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Sparen auf Reise: So geht günstiges Radreisen!

Auf die günstige Tour: Spartipps für Radreisende

Sparen auf Reise: So geht günstiges Radreisen!

Den permanent steigenden Preisen entkommt niemand, auch der Reiseradler nicht. Es gibt aber Mittel und Wege durch geschickte Urlaubsplanung, Euros einzusparen.
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Wer frühzeitig sein Reiseziel kennt, kann beispielweise mit Frühbucherrabatten sparen. Kurz vor Ferien- bzw. Urlaubsbeginn ist es aber bereits zu spät, eine Schnäppchenreise zu buchen. Wer dann noch kurzfristig seine Reisekasse schonen will, muss Last-Minute-Angebote suchen. Ein aktueller Tipp: Der Urlaub im Nachbarland Tschechien ist 43 % günstiger als in Deutschland. Wir haben weitere Spar-Tipps für Sie zusammengestellt. Es lohnt sich …

Dachgeber

Umsonst, spannend und kommunikativ: Der ADFC-Dachgeber bietet rund 3400 Adressen mit mehr als 17.000 kostenfreien Schlafplätzen bei Fahrradfreunden in allen Bundesländern. Er ist ein Verzeichnis, das auf das Gegenseitigkeitsprinzip setzt: Nur wer selbst im Verzeichnis vermerkt ist oder ihm beitritt, kann von den privaten, nicht kommerziellen Übernachtungsangeboten Gebrauch machen. Der ­ADFC-Dachgeber kann unterwegs hilfreich sein, wenn es beispielsweise nach einer Panne nicht weitergeht, wenn das Wetter Kapriolen schlägt oder einfach der Wunsch besteht, sich unterwegs mit anderen Radreisenden auszutauschen.

So funktioniert der ADFC-Dachgeber: Nur wer selbst Radfahrerinnen und Radfahrer auf Tour eine kostenfreie Unterkunft gewährt, kann die Adressenliste bei seinen Radreisen in Anspruch nehmen. Das eigene Unterkunftsangebot darf einfach sein, ob Zimmerecke oder Rasenfläche für Radreisende mit Zelt. Schlafsack und Isomatte/Luftmatratze bringen Reisende mit und sie fragen auch rechtzeitig telefonisch oder per E-Mail nach, ob sie am gewünschten Tag auch willkommen sind. Dachgeber-Mitglieder können auch Übernachtungsverzeichnisse anderer Länder nutzen. Derzeit gibt es ähnliche Verzeichnisse in der Schweiz und in Frankreich. Sie passen in jede Lenkertasche oder als pdf aufs smartphone und machen das Leben auf Radtouren in Deutschland – wie auch in einigen anderen Ländern – leichter und vor allem interessanter und spannender.

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Couchsurfing – von Sofa zu Sofa

Die günstigste Alternative zu Hotel und Campingplatz ist das Couchsurfing, auch wenn die Nutzung der Plattform mittlerweile nicht mehr ganz kostenlos ist. Der Gedanke dahinter: Privatpersonen bieten Übernachtungsmöglichkeiten an – sei es auf der Couch im Wohnzimmer oder auf der Matratze in der Küche oder im separaten Zimmer – wo auch immer. Charmant ist das Angebot für viele aber vor allem deshalb, weil man „mittendrin“ ist. Und je nachdem wie man sich mit dem Gastgeber versteht, gibt es Insider-Tipps in Hülle und Fülle und vielleicht sogar einen Stadtführer obendrein.

Der Campingplatz: Sparen an Kosten und Komfort?

Der Campingplatz ist für viele Radtouristen auch heute noch die Übernachtungs-Alternative Nummer eins. Allerdings hat er auch einige Nachteile, vor allem in Sachen Komfort und Standards. Einen echten Preisvorteil bietet er auch nicht immer. Viele Radler scheuen aber vor allem das Zusatzgepäck und -gewicht von Zelt, Schlafsack und Campingausstattung.

