Abstellplätze, Fahrrad, Pendler
Bike+Ride

Abstellplätze an Bahnhöfen: Neue Bike+Ride-Offensive gestartet

Gut für Pendler: Mehr Fahrradstellplätze an Bahnhöfen

Viele Pendler kombinieren das Fahrrad mit der Bahn. Das ist aber nur dann attraktiv, wenn an Bahnhöfen genügend sichere Abstellplätze fürs Rad zur Verfügung stehen. Dies soll in den nächsten Jahren deutlich verbessert werden.
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Die Deutsche Bahn (DB) hat gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium eine Bike+Ride-Offensive gestartet. Bis 2022 sollen dank der Kooperation bis zu 100.000 neue Abstellplätze für Fahrräder an Bahnhöfen entstehen. Rita Schwarzelühr-Sutter, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium erklärt dazu: „Mit Fahrrad und Bahn unterwegs zu sein, fördert die Gesundheit und schont das Klima. Unsere gemeinsame Initiative für 100.000 neue Bike+Ride-Plätze an deutschen Bahnhöfen stellt besonders für Pendler eine attraktive Alternative zum Auto dar und stärkt eine umweltschonende Mobilität.“ Das Ministerium und die Deutsche Bahn wollen Kommunen beim Bau von neuen Fahrradstellplätzen unterstützen und födern.

Abstellplätze an Bahnhöfen – woran scheitert es bisher?

Pendler sind unzufrieden: Oft gibt es an deutschen Bahnhöfen nicht genug Platz für Fahrräder, vorhandene Abstellplätze sind zudem oft unsicher und verdreckt. Die Gründe dafür sind vielfältig, aber oft banal: Die Kommunen haben nicht ausreichend Flächen in Bahnhofsnähe oder keine sinnvollen Verträge mit der Deutschen Bahn, auch fehlen finanzielle MIttel. Deshalb will das Bundesumweltministerium ab 2019 Kommunen beim Bau von Fahrradstellplätzen unterstützen. Es stellt hierfür eine anteilige Finanzierung in Höhe von 40 Prozent zur Verfügung, diese kommen aus der Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative. Dank Kooperation mit der Deutschen Bahn sollen Kommunen besser an geeignete Standorte in Bahnhofsnähe kommen, die DB unterstützt desweiteren auch bei der Planung und Montage der Abstellplätze.

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Kommunen können sich auf Fördermittel bewerben

In einer Pressemitteilung erklären Deutsche Bahn und das Bundesumweltministerium, 1.000 Bügel-, Doppelstock- oder Sammelschließanlagen bis 2022 zu eröffnen. Drei verschiedene Anlagentypen kommen hierbei zum Einsatz, je nach Budget und Standort: Bügelanlagen, Doppelstock-Anlagen und auch Sammel-Schließanlagen mit Dach. Interessierte Kommunen können ab 1. Januar 2019 Förderanträge stellen, die Bearbeitung via Projektträger Jülich soll zügig vonstatten gehen. Kontakt zum Projektträger gibts über die Beratungshotline 030-20199-3573. Mehr Infos auf den Websiten der Deutschen Bahn sowie beim Umweltministerium.

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ADFC fordert mehr Engagement

Beim Fahrradclub ADFC reagiert man verhalten auf die Euphorie von Ministerium und DB. Bundesgeschäftsführer Burkhard Stork ist frustriert darüber, dass die Bahn das Fahrradparken jahrzehntelang „links liegen gelassen hat“ und erklärt: „Die angestrebten 100.000 Fahrradabstellplätze sind aber höchstens zwei Tropfen auf den heißen Stein. In Deutschland fehlen Millionen von Fahrradparkplätzen an Bahnhöfen. Wenn der Bund will, dass die Menschen häufiger das Auto stehenlassen und mit Bahn und Rad zum Ziel kommen, muss er das multimodale Pendeln sehr viel leichter und attraktiver machen.“

Vorbildliche Situation in den Niederlanden

Der ADFC weist darauf hin, dass in den Niederlanden bereits 46 Prozent der Pendler die Kombination aus Fahrrad und Bahn nutzen. In Deutschland sind dies nur sechs Prozent. Warum ist das so? In den Niederlanden werden Bahnhöfe dank ausreichend Stellplätzen zu richtigen „Mobilitäts-Hubs“, dazu kommen gute Radwege und eine große Leihradflotte. Die Stadtverwaltung von Utrecht baut beispielsweise derzeit ein gigantisches Fahrradparkhaus, das über 12.000 Abstellplätze hat. Das größe Fahrradparkhaus Deutschlands mit 3000 Plätzen steht übrigens in Münster und ist chronisch überfüllt. Und in vielen Städten, beispielsweise der Hauptstadt Berlin, gibt es überhaupt keine sinnvollen Möglichkeiten, ein Fahrrad abzustellen.

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