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Christiania Bikes, Pendix, E-Bike, Lastenräder, Cargobikes

Pendix und Christiania Bikes: Umbau vom Rad zum E-Bike

Christiania Bikes und Pendix: Gelungene Liaison

Pendix und Christiania Bikes: Umbau vom Rad zum E-Bike

Familien wissen es: Mit Kind & Co. beladene Lastenräder sind ohne Motor schwer fahrbar. Deshalb gehen die Cargo-Marke Christiania und Pendix, Anbieter des gleichnamigen Nachrüst-Antriebssystems, eine Verbindung ein. Mit Pendix lässt sich fast jedes Fahrrad zum E-Bike aufrüsten.
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Deutsch-dänisches Erfolgsrezept – und für uns eine starke Meldung: Pendix kooperiert mit Christiania Bikes! Dazu befragten wir in einem lockeren Interview die beiden Christiania-Gründer Lars Engstrøm und seine Frau Annie. Sowie Thomas Herzog, Mitgründer und Geschäftsführer von Pendix.

1984: Anfang in Freistadt Christiania

Was man dazu wissen muss: Christiania Bikes, benannt nach Kopenhagens Stadtteil Christiania (einst legendär, weil selbstverwaltet und deshalb „Freistadt“ genannt) stellt bereits seit 1984 Lastenräder her. Das erste Rad baute der gelernte Schmied Lars Engstrøm als Geburtstagsgeschenk für seine Frau Annie, heute stellt ihr Unternehmen jährlich 4500 ­Lastenräder her und beschäftigt 26 Mitarbeiter.

Seit etwa einem Jahr bieten die Dänen ihre Modelle in Deutschland auch mit elektrischer Unterstützung an. Dafür arbeiten die Dänen mit Pendix zusammen, dem – nach eigenen Angaben – Marktführer für E-Nachrüstantriebe für Fahrräder, mit Firmensitz in Zwickau.

Familien-Album: Vor über 30 Jahren baute der gelernte Schmied Lars Engstrøm sein erstes Lastenrad in Kopenhagens „Freistadt“ Christiania

Christiania Bikes, Pendix, Historie

Seine Kinder testeten die ersten Modelle, deren Urform noch heute in aktuellen Versionen weiterlebt

Cargobikes in überfüllten Innenstädten

Obwohl Cargobikes inzwischen wegen überfüllter Innenstädte und wachsendem Klima-Bewusstsein voll im Trend liegen, zeigt eine Rückschau, dass bereits zum Beginn des 20. Jahrhunderts die Menschen auf Lastenrädern durch europäische Städte fuhren – bevor das Automobil sie verdrängte.

Für Lars Engstrøm und Annie Lerche bot Christiania, die autonome Gemeinde mitten in Kopenhagen, bereits in den 1980er Jahren optimale Voraussetzungen für ihr Unternehmen: Da es in dem von Hippies und Aussteigern bewohnten Viertel keine Autos gab und die Menschen dennoch Transportmöglichkeiten für ihren täglichen Bedarf brauchten, konnte sich das Pärchen nach kurzer Zeit vor Anfragen kaum noch retten. 1990 bezogen sie eine Fabrik auf der Insel Bornholm, wo das Unternehmen bis heute Lastenräder herstellt.

Pendix

Die Akkugehäuse des Pendix-Systems ähneln optisch einer Trinkflasche.

Klassisches Design, deshalb so beliebt

„An dem Design hat sich bis heute nicht viel verändert. Es ist simpel und funktional gehalten, typisch für Kopenhagen und Umgebung“, sagt Lars. In technischer Hinsicht wurde im Laufe der Zeit aber dennoch einiges verbessert: Die Reifen werden inzwischen mit Kevlar verstärkt, die Transportkästen sind wasserdicht, die Rahmen robuster.

Da Annie und Lars immer offen für Innovationen waren, wollten sie ihre Räder auch mit E-Unterstützung anbieten. „Wir wollten unseren Kunden die Möglichkeit bieten, etwas Unterstützung beim Transport zu erhalten. Und so sind  bei uns Leute zu Kunden geworden, die vorher abgewunken haben, weil ihnen so ein Lastenrad viel zu schwer war“, erzählt Annie. „Für uns war bei der Auswahl des Antriebssystem vor allem die Qualität entscheidend“, ergänzt Lars, „ein Made-in-Germany-Qualitätsprodukt ist sehr viel wert und Pendix hat unsere hohen Ansprüche an Qualität, Zuverlässigkeit sowie eine klare Optik erfüllt.“

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Zusammenarbeit zwischen Christiania Bikes und Pendix

Über die Zusammenarbeit freut sich auch Thomas Herzog, Mitgründer und Geschäftsführer von Pendix: „Die Räder von Christiania Bikes sind weltberühmt und haben ein zeitloses Design. Sie stehen für die gleichen Ansprüche, die wir auch bei Pendix haben, deswegen kamen wir schnell auf denselben Nenner, auch im persönlichen Bereich.“

Christiania Bikes, Pendix

Christiania Bikes lassen sich über die Webseite konfigurieren.

Pendix: Montage an vielen Radtypen möglich – MTB, Touren-bis Faltrad

Neben Lastenrädern lassen sich die Nachrüstantriebe von Pendix auch an viele andere Fahrradtypen montieren, etwa Mountainbikes, Renn-, Trekking- und Falträder sowie Citybikes. Natürlich muss das Rad den Vorgaben der StVZO entsprechen. Darüber hinaus ist ein „BSA  68/73 mm-Tretlager“ notwendig. BSA steht für eine Gewindeart, die zur Fixierung des Tretlagers im Rahmen dient. Ebenso muss für die eMaschine (Motor, ca. 4 kg, 50 Nm und die Pendix ePower – Akku, 1,4 – 3,9 kg, 140/330/500 Wh) Platz am Fahrrad vorhanden sein. Der Motor wird an der linken Kurbelseite montiert, genau gegenüber dem Kettenblatt/der Kettenblätter.

Der Akku kann an unterschiedlichen Positionen montiert werden. Hierfür können die Ösen eines Trinkflaschenhalters genutzt werden. Alternativ lässt er sich mit Schellen auf dem Oberrohr oder am Sattelrohr befestigen. Um zu testen, ob das eigene Fahrrad genügend Bauraum für die beiden Antriebs-Komponenten aufweist, gibt es auf der Pendix-Webseite eine Schablone.

Die Nachrüstsätze (ab 999 Euro, Preis mit steigender Akkukapazität erhöht) können direkt bei Pendix bestellt und selbst verbaut werden. Pendix rät jedoch, sich bei einem der zahlreichen Pendix-Händler beraten und dem Umbau von Profis (Einbaukosten ca. 50 – 150 Euro) vornehmen zu lassen.


Christiania Bikes lassen sich über die Webseite nach Wunsch konfigurieren. Preis: ab 1900 Euro, als Kinder-Transporter ab 2200 Euro, mit Pendix ­Antriebssystem zwischen 4300 bis etwa 4600 Euro.

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