Speziell für Radfahrer: Warmshowers

Wer eine Unterkunft sucht und soziale Kontakte pflegen möchte, sollte sich einmal das Netzwerk warmshowers.org anschauen. Es ist eine weltweit nutzbare, kostenfreie Möglichkeit als Radtourist die Gastfreundschaft anderer in Anspruch zu nehmen. Die 1993 gegründete Gemeinschaft erinnert ein wenig an das Couchsurfing-Prinzip. Ein Gastgeber kann zum Beispiel seine Couch, ein freies Zimmer oder auch einfach seinen Garten als Zeltplatz zur Verfügung stellen. Der Vorteil ist, dass viele Gastgeber selbst schon mit dem Rad auf Reisen waren. Dadurch verstehen sie oft die Bedürfnisse ihrer Gäste sehr gut. Mit fast 85.000 aktiven Mitgliedern, wovon ca. 39.000 auch aktive Gastgeber sind (Zahlen von 2017), finden sich in vielen Ländern der Welt Unterkünfte. Die meisten gibt es in Europa und Nordamerika. Die Website lässt sich mittlerweile in 16 verschiedenen Sprachen nutzen.

Radeln außerhalb der Hochsaison

Besonders in den Sommermonaten Juli und August ist auf und um den beliebten Radwegen viel Verkehr. In dieser Zeit sind aufgrund der hohen Nachfrage die Kosten für Unterkünfte usw. deutlich höher als in der Vor- oder Nachsaison. Besonders günstig gestaltet sich Ihre Radtour also im späten Frühjahr und im frühen Herbst. Allerdings sollte einem bewusst sein, dass Haupt- und Nebensaisonen nicht immer ganz klar getrennt sind, da die Hauptreisezeiten in allen Ländern unterschiedlich sind. Wer eine Destination ins Auge gefasst hat, sollte demnach auch prüfen, wann die Einheimischen Hauptsaison haben, da diese zu einer ganz anderen Zeit sein kann (vor allem wenn man auf die Südhalbkugel fliegt). Und Nebensaison ist oft nicht gleich Nebensaison: Man spart zwar im Juni oft deutlich im Vergleich zu Juli und August, aber wahre Schnäppchen findet man oft in den kühleren Jahreszeiten, da klassische Sommerorte wie die Balearen oder Italien dann kaum Touristen haben und die Preise dementsprechend fallen.

Eigenen Proviant mitnehmen

Wenn Sie sich bereits morgens bei einem Bäcker oder in einem Supermarkt mit Proviant für Ihre bevorstehende Etappe versorgen, sind Sie über den Tag nicht auf teure Restaurants angewiesen. Wenn Sie so vorbereitet auf Ihre Radtour starten, können Sie sich unterwegs ohne schlechtes Gewissen eine Kugel Eis, ein Stück Kuchen oder den Eintritt für ein Museum gönnen. Eine ordentliche Wasserflasche, die den Inhalt kühl hält, ist eine gute Investition und Sie können diese gratis mit kristallklarem Leitungswasser befüllen.

Es muss nicht immer eigener Proviant sein – aber der Einkauf im Supermarkt spart Geld.

Versteckte Kosten meiden

Kurtaxe, Kurzaufenthaltszuschlag, Bettwäsche – diese und noch mehr versteckte Kosten können sich zu Ihrem Urlaubs­preis addieren. Seien Sie bei allzu günstigen Angeboten vorsichtig und lesen Sie genau, was in den scheinbar günstigen Preisen enthalten ist und was vor Ort zusätzlich anfallen kann.

Sparen in den Touristenzentren

Schlendert man so durch die Straßen einer Metropole und kommt dem Zentrum langsam aber sicher näher, fällt einem oft auf, dass die gleichen Souvenirs immer teurer werden. Ähnlich verhält es sich mit den Menüpreisen in Restaurants. Besichtigt daher ruhig alle Top-Sehenswürdigkeiten, aber shoppt und diniert dort, wo auch die Einheimischen Essen gehen würden. Ist nicht nur besser für die Geldbörse, sondern auch gleich authentischer! Vieles kann man in die meisten Städten gratis oder günstig unternehmen, daher lohnt es sich auf jeden Fall, vor dem Besuch die jeweiligen Attraktionen auf etwaige freie Eintrittstage zu checken.

