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Bodensee-Königssee-Radweg, Radfahren, Radtour, Radreise, Fahrrad

Bodensee-Königssee-Radweg: Sieben Tage auf Fahrradtour

Fahrradtour in sieben Tagen: Der Bodensee-Königssee-Radweg

Bodensee-Königssee-Radweg: Sieben Tage auf Fahrradtour

453 Kilometer, 4800 Höhenmeter. Der berühmte Bodensee-Königssee-Radweg ist eine reizvolle Herausforderung für ambitionierte Radfahrer. Zieht man die Strecke aber über sieben Fahrtage, lassen sich Südbayerns schönste Sehenswürdigkeiten entspannt genießen.
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Üblich bei einem Ehepaar, das aus einem Radfahren-Redakteur und einer Rechtsanwältin besteht: Urlaub am Mittelmeer, wandern, schwimmen, relaxen – das Rad ist tabu.

Der Bodensee-Königssee-Radweg: Eine Traumreise

Doch die Corona-Reisebeschränkungen im Sommer 2020 machten einen Strich durch die Rechnung. Eine Alternative musste her, die nun in der Rückschau zu einer der schönsten Reisen unseres Lebens wurde: Wir begaben uns auf den legendären Bodensee- Königssee-Radweg.

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Mit Schleifen für uns 550 Kilometer lang. Anstrengend ja, aber ideal, um aktiv zur Ruhe zu kommen. Erlebnisreich, um die Seele zu beflügeln. Unser Plan: Mit den Rädern und der Bahn von Regensburg nach Lindau.

Durchs Allgäu, über die Tölzer Berge zum Chiemsee, dann auf den Spuren des Salzes südlich Richtung Watzmann, in dessen Schoß der idyllische Königssee liegt. Und von Berchtesgaden mit dem Zug zurück.

Es sollte anders kommen: Wir hatten so viel Freude und Glück gesammelt, dass wir den 1000er voll machten. Mit dem Rad.

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Die schmalen Landstraßen im Allgäu sind für Radfahrer ein echter Traum.

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Tolle Blicke, die Hasen passen

Weil der Sackbahnhof auf der Insel Lindau die Uferpromenade berührt, stehen wir nun fast direkt am Bodensee. Vor uns der fünf Meter hohe Bayerische Löwe, der die Hafeneinfahrt bewacht. Eisschleckende Menschen überall, die Straßencafés sind trotz Corona gut besucht. Hier in Lindau gäbe es, wie das bemalte Rathaus, viel Sehenswertes.

Doch wir wollen los. Da links, das erste weiße Schild! Mit grüner Welle und Aufschrift Bodensee-Königssee-Radweg leitet es uns über eine lange Brücke zum Festland. Wir folgen kurz dem Bodensee-Rundweg.

Den Fernweg-Radschildern folgen

Insgesamt empfinde wir die Schrift als zu dünn. Außerdem konkurriert unser Wegweiser hier mit einem Wald anderer Hinweisschilder, die auf regionale Touren verweisen. „Fernradweg-Schilder sollten am Anfang oder Ende platziert sein, dann sieht man sie besser“, ruft mir meine Frau zu.

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Ein Tipp, den wir an Franz Reil weitergeben, der den Bodensee-Königssee-Radweg entwickelt und alle Hinweisschilder einheitlich auf Dunkelblau umstellt, „die coronabedingt noch nicht überall montiert werden konnten,“ erklärt Franz uns später.

Nordöstlich von Lindau rollen wir locker durch Apfelplantagen, die sich bald über Wellen hinaufziehen. Dann folgen wir entspannt einem murmelnden Bach – Gelegenheit über die Route nachzudenken.

Höchster Punkt zu Beginn

In sieben Tagen wollen wir den Königssee erreichen. Die Anstrengung kommt hier am Anfang: das Dach der Tour ist schon nach 100 Kilometern erreicht, in Oy-Mittelberg, eingebettet zwischen idyllischen Seen vor grandioser Bergkulisse auf etwa 1000 Metern Höhe.

