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Ein Visionsbuch: So könnte die Zukunft der Mobilität aussehen.

Visionsbuch: VCD stellt Mobilität der Zukunft vor

Mit Füßen und Pedalen

Visionsbuch: VCD stellt Mobilität der Zukunft vor

Was passiert, wenn sich der Verkehr in den Städten weg vom Auto und hin zu mehr Fuß- und Radverkehr entwickelt? Eine solche Veränderung wirkt sich dies positiv auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Sicherheit der Menschen aus. Sagt zumindest der ökologische Verkehrsclub VCD. Im Visionsbuch „Mit Füßen und Pedalen - Hol dir deine Stadt zurück!“ zeigt der VCD anhand von Bildmontagen und Fakten aus Stadtplanung, Soziologie und Verkehrspolitik welche Folgen und gesellschaftlichen Kosten durch die heutige, autogerechte Stadt für uns alle entstehen.
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Gleichzeitig zeige das Visionsbuch Beispiele, wie Straßen in der Stadt besser genutzt werden könnten, sollte sich die Zahl der Autos deutlich verringern. Denn genau das fordere der VCD: Fußgängern und Radfahrern mehr Raum zu geben und den Autoverkehr zu reduzieren. Dafür bedürfe es einer grundlegenden Reform der Straßenverkehrsordnung: Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts und Bußgeld für Falschparken auf mindestens 100 Euro anheben sei ein Schritt. Unabhängig von Strafen solle as Parken von Pkw in Städten insgesamt teurer werden.

Ein Beispiel für die Visionen, mit denen der VCD spielt: Links der Ist-Zustand, rechts die mögliche Umgestaltung.

Ein Beispiel für die Visionen, mit denen der VCD spielt: Links der Ist-Zustand, rechts die mögliche Umgestaltung.

Visionsbuch: Den öffentlichen Raum neu denken. Nicht als Straße, sondern als Ort der Entspannung.

„Ob Menschen sich in ihrer Umwelt wohlfühlen, hängt auch maßgeblich davon ab, wie der Lebensraum Stadt gestaltet ist“, sagt Katja Täubert, VCD-Sprecherin für Fußverkehr. Derzeit dominiere in den Städten der Autoverkehr. „Wir können uns Straßen nur schwer als etwas anderes als Fahrbahn für Autos vorstellen.“ Doch Straßen seien – weiter gedacht – mehr als reine Fahrbahn, um von A nach B zu kommen. „Sie sollten Orte sein zum Entspannen, zum Reden und zum Entdecken, ein zweites Wohnzimmer“, nennt das Täubert. Der Platz dazu entstünde, wenn viel mehr Menschen als derzeit zu Fuß und mit dem Rad unterwegs sind.

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Visionsbuch: Rad-Kilometer kosten kein Geld – sie bringen den Städten sogar Einnahmen

Viele Menschen – laut VCD rund 60 Prozent – seien bereit, aufs Fahrrad umzusteigen, obwohl sie bisher eigentlich nie Rad fahren. Grundvoraussetzung: Die Wege zum Radfahren müssten dafür sicherer werden. 40 Prozent der Autofahrten in der Stadt seien kürzer als fünf Kilometer, zehn Prozent sogar kürzer als zwei Kilometer, schreibt der VCD. Daher könnten viele Autofahrer eigentlich problemlos vom Pkw aufs Fahrrad oder die eigenen Füße zum Laufen umsteigen. Das entlaste sogar das Stadtsäckel, zeigt eine Untersuchung aus Dänemark. Demnach kostet ein Auto-Kilometer eine Stadt rund 16 Cent. Darin eingerechnet seien externe Kosten etwa verursacht durch Stau, Verkehrsunfälle und Luftverschmutzung. Ein mit dem Rad gefahrener Kilometer koste nichts, er bringe sogar etwas ein: immerhin etwa 23 Cent.

Visionsbuch: Weniger Verkehr und geringere Geschwindigkeiten machen die Stadt insgesamt sicherer

„Täglich verunglücken knapp 700 Menschen bei Zusammenstößen im Verkehr in Städten und Ortschaften“, sagt Anika Meenken, VCD-Sprecherin für Radverkehr. Insbesondere Kinder könnten sich draußen oft nicht frei bewegen, weil der Straßenverkehr zu gefährlich ist. Und von „frischer Luft“ könne kaum die Rede sein: Die Stickoxidwerte in den Städten sinke sehr langsam, laut VCD zu langsam. „Wir müssen den Pkw-Verkehr reduzieren“, schlussfolgert Meenken. Sie fordert Tempo 30 innerorts als Regelgeschwindigkeit. So werde der Fuß- und Radverkehr deutlich sicherer und damit attraktiver.

Werde auch das Parken teurer, stiegen sicher noch mehr Menschen um. „Es kann nicht sein, dass man beispielsweise als Anwohner in Berlin gerade einmal zehn Euro im Jahr für seinen Parkplatz zahlt. In Amsterdam sind es 535 Euro„, so Meenken. Unterm Strich heißt das alles: Durch das Verteuern des Autofahrens wird das kostengünstige Radeln immer attraktiver. Und letztlich der öffentliche Raum in Städten lebenswerter.

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