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Aldi E-Bike: Prophete Trekkingrad beim Discounter

Aldi: Was taugt das Prophete E-Trekkingbike?

Aldi E-Bike: Prophete Trekkingrad beim Discounter

Bis zum 31. Juli verkauft Aldi ein E-Trekkingrad von Prophete für attraktive 1199 Euro. Wir haben gecheckt, ob und für wen das E-Bike etwas taugt.
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Seit Mai ist bei Aldi E-Bike Zeit. Bis Ende Juli verkauft der Discounter ein E-Trekkingrad von Prophete. Preis: 1199 Euro, ein Preisnachlass zur UVP von 14 Prozent. Wir haben das Aldi-E-Bike mal etwas genauer unter die Lupe genommen.

Aldi-E-Bike: Lohnendes Schnäppchen?

Selbst auf Testfahrt mit dem neuen Aldi-E-Bike sind wir nicht gewesen. Pedelecs des Herstellers Prophete hatten wir allerdings schon des Öfteren im Test.

In der Vergangenheit fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus. In Summe erzielten E-Bikes von Prophete aber ordentliche Ergebnisse. Die spannende Frage also: Taugt das Aldi-E-Bike zum lohnenswerten Schnäppchen?

Zunächst sollte erwähnt sein, dass sämtliche Prophete-Pedelecs mit einer Unterstützung bis 25 Stundenkilometer voll StVO zugelassen sind. Weiter sind die verbauten mechanischen Komponenten der Aldi-E-Bikes generell am Markt etabliert und gelten gemeinhin als sehr nutzerfreundlich.

Kettenschaltung und Scheibenbremsen

Die 8-Gang Kettenschaltung mit Daumenschalter ist solide und kommt auch bei Trekkingrädern anderer Hersteller zum Einsatz. In puncto Sicherheit setzt Prophete beim Aldi-E-Bike auf hydraulischen Scheibenbremsen. Dieser Bremsentyp ist aktuell der Stand der Dinge, wie auch unser Große ElektroRad-Test zu Beginn des Jahres klar bestätigte. Von welchem Anbieter diese beim Aldi-E-Bike sind, geht aus dem Angebot leider nicht hervor.

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Das Aldi-E-Bike aus dem Online-Shop

Bürstenloser Hinterradnabenmotor

Beim Motor setzt Prophete auf einen bürstenlosen Hinterradnabenmotor von Blaupunkt mit einer Leistung von 250 Watt. Unserer Erfahrung nach tun sich Heckmotoren an Steigungen etwas schwerer, dennoch darf die Motorenauswahl auf den ersten Blick als solide bezeichnet werden. Für eine erleichterte Handhabung bei Fahrtantritt wird eine Schiebehilfe bis 6 km/h angeboten. Die Heckmotoren der bekannten Hersteller wie Alber oder Klever kommen in deutlich höherpreisigen E-Bikes oder S-Pedelecs zum Einsatz.

Mit einer Kapazität von 461 Wattstunden soll der extern auf dem Unterrohr sitzende Akku eine Reichweite von etwa 120 Kilometer möglich machen. Je nach Fahrweise und verwendeter Unterstützungsstufe ist das durchaus realistisch. Am Lenker ist ein gut ablesbares LC-Display mit 5-stufiger Leistungsregelung von Blaupunkt montiert.

Solide Ausstattung im Aldi-E-Bike

Bei der Beleuchtung weist das Aldi-E-Bike eine 100-Lux-Lichtanlage von Prophete auf. Positiv auffallend: das LED-Gepäckträgerrücklicht mit Bremslichtfunktion von Büchel. Als solide Komforteinheit darf die einstellbare Suntour Nex Federgabel genannt werden. Die übrige Ausstattung – Ergo-Griffe, Selle Royal Elastometer Sattel, winkelverstellbarer Vorbau, Continental-Reflexreifen – ist auf dem Papier dem Preis des Rades angemessen und durchaus wertig.

Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 140 Kilogramm ist der matt schwarze Alu-Rahmen als tourentauglich zu bewerten. Die Größe bei der Herrenversion beläuft sich auf 52 Zentimeter, bei der für Damen auf 50 Zentimeter. Beide Versionen sollen auf ein Gesamtgewicht von etwa 26,5 Kilogramm kommen.

