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Shimano Alfine - Symbolbild

Neue Shimano Alfine 8-fach Premium-Nabe

2 mal 8 Gänge im Test

Neue Shimano Alfine 8-fach Premium-Nabe

Mit der sportlich ausgelegten Alfine hat Shimano einen neuen Komponentensatz für eine neue Kategorie sportlicher Fahrräder mit Nabenschaltungen entwickelt.
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Die Alfine verfügt unter anderem über eine 8-Gang-Nabe (Der Übersetzungsumfang entspricht den erprobten Nexus 8-Gang-Nabenschaltungen), hydraulische Scheibenbremsen, eine Kurbelgarnitur mit integriertem Achsrohr und „Rapidfire Plus“-Schalthebel.

Diese Komponenten wirken auf den ersten Blick optisch ansprechend und dürften absolut verlässlich arbeiten. „Die Marktöffnung für Nabenschaltungen auf dem Markt von sportlichen Fahrrädern kann als Meilenstein in diesem Segment bezeichnet werden“, sagt Peter Kreuter, bei Shimano Europa als überaus engagierter Produktmanager für die Alfine zuständig.

Die Nabe selbst besitzt inwändig spezielle Nadellager statt Walzenlager (bei der normalen Achtfach), besticht generell durch ein leichtlaufendes Innenleben für beste Effizienz, sie ist gewichtsoptimiert, besitzt ein edel poliertes, geschmiedetes Nabengehäuse.

In der vor uns stehenden 2 x 8 Version nimmt Shimano bestehenden Eigenbau-Kombilösungen den Wind aus den Segeln ….
…. denn um den Herstellern das Realisieren einer sportlichen 16 Gang-Modells zu ermöglichen, hat Shimano einen eigenen Kettenspanner entwickelt. Sein Vorteil: Er ist auch gedacht für Hersteller, die Rahmen bauen mit einem senkrechten Ausfallende. Nabengetriebe ohne Schnellspanner benötigten bisher ein waagrechtes Ausfallende um ein Kettenspannen über die Achsverschiebung des Hinterrads zu ermöglichen. Weiterer Vorteil: Der Kettenspanner erleichtert den Radaus/einbau etwa zum Transport bzw. bei einer Reifenpanne).
Der Spanner mit einem Zweifach-Rollenmechanismus zeigt sich optisch filigran und gut gelungen.

Sportlich, sportlich – Alfine mit Scheibenbremsen!

Im blauen Shimano-Testrad entdecken wir eine an die Nabe angeflanschte Scheibenbremse (auch im Vorderrad). Es ist zwar noch eine XT-Version aus dem Mountainbike-Regal, später wird es eine Alfine-Disc geben.

Montiert ist ebenfalls noch eine Shimano „Tiagra“ 2-fach Rennradkurbel mit 50/34 Kettenblättern. Sie entspricht in punkto Übersetzung der wunderschön fließend geformten „Alfine“-Kurbel, die uns im Frühjahr präsentiert wurde, aber aus Zeitgründen (Redaktionsschluss) nicht verbaut werden konnte. Die Alfine-Kurbelgarnitur hat ein integriertes Achsrohr für erhöhte Steifigkeit, Gewichtsersparnis und einfache Montage. Sie ist mit einem integrierten Kettenschützer (einfach oder zweifach) ausgestattet, damit die Bekleidung nicht verschmutzt. Die Einfach-Kurbelgarnitur ist Kettenkasten-kompatibel.

Als Umwerfer vorn kommt noch ein filigranes Standard-Modell aus dem hauseigenen Rennrad-Regal zum Einsatz, auch darauf könnte später mal „Alfine“ stehen. Hersteller haben die Wahl-Möglichkeit, anstelle eines üblichen Umwerfers vorn den Shimano „Power Changer“ aus der C600 Gruppe zu verbauen – mit dem der Kettenwechsel aufs zweite Blatt vorn mühelos vonstatten geht. In seiner unter dem Tretlager versteckten Box befinden sich nämlich an die Kurbelachse gekoppelte Mitnehmerklinken, die nach der Gang“auslösung“ am Lenker bei einer Viertelkreis-Kurbeldrehung – also mit Fußkraft – via Seilzug den Umwerfer bewegen und so die Kette auf das gewünschte Blatt schieben – echt easy! Hinten und auch vorne mühelos und superleise schalten – das ist hier Realität.

