Fahrradfahren im Winter
Fahrradfahren im Winter: Tipps, Tricks und Hinweise

Sicher durch den Winter

Fahrradfahren im Winter: Tipps, Tricks und Hinweise

Auf dem Rad zur Arbeit oder die sonntägliche Tour an der frischen Luft durch den Wald? Das geht natürlich durchaus auch im Winter und dies machen zurzeit so manche Rad- und Bewegungsbegeisterte. Damit die Fahrt sicher ist und die Gesundheit durch die eigene Fahrweise oder die Ausstattung des Rads nicht gefährdet wird, ist vor Fahrtantritt auf einige Punkte zu achten.
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Fahrwege richtig ausleuchten und geeignete Bereifung nutzen

Unabhängig von den Witterungsverhältnissen ist vor Fahrtantritt immer ein Check-up zur Sicherstellung der einwandfreien Funktionsweise einzelner Bestandteile, die die Sicherheit beim Fahren unterstützen, durchzuführen. Da es zur Winterzeit bekanntermaßen früher dunkel wird, ist eine Beleuchtung gerade bei oft noch rutschigem Untergrund unabdingbar.

Die Fahrradbeleuchtung weist verschiedene Leuchtstärken auf. Wer ohne ausreichende Beleuchtung unterwegs ist und in einen Unfall verwickelt wird, hat nicht selten mit einem Bußgeld von bis zu 35 Euro zu rechnen. Aber auch wenn kein Unfall passiert und die Polizei den Radfahrer ohne Licht erwischt, werden bis zu 20 Euro Strafe fällig. Abgesehen davon – und was eigentlich noch viel wichtiger ist – sorgt eine effiziente Beleuchtung für Sicherheit und schützt die Gesundheit des Fahrers.

Die Straßenverkehrsordnung schreibt in jedem Fall Frontscheinwerfer und einen weißen Frontreflektor sowie ein Rücklicht mit integriertem Reflektor und rotem Rückstrahler vor. Außerdem gehören zu einer ordnungsgemäßen Beleuchtung Reflexstreifen an Vorder- und Hinterreifen und gelbe Reflektoren an den Pedalen. Zu empfehlen ist ein Nabendynamo am Vorderrad, das weitestgehend wartungsfrei ist und zudem auch im Winter bei Schneematsch problemlos funktioniert. Seitenläuferdynamos sollten Fahrer deshalb zur Winterzeit eher ausmustern. Für eine ausreichende Lichtleistung sollte der Dynamo etwa eine Spannung von sechs Volt und eine Leistung von mindestens drei Watt besitzen.

E-Bike-Akkus im Bergtest

Damit der Fahrweg nicht nur gut ausgeleuchtet ist, sondern zudem ausreichende Bodenhaftung für Sicherheit auf meist glatter Fläche sorgt, sollten im Winter spezielle Winterreifen für das Rad genutzt werden. Diese sind mit Spikes – leicht abgeflachten Zylindern – ausgestattet und versprechen so mehr Bodenhaftung auf glatter Schneedecke. Aber auch der Reifendruck kann abgesenkt werden. So vergrößert sich die Oberfläche und die Bodenhaftung verbessert sich. Dabei ist sich an dem Minimaldruck, der auf der Reifenflanke steht, und verschiedenen Richtwerten für den Luftdruck zu orientieren.

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Sichere Fahrt voraus und um die Kurve

Natürlich ist es im Winter in erster Linie wichtig, langsam zu fahren – selbst wenn zunächst keine Glätte auf der Fahrbahn zu erkennen ist. Vor allem Schneematsch wird häufig unterschätzt und stellt für Radler oft eine Gefahr dar. Schnell können die Reifen wegrutschen. Denn gerade bei frostigen Temperaturen können Matschhaufen schnell wieder gefrieren. So entstehen Fahrrinnen, an denen sich eingefädelt werden kann, was schließlich häufig zum Sturz führt. Durch geschmolzenen Schnee ist sonst durch eine an die Wetterbedingungen angepasste Fahrweise gut durchzukommen.

