Tachos fürs Fahrrad im Test: 8 Fahrradtachos ohne GPS
Tachos ohne GPS im Test: Tempokontrolle
Tachos fürs Fahrrad im Test: 8 Fahrradtachos ohne GPS
in Test & Teile
in Test & Teile
GPS-Bike-Computer sind super nützlich. Wenn man sich den Weg weisen lassen möchte, geht das mit Pfeil- oder Kartennavigation, sogar mit Sprachansage. Nebenbei zeichnen die Geräte noch alle möglichen Fahr- und Leistungsdaten auf, lassen sie sich mit dem Smartphone koppeln und so im Funktionsumfang noch erweitern. Wer aber schlicht eine Tour fahren möchte, wer täglich zur Arbeit fährt oder wer sich sowieso lieber auf Karten verlässt, für den ist so ein Computer meistens deutlich überzogen. Von ihrem Funktionsumfang kann man auch schnell überfordert sein. Zudem kosten die Geräte nicht selten mehrere hundert Euro.
Gerade für Alltagsfahrer bieten sich darum die weit einfacher gestrickten, klassischen Fahrradtachos an – nein, nicht die ganz alten mit Tachowelle. Statt GPS, Bluetooth und Trainingswerten in Farbe gibt es schlichte kleine Schwarz-Weiß-Displays, meist mit übersichtlicher Darstellung von grob gesagt Geschwindigkeit, Strecke und Fahrzeit. Werte wie maximale und durchschnittliche Geschwindigkeit, dazu teils ein Vergleich zum aktuellen Tempo reizen den Sportsgeist dennoch.
Diese Einfachheit bringt noch einen nicht unwesentlichen Vorteil mit. Denn statt stromhungriger Funktionsmonster, sind die Tachos echte Energiesparmeister. Statt täglich den Akku zu laden – hält er überhaupt bis zum Ende der Tour? – reicht eine kleine Knopfzelle für locker ein bis zwei Jahre. Bei täglicher Nutzung. Ein echter Sorglos-Punkt!
Solange es sich um ein kabelgebundenes Modell, wie im Test der Contec CBC464, handelt, bleibt es sogar bei einer Batterie mit zudem noch geringerem Strombedarf. Alle anderen sieben Test-Tachos schicken die Impulse per Funk vom Sensor zum Gerät. Das macht eine zweite Batterie und einen etwas höheren Energiebedarf nötig.
Leistbare Preise
Die Geräte im Test bewegen sich preislich zwischen 11 und 50 Euro. Dabei markiert der Tacho SPGood Waterproof Wireless Bicycle Computer den Einstieg. Bei gut 20 Euro liegt das zweite über Amazon erhältliche Modell, der Icocopro WLS 20. Knapp darüber starten die Händlermarken mit dem Contec. Mit 49,95 Euro liegen der Sigma BC 10.0 Wireless und VDO R2 WL am oberen Ende. Der Preis gibt zunächst wenig Auskunft über den Funktionsumfang. Eher spiegelt sich in ihm der Gesamteindruck aus Bedienung, Funktionalität, Montage, Verarbeitung, Wertigkeit wider. Ein direkt eindeutiger Zusammenhang ist allerdings auch nicht gegeben. Zudem kostet die Funktechnik im Allgemeinen mehr als die Kabelübertragung. Wer also die etwas weniger aufwendige und schnörkellose Montage vorzieht, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Um das vorwegzunehmen: ein technischer Nachteil ist, bis auf die doppelte Batterie, weder das eine noch das andere. Wenn dann, bietet ein Funkmodell noch die Möglichkeit, das Gerät etwas einfacher auf ein anderes Rad umzuziehen. Unterschiede sind eher ästhetischer Natur: hier das sich nach unten windende Kabel, dort die größeren Sensoreinheiten. Moderne Funktachos sind theoretisch auch sensibel für Störungen etwa durch Stromleitungen. Im Test trat das aber nicht auf. Und wenn ein Kabel schön und sauber verlegt wurde, ist es auch nur wenig schadensanfällig.
Sensor-sensibel
Entscheidend für die Funktion ist die Montage und richtige Platzierung der Sensoren und der Magnete. In allen Fällen, im Test, wird ein Mindestabstand von drei, teils fünf Millimetern zwischen beiden Einheiten empfohlen. Dabei können die Funksensoren dank ihrer Größe freier entlang der Gabel platziert werden. Sie lassen sich frei um die Gabel und teils zusätzlich in der Basis möglichst nah an die Speichen hindrehen. Der schlankere Kabelsensor hat nur eine optimale Position, nämlich dort, wo sich Gabel und Speichen am nächsten kommen. Für alle Tachos im Test gilt zum Glück, dass man den Mindestabstand durchaus auch etwas großzügiger auslegen darf. Probleme gab es dabei nicht. Alle Magnete im Test können sich zusätzlich aber verdrehen. Das gilt für die mit Schrauben fixierten Magnete aller Bauarten wie für die angeklickten von Sigma und VDO. Eventuell hilft ein Tropfen Schraubensicherung. Die flachen Magnethalter von Cateye, Ciclo, Contec, der größere von SPGood sowie die beiden Clickmagnete schonen die Speichen. Der von Icocopro dagegen zieht die Schraube direkt auf die Speiche.
