Finnland, Reise
Exklusive Radtour von Helsinki über Tallinn nach St. Petersburg

Rund um den Golf von Finnland

Exklusive Radtour von Helsinki über Tallinn nach St. Petersburg

Am Golf von Finnland liegen drei der interessantesten Städte der Ostsee. Das eher modern geprägte Helsinki liegt dem mittelalterlichen Tallinn gegenüber. Und an der Mündung der Newa ­befindet sich mit St. Petersburg eine der prachtvollsten Städte Europas. Aber die drei Städte per Rad? Oh ja!
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Helsinki, Tallinn und St. Petersburg – diese drei Städte mit dem Fahrrad zu verbinden, mag kühn erscheinen. Russland mit dem Rad? Wir ernten Kopfschütteln im Freundeskreis. Aber gerade das spornt uns an.

Per Fähre geht es nach Helsinki. Von dort ­direkt weiter nach Osten. Porvoo ist unsere erste Station. Die Altstadt wirkt wie ein einziges Freilichtmuseum, versprüht Nostalgie: bunte Holz­häuser, Kopfsteinpflaster, kleine Geschäfte bieten finnische Design-Produkte an. Hübsch! Hier machen wir eine Pause, gönnen uns Makkaraperunat: Kartoffeln mit Brühwurst und eingelegten Gurken. Ein Klassiker, und gut für die Energiereserven.

In den nächsten Tagen folgen wir der finnischen Küste bis zur russischen Grenze. Es geht durch Wälder, vorbei an idyllischen Holzhäuschen und unzähligen Findlingen. Die Ruhe ist fantastisch. Wo wir auf der Straße radeln müssen, tun wir dies sorgenfrei: Die Finnen pflegen offenbar einen defensiven Fahrstil.

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Große Hilfsbereitschaft

Ein Platten lässt uns auf der schönen Neben­strecke kurz hinter Hamina eine Zwangspause einlegen. Ein Finne fährt mit dem Auto vorbei und stoppt. Auf glasklarem Englisch fragt er, ob wir Hilfe brauchen. Wir freuen uns über die Hilfsbereitschaft, lehnen aber dankend ab: Wir deuten auf unseren Ersatzschlauch. Wie heißt das Teil noch auf Englisch? Egal: Kiitos! Danke!

Wir passieren die russische Grenze und erreichen Vyborg. Den Ausblick von der Burg lassen wir uns nicht nehmen. Kyrillisch ist jetzt angesagt. Zum Glück finden wir in unserer Routenbeschreibung auch die kyrillische Schreibweise der Orte. Das hilft, die Namen auf den Straßenschildern zu erkennen. Schnell haben wir uns an das Schriftbild gewöhnt. Und daran, dass hier längst nicht jeder Englisch versteht. Aber das steigert nur das Abenteuer, und die herzlichen Menschen geben sich die größte Mühe.

Traumstrände

Es geht weiter entlang der Küste, mit Station im beliebten Seebad Selenogorsk. Weitläufige ­Strände, ein Traum! Am Horizont erscheint alsbald die Silhouette von St. Petersburg, das versetzt uns in Vorfreude. Im Speckgürtel der zweitgrößten Stadt Russlands tauchen wir bereits ein in eine andere Welt. St. Petersburg hat geradezu majestätisches Flair, trumpft mit unzähligen Prachtbauten auf. Der Blick von der Peter-und-Paul-Festung auf die herrliche Eremitage, im Vordergrund die mächtige Newa, wird uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Auch wenn die Einfahrt nach St. Petersburg erstaunlich entspannt verlief: Die Räder lassen wir für die Stadterkundung bewusst stehen – schon allein weil das Metrofahren ein Erlebnis ist.
Über Peterhof mit dem „russischen Versailles“ fahren wir weiter nach Estland. Dort erwartet uns ein radlerisches Sahnestück: Einen ganzen Tag haben wir Zeit für den Lahemaa-Nationalpark, als Tagesfahrt, ohne Gepäck. Wir beginnen mit einem Besuch im Nationalpark-Zentrum in Palmse und holen uns dort Inspiration.

Zauberhafte Atmosphäre

In dem kleinen Dorf Käsmu herrscht eine zauberhafte Atmosphäre: Hübsche Holzhäuser, gepflegte Gärten, abermals haufenweise Findlinge. Wir gelangen an die Nordspitze der gleichnamigen Halbinsel. Wer möchte, stellt sein Rad ab und geht zu Fuß weiter. Der Ausblick auf die findlingsübersäte Küste ist herrlich! Hier stehen noch alte Militärgebäude aus Sowjetzeiten, die in dieser pittoresken Landschaft ziemlich deplatziert wirken … Im Anschluss umrunden wir die Halbinsel Pärispea. Das Radfahren in Lahemaa ist wirklich ein Traum, das Straßennetz ist dicht, die Wege sind gut und wenig befahren.

Tallinn bildet den krönenden Abschluss unserer Reise. Dieses mittelalterliche Kleinod entführt in die Zeit der Hanse. Stadtführer schlendern in historischer Kluft über den Marktplatz, es werden traditionelle Handwerkskunst und Wollwaren verkauft, mittelalterlich anmutende Restaurants offerieren Wildschweingerichte, deftiges Knoblauchbrot und Honigbier. Wieder etwas für die leergefahrenen Energiereserven.
Mehr als 900 Kilometer Abenteuer liegen hinter uns. Der Abschied fällt nicht leicht. Unser Fazit: Eine Tour für Radler, die das Besondere lieben!

INFO
Die Tour „Per Rad rund um den Golf von Finnland“ findet sich im Programm des Reiseveranstalters und Radreise-Spezialisten Schnieder Reisen. Die 18-tägige Tour ist buchbar ab 1.379 Euro p.P. im Doppelzimmer (inkl. Fähre ab/bis Lübeck-Travemünde).

Schnieder Reisen – CARA Tours GmbH
Hellbrookkamp 29, 22177 Hamburg,
www.schnieder-reisen.de,
info@schnieder-reisen.de,
Tel.: 040-3802060
Die Tour wird mit dem eigenen Rad gefahren. Der Routenverlauf ist bewährt, die Unterkünfte sind organisiert. Eine ausführliche Routenbeschreibung, Kartenmaterial und die GPS-Daten (gpx) der einzelnen Tagesetappen werden von Schnieder Reisen zur Verfügung gestellt.

Tourencharakter
Die individuelle Radreise richtet sich an routinierte TourenradlerInnen. Eine solide Kondition und reisetaugliche Räder sind erforderlich.
Die Tour führt meist über Landstraßen, teils über gut fahrbare Waldwege und Nebenstrecken. Abschnitte entlang stärker befahrener Landstraßen lassen sich nicht vermeiden, vor allem in der Nähe größerer Städte. Radwege bilden in dieser Region eher die Ausnahme. Einige lange Tagesetappen von bis zu 115 km und das Streckenprofil erfordern Kondition und gute Nerven. Zwei Tage in St. Petersburg sorgen für eine kleine Erholungspause zur Halbzeit.

Was sonst noch?
Individuelle und GPS-gestützte Radreisen, aber auch Gruppenreisen zählen zum Angebot von Schnieder Reisen. Reiseziele sind vor allem das Baltikum, Polen und Russland, außerdem Skandinavien, Großbritannien und Irland. Im Programm finden sich moderate Reisen für Genussradler, aber auch ambitionierte Touren für erfahrene Radurlauber.

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