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Gemeinsam Biken: Das Orbea eMX24 soll dazu beitragen, dass Kinder lieber aufs Rad steigen.
Orbea: E-MTB für Kinder

Elektrischer Rückenwind für den Nachwuchs-Biker

Orbea: E-MTB für Kinder

Damit Kinder bei Radtouren mit den Großen mithalten können und nicht so schnell die Lust am Radeln verlieren, bringt der spanische Radhersteller Orbea jetzt ein Kinder-E-MTB auf den Markt. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Studie, dass sich Kinder zu wenig bewegen. Ob das E-Bike Kindern zu mehr Bewegung verhilft oder eher die Trägheit fördert, daran scheiden sich die Geister.
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Der Fahrradhersteller Orbea aus dem spanischen Baskenland hat sein erstes E-Bike für Kinder im Alter von etwa sechs bis zehn Jahren vorgestellt. Optisch soll es einem klassischen Bio-Bike stark ähneln. Dafür haben die Basken die E-Komponenten voll in den Rahmen integriert. Nur 15,5 Kilogramm soll das eMX24 auf die Waage bringen. Damit sei es das leichteste E-Bike für Kinder auf dem Markt, schreibt Orbea in seiner Pressemitteilung.

Kindern das Radfahren schmackhaft machen

Der Grund, ein E-MTB für Kinder zu entwickeln: Gemeinsame Fahrradtouren mit der ganzen Familie. „Radtouren mit den Eltern können für die Kids eine echte Herausforderung sein“, erklärt Jon Gantxegi, bei Orbea für die E-Bikes verantwortlich. „Nicht nur, weil sie körperlich und konditionell vielleicht noch nicht so weit sind, sondern auch weil das Terrain sie mitunter überfordern kann.“ Ein auf das Kind zugeschnittenes E-Bike könne diese Probleme lösen und den Weg für schöne Touren mit der Familie ebnen. Dabei biete es auch die Gelegenheit, um bei den Kindern die Begeisterung für das Fahrrad zu entfachen – ob als Sportgerät oder als Schritt zu einer aktiven und gesunden Lebensweise, so Gantxegi.

Kinder bewegen sich zu wenig

Ganz falsch liegt der Orbea-E-Bike-Experte damit nicht, denn einer aktuellen Studie zufolge bewegten sich Kinder in Deutschland zu wenig. Das „Motorik-Modul“ des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) untersucht seit zwölf Jahren die Bewegungsmuster von Kindern in Deutschland. Aktuell zeige die Studie, dass sich 80 Prozent der Kinder hierzulande zu wenig bewegen. Somit sollte jede Möglichkeit genutzt werden, Kinder und Jugendliche zu mehr Sport und körperlichen Aktivitäten zu animieren.

ADFC: Kinder sollen entdecken, wozu sie selbst imstande sind

Trotzdem gibt es kritische Stimmen: Der ADFC steht grundsätzlich auf dem Standpunkt, dass Kinder Fahrräder ohne Hilfsmotor fahren sollten. Das sei physisch und psychisch vorteilhaft. „Denn zu entdecken wozu man aus eigener Kraft imstande ist, ist enorm wichtig für das Selbstbewusstsein“, sagt René Filippek, stellvertretender Pressesprecher des ADFC. Kinder müssten nicht über die Faszination des E-Motors ans Fahrrad herangeführt werden. Herkömmliche Fahrräder böten genug mechanische Technik, für die Kinder sich interessieren können. Das Warten und Pflegen eines Fahrrads bringe für Kinder Freude und fördere Verantwortungsbewusstsein. Sinnvoll könnten Kinder-Pedelecs allerdings auf längeren Touren sein, sollte es nicht möglich sein, Etappen in kinderfreundlicher Länge zu planen. „Oder natürlich für Kinder, die aufgrund körperlicher Einschränkungen sonst gar nicht Radfahren könnten“, so Filippek. Das betont auch Orbea. Denn gerade für längere Touren mit den Eltern sei das eMX24 gemacht. Im übrigen ließe es sich problemlos ohne Motor pedalieren – denn mit 15,5 Kilogramm laut Herstellerangaben ist es für ein E-Bike erstaunlich leicht.

