Bekleidung aus Merino ist ideal fürs Radfahren.
Merino-Bekleidung

Merino-Bekleidung zum Radfahren: Ideale Eigenschaften

Wollt ihr Wolle?

Merino ist in. Immer mehr Sport- und ­Outdoorbekleidungshersteller verarbeiten ­Merino in ihren Produkten, denn die Wolle überzeugt mit tollen funktionellen Eigenschaften. Gerade für Alltags- und Tourenradler ist Merinobekleidung ideal geeignet.
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Eigentlich ist Schafwolle kein beliebtes Material im Sportbereich, da sie oft dick und kratzig ist. Doch Merino ist anders. Die sehr feine Wolle stammt vom Merino­schaf, welches ursprünglich in Nordafrika heimisch war. Schon seit dem 18. Jahrhundert gibt es Merinoschafe in Deutschland, auch wird da­raus auch schon seit vielen Jahrzehnten Kleidung hergestellt. Die Verwendung von Merinowolle in Sport- und Outdoorkleidung ist hingegen noch relativ neu. Die größten Wollproduzenten der Welt sind heute Australien und Neuseeland, aber auch Südafrika und verschiedene Länder Südamerikas. Von den europäischen Staaten gibt es ganz besonders in Spanien noch große Merinoschafherden.

Merinowolle hat ideale Eigenschaften für sportliche Aktivitäten

In den letzten Jahren wird die feine Merino­faser verstärkt bei Funktionskleidung eingesetzt, was an den herausragenden Eigenschaften der Wolle liegt. Weil die Faser fein gekräuselt und damit viel Luft gebunden wird, sorgt Merino für eine perfekte Temperaturregulierung: Sie wärmt im Winter und kühlt im Sommer. Sogar wenn sie feucht wird, behält die Wolle ihre Eigenschaften. Sie kann bis zu 30 Prozent ihres Eigen­gewichts an Wasser (z.B. Schweiß) aufnehmen und doch fühlt sie sich an der Oberfläche ­trocken an. Zugleich ist Merinowolle anti­bakteriell sowie geruchshemmend und daher besonders auf langen Touren bewährt. Wer auf einer mehrtägigen Radtour unterwegs ist, kann seine Merinobekleidung nachts an der frischen Luft auslüften und dann auch ohne Waschen erneut tragen. Manche Radfreunde behaupten gar, man könne Merinobekleidung drei Wochen lang ohne Waschgang tragen …

Merino hat eine exzellente Temperaturregulierung und eignet sich damit hervorragend für Radtouren.

Diese Wolle kratzt nicht

Nicht nur wegen des seltenen Waschens ist Merino ein umweltfreundliches Material: Für ihre Herstellung wird kein Rohöl benötigt und sie ist selbstverständlich ein nachwachsender Rohstoff. Merino ist schmutzabweisend und hat sogar einen natürlichen UV-Schutz. Und dann kommt hinzu: Merino ist leicht, sehr fein und fühlt sich wunderbar weich an! Auch Menschen mit empfindlicher Haut oder gar Neurodermitis haben in der Regel keine Probleme mit Juckreiz, weil die Wolle einfach nicht kratzig ist. Merino lädt sich außerdem nicht elektrostatisch auf.

Besonders für Touren geeignet

Merinowolle wird vor allem bei Trikots und Unterwäsche eingesetzt, also direkt auf der Haut getragen. Auch Menschen mit leicht schwitzigen Füßen sind dankbar über die trocknenden und geruchsminimierenden Eigenschaften von Merino­socken. Weil die Faser so fein ist, ist ­Merino allerdings auch weniger strapazierfähig. Besonders auf mechanische Reibung reagiert sie sehr empfindlich und wird deshalb selten bei Radhosen eingesetzt, hier wäre die Reibung einfach zu hoch. Und selbst bei bester Pflege und hoher Qualität bildet die Wolle nach längerem Gebrauch kleine Knötchen an der Oberfläche (sogenanntes Pilling). Ein weiterer Nachteil: Wer im Winter mit reiner Merino unterwegs ist und sehr viel schwitzt, kann unter Auskühlen des Körpers leiden. Denn die Wolle kann viel Feuchtigkeit aufnehmen, doch wenn die Aufnahmefähigkeit erschöpft ist, dann wird es schnell kalt, Merino trocknet langsamer als die meisten Synthetik­fasern. Bekleidung aus reiner Merino eignet sich daher besonders gut für Alltags- und Tourenradler. Und auch für launisches Wetter in Herbst und Frühjahr, da sich die Kleidung direkt den wechselnden Wetterbedingungen anpasst.

