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D-Routen: 12 Radfernwege durch Deutschland

Das D-Routen-Netz: Auf Radfernwegen zuhause

D-Routen: 12 Radfernwege durch Deutschland

Seit 2002 entwickelt sich das Netz der D-Routen, das Radtourer über zwölf Radfernwege durch Deutschland führt. Es führt Urlauber zu großartigen Sehenswürdigkeiten und spektakulären Landschaften.
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Auf Radfernwegen ist der Weg das Ziel. In mehreren Etappen mit wechselnden Unterkünften können Sie oft gleich mehrere Regionen oder gar Bundesländer durchqueren und bereisen. Radfernwege eröffnen abwechslungsreiche Landschaften, Kulturen und ermöglichen schöne Begegnungen. Fernradwege müssen die vom ADFC festgelegten Kriterien erfüllen. So haben sie eine Mindestlänge von 150 Kilometern und eine Mindestbreite von 2 Metern. Zudem sind Radfernwege ausgeschildert und so gut ausgebaut, sodass sie auch bei Regen sehr gut befahrbar sind.

Die D-Routen – Deutschlands FernRadweg-Routen

Wer seine Fernreisen auf dem Fahrrad selbst planen und bestimmen möchte, der orientiert sich am besten an einer der D-Routen in Deutschland. Insgesamt gibt es zwölf Routen, die überall in Deutschland die Radwege mit den Fernradwegen verbinden. Es ist ganz einfach, einen für sich passenden Fernradweg zu finden, wenn man sich eine der D-Routen für seine Radreise auswählt. Die D-Routen sind in das europaweite Eurovelo-Netz eingebunden. Das macht das Radeln in eines der europäischen Nachbarländer wesentlich angenehmer.

D-Route 1: Nordseeküste

Wattenmeer, reetgedeckte Häuser, Krabbenkutter, endlose Weiten und das glitzernde Meer. Ein Fernradweg, der dem Radreisenden die spannende Nordsse, die Häfen sowie die Flüsse Ems, Weser und Elbe näher bringt. Einer der spektakulärsten Radwege führt entlang der schleswig-holsteinischen Nordseeküste. Es ist der längste Radweg der Welt – und ein großer Teil liegt in Norddeutschland: Der Nordseeküsten-Radweg (North Sea ­Cycle ­Route) führt über 6000 km durch acht Länder: Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen, Schottland, England, Belgien und die Niederlande – immer entlang der Nordsee. Gut ausgebaut und ausgeschildert bietet der Nordsee-Radweg entlang des Wattenmeeres, durch Marsch- und Geestgebiete sowie in den historischen und malerischen Hafenstädten ein nahezu steigungsfreies Radfahrvergnügen. Frischer Wind, gesunde Seeluft und das Wechselspiel der Gezeiten Ebbe und Flut machen das Radfahren auf dem Nordsee-Radweg zu einem spannenden und abwechselungsreichen Nordsee-Erlebnis. Nehmen Sie unbedingt Ihre Badesachen mit!

D-Route 2: Ostseeküste

Eine Rad-Reise an der Ostsee ist unglaublich facettenreich. Da sind zum einen die verträumten Fischerdörfer, die ehrwürdigen Hansestädte mit der typischen Backsteinkultur, die reetgedeckten Fischkaten, die mondänen Seebäder mit eindrucksvollen Seebrücken und die rauen Steilküsten. Der Ostseeküsten-Radweg gehört trotz seiner Länge (rund 1100 Kilometer, davon etwa 430 in Schleswig-Holstein und 670 in Mecklenburg-Vorpommern) zu den gemütlichen Touren. Selbst die höchsten Erhebungen bleiben – mit einer Ausnahme auf Rügen – unterhalb der 50-Meter-Marke. Meist geht es durch sanftes Hügelland oder flach direkt am Wasser entlang. Allerdings kann der manchmal kräftige Wind an der Küste zum Problem werden. Es lohnt sich, die angekündigte Richtung und Stärke des Windes zu beachten. Diese Route lässt den Radler viele berühmte Badestrände entdecken, aber auch hügelige und flache Küstenlandschaften. Pausen am Strand, zur Abkühlung in die Wellen hüpfen und dann noch ein leckeres Fischbrötchen, direkt von den Fischern – ein Radurlaub auf dem Ostsee-Radweg ist Erholung pur.

