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Reichweiten-Test, E-Bike-Akkus

Reichweiten-Test für E-Bike-Akkus 2019: Reichweite, Power, Effizienz

So weit die Stollen tragen

Reichweiten-Test für E-Bike-Akkus 2019: Reichweite, Power, Effizienz

Straße und Gelände: Zwei Welten! Während der Tourenfahrer als Ritter der Landstraße elegant und gleichmäßig pedaliert, erfordert der Ritt im Gelände anderes: ruppiger Untergrund, auf und ab, viele kleine Kurven. Die Ausfahrt in der Natur bringt Spaß, kostet aber Energie, auch beim Antrieb. Wie viel? Wir haben's beim Reichweiten-Test 2019 ausprobiert!
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Sicherlich kann man mit Tests, die auf einem Prüfstand gefahren werden, Unterschiede signifikant herausarbeiten. Sämtliche Rahmenbedingungen sind gleich, nur die Räder sind unterschiedlich. Inwieweit lassen sich aber derart „trocken“ erzielte Messergebnisse auf die Realität übertragen? Gerade für das Gelände mit seinen diversen Untergründen dürfte es schwierig sein, realistische, naturnahe Messergebnisse ausgerechnet auf einem Prüfstand zu erzielen. Dazu muss man zum Reichweiten-Test raus!

Reichweiten-Test: Gnadenlos!

Die Rahmenbedingungen für ein derartiges Testprozedere sind umfangreich. Zum Testequipment: Um den Reichweiten-Test bzw. die erzielten Ergebnisse verifizieren zu können, stellen wir Bedingungen auf, die zu transparenten Resultaten führen. Geschwindigkeiten, Trittfrequenz und Tretleistung messen wir mit dem Sigma Rox 12 Radcomputer, unabhängig vom fest mit dem Rad verbundenen System.

Wir stecken einen Rahmen ab, damit nicht ein Tester mit 80 Watt rumrollt, während der andere Kollege sich voll reinhängt und ständig 200 und mehr Watt auf der Nadel hat. Mit 160 bis 180 Watt im Durchschnitt geben wir eine für einen gesunden, durchschnittlich fitten Menschen machbare Tretleistung für Geländetouren vor. Die Abnahme der Tretleistung erfolgt mit Power Tap Pedalen, die via ANT+ gekoppelt werden. Zur Abfrage der Gesamtsituation benutzen wir die Komoot-App des Smartphones, die uns wertvolle Infos zur Strecke samt Profil liefert.

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Parcours für den Reichweiten-Test 2019

Der Testparcours ist für die reibungslose Durchführung und transparente Ergebnisse andererseits von Bedeutung. Das passende Terrain: Eine Mischung aus Feld-, Wald- und Wiesenwegen, Schotter, Trails, mit Auf- und Abfahrten sollte es sein.

Das alles fanden wir in der Gegend rund um Treuchtlingen in Mittelfranken. Die hügelige Gegend bietet vorzügliche Trails für große und kleine Touren. Wir quartierten uns in der Treuchtlinger Talstation im Heumöderntal bei Robert Rieger ein, der bereits im Vorfeld eine für uns geeignete Runde mit allen notwendigen Voraussetzungen konzipiert hatte: Eine zu fahrende Acht mit knapp 22 km und 550 Hm pro kompletter Runde. Für uns perfekt!

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Die Trails ab der Talstation Heumöderntal rund um Treuchtlingen eigneten sich perfekt für unseren Reichweiten-Test.

Bosch, Brose & Co

Bei einem Reichweiten-Test stehen die Antriebssysteme im Vordergrund, dabei konnten wir auf die aktuellsten und interessantesten Systeme zugreifen: Der neue Bosch CX Generation 4 mit einem 625-Wh-Powertube-Akku, der im Centurion E-Lhasa seinen Dienst verrichtet, der Brose Drive S in der Variante Alu (Fantic XF1 Integra Carbon) und der leichteren Magnesium-Version (NOX Hybrid 71). Der aktuelle neue Panasonic Ultimate wird im Flyer Uproc 7 eingebaut und die Kraft des Dyname 3.0 schlummert im Rocky Mountain Altitude Powerplay Alloy 70. Den Shimano E8000 hatten wir ebenfalls zweimal im Test: Im BMC Trailfox und im BH Atom Xtep. Im BMC wird der 8000er-Antrieb vom hauseigenen Shimano-Akku mit 504 W versorgt, im BH liefert ein 720-Wh-Akku die Energie für die Unterstützung. Erzeugt die knapp 42% höhere Kapazität dann auch eine entsprechend größere Reichweite?

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Ist der Labortest das Nonplusultra?

Jedes Antriebssystem hat seine ganz eigenen Leistungskurven bzw. Kennlinien. Hierzu müssten uns die konkreten Leistungsdaten allerdings vorliegen, um dann mit der jeweils effizientesten Trittfrequenz, Tretkraft, Übersetzung etc. zu pedalieren.

Aber selbst dann müssten wir jedes System exakt an dessen eigenen Charakteristiken messen. Das kann man auf einem Prüfstand ohne Probleme abbilden, um beim anschließenden Feldtest feststellen zu müssen, dass all die schönen Ergebnisse beim realen Radfahren gar nicht erzielbar sind.

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Mensch = Maschine?

