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Rohloff-Getriebe, Test, Trekkingräder

Rohloff-Getriebe: 10 Trekkingräder mit Kultnabe im Test

10 Trekkingräder mit Rohloff-Getriebe im Test

Rohloff-Getriebe: 10 Trekkingräder mit Kultnabe im Test

1800 Gramm Stahl und Aluminium, 1000 Euro, 14 Gänge im Ölbad, 526 Prozent Übersetzung – die Rohloff Speedhub begleiten eindrucksvolle ­Werte. ­Dabei ist die ­Getriebe­nabe längst Kult. Mit zehn hochwertigen Trekkingrädern spüren wir dem nach.
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Die Erde dreht sich um die Sonne. Unsere Nachbarplaneten tun es ihr gleich. Das heliozentrische Weltbild ist inzwischen hinreichend wissenschaftlich und in Einzelfällen augenscheinlich belegt. Bis das soweit sein und akzeptiert werden konnte, kostete Astronomen wie Kopernikus und Galilei die Erkenntnis über unser „Sonnensystem“ mindestens viel Überzeugungskraft, wenn nicht Kopf und Kragen. Ein paar hundert Jahre sind seither ins Land gegangen. Die Entstehung von Sonne, Mond und Erde hat sogar noch ein wenig länger gedauert. Eine Rohloff Speedhub 500/14 Getriebeschaltung gibt es zwar erst seit 1998. Die Initialzündung für die Entwicklung kam vielleicht ein paar Jahre vorher. Aber auch in ihr drehen sich einzelne Planeten um gleich mehrere Sonnen.

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Faktisch handelt es sich natürlich nicht um einen Mikrokosmos, sondern um Zahnräder, die sich umeinander drehen – bekannt als Planetengetriebe. Nun ist die Rohloff nicht das erste Räderwerk seiner Art und auch nicht die erste Fahrrad-Getriebeschaltung. 14 Gänge, gleichmäßig abgestuft mit ergonomischen Gangsprüngen von 13,5 oder 13,7 Prozent und einer Gesamtübersetzung von 526 Prozent, kompakt verpackt als wartungsarme Hinterradnabe und Made in Germany machten das hessische Getriebe aber revolutionär. Der Namenszusatz 500/14 verweist auf die Gangzahl und das Spektrum.

Diese 10 Trekkingräder mit Rohloff-Getriebe haben wir getestet

Marke Modell UVP Prädikat
B.O.C. Bicycles EXT 2000 1849 Euro
Contoura Werkmeister 2499 Euro Preis-Leistung
Gudereit LC-R 4.0 Evo 2899 Euro
ROSE Black Lava RohloffTestbrief 3199 Euro
Simplon SpotlightTestbrief 3389 Euro Testsieger
Stevens Sovereign 3399 Euro
Velotraum Konzept VK8 3969 Euro
Velo de Ville A 700 3979 Euro
Idworx Rohler BLT multi 5145 Euro Kauftipp
Tout Terrain Tanami GT 5485 Euro

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Rohloff Speedhub: Ungeahnte Fähigkeiten

Als die Speedhub vor zwanzig Jahren auf den Markt kam, hatte man am ehesten Mountainbiker als Zielgruppe im Blick. Sie konnten von ihren Kernkompetenzen stark profitieren. Nach anfänglicher Skepsis gegenüber Haltbarkeit und Wartungsaufwand erwies sie sich bald auch als ideale Nabe für Reiseradler, ihrer Unkompliziertheit sei Dank.

Mit jedem neuen Erfahrungs­bericht wuchs ihr Ansehen. Längst hat sie Kultstatus erreicht. Damals nicht zu erträumende Laufleistungen von über 150.000 Kilo­metern – eine Nabe rollt nachweislich sogar auf die 400.000er Marke zu – tragen zu ihrem Image bei. Da reichen andere Getriebeschaltungen bei Weitem nicht heran. Es liegen, um im Bild zu bleiben, kosmische Distanzen dazwischen.

Rohloff: Veraltet oder aktuell?