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D-Route 3: Europaradweg R1

Dieser Fernradweg führt von West- nach Ostdeutschland und ist der deutsche Abschnitt des Europaradweges. Zwischen den Grenzen zu den Niederlanden und Polen können sich Radreisende über knapp 1000 Kilometer voller historischer, topografischer, kultureller und kulinarischer Entdeckungen freuen. Für Liebhaber der deutschen Geschichte ist der Europaradweg perfekt, um sich tiefere Einblicke zu verschaffen. Dabei führt die Strecke durch Landschaften und Gegenden, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Für jeden ist etwas dabei: Naturliebhaber können die Flora und Fauna etwa des Weserberglands und der Märkischen Schweiz bewundern, während Freunde von Großstädten zum Beispiel in Berlin voll auf ihre Kosten kommen.

D-Route 4: Mittelland-Route

Die 1074 Kilometer lange Mittelland-Route verläuft in Ost-West-Richtung und verbindet mit Aachen und Zittau den westlichsten mit dem östlichsten Punkt Deutschlands. Sie durchquert die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Sachsen. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten liegen an der Strecke. wie in Städten wie Aachen, Bonn, Weimar oder Dresden. Bei dieser Route wird es historisch und auch anspruchsvoll. Man radelt durch bergige Landschaften. Die meisten Waldpassagen sind nicht asphaltiert, ansonsten verläuft die Route über Radwege, Nebenstraßen und Wirtschaftswege. Das Höhenprofil bietet flache Abschnitte ebenso wie welliges Land. Aber es gibt auch längere Anstiege. Es ist ratsam, ein Trekking- oder Reiserad mit einer bergtauglichen Schaltung zu nutzen.

D-Route 5: Saar – Mosel – Main

Der Saar-Mosel-Main-Radfernweg zieht sich über 987 Kilometer von Westen nach Osten und setzt sich aus folgenden bekannten Radwegen zusammen: Saar-Radweg von Saarbrücken bis Konz, Mosel-Radweg von Konz bis Koblenz, Rhein-Radweg von Koblenz bis Mainz, Main-Radweg von Mainz bis Bayreuth und der Fichtelgebirgsradweg bzw. die Radroute Burgenstraße von Bayreuth bis zur tschechischen Grenze. Man nennt sie Route auch die Genießer-Route. Alle, die gute Weine und kulinarische Leckerbissen mögen, werden bei diesem Fernradweg voll auf ihre Kosten kommen. Geradelt wird entlang von den Flussufern, welche so gut wie steigungsfrei sind. Man kann sich also auf eine entspannte Radtour freuen, die viel Natur zu bieten hat.

D-Route 6: Deutsche Donau-Route

Der deutsche Routenverlauf des Donau-Radweges führt von Weil am Rhein über Sigmaringen und Donauwörth nach Passau. Dabei fährt man etwa 600 Kilometer lang durch faszinierende Natur, entdeckt historische Schlösser, Burgen und Klöster und kann sich von den regionalen Spezialitäten entlang der Donau verführen lassen. Sie erleben die Schwäbische Alb und die großartigen Bergpanoramen am Fuße der Alpen. Man sollte grundsätzlich etwas mehr Zeit für die einzelnen Etappen einplanen. Denn viele Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele liegen abseits der schönen Strecke und laden zu zahlreichen Zwischenstopps ein.

