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E-Scooter: Versicherung ist Pflicht – Übersicht über Versicherungen

E-Scooter: Versicherung ist Pflicht

E-Scooter: Versicherung ist Pflicht – Übersicht über Versicherungen

Eine Versicherung für E-Scooter ist Pflicht. Wer ohne „rollt“, muss mit Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr oder Geldstrafen rechnen.
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Der Versicherungsschutz für E-Scooter lehnt sich an die Versicherung für Mofas an. Statt eines Versicherungskennzeichens gibt es aber eine selbstklebende Plakette, die mit einem fälschungsicheren Hologramm versehen ist. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gilt der Versicherungsschutz auch dann, wenn E-Roller verliehen werden – Stichwort Sharing.

Poolroller müssen dann aber als Gewerbefahrzeuge versichert werden. Wer eine Versicherungsplakette hat, ist damit von allen Ansprüchen, die Dritte nach einem Schaden an ihn richten, befreit. Die Versicherung übernimmt alle Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Die Deckungssumme für die Haftpflicht beläuft sich in der Regel marktüblich auf pauschal 100 Millionen Euro sowie 15 Millionen Euro je Personenschaden.

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E-Scooter-Versicherung: Extreme Prämienunterschiede

Die fehlende Schadenerfahrung zeigt sich in einer Stichproben-Untersuchung im Juni bei zehn Kfz-Versicherern. Die Unterschiede sind gravierend. Während junge Fahrer unter 23 Jahren bei der HUK-Coburg schon für 29 Euro und bei der Württembergischen für rund 30 Euro ein Jahr Kfz-Haftpflichtschutz für ihren E-Scooter erhalten, will die Allianz Versicherung ganze 86 Euro und die Zurich immerhin noch 74 Euro von den jungen Fahrern kassieren. Besonders teuer ist die E-Scooter-Kfz-Haftpflicht für junge Fahrer zwischen 14 und 17 bei der Kölner DEVK Versicherung. Pro Jahr fallen 95 Euro an. Versicherungsexperten nennen solche – im Vergleich zu Mitbewerbern extrem hohen Preise – „Abwehrprämien“: Scheinbar möchte die DEVK gar keine jungen E-Scooter-Fahrer.

Wer zudem noch eine Teilkasko-Police für sein Gefährt abschließt, kann dies bei der HUK-Coburg als junger Fahrer für insgesamt 48 Euro pro Jahr machen. Für ältere Fahrer kostet der Komplettschutz beim fränkischen Versicherer lediglich 35 Euro pro Jahr. Demgegenüber müssen Erwachsene bei der Allianz 98 Euro und bei der R+V knapp 94 Euro berappen. Entscheidend für die Prämie ist beim Teilkaskoschutz der Wert des E-Scooters.

Fiktiver Test

Wir haben fiktiv einen 2000 Euro teuren E-Scooter versichert. Auf eine interessante Zusatzleistung macht die R+V Versicherung aufmerksam. Im Teilkaskoschutz ist auch eine Neupreisentschädigung für den Akku enthalten. Diese Entschädigung erhält der Kunde 24 Monate nach Erwerb als Neugerät bei Totalschaden, Verlust oder Zerstörung.

Noch leistungsstärker ist hier die Zurich Versicherung, die sich E-Mobilität-Schutz als strategisches Ziel auf die Fahnen geschrieben hat. E-Scooter genießen im Rahmen des E-Mobilschutzes, der keine Selbstbeteiligung vorsieht, eine Absicherung für Schäden durch Diebstahl, Vandalismus, Beschädigung durch Unfall sowie Feuchtigkeits- oder Elektronikschäden an Akku, Motor und Steuerungsgeräten. Das rechtfertigt durchaus einen höheren Preis.

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Keine Helmpflicht – zusätzliche private Unfallversicherung?

