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Kommentar

Fahrrad im ICE? Der ICE 3 wird ohne Fahrradstellplätze umgebaut

Bahnfahren ohne Fahrrad

Ein Zug ist ein wunderbares Fortbewegungsmittel. Und eigentlich wäre auch ein ICE toll mit dem Fahrrad kombinierbar. Wenn die Deutsche Bahn nur mitspielen würde. Ein Kommentar.
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Ich liebe Bahnfahren: Gemütlich sitzen und aus dem Fenster schauen, Landschaften vorbei ziehen lassen, Musik hören, ein gutes Buch lesen… mit keinem anderen Fortbewegungsmittel komme ich so schnell so entspannt voran. Leider ist Bahnfahren wirklich teuer in Deutschland. Damit es eine echte Alternative zum Auto ist, muss Bahnfahren günstiger als Autofahren sein, auch mit dem ICE – und das ist es häufig nicht. Das fuchst mich aus ökologischen Aspekten sehr.

Der aktiv Radfahren Kalender 2019.

ICE 3 wird ohne Fahrradstellplätze umgebaut

Umso schöner, wenn es bei der Deutschen Bahn positive Entwicklungen gibt. Die Freude war groß, als diese Nachricht kam: Im neuen ICE 4 gibt es endlich Fahrradstellplätze. In allen bisherigen ICE-Modellen war die Fahrradmitnahme schlicht unmöglich. Nun gut, es sind nur acht Stellplätze für Räder, das ist nicht viel. Trotzdem freute ich mich so wie viele andere Radfahrer über die Information.

Umso mehr empört mich diese: Die Deutsche Bahn plant einen kompletten Redesign älterer Modelle. Nun ist der ICE 3 an der Reihe, der schon seit 15 Jahren im Betrieb ist. Die ganze Generation bekommt einen Feinschliff, bei der Gebrauchsspuren beseitigt und „bestimmte Kunden­wünsche“ berücksichtigt werden, die im Vorfeld abgefragt worden seien – so erklärt es die Deutsche Bahn in einer Pressemitteilung Anfang April. Aber, Überraschung: Fahrradstellplätze wird es nach diesem Redesign nicht geben! Das heißt: Ganze 66 Triebzüge des ICE 3-Modells werden umgebaut, aber Fahrradabstellplätze sind nicht integriert.

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ICE: Fahrrad-Nachrüstung „würde hohe Kosten verursachen“

Auf meine Anfrage im Mai 2018 antwortet die Presse­abteilung der Deutschen Bahn: „Eine Nachrüstung der bestehenden ICE-Flotte mit Fahrradabteilen würde hohe Kosten verursachen und zu einem Verlust an Sitzplatz­kapazität führen.“

Man verweist auf die saisonal getriebene Nachfrage nach Fahrradstellplätzen, die in der kalten Jahreszeit sehr stark zurückgehe. Im Gegensatz dazu seien Geschäftsleute ohne Fahrrad das ganze Jahr über in ICEs anzutreffen. Fahrradstellplätze seien zusammengefasst „weder im ­Sinne der Mehrheit unserer Kunden, noch wirtschaftlich vertretbar“.

Das erstaunt: Wie kann die Deutsche Bahn die Daten zur Fahrradmitnahme bereits nach so kurzer Zeit kennen? Wie gesagt: Meine Anfrage war im Mai 2018. Der ICE 4 mit den acht Fahrradstellplätzen ist erst seit Dezember 2017 auf den Schienen unterwegs und vielleicht kennen einige Kunden den Service noch gar nicht. Eine sinnvolle und repräsentative Nutzungsauswertung erscheint mir dafür noch reichlich früh. Schade!

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