Rabatte

Frühbucherrabatt: Ein Frühbucherrabatt ist ein vergünstigtes Angebot, das Reiseveranstalter und Anbieter ihren Kunden machen. Dabei erhalten die Kunden einen Rabatt auf den regulären Preis einer Leistung, wenn sie frühzeitig buchen. Auch andere Dienstleister vergeben einen Frühbucherbonus, um Kunden anzuwerben und die Kontingente vorzeitig aufzufüllen. Im Gegenzug zur Frühbucherreise, aber ebenso effektiv, stehen die Last Minute Angebote. Um auch die letzten freien Kontingente auszuschöpfen, bieten Reiseveranstalter übrig gebliebene Reisen kurz vor Reiseantritt zu günstigen Preisen an. Vier Monate vor Abflug ist nach Expertenmeinung der beste Zeitpunkt, um günstig Flugtickets zu kaufen.

Stammkundenrabatt: Bei vielen Reiseveranstaltern erhalten Sie schon ab der zweiten Buchung einen Stammkundenrabatt, danach jeweils einen Rabatt für jede weitere Buchung. Gruppenrabatt: Ab einer bestimmten Anzahl von Personen.

Ziele sinnvoll wählen

„Ab in den Süden“ lautet das Motto in den Wintermonaten, wenn man seinem Hobby ohne Nässe und Kälte nachgehen möchte. So gut wie jede der großen Fluggesellschaften bietet eine Mitnahme von Fahrrädern an – allerdings verbunden mit Extra-Kosten. Es ist deshalb wichtig, sich bereits vor der Buchung frühzeitig über die Zusatzkosten zu informieren. Einzelne Gesellschaften ermöglichen sogar spezielle Frühbucherrabatte. Ein Zubuchen am Flughafen ist in der Regel am teuersten.

Sparen lässt sich aber durch Reiseziele in der näheren Umgebung. In Deutschland oder den angrenzenden Ländern gibt es herrliche Gegenden zum Radfahren und durch kurze Fahrtwege ist diese Reise dann automatisch billiger.

Heben Sie Geld vor Ort ab

Empfehlenswert ist es, bei Reisen außerhalb der EU auch tatsächlich erst am Zielort das Bargeld abzuheben. Denn viele Kreditkarten verlangen mittlerweile keine Abhebegebühren im Ausland mehr, auch entfallen Aufschläge für Abbuchungen in Fremdwährungen. Zeitgleich erhalten Sie den jeweils aktuellen Tages­umrechnungskurs. Daheim umzutauschen ist häufig mit Gebühren und schlechteren Wechselkursen verbunden.

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Handykosten sparen

Innerhalb der EU gilt seit dem 15. Juni 2017 das „Roam-Like-At-Home-Prinzip (RLAH-Prinzip)“. Dadurch können Sie im EU-Ausland ohne zusätzliche Kosten mobil telefonieren und surfen. Außerhalb der EU gelten die Verbindungs- und Gesprächskosten über „Roaming“. Meistens können Sie vor Ort aber Prepaid-Karten kaufen, die Anrufe nach Deutschland für wenige Cent ermöglichen.

Krankheitsfall im Ausland

Unabhängig davon, ob Sie gesetzlich oder privat krankenversichert sind, gelten meist große Beschränkungen bei Auslandsreisen. So müssen Sie oft in Vorleistung gehen, erhalten nur geringe Erstattungen auf die Behandlungskosten und tragen außerdem das ganze Kostenrisiko. Gute Auslandsreisekrankenversicherungen gibt es bereits für zehn Euro Jahresgebühr, sie leisten auch bei Rücktransporten und geben Garantien gegenüber Ärzten und Krankenhäusern.

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