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Vigor: Cratonis erster S-Pedelec-Helm

Neuer S-Pedelec Helm von Cratoni: Vigor

Ausprobiert: S-Pedelec Helm von Cratoni

Neuer S-Pedelec Helm von Cratoni: Vigor

Cratoni hat mit dem Vigor den ersten reinen S-Pedelec-Helm auf den Markt gebracht. Wir haben ihn uns genauer angeschaut und getestet.
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Der Gesetzgeber hat wie so oft die Finger mit im Spiel: S-Pedelecs sind versicherungspflichtig und fallen verkehrsrechtlich nicht mehr in die Kategorie „Fahrrad“. In der Konsequenzt ergibt sich, dass man zum Fahren eines S-Pedelecs auch einen passenden Helm benötigt. Doch welcher?  Der Fahrradhelm scheint nicht geeignet, ein Motorradhelm aufgrund er Bauform ebenfalls nicht. Bereits vor zwei Jahren nahm sich der schwäbische Helmproduzent Cratoni dem Thema an und präsentierte auf der diersjährigen Eurobike den neuen Vigor: Der erste reine S-Pedelec Helm! „Nach längerer Entwicklungszeit als erwartet haben wir nun alle rechtlichen und damit zusammenhängenden technischen Hürden gemeistert und gehen mit dem Vigor in Serie“, erläutert uns Jana Krauter auf der Eurobike. Mit einem UVP von 250,- € sicherlich kein Schnäppchen, aber erstens dient der Helm ja der eigenen Sicherheit und zweitens ist der Preis im Vergleich zu einem reinen Motorradhelm immer noch günstig. Knapp drei Monate später liegt der Testhelm auf meinem Schreibtisch in der Redaktion.

S-Pedelec-Helm: Fahrrad- oder Motorrad-Helm?

Im Vergleich zu einem herkömmlichen Fahrradhelm fällt natürlich auf, dass der Vigor ein (fast) geschlossener Helm ist. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass ein S-Pedelec-Helm nach den Äußerungen unserer Regierung die Voraussetzungen eines Motorradhelmes nach der ECE Norm R2205 erfüllen muss. Eine offene Bauweise wie beim Fahrradhelm ist aus diesem Grunde ausgeschlossen. Die rechtlichen Vorausetzungen sind bis dato zwar noch schwammig, jedoch erfüllt der Cratoni Vigor die ECE Kriterien bereits jetzt.

Erste Anprobe

Im Rahmen des Großen ElektroRad-Tests bot sich die Gelegenheit, den Vigor ausgiebeig testen zu können. Überraschung für mich bei der ersten Anprobe: Der Vigor lässt sich leicht über die Ohrwascheln ziehen und auch meine darunter getragene Brille stört absolut nicht. Das Visier wird von außen aufgesteckt und kann so nah wie nötig in Richtung Brille geschoben werden. Das optisch Gelungene an dem von mir verwendeten verspiegelten Visier ist, dass man nach dem Anbringen des Visiers die Brille darunter von außen eigentlich nicht mehr sehen kann. Erster Eindruck vor der Fahrt: Helm passt, nix drückt und los geht´s…

Lufthuze am Vigor

Die geschlossene Form ist schon etwas gewöhnungsbedürftig und gespannt war ich ob ich unterwegs überhaupt etwas höre. Ab rund 30 km/h schien zunächst ein Düsenjet über mir her zu fliegen. Allerdings konnte ich keinen entdecken. In der Folge wurde mir klar, dass die einströmende Luft durch die Lufthuze und die übrigen Öffnungen einen solche „Wirbel“ veranstallteten. Was mich zu Beginn noch störte, verlor sich im Laufe der Tests im Bewußtsein, sodass ich das Strömungsgeräusch nach einer Weile nicht mehr bewußt wahrnahm.

Transpiration

Schwitzen ist bei einem solch geschlossenen System natürlich schon ein Thema. Die Witterungsbedingungen im Rahmen unserer Testtage bewegten sich um ca. 15°C. Das scheint eher Kühl, aber auch nicht sibierisch. Im Testablauf war dann am gestrigen Tage das neue Stromer ST2 an der Reihe. Das pfeilschnelle S-Pedelec erlaubt eine sehr flotte Fahrt, trotzdem muss man unerlässlich mittreten. Um die Durchschnittsgeschwindigkeit hoch zu halten,war ich also gezwungen, ordentlich mittreten; infolgedessen floss auch reichlich Schweiß unterm Helm. Unterwegs kam mir trotz der Anstrengung der Vigor aber zu keinem Zeitpunkt unangenehm vor, auch ein übermäßiges Schwitzen, oder das mir vor lauter Hitze der Kopf „explodiert“ wäre, konnte ich nicht verstellen. Die Ventilation im Helm funktioniert recht gut, auch nach dem Absetzen empfand ich keine überdeutliche Schweißbildung im Vergleich zur Fahrt mitr einem normalen Fahrradhelm. Zu Bedenken muss ich natürlich geben, dass die Tegestemperaturen um die 15 waren, im Hoschsommer schaut dies unter Umständen anders aus.

Erkenntnis

Meine anfänglichen Bedenken wurden nicht belegt: Der Vigor lässt sich sehr angenehm tragen, die Luftzirkulation im Innern verhindert übermäßige Schweißbildung. Er passt (zumindest mir) ganz hervorragend und sieht auch noch attraktiv aus. Klasse finde ich, dass man problemlos eine Brille drunter tragen kann.

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