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Reifenluftdruck, E-Bike, Radfahren, Service

E-Bike Reifen aufpumpen: Der richtige Reifenluftdruck

E-Bike Ratgeber: Der richtige Reifenluftdruck beim Radfahren

E-Bike Reifen aufpumpen: Der richtige Reifenluftdruck

Der richtige Reifenluftdruck ist für Fahrgefühl, Kraftaufwand und nicht zuletzt Sicherheit beim Radfahren enorm wichtig. Außerdem erhöht er die Lebensdauer des Reifens. Wir zeigen, worauf Sie achten müssen.
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Neulich auf dem Radweg.

Ich fahre nicht sehr schnell und trotzdem nähere ich mich rasch meinem Vorausfahrenden. Er tritt sichtlich schwer, kommt kaum vom Fleck und keucht wie ein Schwerstarbeiter.

Zu geringer Reifenluftdruck

Falscher Gang, denke ich. Doch falsch gedacht. Als ich direkt hinter ihm bin, erkenne ich es: Sein Hinterrad läuft fast auf der Felge.

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Kaum Luft ist im Reifen. Solch eine Beobachtung mache ich oft. Gefühlt jeder Zweite fährt mit zu wenig Reifenluftdruck – darunter sind auch etliche E-Biker.

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Auf dem Mantel der allermeisten Reifen steht genau drauf, wie hoch der Druck sein sollte. In diesem Fall empfiehlt der Hersteller 2,0 bis 4,0 bar – oder 30 bis 60 psi.

Dabei ist der richtige Reifenluftdruck so wichtig! Hier geht es schließlich nicht nur um weniger Rollwiderstand.

Reifenverschleiss

Fahren Sie dauerhaft mit zu wenig Reifenluftdruck, schadet das dem Reifen. Egal ob Draht- oder Faltreifen: Knicke und Falten können entstehen, die den Reifen instabil machen.

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Entweder die Gummimischung reibt sich an sich selbst auf, oder die Karkasse wird spröde und verliert so auf Dauer die Stabilität. Das Ergebnis: Irgendwann wird er so irreparabel geschädigt, dass er ausgetauscht werden muss.

Kommen dann noch Bodenwellen dazu, hagelt es also direkte Schläge auf die Felge, kann auch die in Mitleidenschaft gezogen werden.

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Spätestens dann geht es richtig ins Geld: Denn wenn Sie Laufräder, Mäntel und Schläuche austauschen müssen, sind schnell ein paar hundert Euro fällig.

Zu wenig Grip bei niedrigem Reifenluftdruck

Mit zu wenig Reifenluftdruck verliert der Mantel an Griffigkeit. Das klingt zuerst einmal paradox, liegt er doch mit einer größeren Fläche auf der Fahrbahn auf.

Der gesamte Reifenaufbau benötigt aber einen gewissen Luftdruck, um Stabilität aufzubauen. Fehlt diese Stabilität, beginnt der Reifen hin und her zu walken. Sie fahren buchstäblich wie auf rohen Eiern.

Darunter leidet auch das Fahrgefühl. Sie spüren das direkt am Lenker, denn es fühlt sich an, als mache das Rad nicht mehr das, was Sie von ihm wollen.

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Die Lenkung wird schwammig, in Kurven droht sogar der Mantel aus der Felge zu springen. Das Ergebnis: erhöhte Sturzgefahr.

Pannensicherheit

Gibt es einen harten Schlag aufs Rad, kann sich ein so genannter Snakebite – ein Schlangenbiss – bilden.

Der Schlag beschädigt den Schlauch, zwei beieinanderliegende Löcher entstehen, die aussehen wie der Biss einer Giftschlange – daher der Name.

Je weniger Druck im Reifen, desto höher die Gefahr eines solchen Durchschlags. Wer also im richtigen Luftdruck fährt, vergrößert die Chance, pannenfrei ans Ziel zu kommen.

