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eBullitt Neodrives Z20, Lastenrad, Pinion, Radfahren

eBullitt Neodrives Z20 Pinion: Lastenrad mit Tretlager-Getriebe

eBullitt Neodrives Z20: Lastenrad mit Pinion-Getriebe

eBullitt Neodrives Z20 Pinion: Lastenrad mit Tretlager-Getriebe

Das Pinion eBullitt Neodrives Z20 ist ein besonderes Lastenrad. Ausgestattet mit einem Tretlager-Getriebe und Neodrives Motor lässt es uns das Auto vergessen.
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Als einziges mit dem wunderschönen Larry-vs-Harry- Rahmen aus Kopenhagen arbeitet beim Pinion eBullitt Neodrives Z20 Lastenrad ein Tretlager- Getriebe zwischen den Kurbeln. Im Heck summt ganz leise ein Neodrives- Motor. In Kombination ergibt sich ein nahezu wartungsfreier Antrieb. Das Rad lässt Stephan Kümmel aus dem aktiv Radfahren Test-Team das Auto vergessen.

Eines der abgedroschensten „Argumente“ gegen Fahrräder im Alltag lautet: „Damit kann ich keinen Einkauf transportieren.“ – Falsch! Denn wozu gibt es Lastenräder? Weiter geht’s: „Mit so einem Transportrad kann ich aber unmöglich Touren fahren!“ – Na, dann nimm halt ein Bullitt!

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Im Ernst: Die moderne Interpretation des dänischen Klassikers ist nicht nur eine Designikone. Die Geometrie macht sie richtig sportlich und agil. Bleibt noch das Ding mit der Wartung. Das aber ist kein Problem: Der Antriebsstrang bedarf so gut wie keiner Pflege. Wer braucht da noch ein Auto?

eBullitt Neodrives Z20 Testfahrt

In der hessisch-fränkischen Grenzregion wird traditionell Apfelwein getrunken. So, wie weiter südlich fast jedes Dorf seine Brauerei hat, gibt es hier an jeder Ecke eine Kelterei. Ins „Stöffsche“ kommt nur heimisches Streuobst. Das macht die Vielfalt aus: Jeder Apfelwein schmeckt anders. Jedes Jahr. Es lohnt sich also, durchzuprobieren.

Die Wege im Spessart sind weit, das Terrain sehr wellig bis bergig. Ideale Testbedingungen also für ein Lastenrad.
Vom Fuße der ersten Erhebungen im Maintal geht es hinein ins Herz des hessisch-bayerischen Mittelgebirges. Das Bullitt ist auf dem Hinweg noch unbeladen.

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Das Pinion eBullitt ist optisch eine Pracht und macht klar: Das Bike hat seine Wurzeln in der Fahrradkurier-Szene.

Lastenrad mit Power

In der Ebene braucht dieses fast sportliche Rad keinen Motor: Die Unterstützungsschwelle  – 25 Stundenkilometer – ist fürs Bullitt eh zu langsam. An der ersten Steigung setzt der flüsterleise Neodrives Z20-Motor ganz sanft ein. Je steiler es wird, desto mehr hilft das Hecknabenaggregat. Es spricht auch in Teilstücken nahe der zehn Prozent Steigung sehr dezent an. Das heißt aber keineswegs, dass der Z20 kraftlos sei. Im Gegenteil: Mühelos geht es selbst am Berg über die 20 Stundenkilometer.

Dezent ist vielmehr die Entfaltung der mehr als 40 Nm Drehmoment. Der Neodrives Z20 greift so ein, dass nie das typische Fahrradgefühl verloren geht. Anders als beim Mittelmotor, bei dem Vibrationen und Krafteingriff direkt an der Kurbel, also am Fuß spürbar sind, liegt die Kraft wie vom klassischen Rad gewohnt am Hinterrad an.

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Doch reicht sie auch bei voller Beladung aus? Das testen wir auf dem Heimweg. Beladen mit zwei Getränkekisten geht es zurück. Etwas mehr als 40 Kilo wiegen die beiden Gebinde. Mit Fahrer, Schloss und Gurten kommen wir auf etwa 130 Kilo Zuladung. Das ist schon einiges. Und das auf durchaus anspruchsvollem Terrain.

Pinion-Getriebe am Long John

Schon nach wenigen Hundert Metern wartet eine kurze Rampe mit 14 Prozent: Schwerstarbeit für den Motor. Hier kommt die zweite Komponente des Bullitt ins Spiel. Der deutsche Importeur des dänischen Lastenrad-Rahmens, Bullitt-Bike.de, ist der einzige Anbieter, der ein Pinion-Getriebe an dem kultigen Long John verbaut.

Also erster Gang und höchste Unterstützungsstufe rein, schon geht es mit dem eBullitt Neodrives Z20 geschmeidig den Hang hinauf. Klar, 20 Stundenkilometer sind jetzt nicht mehr drin. Aber die Steigung zu meistern, ist ein Kinderspiel.

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Das Pinion c1.6-Tretlagergetriebe passt sehr gut zum Bullitt. Die Spreizung ist groß, die sechs Gänge reichen absolut aus.

Die Spreizung des Sechsganggetriebes von knapp 300 Prozent ist ideal für welliges Gelände. Im ersten Gang sind steile Rampen selbst mit viel Gewicht gar kein Problem. Bergab sorgt der höchste Gang für genug Vortrieb. Dazwischen sind die Stufen zwar recht hoch, dank Heckmotor ist eine feinere Abstufung aber gar nicht nötig. Sie würde nur zu deutlich mehr Schaltvorgängen führen. Und die sind nicht nötig.

Wartungsfrei und langlebig

Weitere Vorteile des schwäbischen Tretlagergetriebes: Es ist fast völlig wartungsfrei und äußerst langlebig. Nur alle 10.000 Kilometer – oder einmal im Jahr  – ist ein Ölwechsel fällig. Ebenso wartungsfrei und verschleißarm: Der Gates-Carbonriemen.

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Das eBullitt Neodrives Z20 kommt nun an der ersten langen Gefällstrecke an. Die zwei schweren Getränkekisten ziehen ordentlich den Berg hinab, schnell beschleunigt das Gespann auf mehr als 50 Stundenkilometer. Manche Long Johns mit Lenkstange werden schon bei deutlich langsameren Geschwindigkeiten unruhig, neigen zum Flattern. Nicht so das Bullitt.

Magura Bremsen überzeugen

Es lässt sich sehr präzise steuern, vermittelt einen direkten Eindruck und viel Sicherheit. Ebenfalls sehr sicher: Die kräftigen Magura Bremsen aus dem Downhill-Sport. Und das Handling? Ist ein echter Spaßfaktor: Kurven lassen sich präzise ansteuern, das Rad geht jede Lenkbewegung mit.

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Ein solches Lastenrad fährt sie mit dem Vorderrad etwas weiter außen an als ein klassisches Fahrrad. Das zu entdecken und die richtige Balance herauszufinden, macht richtig Freude. Damit kommen wir aber auch zum einzigen, kleinen Manko am ePinion: Anfänger werden eine kurze Weile brauchen, mit dem Rad richtig warm zu werden.

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Praktisch beim Rahmen in Einheitsgröße: Der ganz einfach höhenverstellbare Vorbau.

Es will geführt werden, dann geht es überall hin. Versierten Fahrern dankt es die „gute Führung“ aber mit Sportlichkeit und Agilität – selbst mit zwei Getränkekisten auf der Ladefläche.

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