Knackpunkt Kaufpreis

Was der ADFC aber ebenfalls betont: Viele Eltern könnte der Preis für Kinder-E-Bikes abschrecken. Bio-Bikes für die Kleinen kosten deutlich weniger als 1000 Euro, gute Kinderfahrräder beginnen etwa bei 300 Euro. Das neue Orbea wird mit knapp 1900 Euro beworben. Viel Geld für ein Rad, aus dem das Kind bald heraus gewachsen ist. Allerdings: Kinderfahrräder und E-Bikes sind erfahrungsgemäß sehr preisstabil. Der Wiederverkaufswert ist entsprechend hoch.

Gemeinsame Bewegung und Erfolgserlebnisse steigern das Selbstbewusstsein

Gemeinsame Bewegung und Erfolgserlebnisse steigern das Selbstbewusstsein

Kurze Einheiten

Bewegungsexperten raten bei Schulkindern zu kurzen Sporteinheiten. Denn Kinder verlieren ohnehin recht schnell die Lust an einer einzelnen Tätigkeit. Somit sollten sich eher die Eltern bei der Wahl der gemeinsamen Aktivität auf die Kinder einstellen, statt sie – etwa durch den Kauf eines E-Bikes – zu längeren Touren zu überreden. Wenn aber beide Eltern gar keine Biobikes mehr fahren, kann natürlich auch für die Kleinen der Kauf eines Pedelecs sinnvoll sein. Denn natürlich gilt immer: jede Bewegung ist besser als keine Bewegung. Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen!

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Komplett auf Kinder zugeschnitten

Dementsprechend hat Orbea sein eMX24 genau auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten. Wie Orbeas Elektro-Rennrad Gain orientiert sich das neue eMX24 am Konzept einer effizienten und zielgerichteten Unterstützung sowie eines sehr geringen Gewichts, schreiben die Basken. So schiebe das eMX24 die Kinder mit adäquater aber nicht übertriebener Kraft an. Die Kleinen müssen sich also nicht überanstrengen, das Rad nimmt ihnen aber auch nicht alle Mühe ab. „Das Wichtigste ist, dass die Kinder Spaß am Radfahren haben. Genau dafür bringt der Motor die entsprechend nötige Power“, sagt Jon Gantxegi. Ein sehr wichtiger Faktor für Kinder sei das Gewicht. „Für kleine Kinder ist es nicht einfach, ein schweres Rad zu kontrollieren. Deshalb haben wir das eMX24 so leicht wie möglich gebaut.“

Kinder sollen sich viel bewegen. Der ADFC empfielt Räder ohne Motoren. Aber auch E-Bikes haben ihre Berechtigung.

Kinder sollen sich viel bewegen. Der ADFC empfielt Räder ohne Motoren. Aber auch E-Bikes haben ihre Berechtigung.

Kein geschrumpftes Erwachsenenrad

Dass Orbea nicht nur ein Erwachsenenrad „geschrumpft“ hat, zeige sich auch an der Bedieneinheit, intern iWoc TRIO genannt. Sie erlaube spielend einfach die volle Kontrolle der Unterstützungsstufen sowie des Ladestandes des Akkus. Auch der Motor des eMX24 sei auf die Bedürfnisse der kleinen Radfahrer ausgerichtet. So biete der Heckmotor nicht nur gleichmäßige Unterstützung, ohne Unterstützung müsse das Kind auch nicht gegen den Motorwiderstand antreten.

Die Eltern sind gefragt

Letztlich liegt es an den Eltern – und an den Kindern selbst – ob ein E-Bike die richtige Wahl ist. Denn wie bei Erwachsenen, die nachweißlich durch E-Bikes häufiger aufs Rad steigen und weitere Strecken zurück legen, könnte das Pedelec auch bei einigen Kindern dafür sorgen, sich mehr zu bewegen. Und das sollte das Ziel sein.

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