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Sicherheit, Unfallrisiko, Radfahren

Sicherheit beim Radfahren: So verringern Sie das Unfallrisiko

Unfallrisiko beim Radfahren minimieren

Sicherheit beim Radfahren: So verringern Sie das Unfallrisiko

Auf die Sicherheit beim Radfahren kann nie genug wert gelegt werden. Die Unfallforscher von Dekra geben Tipps für die sechs größten Risiko-Situationen.
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Die Corona-Krise hat dem Fahrrad einen weiteren Schub als Freizeit- und Sportgerät beschert, die Sicherheit beim Radfahren ist dadurch zu einem noch wichtigeren Thema geworden.

Bis in den Herbst hinein ist zuhause und an den erreichbaren Reisezielen mit starkem Radverkehr zu rechnen, hat die Dekra in einem Bericht prognostiziert. Außerdem sei die Kehrseite des Trends eine hohe Zahl von Unfällen mit Radlerbeteiligung.

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Sicherheit beim Radfahren erhöhen

Von 2016 bis 2019 hat sich laut dem Statistischen Bundesamt die Zahl der verunglückten Fahrradfahrer um 7,5 Prozent auf 87.240 erhöht. Die Zahl der getöteten Radfahrer stieg seit dem Jahr 2010 um fast 17 Prozent.

Die Unfallforscher von Dekra haben zusammengefasst, wo für Radfahrer im Straßenverkehr besondere Vorsicht geboten sein sollte.

Gefahr an Kreuzungen
Typische Gefahrenzonen sind Kreuzungen, Einfahrten und Abzweigungen. Radler werden von Autofahrern beim Abbiegen oft übersehen oder in ihrer Geschwindigkeit falsch eingeschätzt. Gerade auf E-Bikes hat das häufig schlimme Folgen. Für die Biker gilt daher die Regel: Defensiv fahren, sich nicht auf Vorfahrt oder Vorrang verlassen, sondern sich immer vergewissern, ob man von den anderen Verkehrsteilnehmern gesehen wird und ob sie sich richtig verhalten.

Unfall, Sicherheit, Radfahren

Laut dem Statistischem Bundesamt erhöhte sich von 2016 bis 2019 die Zahl der verunglückten Fahrradfahrer um 7,5 Prozent auf 87.240

Unfallgefahr beim Abbiegen

Vorsicht, Toter Winkel
Wichtig: Niemals rechts neben einem wartenden Lkw halten, oder an ihm vorbeifahren, sondern dahinter stehen bleiben. Sonst droht ein Unfall durch Übersehen im Toten Winkel. „Für die Fahrer von Pkw, Lkw und Bussen heißt das: beim Rechtsabbiegen besonders aufmerksam und vorsichtig agieren. Auch auf schnelle Radfahrer muss man gefasst sein“, sagt Luigi Ancona, Unfallforscher bei DEKRA.

Langsam, wenn‘s eng wird
Eine hohe Unfallgefahr besteht auch an unübersichtlichen Engstellen, zum Beispiel in scharfen Kurven, in Unterführungen und auf schwer einsehbaren Strecken. Hier gilt für alle Verkehrsteilnehmer: Vorausschauend fahren und Tempo drosseln. Im nicht einsehbaren Bereich kann es ein Hindernis geben oder ein anderer Verkehrsteilnehmer entgegenkommen.

Sicherheit durch Klingeln erhöhen

Abstand halten
Abstand halten ist das Gebot der Stunde: nicht nur wegen Corona, sondern auch beim Überholen von Fußgängern oder Radlern. Wer überholt, muss daran denken: der Fußgänger vor ihm kann einen Schritt zur Seite machen, der Radfahrer ausscheren.

Die Überholabsicht deshalb am besten per Klingelsignal ankündigen. Für Kraftfahrer ist beim Überholen von Radfahrern seit Neuestem ein seitlicher Mindestabstand verbindlich in der Straßenverkehrsordnung festgeschrieben. Innerorts sind es mindestens 1,5 Meter, außerorts sogar 2 Meter. Kann dieser Abstand nicht eingehalten werden, heißt es dahinter bleiben.

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Tempo kontrollieren
Ein Risikofaktor ist auch das flotte Tempo auf vielen Radwegen, nicht zuletzt als Folge der optimierten Fahrradtechnik und der beliebten E-Bikes. Damit steigt nicht nur die Gefahr von Kollisionen und Alleinunfällen. Bei Unfällen ist auch mit schwereren Verletzungen zu rechnen. Vor allem die ältere Generation ist dadurch stärker gefährdet.

Also: Wo immer nötig, runter mit dem Tempo, und natürlich durch einen Helm die Sicherheit beim Radfahren erhöhen. Im Fall des Falles sinkt das Verletzungsrisiko erheblich.

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Unfallgefahr ohne Fremdeinwirken

Viele Alleinunfälle
Übersehen, nicht einkalkuliert, ignoriert oder nicht als gleichwertiger Verkehrsteilnehmer akzeptiert – Radfahrer werden schnell in brenzlige Situationen gebracht. Doch nicht immer sind die anderen schuld. Im Jahr 2019 erreichte der Anteil der Unfälle ohne Beteiligung anderer an den tödlichen Fahrradunfällen rund 30 Prozent.

Ancona wörtlich: „Zum Schutz der eigenen Gesundheit und des eigenen Lebens ist es für Radfahrer extrem wichtig, das eigene Gefährt zu beherrschen, die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen und die Fahrweise der jeweiligen Fahrbahn anzupassen.“

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