Greenpeace fordert mehr sichere Infrastruktur für Radfahrer.
Investitionen

Infrastruktur: Wieviel investieren deutsche Städte in sichere Radwege?

Greenpeace: Investitionen in fahrradfreundliche Infrastruktur sind zu wenig

Wieviel geben die deutschen Städte eigentlich aus, um eine fahrradfreundliche Infrastruktur zu gewährleisten? Eine Auswertung von Greenpeace zeigt: Es ist nicht besonders viel. Dabei könnte man so viel für den Klimaschutz tun.
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Greenpeace hat die Auswertung vergangene Woche unter dem Motto „Radfahrende schützen, Klimaschutz stärken“ veröffentlicht. Sie zeigt: Städte wie Amsterdam und Kopenhagen investieren seit vielen Jahren erheblich mehr Geld in eine sichere Radinfrastruktur. Das Ergebnis: Obwohl mehr Fahrrad gefahren wird, verunglücken Radfahrende etwa zehnmal seltener.

Wie viel Geld wird in Deutschland investiert?

Stadt Investition
pro Kopf/Jahr
Stuttgart 5 Euro
Berlin 4,70 Euro
Frankfurt 4,30 Euro
Hamburg 2,90 Euro
Köln 2,80 Euro
München 2,30 Euro

Es lohnt sich ein Blick über den Tellerrand: In Amsterdam sind es laut Greenpeace-Auswertung 11 Euro pro Einwohner und Jahr, in Kopenhagen 35,60 Euro. Und es geht noch mehr! In Oslo werden 70 Euro pro Kopf und Jahr investiert, Spitzenreiter ist Utrecht mit 132 Euro Ausgaben.

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Fahrradfreundliche Infrastruktur dient dem Klimaschutz

Laut Umweltbundesamt lassen sich bis zu 30 Prozent aller Fahrten, die bisher mit dem PKW gemacht werden, mit dem Fahrrad fahren. Auf diese Weise kann der Radverkehr, die Stau- und Luftprobleme in vielen Städten lösen und gleichzeitig ein wichtiges Werkzeug für den Klimaschutz werden. Doch dafür ist eines nötig: Eine fahrradfreundliche Infrastruktur, in der Radfahrer risikofrei unterwegs sind. Radwege müssen verbreitert, Kreuzungen sicherer gestaltet werden. Greenpeace-Verkehrsexpertin Marion Tiemann ist empört: „Die Bundesregierung muss Geld bereitstellen, damit Menschen mit dem Rad künftig sicher durch die Stadt kommen.“ In der deutschen Verkehrspolitik würden Radfahrer kontinuierlich vernachlässigt.

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Sicherheit auf deutschen Straßen

Die Zahlen zur Sicherheit auf Radwegen und Straßen sind erschreckend, das zeigt auch das Greenpeace-Papier: „Während die Zahl tödlicher Verkehrsunfälle auf deutschen Straßen zuletzt auf den niedrigsten Stand seit 60 Jahren gesunken ist, steigt die Zahl getöteter Radfahrer in Städten.“ Deutsche Städte müssten dringend aufholen, erklärt Tiemann. Die Kurzexpertise zeigt verschiedene Beispiele aus anderen Städten Europas und wie dort durch teils einfache Maßnahmen die Infrastruktur fahrradfreundlicher und sicherer gemacht wurde.

100 Euro pro Kopf und Jahr

Greenpeace fordert ein Investitionsprogramm von der Bundesregierung, die Umweltschutzorganisation schlägt eine pro Kopf-Investition von ca. 100 Euro im Jahr vor. Damit wären die Ausgaben immer noch unter den Ausgaben von beispielsweise der niederländischen Stadt Utrecht (dort sind es 130 Euro/Kopf). Einen Vorschlag zur Finanzierung hat Greenpeace auch: Die Ausgaben, die aktuell noch durch Dieselsubventionen entstehen, seien nicht mehr zu rechtfertigen und könnten dafür ideal eingesetzt werden.

Die gesamte Expertise gibts übrigens hier nachzulesen im Netz.

Hier nochmal unsere Tipps für Radfahrer für mehr Sicherheit im Straßenverkehr!

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