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Via Claudia Augusta – eine beliebte Route bei Radfahrern

Eine der beliebtesten Routen – Die Via Claudia Augusta

Via Claudia Augusta – eine beliebte Route bei Radfahrern

Fahrradsportler aus ganz Europa lieben die von Bayern bis nach Verona und Venedig führende Via Claudia Augusta, eine der berühmtesten Routen für die Fernreise mit dem Fahrrad.
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Die Via Claudia Augusta wurde vom römischen Kaiser Claudius vor zweitausend Jahren als Fernhandelsweg begründet. Claudius stammte aus Lyon und hatte mehr Verständnis für europäischen Handel als seine Vorgänger. So verband er Norditalien mit dem süddeutschen Raum über eine eigene Römerstraße. Auf deren Spuren erleben Radfahrer noch heute wunderbare Abenteuer. Die Strecke von Bayern nach Verona misst 500 Kilometer, bis Venedig sind es 660 Kilometer.

Start in Bayern

Die Route startet im romantischen Donauwörth, der alten schwäbischen Stadt. Hier in der selbstständigen Reichsstadt an der Nordgrenze des Römischen Reiches begann die Kaiserroute. Über der Stadt thront das herrliche Liebfrauenmünster. So mancher Schatz wie das Rathaus, das Fuggerhaus und das Deutschordenshaus lohnen einen Besuch, bevor Donau und Stadtmauer Richtung Augsburg verlassen werden. Schon um 15 n. Chr. schufen hier die Söhne des Kaisers Augustus ein Militärlager in der heute wohl ältesten Stadt Deutschlands. Die Via Claudia Augusta führt vom Rathaus bis zum Merkurbrunnen durch das prächtige Stadtzentrum der Fuggerstadt.

Abstecher zum Dokumentationszentrum Via Claudia Augusta

Durch das fruchtbare grüne Lechtal geht es durch den Siebentischwald nach Königsbrunn mit Mithrasheiligtum am Friedhofsareal und weiter nach Landsberg am Lech mit romantischer Altstadt und imposantem Rokoko-Rathaus. Das Fuchstal geleitet nach Schongau durch ursprüngliche kleine Orte und vorbei am Römerkastell Abodiacum am Lorenzberg. Im nahen Peiting gibt es eine römische Villa zu sehen. Ein Abstecher der Route führt zur Wieskirche. In Altenstadt sind ein Nachbau eines Stückes Römerstraße und die romanische Gewölbebasilika zu sehen. Über Lechbruck am See führt die Strecke, vielfach durch imposante Darstellungen der alten Straße begleitet, über das Dokumentationszentrum Via Claudia Augusta in Rosshaupte nach Füssen in die Welt der Königsschlösser.

Im benachbarten Ammergebirge kann die Anstrengung versuchsweise mit einem Trailrunning noch gesteigert werden. Entlang des Lechs und der malerischen Landstraße führt nun die Route über den Kniepass nach Reute in Tirol. Davon mal abgesehen kann Trailrunning auch viel anbieten, wie zum Beispiel atemberaubende Schönheit der freien Natur und mentales Training. Anfangs reicht es schon, wenn man einfach Freude am Laufen hat.

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Auf Römers Spuren durch Tirol

Die Römerstraße steigt in Tirol beständig an. Über Ehrenberg, Heiterwang am See, Bichlbach, Wengle, Lähn und weiter zum anstrengenden Fernpass. Bei Biberwier ist eine freigelegte römische Straßenstation zu sehen. Wem das zu anstrengend ist, der bucht einen Shuttle über den Pass, der schließlich über Forststraßen zum imposanten Naturresort Schloss Fernstein führt. Durch Tirol lenkt der Weg nach Imst und parallel zum Innradweg nach Nauders mit seiner wunderschönen Bergwelt und zum Reschenpass, dem höchsten Punkt der Tour. Italien ist erreicht.

Finale im Land, wo die Zitronen blühen

Vorbei an den klaren Gewässern des Reschensees führt die Via Claudia Augusta nach Sankt Valentin zu Füssen der Ortlergruppe. Im vor dem Radler liegenden oberen Vinschgau ist ein Dörfchen schöner als das andere. Berühmte Marmor-Brüche passierend leitet der Weg nach Schlanders und durch die Apfelgärten weiter nach Süden. Vorbei an Bozen, Trient und dem herrlichen Rovereto führt der Weg schließlich zum Ziel der Reise in Verona. Romeo und Julia erzählen hier von ihrer Liebe, im Sommer erklingt monumentale italienische Oper im Amphitheater als spektakulärer Abschluss der Reise von Bayern ins Römerland. Die Via Claudia Augusta sorgt gerne für weitere detaillierte Informationen zur Tour. Wer sich vor der Anstrengung fürchtet, holt sich ein Elektrorad.

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