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Es empfiehlt sich jedoch den Sattel niedriger einzustellen, denn so kommt der Fahrer schneller mit den Füßen auf den Boden, falls das Rad ins Schlingern gerät. Auch wenn ein tieferer Sattel für die Fahreffizienz nicht unbedingt von Vorteil ist, wird dadurch dennoch die Sicherheit auf dem rutschigen Untergrund erhöht.

Wird über vereiste Fläche gefahren sollten das Lenken und das Bremsen unterlassen werden. Um den rutschigen Untergrund ohne Sturz zu überwinden, das Rad einfach geradeaus ausrollen lassen. Zu bedenken ist natürlich, dass sich rutschige Flächen im Winter auch unter Laub oder Schnee verbergen können. So ist im Winter über zugeschneite oder verdeckte Flächen immer mit einem gedrosselten Tempo zu fahren. Jedoch ist vor allem bei zu starkem Schneegestöber das Rad lieber stehen zu lassen, denn dann kann das Fahren besonders im Straßenverkehr zu gefährlich werden. Generell gilt:

• Vorsichtig und möglichst frühzeitig bremsen: Der Bremsweg ist bei nasser und glatter Fahrbahn um einiges länger.

• Fahren mit Umsicht: Langsam in und um die Kurve fahren und die Geschwindigkeit vor der Kurve bereits drosseln. Auch auf gefrorene Schneerillen achten.

• Schneebedeckte Radwege meiden: Sind die Radwege von Schnee bedeckt oder sind sie vereist, ist die Nutzungspflicht des Radwegs aufgehoben. So können Fahrer auf Straßen mit Radwegen, die Fahrbahn benutzen.

Das flottere E-Bike im Schneegestöber

In der Winterzeit spielen zudem E-Bikes ihre Vorteile aus. Denn dank der elektrischen Trittnachhilfe kommen Radler trotz dicker Bekleidung nicht so schnell ins Schwitzen. Fallen die Temperaturen jedoch unter den Gefrierpunkt leiden die Akkus und deshalb sind diese nach jeder Fahrt in einer einer warmen Umgebung aufzuwärmen. Denn in der kalten Jahreszeit kann der Energiespeicher der Akkus bis zu einem Drittel an Leistung verlieren, was sich negativ auf die Reichweite auswirkt.

Aber nicht nur die Technik reagiert durchaus empfindlich auf die niedrigen Temperaturen. Auch die Fahrweise muss ebenso wie beim normalen Fahrrad an die Witterungsverhältnisse angepasst werden. Eine Vollbremsung kann im Winter schnell zum Ausbrechen des Elektrofahrrads führen. Besonders bei E-Bikes mit Frontantrieb sollte der Fahrer vorsichtig sein. Lastet zu wenig Druck auf dem Vorderrad, verliert das Rad schnell an Traktion. Am besten bereits vor einer Kurve bremsen, Abstand halten und besonders vorsichtig auf Kopfsteinpflaster fahren. Durch die schnelle Beschleunigung und die doch höheren Geschwindigkeiten, die das E-Bike automatisch aufnimmt, müssen sich Besitzer eine separate Absicherung verschaffen. Denn im Falle eines Unfalls, der im Winter schnell passieren kann, da mit dem E-Bike automatisiertes, schnelles Fahren auf glatte Oberfläche trifft, übernimmt die normale Haftpflichtversicherung den Schaden nicht.

Fahrgeometrie: Sicherheit durch passende Rahmen- und Sitzhöhe

Neben einer an die Witterungsverhältnisse angepassten Radausstattung kann vor allem die Rahmengeometrie zusätzlichen Einfluss auf die Fahreigenschaften haben und nicht nur Sicherheit, sondern zudem ein gesundheitsbewusstes Fahrverhalten bewirken. Zu den Sicherheitsfaktoren der Rahmengeometrie gehören die Tritt- und die Schrittfreiheit. Trittfreiheit bedeutet, dass die Schuhspitze bei eingeschlagenem Lenker das Vorderrad sowie das vordere Schutzblech beim Tritt in die Pedale nicht berühren darf. Denn ist die Trittsicherheit nicht gewährleistet, kann es leicht zum Sturz kommen, was glatte Straßen in jedem Fall noch begünstigen.