Kritiker sehen in der Speedhub angestaubte Technik und führen als modernes Getriebe das Pinion P1.18 an mit über 600 Prozent Bandbreite und zentralem Schwerpunkt. Auch stört sie das nicht überhörbare Mahlgeräusch in den unteren 7 Gängen. Aber mit Verbesserungen im Feinen hält Rohloff die Nabe stets aktuell. Zudem kann man anders als bei einem Pinion-Getriebe notfalls die Schaltung leicht ersetzen und fast an jedem Rad nachrüsten. Auch das Gangspektrum ist so veraltet nicht. Gehen doch gerade moderne Kettenschaltungen wieder auf Einfachsysteme mit rund 500 Prozent Spreizung zurück.

Außer im Reiserad-Sektor hat sich die Rohloff als hochwertige Option für Alltags- und Tourenfahrer etabliert. Ihre Vorteile kommen auch hier voll zur Geltung. In unserem Test konzentrieren wir uns daher auf Trekkingräder mit dem Getriebe aus Fuldatal. Sie haben mal mehr, mal weniger Reise­eignung.

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Von wegen unbezahlbar

Dass ein Rohloff-Rad immer eine riesige Investition sein muss, widerlegt das Bicycles EXT. 2000. Klar, seine knapp 1849 Euro sind auch viel Geld, aber es liegt damit im Bereich hochwertiger Trekkingräder mit Kettenschaltung. Üblicherweise steht bei Rohloff-Rädern mindestens ein Zweitausender-Betrag auf der Rechnung. In unserem Test liegen die Preise von sechs ­Rädern sogar über der Drei- oder Fünftausender-Marke. Das liegt zum einen daran, dass man für eine Rohloff Speedhub mit rund 1000 Euro Aufpreis gegenüber einem vergleichbar ausgestatteten Kettenschaltungsrad rechnen muss. Zudem stellen interessierte Kunden auch allgemein hohe Ansprüche an eine edle, haltbare und entsprechend höherpreisige Ausstattung.

Den Gipfel dieses Anspruchs stellt das perfektionierte Idworx Rohler BLT dar. Das Velotraum im Test oder das Tout Terrain stehen dem nur in Details nach, erfüllen auch höchste Ansprüche. Nur unwesentlich weniger kosten danach Stevens, ROSE, Simplon. Erst das Gudereit und das Contoura bleiben bei Zweitausend-und stehen. Keines der Räder macht seinen Job schlecht. Die Unterschiede sind preisbedingt natürlich deutlich. In Relation dazu aber sind die Differenzen eher klein. Selbst das EXT.2000 gefällt insgesamt ziemlich gut und ist unterm Strich echt preiswert. Auf der anderen Seite erscheint uns das Velo de Ville gerade im Vergleich von Details und Fahreindrücken doch zu teuer.

Jetzt ohne Risiko testen!

Trekkingräder mit Rohloff-Getriebe: Alltag und Abenteuer

Die Einsatzgebiete unserer Testräder erstrecken sich vom städtischen Alltag über Pendelei mit unterschiedlich guten Wegen und Offroad-Abenteuer bis hin zur autarken Weltreise. Manchmal schränkt nur die überraschend geringe Zuladekapazität die Einsatzmöglichkeiten ein. Sie liegt oft bei nicht einmal 110 Kilogramm.

Für schwere Fahrer bleibt da wenig Raum. Idworx und Tout Terrain bieten mit über 140 kg schon mehr, sind aber eben auch fürs Reisen gemacht.

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Repräsentative Auswahl

Am Ende präsentieren unsere zehn Testräder gemeinsam genau das Einsatzspektrum der Rohloff. Ob Alltag oder Reise, hier kommt es auf Zuverlässigkeit und Sorgenfreiheit an. Das breite Gangspektrum benötigt nicht jeder, die optimale Abstufung wäre aber schon eine ­Empfehlung für alle Radfahrer.

Mit einer Kette, die für ihre Qualität bekannt war, fing bei Rohloff alles an. Sie gibt es leider nicht mehr, die Speedhub schon. Und wer weiß, vielleicht hätte es sie auch ohne Kopernikus und Co. gegeben. Dann eben mit einem Erdenrad im Zentrum.

Rohloff-Test

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