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Santos Travelmaster: 1000 Kilometer auf dem E-Bike mit Pendix Antrieb

E-Bike im Dauertest: Santos Travelmaster 3+ mit Pendix Antrieb

Santos Travelmaster: 1000 Kilometer auf dem E-Bike mit Pendix Antrieb

Der Santos Travelmaster 3+ ist ein E-Bike für Radreisen. Angetrieben vom Pendix eDrive Nachrüstsatz, waren wir 1000 Kilometer im Dauertest mit ihm auf Tour.
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Seit der Gründung in den 90er Jahren waren Räder des Herstellers Santos Bikes vor allem Insidern der Radbranche ein Begriff. Nun will Gründer Robbert Rutgrink mit seinen hochwertigen High-End-Rädern, neben dem niederländischen, belgischen und australischen, auch den deutschen Markt erobern. Unter anderem mit dem Santos Travelmaster 3+

Santos Travelmaster 3+ mit Pendix Antrieb im Dauertest

Online bis in kleinste Detail individuell konfigurierbar, starteten die Niederländer 2020 eine Zusammenarbeit mit dem Zwickauer Antriebshersteller Pendix. Und bieten seither drei ihrer fünf Modelle ab Werk mit dem elektronischen Antriebssystem Pendix eDrive an. Eines davon ist der Travelmaster 3+.

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Robuster Alu-Rahmen, Riemenantrieb mit Rohloff-Nabenschaltung und eDrive300 Nachrüstsatz von Pendix: Das Konzept des Santos Travelmaster 3+ macht neugierig.

Einladung für Geländefahrten

Mit Vorfreude wuchte ich das Rad aus dem Karton und blicke wenige Sekunden später auf ein verdammt robust anmutendes Reiserad. Zugegeben: Auf ganz große Strecken werde ich vorerst nicht damit gehen, dafür mir aber meinen Weg zur Arbeit von nun an durch entlegeneres Gelände bahnen.

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Der sehr sauber verarbeitete Alu-Rahmen strahlt, gepaart mit der Starrgabel aus Stahl, eine Menge Widerstandsfähigkeit aus. Beim Blick auf das Getriebe freue ich mich auf die Rohloff Nabenschaltung Speedhub 500/14 mit ihrer großen Übersetzungsbandbreite von 526 Prozent.

Rohloff Nabenschaltung und Gates Carbon-Riemen

Angetrieben von einem Gates Carbon-Riemen sind außerdem Wartungsarmut und Langlebigkeit gegeben. Stilvoll rot eloxiert aufeinander abgestimmt auf die Speedhub-Nabe sind die hydraulischen Hope Tech 3-Scheibenbremsen. Schon nach den ersten Bremsmanövern bin ich von der Präzision und Dosierbarkeit begeistert, mit der die
203-mm-Scheiben angesteuert werden können.

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Gespeist von einem Nabendynamo rundet das SON Edelux Frontlicht (100 Lux) die optische Stimmigkeit hochwertig ab. Ohnehin spart Santos auf den ersten Blick nicht im geringsten an Qualität und Komfort: Ergonomische Griffe (Ergon GP1), Allwetter-Ledersattel (Brooks C19) oder 70 mm breite Stollenreifen (Schwalbe G-One All-Round).

Fahrverhalten Antriebssatz

Wie beschrieben, verbaut Santos den Antrieb von Pendix direkt ab Werk. Dies ist zunächst ungewöhnlich, denn der Antrieb ist eher im Nachrüstsegment bekannt. Daher lege ich mein Augenmerk bei meiner ersten Ausfahrt direkt auf den Antrieb.

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Die Pendix eMaschine (250 Watt, 65 Newtonmeter) sitzt in Höhe der Kurbeln, auf der linken Seite des Fahrrads. Der Akku (330 Wattstunden) sitzt auf der Vorrichtung für einen Getränkehalter auf dem Oberrohr.

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Abseits von Asphalt fühlt sich das Santos-Bike mit dem Pendix eDrive300 zuhause.