Danach durchs Allgäu Richtung Füssen, am Märchenschloss Neuschwanstein vorbei. Wir freuen uns auf das Unesco-Weltkulturerbe Wieskirche in Steingaden im Pfaffenwinkel, auf den Tegern- und Schliersee. Wir wollen im Chiemsee baden und schließlich die Füße in den kristallklaren Königssee stecken.

Komfortable Fahrrad Ausstattung

Die Sitzpositionen auf unseren Rädern: sportlich, aber angenehm. Hochwertige Federgabeln sollen für Komfort, Tourenreifen für Leichtlauf auf längeren Asphaltpassagen sorgen.

Wir werden meist auf Nebenstraßen fahren, selten auf Radwegen entlang von Bundesstraßen. Dafür wird es aber auch Naturpisten geben. Und Wege durch Wälder, wo der Untergrund auch im Sommer feucht und deshalb tief sein kann.

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Deshalb sollten die Reifen für den „Bo-Kö“ Grip bieten. Jetzt, bei den ersten Verschnaufern am Wegrad, zeigt sich, dass ein stabiler und gut klappender Hinterbauständer auf Radreisen mit Gepäck Gold wert ist.

Packtaschen von Thule und Basil

Meine Frau hat eine kleine KlickFix-Tasche im lustigen Margeriten-Design am Lenker fixiert, die sie auch als Schultertasche nutzt. An ihrem Fahrradheck sind gelbe Thule-Packtaschen eingehängt, die sich rüttelfest fixieren „und einfach abziehen lassen“, demonstriert sie voller Stolz.

„Trotz 2 × 4,5 Kilo Beladung.“ Beachtlich wenig, meine Liebe. Ich nutze großvolumige Basil-Taschen mit aufgerauter Oberfläche, die bereits einstauben. Glatte Oberflächen wie bei den Thules lassen sich leichter reinigen. Ich habe 2 × 7 Kilo an Bord, Werkzeug, zwei Wasserflaschen, die Fotoausrüstung, meine Kleidung.

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In kleinen Herbergen am Bodensee-Königssee-Radweg muss das Rad oft in der Werkstatt oder Privatgarage übernachten. Trotzdem immer mit Faltschlössern abschließen.

Unser Radweg läuft nun entlang der Bahngleise. Zweieinhalb Stunden zuvor hatten wir die Landschaft hier bereits gesehen: durch die Scheiben des Zuges.

Steiler Anstieg nach Muthen

Nun aber sind wir mittendrin: Hören das Tirili der Vögel, die mit uns schwingen, sehen die glitzernde Leiblach neben uns, eine Idylle … bis meine Frau schreit: „Muss das sein?“ Bei Hergatz, gleich hinter dem Bahnübergang, zieht die Straße in einer langen Linkskurve steil nach Muthen hinauf.

Am Rand gestrandet: eine Familie mit Packtaschen an den Rädern. Die Tochter schmollt, Mama und Papa schieben entnervt, während sich der Junior im schweißnassen T-Shirt nach oben pumpt.

Traumhaftes Allgäu

Einsame Ländereien, weite Rückblicke zu den Bergen, die den Bodensee flankieren, sattgrüne Wiesenmatten. „Das Allgäu ist wunderschön“, schwärmt meine Süße. Halt mal an: Mit unzähligen Kunststoffdeckeln von Getränkeflaschen gestalteten Künstlerinnen bei Heimhofen einen abgestorbenen Birnbaum zum „Traumzauberbaum“ um.

Der Tag neigt sich dem Ende zu, das Firmament tief Dunkelblau, Wolkenwände in Rosa türmen sich dramatisch am Horizont auf.

Und wieder hinauf. Oben, links ab! Den grünen Radweg-Pfeil, der hier unser Bodensee-Königssee-Schild ersetzt, hätten wir fast übersehen. Wir sausen bergab.

