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Volkswagen, Pendix, Zwickau, Werksverkehr, E-Bikes, E-Lastenräder

E-Unterstützung im Werksverkehr: E-Bikes mit Pendix bei Volkswagen

VSC.Bikes mit Pendix Antrieb: E-Lastenräder im VW-Werk Zwickau

E-Unterstützung im Werksverkehr: E-Bikes mit Pendix bei Volkswagen

Stolz verkündete Volkswagen am 26. Juni 2020, dass am Produktionsstandort Zwickau soeben das letzte Verbrennerfahrzeug vom Band gelaufen sei. Seither hat sich der Standort zum größten und leistungsfähigsten E-Auto-Werk Europas entwickelt. Parallel dazu wird auch im Werksverkehr zunehmend auf Elektroantriebe gesetzt. Genauer gesagt: auf den Pendix Nachrüstsatz eDrive für Lastenräder von VSC.Bikes. Ein Besuch vor Ort
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Wer jemals die Produktionsstätten großer Industrieunternehmen wie Volkswagen von innen gesehen hat, wird branchenunabhängig schnell eines festgestellt haben: Fahrräder spielen im internen Werksverkehr eine sichtbare Rolle. Mal eine größere, mal eine etwas kleinere. Mal vornehmlich dem Personentransport dienend, mal fest in die logistischen
Prozesse rund um den Warentransport integriert.

Werksverkehr bei Volkswagen

Dass der E-Bike-Boom auch in diesen Bereichen immer mehr Einzug hält, ließ sich bei unserem Besuch im Fahrzeugwerk Zwickau der Volkswagen Sachsen GmbH vor allem in der Montagehalle 6 beobachten. Und wir lassen uns deren Einsatzzweck bei einem Rundgang mit Mitarbeitern des deutschen Automobilherstellers, der im Zwickauer Norden europaweit die meisten Autos mit Elektromotor vom Band lässt, genauer erklären.

Über 2000 Fahrräder im Werk Zwickau

Zunächst verschaffen wir uns eine Größenordnung des Zwickauer Fahrzeugwerks, das mit seinen 1.800.000 Quadratmetern etwa 252 nebeneinander liegenden Fußballfeldern entspricht. Knapp 9000 Menschen haben hier Anfang 2022 einen Arbeitsplatz – und sorgen dafür, dass mittelfristig bis zu 300.000 Fahrzeuge jährlich das Werk verlassen können.

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Uwe Meier aus dem Bereich Service Montage Kaizen Werkstatt fährt pro Schicht etwa acht bis zehn Kilometer zu den Einsatzorten innerhalb des Volkswagen Werks Zwickau.

Sechs Elektro-Modelle für drei Konzernmarken plus die Karosserien für den Bentley Bentayga sowie Lamborghini. „Sie sehen also, dass hier rund um die Uhr im Dreischichtbetrieb eine ganze Menge Bewegung im Werk herrscht“, fasst René Petzold, Mitarbeiter aus der externen Unternehmenskommunikation, seine einführenden Worte zusammen.

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Wie es rund um diese beeindruckenden Eckdaten um den Werksverkehr auf zwei Rädern bestellt sei? Aus mehr als 2000 Fahrrädern verschiedener Hersteller bestehe der Werks-Fuhrpark aktuell. Auch dieser Sachverhalt trage zur CO2-Einsparung am Volkswagen Standort im Zwickauer Stadtteil Mosel bei – der heute schon bilanziell CO2- neutral produziere und damit eine Vorreiterrolle in der Branche übernimmt.

Pendix: Nachrüstsätze für VSC.Bikes

Der Weg zur Elektrifizierung der Werksfahrräder wurde mit der im Jahr 2017 beginnenden Zusammenarbeit von Volkswagen und VSC.Bikes geebnet. Der Hersteller von Lasten- und Zustellrädern aus dem sachsen-anhaltinischen Allstedt hatte zeitgleich seine ersten Exemplare an die Deutsche Post ausgeliefert – mit stetig steigenden Bestellmengen in der Folgezeit.

An Volkswagen lieferte Pendix seinen eDrive-Nachrüstsatz zunächst nur für bereits vorhandene Fahrräder von VSC.Bikes. Im Dezember 2019 folgten erste „komplette“ Werksfahrräder, die hauptsächlich für den Personentransport auf dem Werksgelände genutzt wurden, erläutert uns die Leiterin Vertrieb und Marketing von VSC.Bikes und Pendix, Alexandra Elschker.

