt aber auch nicht in alle Ecken, vor allem neben und unter dem Sitz. Die abnehmbare Sitzauflage lässt sich noch einfach reinigen oder waschen. Alles andere bleibt, wo es ist, und verschmutzt leider nach und nach.

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Apropos Verschmutzen: Auch auf die Gurtverschlüsse muss man Acht geben. Denn kleine Steinchen können den Mechanismus hartnäckig blockieren. Man stelle sich ein Kind vor, dass jetzt unbedingt auf Papas Arm will … Für die Kinder auch ungünstig ist die doch etwas schwache Belüftung der Kabine. Gerade bei schlechtem Wetter im Sommer erreicht das Klima im Innenraum unangenehme Zustände. Größere, variablere Öffnungen, oder herausnehmbare Seitenscheiben, wie es sie beim Topmodell gibt, wären wirklich nötig. Etwas umständlich ist die Bedienung der pro prietären Kupplung. Die zu Recht weit verbreitete Weber-Kupplung ist aber leider nur aufwändig nachzurüsten. Im Alltag fehlt mir immer wieder eine Handbremse. Diese sollte man unbedingt mitbestellen und nachrüsten (lassen)!

Die Bodenwanne ist schön stabil, aber Schmutz bekommt man nur schlecht raus.

Thule Chabriot Cab 2: Fazit für den Kinderanhänger

Auch wenn ich Einiges kritisiere – mein Anspruch ist bei knapp 1000 Euro Anschaffungskosten wirklich hoch – kann ich festhalten: Der Cab 2 ist ein moderner, hochwertiger, fein verarbeiteter und geräumiger Anhänger mit vielen cleveren Details, der eine oder mehrere Familien lange begleiten wird. Und die Hauptsache ist doch: Die Kinder fühlen sich, fast immer, wirklich wohl darin. So wird er auch weiterhin zu Recht frisch elterliche Blicke auf sich ziehen.

Thule Chariot Cab 2

Technische Daten

Preis 999 Euro
Tragfähigkeit 45 kg
Gewicht 15,89 kg*
Schulterbreite 54 cm*
Sitzhöhe 73 cm*
Kompatible Türbreite 80 cm*
Maße zusammengeklappt 110 × 76 × 46 cm*
Bremse Fuß-Feststellbremse
Sonstiges einstellbare Federung; Fahrrad-Buggyfunktion inbegriffen, Faltmechanismus

*Herstellerangabe

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