Pendix eDrive Antrieb: Erster Eindruck

Das Anfahren verläuft etwas ruckartig, es dauert etwa eine halbe Umdrehung, bis die Unterstützung (drei Auswahlmöglichkeiten) einsetzt. In Fahrt gekommen, unterstützt das Pendix-System aber überraschend kraftvoll und steigert meine Vorfreude auf die ersten ausgiebigeren Touren enorm.

Tägliche Pendelfahrt an der Isar

Die Strecke war mir ja schon vorher bestens bekannt. 17 Kilometer über moderate Schotter- und Waldwege entlang der Isar Richtung Arbeitsplatz im Münchner Norden.

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Kaum asphaltierte Straßen, dafür entspannte Klänge der umliegenden Natur im Ohr. Und ein schneller Erkenntnisgewinn: das Pendix eDrive-Antriebssystem ist auffällig unauffällig. Kaum hörbar werkelt sich die eMaschine auf der linken Kurbel sitzend auch durch anspruchsvollere, mit Wurzeln und Unebenheiten gesäumte Pfade  am Flussufer entlang.

Robuster Alu-Rahmen und breite Schwalbe Reifen

Die breiten (70 mm) Schwalbe G-One Allround-Pneus meistern das wellige Geläuf sicher und federn viele Unebenheiten souverän ab. Der steife Alu-Rahmen lässt den Travelmaster 3+ agil manövrieren.

Über die Höhen- und Neigungsverstellbarkeit des 120 mm langen Vorbaus genieße ich eine komfortabel-aufrechte Sitzposition. Die Rohloff Nabenschaltung (Speedhub 500/14) sorgt für sanfte Gangwechsel – und rundet den perfekten Mix aus Alltagstauglichkeit und Robustheit ab.

Zwischenfazit nach 200 Kilometern

Die ersten 200 Kilometer haben vor allem eines gezeigt: In Fahrt gekommen, ist ein Unterschied vom Pendix-Nachrüstsatz zu fest verbauten Motoren in der Ebene kaum wahrnehmbar. Zeit also, mit dem Santos-Reiserad eine Tour ins Alpenvorland in Angriff zu nehmen.

Härtetest auf großer Tagestour

Von München aus sind die Berge nicht weit. Mit seiner Vollausstattung und Robustheit ohnehin auf Radreisen ausgelegt, stellte ich den Travelmaster 3+ an einem Spätsommertag auf 200 Kilometern ausgiebig auf die Probe.

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Der Pendix eDrive300 entfaltet seine Antriebskraft am wirksamsten in der Ebene.

Oder besser gesagt: die Leistungsfähigkeit des auf die Kurbel aufgesetzten Pendix-Nachrüstsatzes. An das etwas ruckartige Anfahren habe ich mich bereits gewöhnt, ebenso den etwas größeren Q-Faktor (horizontaler Abstand zwischen den Pedalen). Moderate Anstiege auf Asphalt sind in der zweiten (Smart) Unterstützungsstufe gut
zu meistern.

Pendix eDrive: Unterstützungswechsel per Einstellrad

Anspruchsvolle Steilstücke, gerade auf Schotter, erfordern den Maximal-Support (Sport). Der Stufenwechsel erfolgt ruckelfrei per Einstellrad am Akku auf dem Unterrohr. Während dem kurzen Bücken, das einem Griff nach der Trinkflasche gleicht, stelle ich das Pedalieren ein – und halte so weiter sicher das Gleichgewicht.

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Die Herstellerangabe stimmt: Den optimalen Wirkungsgrad hat der Antrieb spürbar bei einer Trittfrequenz von etwa 75 Umdrehungen pro Minute. Während der Fahrt angezeigt auf der Pendix.bike PRO App. Im sparsamen Eco-Modus reichte der 300-Wattstunden-Akku in der Ebene zu Beginn 87 Kilometer.