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Der Bestand der Sonderanfertigung, basierend auf dem B01-Modell, belaufe sich Anfang des Jahres 2022 auf mehr als 40 Stück. Allesamt mit dem Nachrüstsatz ausgestattet. Die Pendix GmbH, ebenfalls in Zwickau ansässig, verkündete jüngst den Kauf von VSC.Bikes, um weitere Werksflotten und internationale Postdienste als Kunden zu gewinnen.

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Reger Austausch über den Lastenrad-Einsatz beim Rundgang durch Halle 6 im VW-Werk Zwickau: Mirko Leuschner, Meister Bereich Montage, Finish, Instandhaltung sowie Logistik (rechts) und ElektroRad-Redakteur Tobias Jochims.

Neben Volkswagen zählen laut Elschker über weitere 30 Industriekunden mittlerweile zu den Abnehmern. Ebenso Postdienstleister aus Österreich, Dänemark, Schweden oder Finnland. Der VSC.Bikes-Fuhrpark von VW Zwickau zu Jahresbeginn 2022: knapp 100 Lastenräder, 20 davon mit dem Pendix eDrive-Nachrüstsatz ausgestattet.

Bewährter Einsatz im Warentransport

Dann ergreift Mirko Leuschner das Wort, der als Meister der Bereiche Montage, Finish, Instandhaltung und Logistik im Zwickauer VW-Werk arbeitet – und uns den Einsatz der Fahrräder in der Logistik rund um die Endmontage in Halle 6 erläutert.

Hier arbeiten 320 Mitarbeiter und 32 Roboter. Der Mechanisierungsgrad: 28 Prozent. Die dort eingesetzten vier Lastenräder hätten alle E-Unterstützung in Form des Pendix eDrive-Nachrüstsatzes, was den Transport von sechs bis sieben Kilo schweren Batterien deutlich erleichtere. Diese und andere Bauteile transportieren er und seine Mitarbeiter nach eingegangenem Anruf oder Bestellanforderung an den entsprechenden Arbeitsplatz über die vorgegebenen Fahrwege in der Halle.

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„Vom sogenannten Supermarkt, in dem sämtliche Teile und Komponenten gelagert sind, fahren wir 700 bis 1000 Meter und liefern aus“, beschreibt Leuschner und hebt die Wichtigkeit der Arbeitserleichterung für seine Mitarbeiter hervor. „Ziel ist es, beste Ergonomie anzubieten, um den Fahrer so gut es geht zu schonen.

Der E-Motor hat das natürlich in vielerlei Hinsicht optimiert“, so Leuschner, der großen Wert darauf legt, dass sämtliche Fahrrad-Neuanschaffungen mit einem elektronischen Nachrüstsatz ausgestattet sind und diesen als „Sahnehaube“ beim Lastenradtransport bezeichnet.

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Petzold bekräftigt im Anschluss die grundlegende Herangehensweise von Volkswagen an den werksinternen Lastentransport. „Ergonomie und Handling sind bei der Auswahl der Fahrzeuge wichtigstes Kriterium. Der E-Motor sorgt dafür, dass die Mitarbeiter geschont werden und ist daher ganz klar erste Wahl“, so der Mitarbeiter aus der externen Kommunikation, der im Anschluss darauf verweist, dass bei ganz großen oder sehr schweren Gegenständen weiterhin auf den bewährten Einsatz von dreirädrigen E-Karren gesetzt werde.

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Seit Gründung des VW-Standorts Zwickau 1990 verließen mehr als sechs Millionen Fahrzeuge die Werkhallen. Anfang 2022 arbeiten knapp 9000 Mitarbeiter auf 1.800.000 m².

Aus der Praxis weiß Leuschner wiederum zu berichten, dass diese „recht eingeschränkt“ auf den engen Fahrwegen in der Montage seien. Wenn möglich greife man also auf die E-Lastenräder zurück, bei denen sich die von VSC.Bikes in vielerlei Hinsicht als die Optimallösung herausgestellt hätten. Allen voran: deren Mittelständer.

Der zweigeteilte Ständer sei mit seiner Federunterstützung sehr gut ausklappbar, ohne das Lastenrad großartig anheben zu müssen. Bei vergleichbaren Modellen anderer Hersteller sei das Aufbocken oftmals etwas schwieriger. Der Zweibeinständer sei eine Sonderanfertigung für Volkswagen, ergänzt Elschker. Weiter seien die Bikes vorne und hinten mit einem Transportkorb ausgestattet – hier arbeite VSC.Bikes derzeit ebenfalls an der Entwicklung größerer Körbe, um noch umfangreichere
Lastentransporte möglich zu machen.

