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10 Tipps, die vor Fahrrad-Diebstahl schützen können.

Tipps gegen Fahrrad-Diebstahl: 10 Punkte für mehr Sicherheit

Schließlich sicher! 10 Tipps gegen Fahrrad-Diebstahl

Tipps gegen Fahrrad-Diebstahl: 10 Punkte für mehr Sicherheit

Gelegenheit macht Diebe. Das gilt insbesondere für Fahrräder. Oft genug heißt es hinterher: Ich wollte doch nur kurz … Wir geben Tipps, wie Sie Langfingern das ­Interesse an Ihrem Fahrrad möglichst austreiben.
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Was tun gegen Fahrrad-Diebstahl? Gut, man könnte das Rad verrosten lassen, es unansehnlich lackieren oder mit halb abgekratzten Aufklebern „verzieren“. Aber erstens erkennt ein geschultes Auge trotzdem die so verschleierte Qualität, und man will sich ja auch selbst am Anblick seines schönen Rades laben. Zweitens interessiert die Optik viele Gelegenheitsdiebe überhaupt nicht. Sie benötigen schnell einen fahrbaren Untersatz, den sie dann baldmöglichst wieder entsorgen. Wer aus Städten wie Münster kommt, kennt dieses Problem.

Fahrrad-Diebstahl kann nicht 100% verhindert werden

Eines anbei: Keiner unserer Tipps wird einen Diebstahl komplett verhindern. Manche Fremdbeschaffer verfügen über ausreichend starkes Interesse, kriminelle Energie, Werkzeug und Zeit, um auch das sicherste Schloss am besten Ort zu knacken. Wir können es diesen Menschen dennoch so schwer und unattraktiv wie möglich machen, sich unsere Räder anzueignen.

Individuelle Faktoren

Nicht jedes Rad muss gleich gut gesichert werden. Wie viel abwehrende Energie man aufbringt, hängt von verschiedenen, individuellen Faktoren ab: Wer das Rad nur kurz abstellt, benötigt weniger massives Equipment als Langzeit- oder Übernachtparker. Ein teures, neues Rad schützt man stärker als ein günstiges oder altes. Ein Lieblingsstück anders als ein schlichtes Nutzrad. Und manche Orte sind sicherer als andere.

Einzelne Punkte wirken erst, wenn das Rad leider schon gestohlen ist und erschweren den Weiterverkauf. Das ist aber nicht in jedem Fall ein Hindernis, siehe Münster und Co. Deshalb sind Abschreckung und Vorbeugung die wohl wichtigsten Maßnahmen. Als zentrale Regeln für alle Situationen gelten daher „Immer“ und „Anschließen“.

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1. Immer anschließen

Wer sein Fahrrad richtig sichert, schließt es immer an einem festen Gegenstand an. Das verhindert einfaches Wegtragen. Das oft vorhandene Rahmenschloss kann man mit einem Schlaufenkabel kombinieren und so das Rad ebenfalls anschließen. Dabei sollten die Schlösser allgemein möglichst weit oben am Fahrrad angebracht sein und stramm sitzen, um keinen Hebelansatz zu bieten. Eine Radfahrergruppe kann auch mehrere Räder mit verschiedenen Schlössern zusammenschließen.

2. Gut sichtbar abstellen

Stellen Sie Ihr Fahrrad an einem hellen, gut einsehbaren und belebten Ort ab. Das gilt insbesondere für Langzeitparker. Dunkle Ecken laden „Interessierte“ nur ein.

3. Keine Routine!

Wenn Sie Ihr Rad regelmäßig parken, wechseln Sie öfter den Abstellort. Das macht potenziellen Dieben das (Wieder-)Auffinden eines einmal ins Auge gefassten Objektes schwerer.

4. Verschlusssache

Man sollte mindestens ein massives Schloss verwenden, um das Rad anzuschließen. Für die ausreichende Qualität wird allgemein ein Anschaffungspreis von etwa 10 Prozent des Fahrradpreises empfohlen. Ein Zweitschloss erhöht die Sicherheit zusätzlich. Am besten kombiniert man zwei unterschiedliche Schloss- und Schließtypen. Denn Diebe haben sich meist auf einen Schlosstyp spezialisiert. Mit einem zusätzlichen Schlaufenkabel sichert man idealerweise die beiden Laufräder mit.

