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E-Bike Studie des TRL-Institut: Pedelecs sollen Fahrräder bleiben

TRL-Institut empfiehlt EU: Pedelecs sollen Fahrräder bleiben

E-Bike Studie des TRL-Institut: Pedelecs sollen Fahrräder bleiben

Das TRL-Institut (Transport Research Laboratory) hat sich in einer E-Bike Studie gegen eine Typgenehmigung von Pedelecs ausgesprochen. Bei S-Pedelecs und Cargo-Räder sind zudem Erleichterungen zu erwarten.
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Europäische Fahrradverbände freuen sich über die Ergebnisse einer E-Bike Studie.

Die Studie wurde im Auftrag der Europäischen Kommission erstellt und in der zurückliegenden Woche in Brüssel vorgestellt.

Pedelecs sollen Fahrräder bleiben

Das TRL (Transport Research Laboratory) empfiehlt der Kommission, sie solle „sicherstellen, dass Epacs (Electrically Power Assisted Cycles) außerhalb des Geltungsbereichs der nächsten EU-Typgenehmigungsgesetzgebung bleiben“ und dass ihre Vorschriften „die Entwicklung der Cargo-Bike-Industrie nicht behindern sollten.“

Kurz gesagt: Pedelecs sollen weiter so einfach genutzt werden dürfen wie gewohnt.

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Das EU-Parlament in Brüssel hat das britische TRL-Institut mit einer Studie zu Pedelecs beauftragt.

Manuel Marsilio, Generaldirektor des europäischen Fahrradverbands Conebi und damit auch Vertreter des ZIV, befürwortet die Einstufung des Pedelec weiter als Fahrrad und nicht als Motorrad: „Eine Änderung seines rechtlichen Status hätte enorme Auswirkungen auf Verkauf und Produktion gehabt“, so Marsilio.

Europäische Union entscheidet 2022

Endgültig sicher ist der Ausschluss von Pedelecs aus der überarbeiteten EU-Typgenehmigungsgesetzgebung allerdings noch nicht. Im kommenden Jahr 2022 wird die Europäische Kommission ihren Legislativvorschlag bekannt geben, der dann mit den anderen EU-Behörden ausgehandelt wird.

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Marsilio kündigt an: „Wir stehen erst am Anfang des Prozesses auf europäischer Ebene und freuen uns auf einen sehr positiven und konstruktiven Dialog mit der Europäischen Kommission und den anderen Interessengruppen, so wie bereits bei der EU-Regulation 168/2013 vor einigen Jahren, um das kontinuierliche Wachstum unseres Sektors im Rahmen des Europäischen Green Deal zu unterstützen.“

S-Pedelecs nicht mehr Moped-Kategorie

Das S-Pedelec, derzeit von der strengen EU-Typgenehmigung erfasst, soll nach der Empfehlung von TRL aus dieser so genannten „Moped-Kategorie“ entfernt werden.

Damit könnten die strengen Auflagen zu Führerschein, Kennzeichen, Helm und dem Nutzungsverbot von Radwegen möglicherweise abgemildert werden.

Die Verbände begrüßen dies und sehen hier noch Diskussionsbedarf.

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Europäische Fahrradverbände freuen sich über die E-Bike Studie des TRL-Institut: Pedelecs sollen weiter so einfach genutzt werden dürfen wie bisher.

Elektronische Verkehrsmittel in Fahrrad-Kategorie

TRL empfiehlt außerdem, die Straßenverkehrsvorschriften für neue Verkehrsmittel wie Stand- und Sitz-Elektroroller, selbstbalancierende elektrische Einräder, Hoverboards, Segways und elektrische Skateboards an die bestehenden nationalen Vorschriften für Fahrräder anzupassen.

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Diese sollten als Personal Mobility Devices (PMDs) gemeinsam mit Pedelecs in einer neu zu schaffenden Kategorie einer veränderten Gesetzgebung unterliegen.

Pedelecs sollten nach den Vorstellungen des TRL aus der Maschinenrichtlinie herausgenommen werden. Damit würde der Verband Leva-EU eine zentrale Forderung durchsetzen. Der Verband äußert sich auf seiner Website dazu.

Conebi betont hier abermals, dass eine klare Unterscheidung zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen erforderlich ist.

Weitere Empfehlungen der E-Bike Studie

Auch andere Empfehlungen der Forscher bergen Diskussionsstoff. So soll etwa die Motorkraft nur so begrenzt werden, dass diese die Entwicklung neuer Verkehrsmittel nicht behindert: 1.000 Watt dürfte so ein Motor leisten, findet das TRL-Institut.

Auch die umstrittene Kategorie L1e-A (bis 25 km/h Tretunterstützung, aber mehr als 250 Watt Motorleistung) soll auf 45 Stundenkilometer erweitert werden und der bisher erlaubte maximale Unterstützungsfaktor des vierfachen an Pedalkraft durch den Motor soll entfallen.

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Das würde eine wesentliche Forderung von Transportradherstellern erfüllen. So forderte Markus Riese von Riese & Müller letztes Jahr die Aufhebung dieses Faktors für sicheres Bergauffahren mit E-Lastenrädern: „Faktor Vier erlaubt es kaum, zehn Stundenkilometer zu erreichen, und wenn Sie dann beispielsweise mit zwei Kindern vorne gezwungen sind, auf der Straße zu fahren, riskieren Sie ihr Leben.“

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