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Iron Curtain Trail: Radreise am Eisernen Vorhang entlang

Radeln entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs

Iron Curtain Trail: Radreise am Eisernen Vorhang entlang

Durch einzigartige Natur an der Grenze von Nieder­österreich zu Tschechien ­verläuft ein besonders ­schönes ­Teilstück des euro­päischen Langstreckenradwegs EuroVelo 13. Abwechs­lungs­reiche Landschaften, sehenswerte Städte und ­Dörfer, Kultur­denkmäler aus mehreren Jahrhunderten ­säumen ­diesen Abschnitt des „Iron Curtain Trail“.
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Vom Eisernen Vorhang zum Grünen Band

Bis in die frühen 1990er Jahre teilte der Eiserne Vorhang Europa in Ost und West, von der Barentsee im Norden Russlands bis zum Schwarzen Meer. Die 10.400 Kilometer lange Strecke ist heute mit einem Langstreckenradweg erschlossen. Der EuroVelo 13 führt durch 20 Länder, darunter 14 EU-Mitgliedsstaaten. Wo sich einst Befestigungen und Zäune durchs Land zogen, erfreut heute das Grüne Band mit Biotopen, Naturschutzgebieten, Feldern und Wäldern. Städte, Dörfer, Museen und Denkmäler erzählen von früheren Zeiten und der lebendigen Gegenwart.

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Immer der Grenze entlang
Der durchgehend beschilderte Abschnitt des „Iron Curtain Trails“, der durch das Waldviertel/Südböhmen bzw. das Weinviertel/Südmähren führt, ist 329 Kilometer lang und in neun individuell befahrbare Etappen gegliedert. Von dort geht es weiter entlang der March-Thaya-Auen an der slowakischen Grenze und bis Bratislava.

Es lohnt sich, seine Tour gemächlich anzulegen. Denn erstens gibt es unterwegs viel Interessantes zu sehen und zweitens sollte man genügend Zeit für kulinarische Pausen einplanen.

Die Radreise am österreichisch-tschechischen Abschnitt des „Iron Curtain Trails“ beginnt in Gmünd im nördlichen Waldviertel und endet in Hohenau an der March. Fürs Fahren auf Schotter- und Waldwegen sowie auf Asphalt trifft man mit einem Trekking-Rad oder E-Bike die beste Wahl, 2.061 Höhenmeter bergauf und 2.429 Höhenmeter bergab gilt es zu überwinden. Tafeln erzählen unterwegs Wissenswertes und Geschichten aus vergangenen Tagen, vom legendären Räuberhauptmann Grasl bis zu Ereignissen während des Mauerfalls vor 30 Jahren.

Renaissance-Häuser in der Altstadt von Slavonice

Renaissance-Häuser in der Altstadt von Slavonice

 

Eindrucksvolle Natur

Kaum ein anderer Radweg in Österreich verläuft durch so urwüchsige Natur. Wälder, Wiesen und Weinberge wechseln mit Teich- und Flusslandschaften. Wie vielfältig sich die Pflanzen- und Tierwelt ohne menschliche Eingriffe entwickeln konnte, sieht man besonders gut im grenzüberschreitenden Nationalpark Thayatal/Národní park Podyjí. Gesäumt von Felsen und unberührten Laubwäldern bahnt sich die ­Thaya in zahlreichen Kurven ihren Weg. Schwarz­störche, Smaragdeidechsen, Fischotter und viele weitere Tiere haben hier ein Refugium gefunden. Inmitten der Naturlandschaft erheben sich Burgen und Ruinen. Sagen und Mythen prägen die Nationalparkregion und ihre Geschichte.

Spannende Geschichte

Wie war es, an einer nahezu geschlossenen Grenze zu leben? An die jüngere Vergangenheit und den Eisernen Vorhang erinnern Mahnmale und Gedenkstätten. Geschichten aus früheren Jahrhunderten erzählen sehenswerte Bau­werke. In Gmünd erstaunen Sgraffito-Fassaden aus der Renaissancezeit. Barocke Verspieltheit zeigt sich an den Bürgerhäusern in Drosendorf und Vratenin. Idyllische Kellergassen charakterisieren vor allem das Weinviertel. Architektonische Pracht und Gartenkunst beeindrucken bei der Fahrt durch die UNESCO Kulturlandschaft Lednice-Valtice. Weitläufige, kunstvoll gestaltete Gartenlandschaften mit Teichen und kleinen Bauwerken umgeben Schloss Lednice und Schloss Valtice. Beide waren einst im Besitz der Familie Liechtenstein und zählen heute zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Tschechien.

Regionale Schmankerln

Wie schmeckt es diesseits und jenseits der Grenze? Was verbindet die Küchen, was unterscheidet sie? Der „Iron Curtain Trail“ führt zu zahlreichen Genussadressen und lädt zu vielfältigen Verkostungen ein. Von den Waldviertler Erdäpfeln über südböhmische und südmährische Süßspeisen bis zu den hervorragenden Weinen aus dem Weinviertel und Südmähren. Von Bodenständigem oder Zeitgenössischem aus den regionalen Küchen bis hin zu Heurigenschmankerln.

Gemütlich übernachten

Ob Hotel oder Privatzimmer: Entlang des „Iron Curtain Trails“ oder in der Nähe finden Sie zahlreiche Übernachtungsmöglichkeiten und Gastgeber, die auf radfahrende Gäste spezialisiert sind. Diese sind mit dem Qualitätszeichen „Radfreundlicher Betrieb“ bzw. „Cyklisté vítáni“ gekennzeichnet.

Gedenkstätte "Tor zur Freiheit" in Mikulov, Südmähren

Gedenkstätte „Tor zur Freiheit“ in Mikulov, Südmähren

 

Der Iron Curtain-Trail in Österreich und Tschechien

329 Kilometer lang, einheitlich beschildert 9 Etappen von Gmünd/České Velenice nach Hohenau Asphalt-, Schotter- und Waldwege
2.061 Höhenmeter bergauf/2.429 Höhenmeter bergab Höchster Punkt 667 Meter, tiefster Punkt 146 Meter

Mehr Tipps für Ihre Radreise

Iron Curtain Trail: Öffentlich anreisen

Per Zug (Fahrradmitnahme) direkt erreichbar sind folgende Ausgangs- bzw. Endpunkte von Iron-Curtain-Trail-Etappen:
Ab/nach Wien: Gmünd/České Velenice, Retz, Znaim, Laa an der Thaya, Hohenau
Ab/nach Prag bzw. Brünn (Auswahl): Jindřichův Hradec, Nová Bystřice, Třeboň, Veselí na Lužnicí, Dačice, Slavonice, České Budějovice, Vyšší Brod

WICHTIG: Personalausweis oder Pass mitnehmen, da die ­Grenzen mehrmals überschritten werden.

Infos unter: www.ev13.eu

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