Zu hoher Rollwiderstand

Die schwammige Lenkung und der fehlende Grip in Kurven treten vor allem bei zu wenig Druck am Vorderreifen auf. Am Hinterreifen rutscht ein zu lasch aufgepumpter Pneu eher mal durch.

Denn den hat man – anders als das Frontrad – auch nicht dauernd im Blick. Fahren Sie mit einem platten Hinterrad, erhöht sich der Rollwiderstand. Radfahrer ohne E-Unterstützung merken das recht schnell.

Doch viele fahren permanent mit zu wenig Luft im Reifen. Die wundern sich dann über die große Kraftanstrengung, verlieren den Spaß am Radfahren und parken ihren schlecht gewarteten Drahtesel
schnell in der Abstellkammer.

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Doch auch E-Biker bekommen falschen Luftdruck zu spüren. Entweder müssen sie eine Unterstützungsstufe hochschalten oder wie der klassische Fahrradfahrer mehr Muskelkraft aufwenden.

Die direkte Konsequenz ist hier meistens überschaubar: Je mehr dem Reifen schleichend die Luft ausgeht, desto schneller gilt das auch für den Akku.

Sprich: Die Reichweite nimmt ab. Das ist beim E-Bike zu verschmerzen. Verschleiß und Sicherheitsbedenken sollten Sie aber auch beim Pedelec nicht auf die leichte Schulter nehmen!

Zu hoher Reifenluftdruck

Auch zu viel Luft in den Reifen ist nicht ideal. Denn die Räder tragen entscheidend zum Fahrkomfort bei. Richtig aufgepumpt, können sie mehr federnde Wirkung entfalten als billige Federgabeln.

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Sind die Reifen aber bretthart, geht dieser Federungskomfort verloren. Allerdings rollen fest aufgepumpte Reifen auch leichter, sparen somit Kraft – oder erhöhen beim E-Bike leicht die Reichweite.

Die Wahl des richtigen Drucks ist somit immer eine Abwägung aus Komfort, Sicherheit und Rollwiderstand.

Das ist der richtige Reifenluftdruck

Den richtigen Luftdruck gibt es nicht. Wohl aber gibt es Richtwerte. Der wichtigste steht auf Ihrem Mantel: Der Hersteller gibt einen Minimal- und einen Maximalwert an.

Nennt er also einen Richtwert für den Luftdruck von zwei bis vier bar, sollten Sie einen Wert innerhalb dieser Bandbreite wählen. Doch welchen genau?

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Das ist in erster Linie Geschmackssache. Sicher rollt der Reifen innerhalb des Rahmens auf jeden Fall. Für mehr Komfort wählen Sie einen niedrigeren Luftdruck.

Für weniger Rollwiderstand einen höheren. Sie sollten dabei auch immer Ihren Einsatzzweck im Blick
behalten. Denn je schwerer das Gespann, desto höher sollte der Luftdruck liegen.

Große und schwere Fahrer wählen also tendenziell den oberen Grenzbereich. Das gilt auch, wenn Sie eine Reise mit viel Gepäck planen oder anderweitig viel transportieren – etwa Kinder oder einen Großeinkauf.

Der erhöhte Luftdruck sorgt hier wieder für Stabilität in der Karkasse. Das macht nicht nur flotte Abfahrten und schnell gefahrene Kurven sicherer.

Die richtige Ausrüstung

Jeder kennt die einfachen Handpumpen aus Plastik, die in den Rahmen geklemmt werden. Genauso bekannt ist die Daumenprobe, um den richtigen Reifenluftdruck zu checken.. Doch die ist Kaffeesatzleserei.

Denn jeder Reifen fühlt sich unter dem Daumendruck anders an. Darum gehört in jede Fahrrad-Heimwerkstatt eine Standpumpe mit Manometer.

Falls Sie noch keine haben: In der ElektroRad 2/2020 haben wir Standpumpen getestet. Wie Sie das Heft bekommen, erfahren Sie hier.

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