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Kompakträder: Vielseitig, klein und perfekt für den Alltag

Kompakträder mit Motor: Wundervoll wandelbar

Kompakträder: Vielseitig, klein und perfekt für den Alltag

Reichlich abgedroschen ist der Vergleich mit der eierlegenden Wollmilchsau – und bei Kompakträdern doch so passend. Sie haben kleine 20-Zoll-Räder, eine kompakte Bauform und trotzdem alles Wesentliche an Bord. Wir behaupten: Für viele sind Kompakträder die besseren Allrounder!
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Dass Kompakträder weit mehr sind als handliche Kurzstreckenbikes, zeigt die Vielfalt, mit denen die „Kleinen“ angeboten werden: Mit Naben- und Kettenschaltung, mit sparsamen und besonders kraftvollen Motoren, als leicht verlängerte Transportversion und echte Cargobikes, mit abklappbarem Lenkrohr oder Speedlifter. Das sind nur einige der Gründe, weshalb diese Räder für Stephan Behrendt vom ADFC Köln sehr gute Alltagsbegleiter sind. „Kompakträder sind unterwegs sehr praktisch und handlich: Die Pedale lassen sich einklappen, dank Speedlifter auch der Lenker problemlos quer und tief stellen. So machen sie sich sehr schmal zum Beispiel im Zug.“

Behrendt ist als Technik-Experte des ADFC Köln in ganz Nordrhein-Westfalen unterwegs und hält Vorträge. Nicht immer ist der Versammlungsraum im Erdgeschoss, trotzdem braucht Behrendt das Rad als Anschauungsobjekt. „Da nehme ich das Kompaktrad gerne mit, weil ich mir dann keine Sorgen machen muss, ob nicht etwa der Aufzug kaputt ist.“ Das i:SY des ADFC Köln ließe sich – auch dank des praktischen Querrohrs überm Tretlager – problemlos auch mal zwei Stockwerke die Treppe hinauftragen.

Kompakträder: Voll im Trend

Für viele Hersteller gewinnt das Segment an Bedeutung. Nach der i:SY-Rochade im vergangenen Jahr – Entwickler Martin Kuhlmeier und seine Team schlüpften unter das Dach der ZEG – legt der bisherige Auslieferer Hartje mit dem QiO gar eine komplett neue Kompakt­rad-Marke auf. Denn dieses E-­Bike-Konzept habe sich in den vergangenen Jahren komplett etabliert, gar eine richtige Fangemeinde habe sich entwickelt. „Vor vielen Jahren noch belächelt, konnte das Kompaktrad viele Nutzergruppen überzeugen und ist genau das, was in das Leben vieler Menschen passt“, sagt QiO-Brand Managerin Simone Ecsedy.

Auch Martin Kuhlmeier betont den universellen Ansatz der Räder: „Schon bei der Entwicklung des ersten i:SY 2006/2007 stand ganz klar der Mensch mit seinen Anforderungen und Wünschen im Fokus. Das Fahrzeug musste, als Grundvoraussetzung, einen tiefen Einstieg haben und es sollte von Frauen und Männern gleichermaßen akzeptiert werden.“ Deshalb sei auch geometrisch klar konzipiert: gerade Rund-Rohre, keine Biegungen. So wurde das i:SY bis heute zur Design-Ikone. „Das setzt für mich eine sehr hohe Kontinuität in der Formsprache voraus. Nicht immer Mainstream sein wollen, sondern zeitlos wiedererkannt werden. Starke Marken gehen diesen Weg.“ Mindestens ebenso wichtig seien aber die Fahrdynamik, die Stabilität und die Praktikabilität seines i:SY, um ikonisch zu werden. Die entstünden nicht zufällig, so Kuhlmeier, „und schon gar nicht auf dem Reißbrett. Sie sind das Ergebnis von Wissen, Erfahrung und unzähligen Testkilometern – und dem Gefühl, wie sich etwas perfekt anfühlt“.

Für wen ist ein Kompaktrad das Richtige?

Doch wie sollen die „Kleinen“ denn nun genutzt werden? Simone Ecsedy nennt vor allem vier Bereiche, in denen die 20“-Allrounder besonders gut passen: Familien, Camper, Senioren und Urbane. Darum haben sich die QiO-Ingenieure besonders um Transportlösungen bemüht: Der Gepäckträger etwa ist für Kindersitze zugelassen. Gleiches gilt fürs neue i:SY, das Tern HSD und einige weitere Kompakträder. Es geht aber noch mehr.

