Kein Auto - kaum Luftverschmutzung.
Autofreier Sonntag in Brüssel

Luftverschmutzung: Radfahren lässt Ruß verschwinden

Keine Autos - sofort saubere Luft

Kaum stehen Autos still, wird die Luft besser - und zwar deutlich. Das hat die European Cyclists' Federation während des autofreien Sonntags in Brüssel festgestellt. Kurz nachdem die Straßen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gesperrt waren, sank die Luftverschmutzung dramatisch.
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Einmal im Jahr ist Brüssel autofrei. Los geht es um neun am Morgen, ab 19 Uhr sind Autos wieder erlaubt. Die European Cyclists‘ Federation (ECF) hat die Daten innerstädtischer Luftmessstationen an diesem Tag ausgewertet und hinsichtlich der Luftverschmutzung erstaunliches festgestellt.

Luftverschmutzung sinkt fast unmittelbar

Fast unmittelbar ab dem Moment, als die Straßen für Autos gesperrt wurden, sank die Luftverschmutzung mit Ruß rapide. Schon kurz nach zehn Uhr lag der Rußgehalt 80 Prozent unter dem Durchschnitt der Sonntage in diesem Jahr. Dabei hatte er kurz zuvor noch deutlich über dem Sonntags-Mittel gelegen. Auch die Stickstoffwerte sanken im Tagesverlauf – in der Spitze immerhin um rund 30 Prozent im Vergleich zum Durchschnitts-Sonntag.

Bewohner können aufatmen

„An einem Tag im Jahr können die Bewohner der belgischen Hauptstadt tief durchatmen und saubere Luft inhalieren“, schreibt die ECF. Die Daten zeigten, wie schnell und effektiv die Luft in europäischen Städten deutlich sauberer werden könnte. Auch deshalb unterstützt und forciert die ECF die Vertragsverletzungsverfahren der EU gegen Deutschland, Frankreich, Ungarn, Italien und Großbritannien, in denen die europäischen Luft-Grenzwerte dauerhaft und fast flächendeckend überschritten werden, die Luftverschmutzung insbesondere in den Städten enorm ist.

ECF fordert Investitionen in Fahrradinfrastruktur

Die ECF fordert von allen EU Mitgliedsstaaten, jeweils mindestens zehn Euro pro Einwohner in die Fahrradinfrastruktur zu investieren, um etwa Radschnellwege zu bauen und regionale Radfahr-Initiativen zu unterstützen. Außerdem sollte die Politik Kaufanreize für herkömmliche und Elektrofahrräder auflegen, ähnlich der staatlichen Zuschüsse, die es für Elektroautos gibt. Schließlich solle jedes Land eine nationale Fahrradstrategie entwickeln, die kurz- bis langfristig das Radfahren systematisch fördert.

Auch radfahren.de ist sich sicher, dass im Radfahren die Zukunft mindestens des Stadtverkehrs liegt. Leider tut vor allem in Deutschland die Politik unserer Meinung nach viel zu wenig, um Radfahren zu fördern und Radfahrer zu schützen. Initiativen gibt es genug. Aber immer noch gilt das Auto als der heilige Gral des deutschen Verkehrs. Schade!

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