Am Schloss Syrgenstein vorbei

Unten im schon schattigen Tal der ruhig dahinfließenden Obere Argen weist mich meine Frau auf das Schloss Syrgenstein hin, dessen Einfahrt ich überflogen habe. Zu gerne hätte sie sich vom Grafen auf einen Tee einladen lassen.

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„Das macht er manchmal, wenn Leute an seiner Pforte klingeln. Ja, hab ich gelesen.“ Auf meiner Komoot-App, auf die ich den kompletten Radweg-Verlauf aufgespielt habe, kann ich erkennen, dass unser „Hotel zur Rose“ in der Nähe sein muss.

„Vielleicht dort oben“, vermutet meine Frau und zeigt hinauf zu den prächtigen Häusern, die – noch von der Sonne beschienen – oben an der Steilwand kleben. Was mussten wir auch ein Hotel mit Aussicht aussuchen, knurre ich in mich hinein. Jetzt auch noch schieben!

Tag eins geschafft

Mit pochenden Herzen kommen wir oben direkt am Dorfplatz an. Ein plätschernder Brunnen in der Mitte, eine renovierte Kirche, zwei Wirtshäuser, bis unter den Giebel bemalt, stehen sich gegenüber.

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Freisitze mit Sonnenschirmen, wenig Gäste. Wir klingeln bei unserer Unterkunft, eine der wenigen, die wir vorgebucht haben. Unsere Räder soll ich im Schuppen einstellen. „Absperren braucht ihr sie nicht“, sagt unser Gastgeber. „Die Stallhasen passen auf euere Räder auf.“ Siegerbier!

Herrlich wie das dunkle Gebräu ins Glas bollert und der Schaum eine Krone bildet. Prost auf Tag 1, das Abenteuer Bodensee-Königssee beginnt gut.

Tag 2: Eglofs – Nesselwang, 89 km

Eine Kirche nur für uns

Allein das üppige Frühstück ist die Übernachtung hier oben wert. Über den steilen Stich, im Winter Rodelbahn der Dorfjugend, fliegen wir hinunter ins Tal. Und merken uns: Es macht Mühe, bringt aber Vorteile, zur Übernachtung ein hochgelegenes Haus anzusteuern.

Die Blicke in der Abendstimmung sind genial, die Abfahrten am Morgen auch.

Nun schwingt der Weg dahin. Über Altenburg und Röthenbach, wieder bergauf. Unser Plan, unterwegs Kirchen zu besichtigen, geht nicht auf: Viele Gotteshäuser sind eingerüstet.

Über Oberstaufen nach Immenstadt

In Oberstaufen wollen wir Einheimische nach dem weiteren Weg auf dem Bodensee-Königssee-Radweg fragen – sind aber Urlauber, die sich nicht auskennen. Später übersehen wir den Abzweig Richtung Immenstadt, weil das Schild nicht in Blickrichtung steht.

Folgen abschwingend dem Tal der Konstanzer Ach und stoppen in Salmas: Es riecht intensiv nach Holz, ein großer Schindelhersteller hat hier seine Sägerei. Neugierig drehen wir um. Und dürfen beim Sägen der Schindeln zuschauen, ein Handwerk, das wiederentdeckt wird, viele von üppig rankenden Rosen bedeckte Fassaden sind damit gedeckt.

Segler ziehen über den Alpsee. In Immenstadt genehmigen wir uns ein Eis. Über Rettenberg zieht es schräg die Hänge hinauf, der tief liegende Rottachsee verliert sich aus dem Blick. Oben auf den Anhöhen taucht St. Michael auf, die wohl schönste Dorfkirche des Allgäus.

Radfahrer in Mittelberg

In Oy-Mittelberg verschlingen wir Apfelkuchen und kurbeln gestärkt hinauf nach Mittelberg. Eine blendend weiße, frisch renovierte Kirche, ganz ohne Einrüstung!