Auch für ältere Fahrer sieht Simone Ecsedy Vorteile beim Kompaktrad. Insbesondere diese scheuten sich oft, ein klassisches „großes“ Rad zu fahren, es flöße ihnen schlicht Respekt ein. „Ein Kompaktrad hingegen wirkt sympathisch, einfach zu kontrollieren und ist sozusagen nahbarer. Es ist tatsächlich für viele Menschen einfach das bessere Rad.“ Da widerspricht Kompaktrad-Veteran Kuhlmeier nicht: „Natürlich ist das i:SY kein Mountainbike und auch kein Rennrad. Alle anderen Bereiche decken wir meines Erachtens aber sehr gut ab.“

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Bereit für die Reise

Für Stephan Behrendt sind mit den Kompakten sogar große Touren über mehrere Tage kein Problem: „Der Gepäckträger unseres i:SY ist so weit hinten, dass man problemlos Packtaschen daran befestigen kann“, selbst große Fahrer stießen nicht mit der Ferse an die Taschen. Nicht nur hinten am Träger lässt sich Gepäck befestigen. „Auch die Montage von Lowridern ist möglich. Also eignet es sich sogar für Radreisen.“ Gleiches gilt für die meisten Kompakten. QiO etwa hat eine eigene Packtaschen-Serie, Lowrider folgen bald.

Große Fahrer? Kein Problem!

Apropos große Fahrer: Der Einheitsrahmen war ein weiterer Grund des ADFC Köln, ein Kompaktrad zu kaufen. Viele Vereinsmitglieder nutzten das wandelbare E-Bike. „Wir wollten ein universelles Rad, das für alle Fahrergrößen passt und vielseitig einsetzbar ist“, sagt Behrendt. Dieser universelle Ansatz ist für die Entwickler dabei gar nicht so einfach, berichtet Simone Ecsedy. Gleichzeitig eröffnen die kleinen Räder mehr Raum für technische Lösungen. „Ein ‚normales‘ 28-Zoll-Rad hat zwangsläufig eine gewisse Größe und folgt konkreteren Einsatzzwecken: City, Trekking, Reise … Unser QiO kann gleichermaßen von Personen zwischen 1,65 und 1,90 Meter Größe gefahren werden.“ QiO verstehe das Kompaktrad als nützliches Transportmittel für die Themen Kinder, Familie, Einkäufe, Alltag, Erledigungen, Urlaub und Camping. Aufgrund dieser Bandbreite mache das Konzept als Pedelec am meisten Sinn und vereine so perfekt Vielseitigkeit und Alltagstauglichkeit.

Das unterstreicht auch Stephan Behrendt. Das i:SY des ADFC Köln hat – und braucht – eine Weber-Kupplung für große und schwere Anhänger. Und bei großen Lasten liegt der E-Motor natürlich auf der Hand. An ihre Komfortgrenzen kommen die Bikes auf ruppigerem Untergrund. „Einschränkungen gibt es wegen der kleinen Reifen natürlich bei größeren Hindernissen, Baumstämmen oder hohen Stufen. Kompakträder sind eben keine Geländebikes“, so Behrendt. Denn da rollen die 20-Zöller nicht so leicht drüber.

Gut befestigte Wege aller Art sind aber mit entsprechender Einstellung kein Problem: „Da viele Kompakträder voluminösere Reifen haben, lässt sich in Sachen Federungskomfort leicht mit dem Luftdruck spielen. Weniger Druck, mehr Komfort etwa auf Kopfsteinpflaster“, so der Technik-Experte. Dann erhöhe sich aber der Rollwiderstand, die Reichweite des E-Bikes nehme leicht ab, schränkt er ein.

Design ist wichtig

Wenn auch die Funktionalität eine sehr wichtige Rolle bei einem Rad spielt, so steht das Design eines Kompaktrads ebenfalls im Fokus der Ingenieure. Denn die „Kleinen“ sollen auf den ersten Blick zeigen, dass sie vollwertige Fahrräder sind. Spätestens mit der ersten Probefahrt zeigt sich das bei fast allen Kompakten. Wo also liegen die Nachteile der kleinen E-Bikes? Simone Ecsedy und Martin Kuhlmeier sind sich da einig: „Es gibt keine.“

Kompakträder: Einige Beispiele

Aktuelle Modelle in der Bildergalerie – einfach weiterklicken!

Vielseitig: Das Velo de Ville Keb.

Sicher und komfortabel: Das Falter E-Compact.

Der Einsteiger: Das Prophete Urbanicer city e-Bike 20“.

Kompakter Lastesel: Das Tern HSD.

Dreifach praktisch: Das Flyer Upstreet.

Evolution am Klassiker: Das i:SY.

Spielend leicht am Stau vorbei: Das Riese & Müller Tinker.

Neu und schick: Das QiO.

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