Aldi-E-Bike: Schnäppchen-Potential mit einigen Hürden

Unserer Einschätzung nach können Gelegenheitsfahrer und E-Biker, die versiert in der Fahrradwartung sind, mit dem Aldi-E-Bike tatsächlich ein Schnäppchen machen. Aber: Wir sehen einige andere Schwierigkeiten und Hürden auf den Käufer zukommen.

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Aldi-E-Bike: Eigenverantwortung bei Sicherheitsausstattung

Das Aldi-E-Bike kommt vormontiert, den Käufer braucht also nur den Lenker gerade stellen sowie die Pedale anschrauben. Selbst für absolute Laien stellt dies kein Problem dar. Beim Kauf eines Rades beim Händler vor Ort aber kann der Käufer sicher sein, dass alle Teile des E-Bikes vor dem Verkauf von einem Experten gecheckt, gegebenenfalls neu eingestellt sowie nachjustiert sind.

Insbesondere die sicherheitsrelevanten Teile der jeweils hydraulischen Bremsen. Das muss der Kunde beim Discounter-Rad alles selbst übernehmen. Mehr noch: Nur mit sehr viel Glück werden Sie eine Fahrradwerkstatt finden, die sich dem Service annimmt. Denn hat der Mechaniker Hand ans Rad gelegt, ist er fortan auch haftbar. Als Alternative bietet Aldi den Prophete-Home-Service, bei dem ein Mechaniker nach Hause kommt, als kostenlose Leistung mit dazu.

Wichtige Fragen im Voraus klären

Die Leistung des Fachhandels setzt aber schon vorher ein: Ein guter Fahrradhändler klärt mit Ihnen vorab, welches Rad zu Ihnen passt. Brauchen Sie für Ihre Ansprüche eher ein, wie bei Aldi bis Ende Juli angebotenes, Trekking- oder ein City-Rad? Eher breitere oder schmale Reifen? Welcher Motor passt am Besten zu Ihren Anforderungen? Fragen, die schon vor dem Kauf beantwortet sein sollten. Dazu kommt die Möglichkeit zur Probefahrt sowie der passenden Einstellung. Denn nur ein passgenaues E-Bike- richtige Sattelhöhe, Sitzposition, Lenkerhöhe – bringt uneingeschränkte Freude. Auf all das muss beim E-Bike-Kauf aus dem Discounter.

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Die Zielgruppe des Aldi-E-Bike

Die Zielgruppe der Schnäppchen-Angebote sind zweifelsfrei E-Bike-Einsteiger – und das ist ein weiterer Punkt, der unserer Ansicht nach gegen den Kauf spricht. Ist das Pedelec nicht passend, landet es schnell kaum gebraucht in der Ecke. Sprich: es war herausgeschmissenes Geld.

Avanciert der Käufer aber zum Vielfahrer, sind die Komponenten des Bikes schneller verschlissen und insgesamt weniger hochwertig als bei Pedelecs vom stationären Fachhandel oder den bekannten Online-Fachhändlern, die nicht selten mit Fahrrad-Werkstätten vor Ort kooperieren. Dann heißt es entweder teu(r)er nachrüsten oder gleich ein neues, hochwertigeres Bike kaufen. Auch dann ist die Investition in das vermeintliche E-Bike-Schnäppchen unserer Ansicht nach vergeudet.

Unser Fazit

Beim Blick auf das Datenblatt im Online-Shop ist das Aldi-E-Bike mit solider Technik ausgestattet. Für den einen oder anderen Nutzer kann das durchaus passen. Insgesamt aber empfehlen wir immer, ein Fahrrad oder E-Bike nur dann zu kaufen, wenn eine ausgiebige Probefahrt möglich ist. Das ist bei den gegebenen 90 Tagen Rückgaberecht, die Aldi einräumt, also eigentlich auch drin, dann aber mit gewissem Aufwand verbunden.

Auch der fehlende Service beim Händler vor Ort spricht unserer Ansicht nach gegen ein Pedelec vom Discounter. Wer aber jetzt und schnell ein verfügbares Rad sucht, für den lohnt sich der Blick auf das Angebot von Aldi durchaus. Dann aber sollten Sie sich im Klaren sein, ob das angebotene Modell auch tatsächlich zu Ihren Bedürfnissen passt. Alternativ kann der Gebrauchtkauf lohnen. Hier erfahren Sie, worauf Sie dabei achten müssen.

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