Vergeblich rüttele ich an den Türen. Ein Nachbar weiß, wer den Schlüssel hat: Frau Zobel. Die sitzt mit ihrer Familie und Freunden im Garten beim Barbecue, springt aber erfreut auf, weil „zu uns nach Mittelberg nie Radfahrer hochkommen“.

Vor dem Portal drückt sie uns einen ellenlagen Schlüssel in die Hand. „Ihr seid die ersten, die rein dürfen. Offizielle Eröffnung ist am kommenden Sonntag.

Exklusive Kirchen-Besichtigung

Schaut alles an, schließt wieder ab. “Eine Kirche nur für uns, wir lassen die Zeit laufen, sind glücklich, schweigen, sind dankbar. Dann fliegen wir auf Nebenstraßen nach Maria Rain, reiten hinunter ins dunkle Tal der Wertach, queren die alte Römerbrücke, trudeln in Nesselwang ein, wo wir im Innenhof der alten Brauerei krossen Schweinebraten
und rauchiges Hausbier genießen.

Tag 3: Nesselwang – Füssen, 33 km

Schlösser und Regenbogen

Heute haben wir bewusst eine Kurzetappe auf dem Bodensee-Königssee-Radweg geplant, die ersten Tage waren schon eine Schinderei. Wenn auch mit lockeren Passagen dazwischen.

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Burg Hohenfreyberg und die benachbarte Ruine Eisenberg bilden nördlich von Pfronten eine weithin sichtbare und sehenswerte Burgengruppe. Die Aussicht dort ist grandios.

Entspannt rollen wir auf dem Bodensee-Königssee-Radweg Richtung Füssen, bis uns mitten in einem Wald ein Schild links Richtung Ruine Eisenberg lockt. Wir schieben unsere Packesel steil bergauf, streifen durch das Gemäuer der einst stolzen Burg, spielen Ritter und Adelsfrau, haben vom Aussichtsturm einen königlichen Blick über die Pfrontener Berge, sparen uns aber den Abstecher zur nahen Ruine Hohenfreyberg.

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Wie Mountainbiker stoben wir den lichtdurchfluteten Blätterwald hinunter, kommen am Hopfensee vorbei, rollen in Füssen ein. Sehenswert soll der nahe Lechfall sein, aber es zieht uns magisch hin zu Ludwigs Märchenschloss.

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Ungewöhnliche Perspektive auf Schloss Neuschwanstein, das Schwangau und den Forggensee – möglich geworden durch einen langen Aufstieg durch den steilen Forst im Rahmen des Bodensee-Königssee-Radweg.

Außergewöhnliche Sicht auf Schloss Neuschwanstein

„Wege Corona sin koi Chinesele do“, witzelt ein Wachmann und zeigt, wo wir die Räder abstellen können. Wir stapfen durch den Forst zur Marienbrücke hinauf. Dann das: Eine hundert Meter lange Menschenschlange.

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Alle warten geduldig auf den Zutritt. Die schlanke Hängebrücke überspannt eine tiefe Schlucht und bietet einen erstaunlichen Blick auf Neuschwanstein. Doch wir drehen am Ende der Brücke nicht um wie alle anderen. Sondern folgen einer schmalen Pfadspur und steigen über Stufen, Kehren und Wurzeln zu einer Aussicht hinauf: ein grandioses Panorama, ganz privat.

Herberge als Paradies

Es dämmert, eine Gewitterfront rollt auf uns zu. Erste Tropfen prasseln auf den Helm, als ich am Weißensee das Garagentor unserer Herberge „Dreimäderlhaus“ öffne. Auf dem Tacho: bereits 130 Touren-Kilometer.

Geschmackvoll eingerichtetes Haus, nette Gastgeber. Glasfront zum See, über den sich ein gigantischer Regenbogen spannt. Tolle Dusche, straffes Bett für süße Träume, ein überragendes Frühstück mit regionalen Köstlichkeiten.

Schade, dass wir am Morgen dieses wunderbare Paradies verlassen müssen.