Die Prämien bei E-Scootern dürften sich in den nächsten Jahren deutlich ändern. So verweist die Bayerische Versicherung darauf, dass die Prämienhöhen stark von der realen Schadenentwicklung abhängen. Haben die E-Scooter-Fahrer also tatsächlich viele Fremdunfälle, dürfte auch die „Lockprämie“ der HUK-Coburg kaum zu halten sein.

Insgesamt rät etwa die Württembergische Versicherung auch angesichts einer fehlenden Helmpflicht für E-Scooter-Fahrer zum Abschluss einer zusätzlichen privaten Unfallversicherung. Das gelte aber grundsätzlich für alle aktiven Menschen.

FAQ: Das darf man (nicht) mit dem E-Scooter

Überblick über Anbieter

Quelle: Angaben der Anbieter laut Stichproben-Umfrage unseres Kooperationspartners ÖKO-TEST, Stand Mai 2019.

E-Scooter-Versicherung bei der Allianz

E-Scooter Versicherungsschutz Junge Fahrer Ältere Fahrer
Genaue Altersgruppe bis 23 Jahre ab 23 Jahre
Haftpflicht pro Versicherungsjahr (März bis Februar) 86,00 Euro 54,00 Euro
Teilkasko (TK) pro Versicherungsjahr bei SB 150 Euro 52,00 Euro 44,00 Euro
gewerbliche Vermietversicherung 172,00 Euro 108,00 Euro

E-Scooter-Versicherung bei der DEVK

E-Scooter Versicherungsschutz Junge Fahrer Ältere Fahrer
Genaue Altersgruppe 14 bis 17 Jahre / 18 bis 22 Jahre ab 23 Jahre
Haftpflicht pro Versicherungsjahr 95,00 Euro / 75,00 Euro 48,00 Euro
Teilkasko (TK) pro Versicherungsjahr bei SB 150 Euro 50,00 Euro 30,00 Euro
gewerbliche Vermietversicherung auf Anfrage auf Anfrage

E-Scooter-Versicherung bei der Gothaer

E-Scooter Versicherungsschutz  
Haftpflicht pro Versicherungsjahr 59,00 Euro
Teilkasko (TK) pro Versicherungsjahr bei SB 150 Euro 35,00 Euro

E-Scooter-Versicherung bei der HUK-Coburg

E-Scooter Versicherungsschutz Junge Fahrer Ältere Fahrer
Genaue Altersgruppe 14 bis 22 Jahre ab 23 Jahre
Haftpflicht pro Versicherungsjahr 29,00 Euro 19,00 Euro
Teilkasko (TK) pro Versicherungsjahr bei SB 150 Euro 19,00 Euro 16,00 Euro

E-Scooter-Versicherung bei der Provinzia Rheinland

E-Scooter Versicherungsschutz  
Haftpflicht pro Versicherungsjahr 68,00 Euro
Teilkasko (TK) pro Versicherungsjahr bei SB 150 Euro kein Angebot

E-Scooter-Versicherung bei der R+V

E-Scooter Versicherungsschutz  
Haftpflicht pro Versicherungsjahr 59,90 Euro
Teilkasko (TK) pro Versicherungsjahr bei SB 150 Euro 34,00 Euro
gewerbliche Vermietversicherung auf Anfrage

E-Scooter-Versicherung bei Württembergische

E-Scooter Versicherungsschutz  
Haftpflicht pro Versicherungsjahr 29,90 Euro
Teilkasko (TK) pro Versicherungsjahr bei SB 150 Euro auf Anfrage

E-Scooter-Versicherung bei der Zurich

E-Scooter Versicherungsschutz Junge Fahrer Ältere Fahrer
Genaue Altersgruppe 14 bis 22 Jahre ab 23 Jahre
Haftpflicht pro Versicherungsjahr 74,00 Euro 47,00 Euro
E-Mobil-Schutz ohne Selbstbeteiligung 101,15 Euro 101,15 Euro

Dieser Artikel erschien in der ElektroRad 4/2019. Hier gibt es alle Inhalte der Ausgabe.

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