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5. Teile sichern

Schnellspanner erhöhen den Bedienkomfort, aber auch das Fremdbeschaffungsrisiko wichtiger Komponenten wie Laufräder und Sattel. Mindeststandard sollten daher Inbus-, Torx- oder Sechskantschrauben sein. Je seltener ein benötigtes Werkzeug ist, desto geringer das Risiko (zumindest eine Zeit lang). Am besten sichert man möglichst viele Schrauben und Achsen gleich mit speziellen, codierten Sicherungsmuttern (z. B. Pitlock, Abus) oder Sicherungseinsätzen (Hexlock). Interessant sind auch Schraubenköpfe, bei denen man das Rad erst auf den Kopf stellen muss, um sie zu öffnen, bei einem angeschlossenen Rad ist das unmöglich. Einzelne Hersteller rüsten ihre Räder bereits ab Werk entsprechend aus.

6. Smarte oder brachiale Lösung

Sogenannte smarte Schlösser lassen sich komfortabel per App auf- und zuschließen. Der fehlende Schließzylinder ist zudem ein Angriffspunkt weniger. Die smarte Technik erlaubt es auch Standortdaten des Rades zu erfassen. Auf die harte Tour arbeiten Alarmschlösser. Mit lauten Alarmtönen schrecken sie Diebe ab. Einige Schlösser kombinieren beide Technologien. Ein bisher einzigartiges Schloss vertreibt Diebe mit einem übelriechenden Gasgemisch.

7. Identifikation/Dokumentation

Vorbeugend für den Fall der Fälle sollte man sein Fahrrad registrieren und dokumentieren. Dafür gibt es etwa einen Fahrradpass, der auch als App erhältlich ist. Dort trägt man Modell und Merkmale des Rades sowie die Rahmennummer und Halterdaten ein. Zusätzlich kann man sein Rad etwa beim ADFC oder bei der Polizei codieren lassen. Beide veranstalten regelmäßig entsprechende Aktionen. Auch eine individuelle Gravur ist schon hilfreich. Hilfreich ist es in jedem Fall sein Fahrrad und spezifische Details zu fotografieren. Zudem kann man gerade hochwertige Schlösser öfter beim Hersteller registrieren. Ist das Rad tatsächlich weg, sollte man unbedingt den Schlüssel, und falls vorhanden, Schloss­stücke aufheben sowie den Diebstahlort dokumentieren (am besten per Foto).

8. Versicherung abschließen

Viele Versicherungen bieten spezielle Fahrradpolicen an. Die Kosten dafür sind abhängig vom Rad und können pro Jahr in die Hunderte gehen. Dabei gibt es Rabatte bei Nachweis eines hochwertigen Schlosses. Sie lohnen sich vor ­allem für neue, hochpreisige Räder. Ältere Fahrräder nehmen die Versicherer ­dagegen nicht unbedingt auf.

Oft reicht eine gute Hausratversicherung aber aus. Sie zahlt, wenn das Fahrrad aus dem Keller oder Haus gestohlen wird (bei Einbruch). Vorsicht allerdings vor, inzwischen seltenen, Nachtklauseln. Dabei ist das Rad zwischen 22 und 6 Uhr nicht versichert. Man kann den Schutz auch für auf der Straße abgesperrte Räder erweitern. Fahrrad­versicherungen sichern auch Unfälle und Vandalismus ab. Auch Schlosshersteller bieten Fahrradschutzbriefe an.

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9. Verfolgen!

Was Sportlern hilft, hilft auch Diebstahl-­Opfern. GPS-Tracker können jederzeit, oder im Diebstahlfall, die Position des Rades aufzeichnen und übermitteln. Sie werden unter anderem in den Rahmen einlaminiert oder sind zum Beispiel in Zubehör wie Flaschenhalter oder Rücklichter integriert. Gesicherte Verschraubungen verhindern ein einfaches Demontieren.

10. Schutzzone einrichten

Wer eine große Gemeinschaft (auch über GPS-Tracker) an seinen Aktivitäten teilhaben lässt, riskiert auch, dass „interessante“ Details in Umlauf kommen. Etwa, wo sich regelmäßig das edle Sportrad befindet. Um das zu vermeiden, kann man zum Beispiel in Strava die Privat- oder andere regelmäßige Adressen mit der sogenannten Privaten Zone verschleiern. Touren werden dann nur außerhalb dieser Zone aufgezeichnet.

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