Für eine sichere Fahrweise sorgt zudem die Schrittfreiheit. Schrittfreiheit ist gewährleistet, wenn das Oberrohr niedriger ist als die Schrittlänge des Fahrers. Gemeint ist der Zwischenraum zwischen Oberrohr und Schrittende bei gestrecktem Bein und senkrecht ausgerichtete Fahrrad. Je größer der Zwischenraum ist umso größer ist die Sicherheit nicht zu kollidieren, wenn der Fahrer nach vorne aus dem Sattel steigt oder bei einer roten Ampel plötzlich abspringen muss. Zur Errechnung der notwendigen Schrittfreiheit kann folgende Formel genutzt werden: Schrittlänge minus Oberrohrhöhe ergibt die Schrittfreiheit. Üblich ist etwa eine Schrittfreiheit zwischen drei und fünf Zentimetern.

Beide Faktoren sind ausschließlich sicherheitsbezogene Faktoren bei der Fahrgeometrie. Jedoch gibt es noch weitere Punkte einer passenden Fahrgeometrie, die sich eher auf gesundheitliche Aspekte beziehen. Denn eine unpassende Sitzposition auf dem Rad kann beim Fahren zu den Ursachen für Schmerzen in den Knien gehören. Die Sattelhöhe ist optimal, wenn das Bein bei senkrechter Kurbelstellung leicht angewinkelt ist.

Radfahren im Winter: Auswirkungen auf die Gesundheit

Sicherheitsbewusster Fahrstil und sicherheitsbewusste Ausstattung des Rads sind im Winter wichtige Voraussetzungen für die Fahrt durch Schnee und Dunkelheit oder über glatte Straßenabschnitte. Jedoch ist das Radfahren unabhängig von den Temperaturen durchaus förderlich für den eigenen Fitnesszustand. Schon eine halbe Stunde auf dem Rad, die zum Beispiel für den Arbeitsweg zurückgelegt wird, ist gesundheitsfördernd. Radsportler verzichten selbst im Winter nicht auf längere Trainingseinheiten. Jedoch gibt es auch Alternativen für das gesundheitsbewusste winterliche Training auf dem Rad. Für Rennradsportler zum Beispiel das Rollentraining.
Vor allem Menschen mit empfindlichen Bronchien sollten das Radfahren im Winter jedoch vermeiden und Alternativen nutzen. Denn ab einem gewissen Belastungsgrad wird die kalte Luft automatisch durch den Mund eingeatmet und das schadet den Bronchien. Je nach Belastung kann dies zu eines Bronchitis oder Asthma führen. Bei Kälte sollte sich deshalb möglichst wenig an der freien Luft sportlich betätigt werden. Und handelt es sich um ein entstehendes kältereduziertes Asthma, sind die Tretbewegungen im Winter im Sinne der Gesundheit drinnen auf das Spinningrad zu verlegen.

Generell ist beim Radfahren im Winter immer auf warme Kleidung zu achten. Dazu gehören nicht zuletzt eine Mütze, die unter dem Helm getragen werden kann, und Handschuhe. Zudem ist immer Wechselkleidung mit sich zu führen. Für die bequeme Fahrt auf dem Rad, empfiehlt sich eine Radhose, die beim Fahren nicht unangenehm reibt. Darunter sollte keine Unterhose oder eine spezielle Radunterhose mit Kunstledereinsatz getragen werden. Besonders Fahrer, die im Dammbereich empfindlich sind, sollten noch eine Radunterhose tragen. Denn damit entstehen keine Falten, sonst bilden sich unangenehme Wundstellen im Gesäßbereich.

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