D-Route 7: Pilger-Route

Die Pilger-Route ist Teil einer europäischen Eurovelo-Route von Trondheim in Norwegen nach Santiago de Compostela in Spanien. In Deutschland führt sie rund 1000 Kilometer von Flensburg zur Domstadt Aachen. Hamburg, Bremen, Osnabrück, Münster und Düsseldorf laden zu Zwischenstopps ein. Die Route führt an der Elbe und am Rhein entlang. An Sehenswürdigkeiten reiche Etappen sind die Römer-Route von Xanten nach Detmold, die 100-Schlösser-Route im Münsterland und die Wasserburgen-Route am Rande der Eifel.

D-Route 8: Rhein-Route

Der deutsche Rhein zwischen Emmerich und Basel ist eine der wichtigsten Binnenschifffahrtsstraßen der Welt. Der Weg eignet sich für Radfahrer aller Fitnessstufen. Er ist überwiegend asphaltiert, meist autofrei und verläuft am mittleren Rhein teilweise entlang der Bahnstrecke. Auf weiten Abschnitten gibt es eine links- und eine rechtsrheinische Alternative. Das Highlight: Den Weg durchs märchenhafte Mittelrheintal begleiten romantische Burgen, Ruinen und Felsen wie die Loreley. Dazwischen machen es die verlockenden Weine aus Städtchen wie Rüdesheim, Bacharach oder Eltville aber nicht einfacher, voranzukommen. Großstädte wie Düsseldorf und Köln mit Dom und lebenslustiger Altstadt müssen erkundet und genossen werden.

D-Route 9: Weser – Romantische Straße

Auf dieser Route durchfährt man Deutschland auf der direktesten Nord-Süd-Linie, die die wesentlichen Landschaftsmerkmale und eine Vielzahl von kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten beinhaltet: die Norddeutsche Tiefebene, den Mittelgebirgsgürtel, die Romantische Straße mit ihren historischen Städten wie Rothenburg ob der Tauber, die Ebene des Lechtals, den Alpenrand. Bis kurz hinter Fulda praktisch steigungsfrei, stellt die Route auch danach keine allzu schweren Aufgaben. Seit einigen Jahren erhält der Weser-Radweg wiederholt Auszeichnungen im Rahmen der ADFC-Radreiseanalyse. 2019 war der Weser-Radweg laut Radreiseanalyse der beliebteste Radfernweg der Deutschen.

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D-Route 10: Elberadweg

Die Elbe ist Deutschlands größter Strom mit weitgehend naturbelassenem Verlauf. Im mittleren Teil der Elbe gibt es noch große Auengebiete mit ausgedehnten Überschwemmungszonen. Die D-Route 10 ist bis auf kurze Passagen in Sachsen praktisch steigungsfrei. Entlang der Elbe bietet sich eine wahre Vielfalt an Naturerlebnissen. Von der reichen Vogelwelt der Elbtalauen, dem waldreichen Naturschutzgebiet bei Lauenburg, der naturverbundenen Kulturlandschaft „Altes Land“ bis hin zum Nationalpark Wattenmeer gibt es viel zu entdecken.

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D-Route 11: Ostsee – Oberbayern

Dies ist neben der D-Route 9 die zweite große Nord-Süd-Durchquerung Deutschlands. Sie verläuft über ca. 1600 Kilometer von Rostock nach Freilassing. Die Ostsee–Oberbayern-Route führt durch das Tiefland von Mecklenburg, der Seenplatte mit über 1000 Seen, und Brandenburg, die Mittelgebirge des Thüringer Waldes und Oberfrankens, das hügelige Nieder- und Oberbayern bis nahezu an den Alpenrand.

D-Route 12: Oder-Neiße-Radweg

Auf dem Oder-Neiße-Radweg kann man die Ostgrenze Deutschlands entdecken. Diese Region ist eine dünn besiedelte flache Flusstalregion. Dies ist die ideale Radstrecke für Ruhesuchende. Ein echter Geheimtipp unter den E-Bike-Routen mit ganz viel Natur. Steigungen gibt es nur wenige, allerdings sind einige ausgedehnte Industriegebiete ehemaliger DDR-Kombinate zu passieren.

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