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Eine gefederte Sattelstütze erhöht den Komfort auf dem Rad.

Gefederte Sattelstütze einbauen für mehr Komfort

Reine Einstellungssache – gefederte Sattelstütze einbauen!

Gefederte Sattelstütze einbauen für mehr Komfort

Eine gefederte Sattelstütze nachrüsten ist leicht. Wir verraten Ihnen, welche Probleme auftauchen und wie Sie diese lösen können.
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Als erstes messen Sie den Sattel in seiner jetzigen Position: also Abstand zum Lenker, die Höhe (über Tretlagermitte) sowie die Sattelneigung (mittels langer Wasserwaage). Sollte sich die vorhandene Stütze nur schwer aus dem Rahmen ziehen lassen, einfach etwas Kriechöl in den Übergang zum Rahmenrohr träufeln. Einwirken lassen, dann mit Sattel unter Drehbewegungen herausziehen.

Hilfe bei der Einstellung der Sattelstütze

Sollte der Durchmesser der neuen, gefederten Stütze kleiner sein als der Ihres Sitzrohres, so helfen Distanzhülsen. Achtung: Stützen und Hülsen müssen mindestens bis zur Unterkante des Rahmen-Oberrohres reichen (mindestens 80 mm). Tipp: Der Distanzhülsenschlitz muss deckungsgleich mit der Rahmenklemmung sein. Abschließend den Sattel in der ursprünglichen Position montieren, dabei zur Höhe das Maß addieren, um das die Federstütze unter dem Fahrergewicht im Stand einfedert ­(= Negativfederweg).

Bei einigen Fahrrädern ragt die vorhandene, starre Sattelstütze kaum aus dem Rahmen heraus. Hier kann eine Umrüstung problematisch sein, da die Federstützen länger bauen. Deshalb sollten Sie die„Mindest-Einbauhöhe“ beachten, das Maß, um welches die Federstütze wenigstens aus dem Rahmen ragt.

Bei einigen Federstützen lässt sich die Sattelneigung nicht stufenlos einstellen, sondern mit einer Verzahnung in Stufen. Nicht leicht, hier die optimale Sattelneigung fein einzustellen. Die Grundeinstellung ist stets die waagerechte Sattelposition (lange Wasserwaage über den Sattel legen). Bei Sitzproblemen kann die Sattelnase bis zu 5 mm abgesenkt werden, ohne dass der Fahrer nach vorn rutscht. Unser Tipp: Ausprobieren!

Damit Leichtgängigkeit und Ansprechverhalten der Federstütze auf Dauer nicht „auf der Strecke bleiben“, sollte sie einmal jährlich gefettet werden: Federelemente und beiden Führungen! Beim Einfedern reiben besonders die großflächigen Elastomere im Innern der Stütze. Einige Tropfen lösungsmittelfreies Öl auf die Dichtung geträufelt (unter dem Faltenbalg) machen erhöhter Reibung ebenfalls den Garaus.

Es ist müßig, darüber zu diskutieren, ob 40 oder 50 mm Federweg komfortabler sind, wenn die Federstütze nicht optimal aufs Fahrergewicht abgestimmt ist. Passend eingestellt, sollte sie so funktionieren: Bei kleinen Hindernissen (Fahrbahnabsatz) federt der Sattel spürbar ein. Bei großen Hindernissen (Fahrt von einer hohen Bordsteinkante) sollte die Federung nicht „auf Block“ gehen.

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Das richtige Federelement aussuchen

Die Hersteller kennzeichnen die Federelemente mit Körpergewichtsangaben (z.B. 50 bis 80 kg). Beachten Sie, dass bei einer flachen, sportlicheren Sitzposition weniger Gewicht auf dem Sattel lastet als bei einer aufrechten Sitzposition. In Schritt 2 justieren Sie die Federvorspannung, d.h. die Federelemente werden im Innern schon nun unbelastet vorgespannt/zusammengedrückt. Die Einstellschraube dafür finden Sie am unteren Ende der Federstütze. Bei der optimalen Federvorspannung taucht die Federstütze unter dem Körpergewicht rund 20 bis 30% vom gesamten Federweg ein (Negativfederweg, also 10 bis 15 mm). Sportlichen Bikern ist die Effizienz des Tretens wichtiger als ein Höchstmaß an Komfort. Sie justieren den Negativfederweg auf „Null“ oder spannen das Federelement so weit vor, dass nur noch die gröbsten Brocken „weggefedert“ werden.

Mit der Federvorspannung lässt sich der Arbeitsbereich justieren …
… nicht aber der Komfort/die Härte einer Sattelstütze. Dafür müssen weichere oder härtere Federelemente eingebaut werden. Optimal, wenn zur Federstütze wenigstens drei verschieden harte Stahlfedern oder Elastomere lieferbar sind. Generell möchten wir Sie ermutigen, mit den Federelementen und der Vorspannung zu experimentieren.

Sehr leichte Radfahrer haben bei den Federstützen eine leicht eingeschränkte Auswahl. Denn nicht alle Exemplare können mit Federelementen „unter 50 kg“ oder noch leichter geliefert werden. Und warum sollten wir nicht auch Sattelstützen an Kinderräder bauen? Im Wachstum befindliche Wirbelsäulen sind doch besonders schützenswert. Federsätze bis 38 Kilogramm Körpergewicht finden Sie bei Airwings und USE.

Einen Test zu Sattelstützen gibts auch in der aktiv Radfahren 9-19/2018.

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