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Trekkingräder für Alltag und Tour im Test

18 Trekkingräder im Test: Für Tour und Alltag

Tour und Alltag: 18 Trekkingräder im Test

18 Trekkingräder im Test: Für Tour und Alltag

Die Trekkingräder bilden traditionell unser Kerngeschäft und auch die mächtigste Gruppe im Megatest. Das liegt auch dieses Mal an der wunderbaren Vielfalt, die sie bereithalten.
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Das Thema Radfahren kommt mehr und mehr im Alltag an. Es ist sogar brandaktuell. Das liegt nicht nur an dem kürzlich neu veröffentlichten Nationalen Radverkehrsplan von Verkehrsminister Peter Ramsauer. Vielmehr ist das Konzept selbst eine Folge des steigenden Umweltbewusstseins und eines Trends, den wir als Redaktion nur begrüßen können. Das Fahrrad wird mehr und mehr als nützliches und praktisches Fahrzeug für den täglichen Einsatz erkannt und genutzt. Da sind natürlich die Trekkingräder eine ganz wichtige Gruppe. Mit ihrer Vielseitigkeit sind sie echte Alleskönner. Vom Einkauf über die kleine Ausfahrt am Sonntagnachmittag bis zur ausgedehnten Radtour oder sogar Radreise machen sie im Prinzip alles mit. Das zeigt auch unser Test wieder eindrucksvoll. Zwar gibt es Spezialisten oder Räder mit Tendenzen in die eine oder andere Richtung. Aber keine andere Klasse verkörpert den Radfahrer-Alltag und den Trend zum Fahrrad so sehr.

Breites Spektrum

Das Schöne ist, dass der Markt für jeden etwas zu bieten hat. Ob groß oder klein, sportlich oder gemütlich. Auf jeden Fall ist die Spanne beim Preis erheblich. So reicht auch in diesem Test das Spektrum von 599,- bis knapp über 2.700,- Euro. Der Unterschied ist groß, auch in der Qualität. Trotzdem muss man auf Sicherheit, Bedienkomfort und Zuverlässigkeit nicht verzichten. Dafür sorgen Modelle wie das Bergamont Sponsor Tour oder das Pegasus Premio SL, beide übrigens echte Dauerbrenner. Scharf kalkuliert bieten sie trotz niedriger Preise tolle Technik. So profitieren die Kunden dann zum Beispiel von der hohen Leistung der hydraulischen Bremse Magura HS11. In der Masse taucht die Bremse sonst ab etwa 900,- Euro auf.

Weil nicht jeder Kunde bereit ist oder sein kann mehr als 1.000,- Euro für ein Rad auszugeben, wundert es nicht, dass die Hälfte aller Testräder unter der Eckpreislage von 999,- Euro bleibt. Genau an diese Grenze gehen immerhin noch vier davon.
Verschiebungen bei den Preisen

In den vergangen Jahren fand man Indikator-Produkte wie die Magura HS11 schon an günstigeren Rädern. Aber, auch das ist Tradition, die Preise steigen und verschieben die Verhältnisse weiter. Bekam man zum Beispiel zuletzt noch ein Rad um die 1.500,- Euro komplett mit Shimanos Spitzen-Gruppe XT und luftgefederter Gabel, muss man inzwischen auf das eine oder andere verzichten. Weil XT als Qualitätssiegel sehr geläufig ist, fällt das Geld dann bei der Gabel weg. Mancher freut sich sogar darüber, dass er die Federhärte zum Beispiel einfach per Drehknopf oder Inbus und nicht mithilfe einer Pumpe einstellen muss. Dafür nimmt er gerne etwas schwächere Eigenschaften in Kauf. Ungünstig ist es allerdings, wenn sich diese Gabel dann nur im Stand blockieren lässt. Erst recht an Rädern um 1.400,- Euro. Da fehlt uns das Verständnis für die Zusammenstellung. Eine Ausnahme bildet im Test das Radon Sunset 9.0. Als Direktvertrieb kann HS Bikediscount das Rad mit bester Ausstattung schon für sagenhafte 999,- Euro anbieten.

