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Bayern soll ein Radgesetz bekommen.
Radgesetz in Bayern und NRW: Engagement für fahrradfreundliche Infrastruktur

Neue Initiativen fordern Radgesetze in Bayern und NRW

Radgesetz in Bayern und NRW: Engagement für fahrradfreundliche Infrastruktur

Das Phänomen Radentscheide wächst. Nach erfolgreichen Kampagnen in Berlin und Bamberg gibt es jetzt neue Initiativen, die ein Radgesetz gleich für das ganze Bundesland fordern.
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Zwei neue Initiativen kämpfen für eine bessere Radinfrastruktur und ein ingesamt fahrradfreundlicheres Bundesland. Engagierte Menschen wollen in Bayern und Nordrhein-Westfalen ein Radgesetz auf den Weg bringen.

Radlland Bayern?

Bayern ist Autoland. Hier sind zwei große Automobilhersteller sowie zahl­reiche Zulieferer zuhause, auf dem Land ist man mangels guter Alternativen durch den ÖPNV immer noch stark aufs Auto angewiesen. Die bayrische Staatsregierung will laut eigenen Angaben den Radverkehrsanteil bis 2025 auf 20% verdoppeln. Doch wie soll das gehen? Der Fahrradclub ADFC  in Bayern glaubt, dass für dieses Ziel noch viel mehr gemacht werden muss und hat daher die Initiative Radgesetz Bayern gegründet.

Ein Radgesetz scheint dringend nötig

Die Initiative Radgesetz Bayern wünscht sich ein schnelles und radikales Umdenken der Regierung. Sie fordert, dass die bayerische Stadt- und Verkehrspolitik fahrradfreundlicher wird, die Städte und Dörfer lebenswerter. Dazu sollten Alternativen zum Auto bevorzugt oder zumindest gleichstellt werden. Im Bezug auf den Radverkehr wünscht sich die Initiative einen verbindlichen Maßnahmenplan zum „Radverkehrsprogramm Bayern 2025“, ein sicheres, komfortables, durchgängiges Radwegenetz in ganz Bayern, gute Radabstellplätze – insbesondere auch an den Bahnhöfen, eine Verdopplung des Budgets für die Förderung des Radverkehrs, mehr Personal für die Umsetzung des Radverkehrsprogramms Bayern 2025 sowie eine deutliche Verbesserung der Fahrrad­mitnahme in Bus und Bahn. Mobilität in Bayern soll in Zukunft sicher und entspannt sein – auch wenn man Rad fährt.

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Aufbruch Fahrrad in NRW

Auch in Nordrhein-Westfalen tut sich was: Hier hat sich kürzlich die Initiative „Aufbruch Fahrrad“ vorgestellt, auch sie will ein Radgesetz auf die Beine stellen und ist bisher wahrscheinlich die größte ihrer Art. Initiatoren der Volksinitiative sind das Kölner Forum RADKOMM e.V. und der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) NRW. Außerdem entsteht gerade ein breites Aktionsbündnis, dem bereits mehr als 60 Unterstützer aus den Bereichen Umwelt und Verkehr angehören. Und das Bündnis wächst!

In NRW werden schon fleißig Unterschriften gesammelt.

In NRW werden schon fleißig Unterschriften gesammelt.

Neun Forderungen

Mit einer starken Allianz soll der Aufbruch in ein modernes, fahrradfreundliches Nordrhein-Westfalen auf den Weg gebracht werden. Ziel ist, dass der landesweite Radverkehrsanteil bis zum Jahr 2025 von 8 % auf 25 % ansteigt – es soll also ein noch höherer Anteil sein als in Bayern. Wie das geschehen soll? Die Initiative hat dazu neun Forderungen formuliert: 1. Mehr Verkehrssicherheit auf Straßen und Radwegen, 2. NRW wirbt für mehr Radverkehr, 3. 1000 Kilometer Radschnellwege für den Pendelverkehr, 4. 300 Kilometer überregionale Radwege pro Jahr, 5. Fahrradstraßen und Radinfrastruktur in den Kommunen, 6.Mehr Fahrrad-Expertise in Ministerien und Behörden, 7. Kostenlose Mitnahme im Nahverkehr, 8. Fahrradparken und E-Bike Stationen, 9. Förderung von Lastenrädern.

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Wie kann man die Initiative unterstützen?

Ab sofort sammelt die Initiative Unterschriften, man will ein ganzes Jahr dran bleiben und bis zur nächsten RADKOMM am 15. Juni 2019 sammeln. Wenn mindestens 66.000 Unterstützer unterzeichnet haben, muss sich der Landtag von Nordrhein-Westfalen damit beschäftigen. Bewohner NRWs sind deshalb aufgerufen, Unterschriftenbögen auzufüllen und an die Initative zurückzusenden.

Übrigens: In der aktiv Radfahren 5-2018 haben wir einen größeren Bericht über die Radentscheid-Initiativen in Deutschland veröffentlicht.

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