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Herzerkrankungen und Sport: Radfahren kann helfen

Gesunder Sport: Radfahren bei Herzerkrankungen

Herzerkrankungen und Sport: Radfahren kann helfen

Sport ist die beste Möglichkeit, Herzerkrankungen vorzubeugen. Er kann aber auch bei bereits bestehenden Problemen dem Herzen ein Stück weit seine alte Form zurückgeben. Wie sich Radfahren bei einer Herzerkrankung auswirkt und wie Sie damit vorbeugen können, lesen Sie jetzt.
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Nicht immer hilft Sport bei Herzerkrankungen

Die wesentlichen Faktoren für der Entstehung von einigen Herzerkrankungen sind Bewegung und Ernährung. Sie spielen vor allem bei Herzinfarkten und der koronaren Herzkrankheit eine Rolle. Der zentrale Punkt dieser Erkrankungen ist die Verengung der Blutgefäße, da sich Plaques darin ablagern. Wollen Sie vorbeugen, können Sie den Herzerkrankungen quasi davonradeln, denn bei regelmäßiger Bewegung sind die Ablagerungen deutlich geringer oder fallen ganz aus.

Anders ist das bei der Herzinsuffizienz. Für sie sind verschiedene Ursachen möglich, wie Rhythmusstörungen, Bluthochdruck, Herzklappenfehler oder ein Infekt. Nicht allen Ursachen können Sie mit Sport begegnen. Geht diese Herzerkrankung jedoch auf ernährungs- und bewegungsbedingte Mängel zurück, wie es oft bei Bluthochdruck der Fall ist, ist hier ebenfalls eine Vorbeugung möglich.

Auch Entzündungen des Herzens wie Endokarditis oder Perikarditis lassen sich durch Sport nicht verhindern. Im Gegenteil: Wer mit einer Erkältung Sport treibt, erhöht das Risiko auf solche Herzerkrankungen sogar.

Radfahren bei vorhandener Herzerkrankung

Viele Menschen fürchten, dass Sport im Falle von Herzerkrankungen kaum oder gar nicht mehr möglich ist. Das Herz ist jedoch ein Muskel, dem Training durchaus gut tut. Das gilt auch für das kranke Herz. Zum Vorbeugen ist es zwar zu spät, Radfahren kann sich bei einer Herzerkrankung immer noch positiv auswirken, kräftigt es doch das Organ und wirkt gegen Risikofaktoren für eine weitere Verschlimmerung wie etwa Bluthochdruck, hohes Cholesterin, Übergewicht oder Stress.

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Tipps: Radfahren bei Herzerkrankungen

Wenn Sie schon eine Vorerkrankung haben, sollten Sie vor dem Trainingsstart auf jeden Fall zum Arzt. Er untersucht Ihre aktuelle Leistungsfähigkeit, achtet auf die eingenommenen Medikamente und inwieweit diese sich auf den Sport mit einer Herzerkrankung auswirken können. Zusammen mit dem Mediziner entwickeln Sie dann Ihren persönlichen Trainingsplan.

Dabei gilt: Starten Sie langsam und steigern Sie die Belastung nach und nach. Wichtig ist dafür, dass Sie regelmäßig aufs Rad steigen – die Deutsche Herzstiftung e.V. empfiehlt fünfmal pro Woche mindestens zehn Minuten.

Fürs Radfahren bei einer Herzerkrankung sollten Sie außerdem mehr Zeit einplanen als mit einem gesunden Herzen. Radeln Sie lieber länger auf einem geringen Belastungsniveau und testen Sie nicht die Grenzen Ihrer Leistungsfähigkeit aus. Kleine Daumenregel: Wenn Sie beim Radfahren noch eine Unterhaltung führen könnten, überlasten Sie sich auch nicht.

Erwärmen Sie sich immer gründlich, bevor Sie losradeln. So kann sich das Herz auf die nachfolgende Belastung besser einstellen. Während des Trainings sollten Sie zudem immer ausreichend trinken. Vergessen Sie also die Trinkflasche nicht.

Warum lohnt sich Radfahren bei einer Herzerkrankung?

Beim Sport wechselt das Herz-Kreislauf-System in den Belastungsmodus. Das tut es auch bei Herzerkrankungen. Nach einer Weile weiten sich die Blutgefäße im Körper. Da die Blutmenge jedoch gleichbleibt, sinkt der Druck in den Gefäßen.

Mit jedem Training arbeitet das kranke Herz wieder effizienter. Sie merken das unter anderem daran, dass der Puls während der Belastung – langfristig, aber auch in Ruhe – sinkt. Gleichzeitig wachsen neue Muskelzellen. Wie bei jedem anderen Muskel im Training nimmt die Masse des Herzmuskels zu und macht das Organ im gesamten Alltag leistungsfähiger.

Nicht zuletzt reduziert Radfahren den Stress. Und der ist oft ein negativer Faktor bei einer Herzerkrankung.

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Sport zur Vorbeugung von Herzerkrankungen

Natürlich ist Prophylaxe immer besser als Heilung. Das Radfahren in Ihren Alltag zu integrieren, lohnt sich also, um einem kranken Herzen vorzubeugen. Wer beispielsweise zur Arbeit radelt, statt das Auto zu nehmen, ist im Schnitt seltener übergewichtig oder leidet unter hohen Blutdruck- und Blutzuckerwerten. Dabei müssen Sie nicht einmal einen Marathon radeln. Wenn Sie täglich etwa 20 Minuten zur Arbeit und wieder nach Hause brauchen, reicht das schon.

Sie erreichen also schon mit wenig Zeit einen positiven Effekt. Ein weiterer Vorteil des Radfahrens: Es passt wunderbar in den Alltag, bedarf keiner größeren Vorbereitung und ist sogar noch nachhaltig. Studien unterstreichen die Wirkung des Radfahrens bei Herzerkrankungen. Wissenschaftler fanden zum Beispiel heraus, dass Berufsradpendler im Vergleich zu Nichtradlern ein um 11 Prozent geringeres Risiko für die koronare Herzkrankheit haben. Wer vom Auto aufs Rad umsattelt, kann die Gefahr in den ersten fünf Jahren sogar um bis zu einem Viertel senken.

Wenn Sie vorbeugen und Herzerkrankungen vermeiden wollen, lohnt sich der Umstieg aufs Rad also. Das gilt übrigens auch für Freizeitradler, falls Ihr Arbeitsweg zum Radeln nicht geeignet ist.

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