Kommentar: Blinkende Rücklichter verboten – Sicherheit geht vor!

Trekkingräder für Alltag und Tour im Test

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Leicht und edel

Am oberen Ende des Spektrums, in diesem Fall jenseits der 2.000,- Euro-Marke, stehen drei Räder. Das eine, KTM Phonic, sticht als einziges Carbonrad aus der Masse heraus. Der Alltagsnutzen des Materials ist umstritten, der Gewichtsvorteil und der Gestaltungsspielraum weniger. Dabei glänzt das Phonic vor allem mit den typischen kräftigen Rahmenübergängen für gezielte Steifigkeit. Beim Gewicht wäre in dieser Preisklasse vielleicht sogar noch mehr drin gewesen. Unser Topmodell, das Maxcycles Townlite, kommt mit hochwertigsten Produkten und Starrgabel trotz Rohloff auf nur 13,6 Kilo. Diesen Luxus erkauft man sich mit guten 2.700,- Euro, etwa 300,- Euro mehr als das KTM. Von Velo de Ville kommt eines der beiden Reiseräder, das R800. Das zweite ist das Expeditionsrad Koga Worldtraveller 29, dessen Preis noch bei 1.999,- Euro liegt (ab Frühjahr mit 30-Gang Schaltung für 2.099,- Euro). Mit dem Maxcycles verbindet das Velo de Ville, die beiden einzigen Nabenschaltungsräder zu sein. Mit der Rohloff besteht eine weitere Gemeinsamkeit. Dass beide Firmen Nachbarn im Münsteraner Umland sind, spielt dabei aber wohl keine Rolle.

Schöne Tradition

Bei aller Preissteigerung ist eine andere Tradition sehr erfreulich. Nämlich, dass günstige Produkte, gerade in der Technik, nach und nach genauso aufgerüstet werden wie die teuren. So profitieren Sie langfristig vom Spitzen-Knowhow. Das stellt die Shimano Alivio am Felt QX 80 EQ ganz gut unter Beweis. Als Einsteigergruppe funktioniert sie richtig gut und praktisch genauso wie etwa eine LX- oder XT-Schaltung vor einiger Zeit. Das reicht für die allermeisten Radfahrer mehr als aus. Eine sehr gute Entwicklung findet schon lange auch auf dem Lichtsektor statt. Nach der Einführung von LED ist Halogen so gut wie ausgerottet. Die Lichtleistung und Verteilung verbessert sich sowieso. Nach Tagfahrlicht ist eine neue, praktische Entwicklung das dynamische Nahlicht. Hier hat sich Axa als Vorreiter hervorgetan. Deren neue Scheinwerfer schalten bei etwa 15 km/h zwischen einer Nahfeld- und einer Fernausleuchtung um. Busch & Müller legt bereits nach.

Zusätzlich ist endlich das Thema geschütztes Rücklicht in der Branche angekommen. Die Zeiten, in den die Rückstrahler und Rücklichter störend und anfällig abstanden sind zwar noch nicht ganz vorbei, aber immer öfter werden sie in die Konstruktion des Gepäckträgers integriert. Ganz besonders gelungen ist der neue Racktime i-Valo mit dem in das Rohr eingelassenen Herrmans-Prismenlicht. Hier stört eigentlich nur die Einbindung des Rückstrahlers die edle Optik. Aber die Zeit wird eine Lösung bringen.

Fazit

Besonders die Breite macht das Thema Trekkingräder so interessant. Und auch das Entwicklungspotenzial. Viele Menschen fahren zwar schon mit einem wie auch immer gearteten Trekkingrad. Es gibt aber noch genug Absatzmöglichkeiten. Und weil der Markt so groß ist, profitieren die Räder auch immer von den neuesten Entwicklungen. Die sind zwar in diesem Jahr nicht so zahlreich und auffällig. Aber dass es weiter geht und die Vielfalt wie die Technik stetig voranschreiten, daran gibt es keine Zweifel. Gute Fahrt!

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