Werkstattkosten, Kundendienst, E-Bike
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Werkstattkosten fürs E-Bike: Was kostet der Service fürs Pedelec?

Was kostet der Service fürs E-Bike?

Der erste Schritt ist die Anschaffung eines Elektrofahrrads. Aber welche Kosten kommen danach? Wie viel Geld muss man einkalkulieren für Werkstatt-Service, Verschleißteile und Co.? Wir haben uns mal schlau gemacht.
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Grundsätzlich hängt der Verschleiß – und damit auch die Werkstattkosten -, wie bei motorlosen Rädern auch, eher von der Kilometerleistung ab als vom Alter des Rades. Die klassischen Verschleißteile am E-Bike sind im Prinzip die Gleichen wie beim motorlosen Fahrrad: Bremsen bzw. Bremsbeläge, Kette, Ritzel bzw. Kettenblätter, Reifen. Die häufigsten Probleme beim E-Bike in den ersten Jahren sind Knackgeräusche, Motorausfälle und Defekte von elektrischen Bauteilen.

Zu den normalen Wartungsarbeiten fallen beim E-Bike ein paar zusätzliche Arbeiten an. Systemabhängig gibt es regelmäßige Softwareupdates, meistens einmal im Jahr. Außerdem prüft der Händler die Batterie beziehungsweise Motorbefestigung, die Batteriespannung, Anschlüsse und Steckverbindungen.

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Werkstattkosten beim E-Bike: Abhängig von Fahrleistung und Qualität

Wie schnell die einzelnen Teile verschleißen, ist abhängig von der Fahrleistung, wie viel Gewicht (Gepäck, Fahrer, Motor etc.) transportiert wird, wie häufig Dreck / Salz an Antrieb / Bremse etc. geraten.

Wie viel der Ersatz kostet, ist natürlich auch abhängig von der Qualität der eingebauten Produkte. Je hochwertiger die Produkte sind, desto haltbarer sind sie aber zumeist auch. Zusammengefasst kann man sagen, dass am E-Bike ein höherer Verschleiß zu erwarten ist als beim motorlosen Fahrrad.

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Zum Pedelec-Check gehört auch die Überprüfung der Akkukontakte. Außerdem spielt der Händler das neueste Software-Update auf und liest Fehlercodes aus.

Werkstattkosten beim Pedelec

Um genauere Informationen zu bekommen, haben wir mit verschiedenen Fahrradhändlern und dem Fahrradfachverband VSF gesprochen. Die Berechnung von Servicemaßnahmen stützt sich auf die Fahrradarbeitswerteliste des Bundesinnungsverbands. Diese Richtlinie gibt an, wie lang eine bestimmte Reparatur dauern sollte. Die Zeit berechnet sich nach Arbeitswerten (AWs). „Ein AW entspricht sechs Minuten.

Nach AW-Liste fallen für das Aufspielen eines E-Bike-Updates beispielsweise 2,5 AWs an. Das wären dann 15 Minuten Arbeitszeit. Wie viel diese kosten, ist aber stark abhängig vom Standort des Fahrradfachhandels“, erklärt Claudia Pirsch, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim VSF, „man kann davon ausgehen, dass ein Fahrradladen in München einen höheren Stundenlohn berechnen muss als ein Händler in einem Brandenburger Dorf. Da kann der Preis schon mal zwischen 45 und 90 Euro schwanken.“

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Zu den häufigsten Verschleißteilen gehört natürlich die Kette. Diese wird beim Händler überprüft, gegebenenfalls getauscht und geschmiert.

Werkstattkosten: Ein Rechenbeispiel

Björn Jessen, Fahrradhändler in einer ostbayerischen Kleinstadt, verriet uns, dass sein Pedelec-Kundendienst pauschal 78 Euro kostet. Ein Software-Update berechnet er mit 29,95 Euro. Der Fahrrad-Kundendienst kostet im Vergleich 54 Euro.

Materialkosten für den Kundendienst lassen sich schlecht beziffern. „Man kann auf jeden Fall sagen, dass die Materialkosten für einen Kundendienst beim Pedelec höher sind als bei einem normalen Fahrrad, da einige spezielle Teile benötigt werden, die teurer sind, wie Ketten und Reifen. Ich tippe, dass ein E-Bike-Kunde im Schnitt ein Drittel bis das Doppelte an Werkstattkosten mehr bezahlt im Vergleich zum Fahrrad-Kunden“, so Björn Jessen.

Das liegt aber auch daran, dass der E-Biker fast doppelt so viel fährt wie der normale Radfahrer. Im Endeffekt sind die Kosten bei gleicher Kilometerleistung dann wieder nahezu identisch.

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Steckverbindungen wie die im Bild zum Nabendynamo können schnell locker werden. Der Händler prüft das.

Wie oft muss ich zum E-Bike-Händler?

Als Richtlinie kann man sagen, dass man sein Rad einmal pro Jahr oder alle 2000 Kilometer warten lassen sollte. Wenn sich irgendetwas am Rad seltsam anfühlt, sollten Sie natürlich früher beim Händler vorbeischauen.

Arbeitswerte: Wie lange dauert das denn?

Sie interessieren sich für die Berechnung von Reparaturen? Hier können Sie nachschlagen, wie lang welcher Arbeitsschritt beim Händler ungefähr dauert: www.bit.ly/Arbeitswerte

Versicherungen: Verschleißteile besser versichern?

Eine Versicherung inklusive Verschleißabdeckung eignet sich vor allem für extreme Vielfahrer. Es rentiert sich nicht immer den Verschleiß mit abzudecken. Das Risiko des Akkudiebstahls, des Akku-Fallenlassens, des Displaydiebstahls und ähnliche Dinge sind größer. Diese sollte man eher versichern. Das nimmt den größten Ärger. Eine generelle Diebstahl-Versicherung für das Pedelec ist also durchaus empfehlenswert. Hier gibt es diverse sinnvolle und günstige Angebote am Markt wie von Wertgarantie oder Ammerländer.

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