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Komfort-Tourer im Test

Trekkingräder mit Komfort um 1.000 Euro im Test

Schön bequem

Trekkingräder mit Komfort um 1.000 Euro im Test

Mit einem Trekkingrad Touren unternehmen zu können, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Vor allem aber keine Herausforderung, sondern ein Genuss. Dafür wollen wir Ihnen einige passende Fahrräder präsentieren.
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Fragt man die Prinzessin auf der Erbse nach ihrer Vorstellung von Komfort, fällt die Antwort sicher klar und sehr eindeutig aus. Bei Tourenrädern sind die möglichen Komfort-Optionen weit vielfältiger. Entsprechend unterschiedlich würden in der Radler-Gemeinde Antworten auf die Frage nach der besten Lösung ausfallen. Um lange Diskussionen zu vermeiden, haben wir die wichtigsten Aspekte für einen Komfort-Tourer zusammengetragen und fünf Räder um 1.000,- Euro bestellt. Auf diesem Preisniveau sollten die Hersteller in der Lage sein, die Bedürfnisse der Käufer adäquat zu befriedigen.

Viele Möglichkeiten

Die Kriterien sind: eine aufrechte Sitzposition für entspannte Rücken, Schultern und Hände. Breite Reifen und eine Federgabel sind sinnvoll. Dazu kommt ein nicht zu steifer Rahmen. Zusammen nehmen sie Bodenwellen und Stößen den Schrecken. Ergonomische Komponenten wie Flossengriffe, vielleicht mit Hörnchen, gekröpfte Tourenlenker und bequeme Sättel sollen die Radler weiter entlasten. Um dem Tourenaspekt der Räder gerecht zu werden, gehört eine Dreifach-Kettenschaltung an die Räder, leicht müssen sie laufen, gut ausgewogen zu fahren und selbst nicht zu schwer sein.

Dass in dieser Umschreibung noch genug Spielraum für die Umsetzung bleibt, zeigt unser endgültiges Testfeld. Trotz des Preises um 1.000,- Euro, bei dem vieles sinnvoll umgesetzt werden kann, bleiben Kompromisse und damit die Notwendigkeit für Prioritäten.

Viele Lösungsansätze

So kommt das neue Ventoux von Batavus ohne Federgabel und auf eher schlanken Reifen daher. Dafür ist die Gabel flexibler und die Sitzposition sehr aufrecht. Typisch holländisch sind viele Teile der Ausstattung sauber integriert, wie etwa das Rücklicht oder die Schaltzüge – auch das eine Art Annehmlichkeit. Komfortabel ist auch ein einfach zu verstellender Vorbau oder das geschützte Schaltwerk, um das man sich wenig Sorgen machen muss. Ein weiterer Aspekt kommt bei Koga neben dem hohen Fahrkomfort ins Spiel. Ob das genauso gedacht ist, sind wir uns nicht sicher. Aber der ausgefeilte Rahmen des neuen F3 führt nicht nur alle Kabel geschützt im Inneren, sondern er selbst ist so hochwertig, dass man sich in den nächsten Jahre einfach nicht mit einem Neukauf auseinandersetzen muss.

Dafür muss dann die verbaute Technik etwas zurückstecken. Carver zum Beispiel verfolgt beim Tour 170 einen anderen Ansatz und legt besonderen Wert auf hochwertige technische Ausstattung (Shimano XT). Deren langfristig einwandfreie und präzise Funktion hat auch mit Komfort zu tun. Im Gegenzug bleiben der Rahmen und andere Teile auf einem normalen Niveau. Beim Bergamont Vitess treten die Gene eines Sport-Tourers in den Vordergrund. Das ist zwar im engeren Sinne weniger komfortabel, dafür fährt sich das Rad wunderbar leicht und unkompliziert.

Zu guter Letzt das Gudereit LC-80 als typischer Komfort-Tourer in dieser Preisklasse zu bezeichnen, dürfte wohl auf breite Zustimmung stoßen. Das Rad entspricht dazu in Optik und Technik wie den Fahreigenschaften nicht nur unseren Vorstellungen ziemlich genau. Wäre die gesamte Frontpartie etwas fester, wäre ein Testsieg möglich gewesen.

Ganzheitliches Bild

Wenn es auch einige Unterschiede in der Ausstattung und Akzentuierung gibt, überzeugen alle fünf Kandidaten als Tourenräder. Jeder für sich und alle gemeinsam zeigen ganz gut, was einen Komfort-Tourer in dieser Preislage ausmachen kann. Um sich zwischen ihnen zu entscheiden, muss man sich nur überlegen, wo man selbst den Kompromiss eingeht. Denn ganz ohne kommt man bei keinem der Räder aus. Die eingangs erwähnte Thronerbin würde sich darauf sicher nicht einlassen.

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