Tag 4: Füssen – Bichl, 97 km

Traum-Kirchen im Nirgendwo

In Füssen schlendern wir durch die malerische Altstadt, streifen oben im Hohen Schloss durch den Wehrgang, lassen den Blick über ein Meer roter Ziegeldächer schweifen.

Bis zum Forggensee und der barocken Kirche St. Coloman, die bei Schwangau mitten auf einem riesigen Feld steht. Nach dem gestrigen „Ruhetag“ wollen wir Strecke machen, müssen allerdings feststellen, dass es nach schnellen Passagen hinter Trauchgau länger durch Wälder mit feuchten Wegpassagen geht, einmal sogar durch ein Bachbett
mit nassem Gegenhang, an dem wir unsere Räder schnaufend schieben müssen.

Wieskirche bei Steingaden

Weiter läuft es hurtig durch den Wald, wo uns – zum dritten Mal – zwei Schweizer auf schnellen E-Bikes überholen. Ja, auf diesem Fernradweg trifft man oft die selben Leute wieder, tauscht sich aus, trinkt im selben Biergarten zusammen Apfelschorle.

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Hier findet das Herz seine Ruh’. „Die Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies“. Die Wieskirche ist das kulturelle Highlight auf dem Bodensee-Königssee-Radweg.

Schließlich öffnet sich der Wald: In einer langen Linkskurve zieht unser Weg auf eine weite Wiese hinaus. Was für ein grandioser Ausblick: Mitten im Nirgendwo, die berühmte Wieskirche bei Steingaden, ein wahrer Kirchenschatz.

Was für ein Glück: Coronabedingt fahren keine Reisebusse den Großparkplatz unterhalb der Kirche an. Kaum ein Dutzend Besucher streifen schweigend durch das prächtig ausgestaltete Kirchenschiff. Sonst sollen es eine Million Besucher pro Jahr sein.

Sightseeing auf dem Bodensee-Königssee-Radweg

Kopf in den Nacken, wir verlieren uns im Deckengemälde. Schau, dort, die Himmelspforte, am Altar das Gnadenbild des Gegeißelten Heilands, in einem Seitengang Votivkerzen, mit Tusche gemalte Dankesschreiben.

Ganz klar der kulturelle Höhepunkt der Tour. Dem Herrgott wird’s egal sein, dass unsere Schuhe von den Matschpassagen im Wald ziemlich verschmutzt sind.

Nun ziehen schmale Asphaltwege durch Wälder und Auen – hell, dunkel, hell. Dann öffnen sich Lichtungen. Bald ist Bad Kohlgrub erreicht. Und ab Grafenaschau das kargschöne Naturschutzgebiet des Murnauer und später des Eschenloher Moos.

Freilichtmuseum Glentleiten

Seltene Gräser wiegen im Wind. In einem Café in Ohlstadt treffen wir unseren Freund Uwe. Im strömenden Regen ziehen wir hinauf zum Freilichtmuseum Glentleiten, dem größten Freilichtmuseum Südbayerns. 60 originalgetreu
wiederaufgebaute Bauernhöfe erwarten die Besucher.

Kurz zieht der Regenvorhang auf und gibt den Blick frei auf den Kochelsee, tief unter uns und von der Sonne beschienen. Da Uwe in Bichl, einige Kilometer nördlich vom Kloster Benediktbeuern wohnt, führt er uns auf geheimen und einsamen Moorwegen dorthin. Es regnet Hunde und Katzen, hagelt sogar. Und meine Frau lacht. Galgenhumor?

Regenspaß auf dem Bodensee-Königssee-Radweg zum Abschluss

Uwe und ich schauen uns erstaunt an. Unsere Schuhe sind voll gelaufen, die Hosen längst pitschnass, in den Ärmeln der Regenjacken wabert Wasser, literweise. Sie ist glücklich, weil Uwe eine Waschmaschine samt Trockner besitzt, sie deshalb unsere Bekleidung komplett durchwaschen kann und im Wohnzimmer ein wärmender Grappa auf sie wartet.

Bestimmt auch zwei.

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