Vier Optionen für die Kurbel

In der Alfine 8-Gang Einfachversion wahlweise ein 39-er (für Berge) oder 45-er Kettenblatt (Flachland). Als dritte Option gibt es ein Doppel-Kurbelsatz aus der C600 Gruppe mit 34/46 Kettenblatt als „Komfortoption“ mit dem erwähnten „Power Changer“-Umwerfer. Und schließlich die „heiße Sport-Option“, quasi die Alfine Double mit 50/34er-Kettenblatt, die durch eine besonders schlaue Zähne/Ritzel-Kombination laut Peter Kreuder „keine Überschneidungen hat und somit mindestens 15 wenn nicht gar 16 echte 16 Gänge bietet!

Ein Wimpernschlag später ist der Gang drin! Einfach … genial.

Eine erste Probefahrt. Auffallend bei den ersten Schaltmanövern: die schnelle, exakte Gangauslösung via Schalthebel (die Alfine wird es übrigens in der Standard-Ausführung wahlweise auch mit Schalt-Drehgriff geben). Grund: die Hebel-Wege sind wie bei einem Sportwagen enorm kurz definiert – sowohl beim Hinauf- (Daumen) wie Herunterschalten (Zeigefinger).

Die neue Nabe ist voll lastschaltbar – und agiert immer mit unwahrscheinlich kurzen Reaktionszeiten! Ein kurzes, sehr leichtes Anklicken am Hebel genügt … ein Wimpernschlag später ist der Gang drin. Kein Nachlassen im Wiegetritt am Berg mehr nötig, kein Vergleich zu alten Nabenschaltungen wo man dem Nabengetriebe eine „Gedenksekunde“ gönnen musste, bevor sie träge den Gang wechselte. Das ist legales Doping, auf solch´ beflügelnde Entwicklungen haben wir gewartet!

Irre Entfaltung in der Ebene

Den lustbringenden Effekt der Sportlichkeit unterstreicht auch das Umsetzen auf das großen Kettenblatt. Super weich und absolut lautlos klettert nein gleitet die Kette aufs große Blatt – und macht rießige Schubkraft möglich. Wir konnten es noch nicht bei einer Abfahrt testen, aber in der Ebene ist nun lange noch nicht Schluss mit dem Gasgeben – klar dass heute leuchtende Augen und Sturmfrisuren bei zurückkommenden Redakteuren Mode ist …

Viel Schub- aber auch viel Bremskraft

Sauschnell von 0 auf 35 km/h, brutal schnell von 35 auf 0 km/h – treffender lässt sich die Verzögerung am Alfine-Testrad wohl nicht beschreiben. Montiert sind zwar vorerst noch Disks aus dem XT-(Mountainbike)Regal, eine hydraulische Alfine-Scheibenbrems-Version mit 4-Finger Bremsgriff steht aber schon bereit.

Festzuhalten ist: Die auf Wunsch feinfühlig ansteuerbaren bis brachial zubeißenden Scheibenbremsen geben schon eine Ahnung dessen, welches Spaß & Sport-Potential in der Alfine steckt. Kurzum: eine Race-Nabenschalt-/Brems-Kombination – mit astreiner einfach-klaren Bedienung, extrem reduzierten Schaltkräften und kürzester Reaktionszeit auch beim Schalten unter Last, bei optimierter Wartungsarmut, höchster Wertigkeit und deutlich verbesserter Alltagstauglichkeit im Vergleich zu einer Kettenschaltung. Wann hat es das jemals gegeben? Alfine – ein Tausendsassa für moderne Spaßräder ist geboren!

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