Die Abmessungen seien an die sogenannten Handwerker- und Meistertaschen von VW angepasst. Als Basis-Lastenrad, mit leichten Modifikationen, diene immer das Briefzustellrad B01 mit seinen extra dicken Speichen an Vorder- und Hinterrad, mit denen eine besondere Stabilität sowie Traglast von bis zu 210 Kilogramm garantiert werden kann.

Monteure mit E-Lastenrad unterwegs

Dann kommen wir mit Uwe Meier, stellvertretender Meister Bereich Service Montage Kaizen Werkstatt, ins Gespräch. Seit 33 Jahren im Unternehmen, nur zwei Kilometer vom Werk entfernt wohnend, ist er mittlerweile hauptsächlich für die Wartung sämtlicher Regale und Tische in den Montagehallen zuständig. Acht bis zehn Kilometer radelt er im Schnitt pro Schicht quer durch das Straßennetz im Zwickauer Werk.

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Wechselt mal eine Schraube, fixiert und justiert tragende Elemente rund um verschiedenste Arbeitsplätze. Der Vorteil der E-Unterstützung am Dienstrad ist klar: „Akkuschrauber, Bohrmaschine und weiteres Werkzeug – es lässt sich einfach mehr mitnehmen und deutlich einfacher in die Pedale treten“, fasst Meier zusammen.

Und das ist oft eine ganze Menge mit über 20 Kilogramm Gewicht, wie er weiter ausführt. In Halle 6 gäbe es alleine 180 unterschiedliche Arbeitsplätze, von denen jeder seine individuelle Taktung habe.

Kaizen Werkstatt als Ausgangspunkt

Die Monteure müssen vorab genau wissen, welches Werkzeug mitzunehmen sei und ob sie vor Ort beispielsweise eine Sitzmöglichkeit vorfinden würden. Hier käme, ergänzt Petzold, wieder das Thema Ergonomie am Arbeitsplatz ins Spiel, die sich für alle Mitarbeitergruppen im Zwickauer Werk stetig verbessern solle. Auch werksinterne Radunfälle, beispielsweise im Winter bei Glatteis zwischen den Hallen, seien ihm bislang nicht bekannt.

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Wenn man sich auskenne, könne man sich den Weg ohnehin gut durch die Hallen bahnen und müsse gar nicht ins Freie, fügt Meier mit einem Augenzwinkern hinzu. Wie viele Einsätze er pro Schicht mit dem Lastenrad etwa habe? Im Schnitt fahre er etwa zehn Mal am Tag für diverse Reparaturen an Wagen oder Regalen vor und zurück
– bei einfacher Wegstrecke von etwa 800 Metern.

Als Basisstation fungiere hier die Kaizen Werkstatt am Eingangstor West mit zehn Vollzeit-Monteuren. Innerhalb der Fahrradwerkstatt kümmern sich fünf Mitarbeiter ausschließlich um die regelmäßige Wartung und Reparatur der Werksfahrräder. Ebenso werden hier die Räder an Prozessänderungen in der Montage angepasst. „Alles muss griffgerecht sein, die Teile und Werkzeuge sicher in den Kisten positioniert werden können“, ergänzt Meier.

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Damit sämtliche Reparaturen und nachträgliche Anpassungen an den Rädern selbstständig in der Kaizen Werkstatt durchgeführt werden können, liefert VSC.Bikes regelmäßig ausreichende Mengen Ersatzteile, um Wartezeiten auszuschließen. Auch aufgrund dieses „Inhouse-Prozesses“ haben Meier und seine Kollegen in den zurückliegenden Jahren eine Art Crash-Kurs in der Zweiradmechanik durchlaufen. Das habe maßgeblich dazu beigetragen, dass ihr Interesse für das Radfahren
an sich deutlich gestiegen sei.

Seit sich Meier arbeitsbedingt erstmals mit E-Bikes vertraut machen konnte, folgte schnell die private Anschaffung für regelmäßige Wochenendtouren um die 60 Kilometer. Es wäre wie bei einem E-Fahrzeug allgemein: Sei man erst mal eines gefahren, wolle man kein anderes mehr. Selbstredend, dass das tägliche E-Bike-Fahren durchs Werk seinen Spaß an der Arbeit noch mal gesteigert habe.

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Auch Leuschner berichtet zum Abschluss unseres Hallenrundgangs davon, jahrelang mit dem Fahrrad zur Arbeit gependelt zu sein. Dann zwangen ihn Knieprobleme, wieder auf das Auto umzusteigen. Seit er werksintern mit dem Pendix eDrive unterwegs sei, wäre Radfahren wieder deutlich angenehmer geworden.

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