Würde denn der Einzelne auf seiner ganz privaten Tour sich an den jeweils optimalen Bedingungen, die ihm ja gar nicht bekannt sind, orientieren und dementsprechend pedalieren? Wohl kaum! Auch wenn versierte Testprofis, Profiradsportler oder Ingenieure Testfahrten durchführen, erzeugen Tests unter gleichen Bedingungen mit verschiedenen Teilnehmern unterschiedliche Ergebnisse. Der Mensch ist keine Maschine und nicht berechenbar. Er tritt nie exakt rund, variiert seine Trittgeschwindigkeit und Tretleistung, fährt mal eher rund und mal eher eckig. All dies wirkt sich aber auf die Reichweite aus. So gibt ein Reichweiten-Test auf dem Prüfstand für den Einzelnen keinen Aufschluss darüber, ob dieses oder jenes System für ihn gut geeignet oder eher ungeeignet ist.

Die eigenen Anforderungen und das eigene Verhalten dienen viel eher als Anhaltspunkte dafür, welches Antriebssystem in welchem Rad individuell am besten passt. Und man darf sich ruhig ganz ehrlich eingestehen, ob man selbst gewillt respektive in der Lage ist, einen Akku auf einer Tour komplett leer zu fahren. Wer auf Kapazität verzichten kann, gewinnt: Fahrperformance! Mit jeder Zelle weniger wird das E-Bike leichter und agiler, die Freude beim Fahren steigt.

Energieschonend Biken

Eine aktive Fahrweise wirkt sich auf die Reichweite aus, schont die Akku-Energie. Wer flüssig tritt, hat mehr Spaß und greift die Ressourcen des Energiespenders weniger an als ein Pedalieren mit niedriger Trittfrequenz. Im Gelände ist eine aktive Fahrweise oft schwierig umzusetzen. Konkret: Am Berg darf die Trittfrequenz gerne bei 60-70 U/min liegen, in der Ebene oder an leichten Anstiegen darüber.

Dasselbe gilt für die Fahrdynamik: Möglichst den Schwung mitnehmen, bremsen bei Bedarf und nur soweit nötig. Kurven sauber an- und flüssig durchfahren. Bergauf gleichmäßig pedalieren und Stopps möglichst vermeiden. Unnötiges Anfahren kostet viel Energie: für Muskeln und den Antrieb.

Nicht vergessen darf man den für das Gelände idealen Luftdruck in den Reifen: erstens aus Sicherheitsgründen und zweitens aus energetischen Erwägungen. Gerade im Gelände geht die Sicherheit vor. Allen Einsteigern empfehlen wir daher die Teilnahme an einem Mountainbike-Fahrsicherheitstraining, das vielerorts angeboten wird.

Akkukapazitäten

Die Reichweitenthematik hängt natürlich von der in den Testrädern befindlichen jeweiligen Akkukapazität ab. Waren wir noch vor zwei Modellzyklen bei Kapazitäten um ca. 500 Wh, so liegen die der aktuellen Generation rund 20 bis 25 % höher. 600 bis 720 Wh fassen die Akkus der Testprobanden, einzig BMC setzt auf einen 500er Shimano Akku.

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Reichweiten-Test und Power-Test

Wir fuhren zwei unterschiedliche Tests: Zuerst auf maximal erzielbare Reichweite, d.h. dass wir im Rahmen unserer Vorgaben (Trittfrequenz 60 – 70 U/min, Tretleistung im Schnitt 180 W) die Unterstützungsstufen von der geringsten Stufe her auswählten; das heißt im Flachen Eco-Modus, wenn´s steiler wurde in die nächste Stufe. So erreichten wir mit den E-MTBs Reichweiten von knapp 43 km (mit dem Panasonic-Antrieb im Flyer Uproc) und knapp 58 km mit dem neuen Bosch CX Gen. 4. Das BMC erreichte mit dem 504-Wh-Akku immerhin 54,5 km, bevor die Lichter ausgingen und erreichte den effizientesten Wert.

Durchschnittlich erreichten die Testbikes 53 km. Da wir auch mal den Spaßfaktor testen wollten, fuhren wir einige Systeme in einem zweiten Zyklus im Powermodus unter den schon genannten Bedingungen. Dabei erreichte der Panasonic-Antrieb 25 km und der Shimano E8000 im BH mit einem 720-Wh-Akku knapp 47 km. Die durchschnittliche Reichweite lag hier bei 37 km.

Die Antriebssysteme beim Reichweiten-Test

Alle Hersteller haben ihre Systeme weiterentwickelt und auf ein neues Niveau gestellt.

  • Bosch: Der neue CX läuft überragend, bietet eine breite Dynamik sowohl bei niedrigen als auch bei schnellen Trittfrequenzen. Die frühere laute Geräuschkulisse ist weg. Dem Erfolg steht nichts im Weg.
  • Brose: Einen Quantensprung legten die Berliner hin. Der Drive S ist ohne Zweifel auf Augenhöhe mit den anderen. Dynamisch, spritzig und drehmomentfreudig präsentiert sich sowohl die Alu- als auch die Magnesium-Version.
  • Panasonic: Effizienz ist nicht die Lieblingsdisziplin des Japaners. Trotzdem braucht sich der Ultimate in keiner Weise zu verstecken: super leise, enorm drehfreudig präsentiert er sich. In einer Disziplin dürfte er weit vorne liegen: Die hohe Standfestigkeit der Panasonic-Antriebe überzeugt.
  • Dyname 3.0: Bei Reichweite und erklommenen Höhenmetern ist der Rocky Mountain-eigene Antrieb einer der besten. Durch die Technik des Antriebsstranges aber leider sehr laut.
  • Shimano: Reichweitenjäger: Effizientester aber nicht ganz leiser Antrieb bei Reichweite und Powermodus, dynamisch.

ElektroRad Reichweiten-Test 2019: Ergebnisse in Zahlen

Reichweiten-Test 2019, Ergebnisse, Zahlen

Reichweiten-Test 2019: Die Ergebnisse in Zahlen

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