Antriebsfreudig in die Wildnis

Das Beste kommt bekanntlich oft zum Schluss. Ähnlich fühlte es sich bei meinem knapp sechsmonatigen Dauertest auf dem Travelmaster 3+ an. Die Herbstmonate waren die besten.

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Der getriebelose Mittelmotor Pendix eDrive 300 sitzt auf der linken Kurbel.

Oder anders gesagt: Mit Beginn der dunklen und nassen Jahreszeit entfalteten sich die großen Stärken des robusten Reiserads von Santos Bikes erst so richtig.

Die 70 Millimeter breiten Schwalbe G-One All-Round-Pneus gaben durchweg sicheren Halt auf von Laub bedeckten Schotterwegen sowie nassem Asphalt. Der Gummiverschleiß nach 1000 Kilometern: Überraschend gering, die Stollen sind nur wenig heruntergefahren.

Santos Travelmaster 3+: Überzeugend im Starkregen

Weiter wussten auch die breiten und stabilen Alu-Schutzbleche zu überzeugen. Kam ich in nasser Bekleidung nach Hause, war dies dem strömenden Herbstregen von oben, nicht dem Spritzwasser von unten, geschuldet.

Dass der niederländische Radhersteller mit der stabilen SON-Lichtanlage sowie Nabendynamo auf höchste Qualität bei der Ausstattung setzt, fiel mir bereits beim Auspacken auf. Nach vielen Fahrstunden durch die Dunkelheit stelle ich der Leuchtstärke des Edelux-Frontlichts mit seinen 100 Lux ebenfalls die Bestnote aus.

Schubstarker Pendix-Antrieb

Auch der Pendix eDrive 300-Motor hat mir auf langen Fahrpassagen am Stück, nach anfänglicher Eingewöhnungszeit, immer mehr Laune bereitet. Kräftiger Schub nach einer halben Kurbelumdrehung beim Anfahren, schnelles Erreichen der 25 km/h-Unterstützungsgrenze im Sport-Modus sowie angenehm leiser Geräuschpegel.

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Zahlen zum Dauertest-Ende: Insgesamt 1003 Kilometer waren wir mit dem Santos Travelmaster 3+ mit Pendix Antrieb auf Tour.

Der Nachrüstsatz der Zwickauer, den Santos ab Werk verbaut, ist auf dem Travelmaster 3+ absolut sinnvoll eingesetzt. Im Stadtverkehr mit ständigem Stoppen und Anfahren an Ampeln bin ich meistens in niedrigster Unterstützungsstufe (Eco) gefahren.

Hoch angesetzter Rahmenschwerpunkt

Mit etwas Gegendruck auf das Pedal wurde das „Nachschwingen“ der Kurbel von etwa einer halben Umdrehung beim Einstellen des Tretens angenehm verringert. Dass der Schwerpunkt des Rades durch den 2,3 Kilogramm schweren Akku im Unterrohr etwas höher angesetzt ist, sollte man zu Beginn beim Lenken und Manövrieren beachten.

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Komplettiert durch den Akku, hat der eDrive 300 ein Systemgewicht von 6,9 Kilogramm.

Satt auf Asphalt, Schotter und Waldwegen lag der Travelmaster 3+ allerdings immer auf dem jeweiligen Geläuf. Zum abrupten und trotzdem sicheren Stillstand kam er durch die hydraulischen Hope Tech 3 Scheibenbremsen (203 mm Durchmesser) auch bei Nässe zuverlässig.

Santos Travelmaster Dauertest: Fazit

Es fiel mir wirklich schwer, das E-Bike wieder an Santos zurückzugeben. Die Auswahl der durchweg hochwertigen und für den Offroad-Bereich ausgelegten Komponenten hat perfekt gepasst. Auch der Pendix-Mittelmotor fügt sich sehr gut in das Gesamtkonzept ein und treibt kraftvoll an. Auf Radreisen und Trekkingtouren wird jeder mit dem Travelmaster 3+ großen Fahrspaß erleben.

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