Merino und Synthetik kombiniert

Für den extremen Sportler ist Bekleidung mit einem Mix aus Merino und Synthetikfasern besser geeignet. Hier versuchen die Hersteller, die Eigenschaften der unterschiedlichen Materialien sinnvoll zu kombinieren. So kann mit zusätzlicher Synthetikfaser das Trocknen beschleunigt, aber auch Passform und Haltbarkeit optimiert werden. Egal, wie viel Prozent Merino drin steckt: Merinobekleidung sollte man möglichst von Rucksack-Riemen als auch von Klettverschlüssen fern halten – das sind sozusagen die natür­lichen Feinde der feinen Wolle.

Wichtiges über Gewichtsklassen

Im Handel stößt man bei Merino-Bekleidung häufig auf Gramm-Angaben, die irritieren können. Wichtig: Hier wird nicht das Gesamtgewicht des Kleidungsstücks angegeben, sondern das Gewicht des verwendeten Soffes in Gramm je Quadratmeter! Je höher diese Zahl ist, desto schwerer und dicker ist das Material. Die Gewichtsklassen 120 g und 150 g sind meist in leichter Merino-Sommer-Bekleidung zu finden, die Gewichtsklasse 200 g ist ein Ganzsjahres-Allrounder. Alle Gewichtsklassen drüber (260 g, 320 g) sind für den Winter bzw. für kälte-empfindliche Personen ideal.

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Merino-Bekleidung: Richtige Pflege

Wie bereits erwähnt: Merinobekleidung muss nicht oft gewaschen werden. Auslüften an der frischen Luft ist häufig ausreichend. Wenn Waschen doch mal notwendig ist, dann müssen Sie sich ebenfalls keine Sorgen machen. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Naturprodukten ist Merino sehr pflegeleicht. Bekleidung aus Merino ist bei 30 bis 40 Grad im Normalwaschgang mit der Maschine waschbar. Maschinenwäsche ist sogar der Handwäsche vorzuziehen, da beim Waschen per Hand Schmutzreste zurückbleiben können. Bevor aber die guten Teile in die Trommel kommen: Helle und dunkle Bekleidung trennen, Reißverschlüsse schließen, bedruckte Kleidung auf links drehen. Normales Vollwaschmittel reicht aus, es ist kein spezielles Wollwaschmittel nötig. Auf Weichspüler und Bleichmittel sollte verzichtet werden.

Die Bekleidung nicht im Trockner, sondern auf der Wäscheleine und nach Möglichkeit liegend trocknen. Je nachdem, ob das Bekleidungsstück komplett oder nur teilweise aus Merino besteht, gibt es unterschiedliche Ansprüche in der Behandlung. Schauen Sie daher unbedingt nochmal ins Etikett des jeweiligen Kleidungsstücks, da müssen alle wichtigen Pflegehinweise des Herstellers stehen.

Mulesing und Tierschutz

Immer wieder ist im Kontext von Merinowolle vom Mulesing (Deutsch: Mulesierung) zu hören. Dies ist eine Behandlung gegen schädliche Fliegenmaden, bei der die Haut rund um den Schwanz des Schafes ohne Betäubung und nachträgliche Wundversorgung entfernt wird. Diese umstrittene, da schmerzhafte Praktik ist traditionell vor allem in Australien und Neuseeland üblich – die beiden Länder, die auch am meisten Merino exportieren. Seit mehreren Jahren gibt es in Australien den Beschluss, auf Mulesing zu verzichten bzw. nur noch unter dem Einsatz lokaler Betäubung anzuwenden. Und in Neuseeland haben sich Wollproduzenten auf einen freiwilligen Verzicht geeinigt.

Produkte mit dem Siegel „MAPP – Merino Advanced Performance Programme“ oder „ZQ Merino“ sind beispielsweise Mulesing-frei. Weil es aber bis heute kein richtiges Gesetz dagegen gibt, verzichten einige deutsche Hersteller komplett auf den Import von Merinowolle aus Neuseeland und Australien. In Deutschland ist Mulesing aus Tierschutzgründen verboten.

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