Wichtig ist es auch, die Sensorzone mit dem Magnet recht genau abzudecken und die ist etwa bei Cateye, Modell Quick, ziemlich schmal. Ein echtes Problem stellt das aber nicht dar. Ganz ohne Magnet kommt der Van Rysel BC 500 aus. Er nutzt stattdessen einen Drehsensor, der um die Nabe gespannt wird und sogar am Hinterrad eingesetzt werden kann. Praktisch, wenn man einen Nabendynamo hat.
Bei Funktachos geben die Hersteller Maximaldistanzen zwischen Sender und Empfänger vor. Das wurde im Test in keinem Fall problematisch.
Pragmatische Funktionen
Alle Testgeräte haben im Wesentlichen die gleichen Grundfunktionen: aktuelle, maximale und Durchschnittsgeschwindigkeit. Ob man schneller oder langsamer als im Durchschnitt fährt, wird gerne mit kleinen Pfeilen dargestellt. Weiterhin liefern die Geräte Trip-, Durchschnitts- und Gesamtfahrzeit, dazu Trip- und Gesamtkilometer. Außerdem die Uhrzeit, Datum und öfter auch Temperatur. Die Tachos von Sigma, VDO und SPGood geben nach voreingestelltem Streckenintervall Wartungserinnerungen aus. Den Batteriestand stellen einige ebenfalls dar. Eine genaue Übersicht über alle Funktionen gibt die untenstehende Tabelle. Daraus wird auch ersichtlich, dass die teuersten Tachos, nämlich die von Cateye, Sigma und VDO keine Beleuchtung integriert haben. Dadurch kann man sie nur bei Helligkeit wirklich nutzen. Auch wenn sie nachts trotzdem die Daten aufzeichnen, das schränkt doch deutlich ein. Alle anderen lassen sich per Tastendruck für einige Sekunden erhellen. Der Ciclo Protos 213 bietet zudem die Möglichkeit, ein Dauerlicht einzuschalten. Die Funktion versteckt sich hinter dem Begriff „Pendlerfunktion“. Eingeschaltet wird das Licht über eine der meist zwei Tasten. Beim Icocopro schalten beide Tasten bei jedem Ändern der Ansicht das Licht für einige Sekunden ein. Ärgerlicherweise erzeugt das Licht deutliche Darstellungsfehler. Daher ist dieser faktisch nur sehr eingeschränkt nutzbar. Allgemein sind die Displays aber gut und übersichtlich ablesbar, auch bei Sonnenlicht. Das inverse Display des Cateye sticht dabei noch mal heraus. Die Werte werden meist in zwei, teils angenehm groß, bei Ciclo in vier Zeilen dargestellt.

Die Funktionen der Tachos im Überblick.
Bedienung meist intuitiv
Bedient werden die Tachos mehrheitlich mit zwei Tasten oder mit einer wie im Fall von Cateye, Sigma und VDO. Nur eine Taste zu nutzen, macht die Bedienung im Prinzip sehr intuitiv. Aber auch mit zwei Tasten kommt man bei den anderen Geräten, teils nach etwas Eingewöhnung, gut zurecht. Zum Einstellen der Grundwerte muss man bei den Eintastern zusätzlich einen kleinen Knopf drücken. Das ist bei Cateye komplizierter, bei Sigma und VDO einfach und gut mit dem Finger machbar. Überhaupt ist das Einrichten bei Sigma und VDO sehr einfach, die Bedienungsanleitung verwirrt aber zunächst durchaus. Mit guter Anleitung und guter Bedienung punkten Ciclo und Contec.
Ideal funktioniert so ein Tacho nur mit dem richtigen Radumfang. Nur damit kann der Computer die Magnetumdrehungen richtig umrechnen. Als Hilfe bieten alle Anleitungen eine Tabelle mit Standardwerten für Reifenmaß und zugehörigem Radumfang. Mal fällt die Tabelle sehr knapp aus, mal ist sie sehr umfangreich. Allerdings sind das nur Richtwerte. Wer es individuell genau haben will, misst mit Kreide und Maßband den Abrollumfang direkt am eigenen Rad. Dabei kommen durchaus deutliche Abweichungen heraus. Nachvollziehbar, wenn man die vielen verschiedenen Felgenprofile berücksichtigt. Welche Werte man nutzt, ist jedem selbst überlassen. Sigma und VDO bieten mit voreingestellter Laufradgröße eine noch einfachere Option.
Tachos im Test: So haben wir bewertet
In die Bewertung sind verschiedene Faktoren und Aspekte eingeflossen. Diese wurden dann in den in der Testübersicht aufgeführten Punkten zusammengefasst. Zum Beispiel sind Helligkeit, Beleuchtung und damit auch Nutzbarkeit nachts, Spiegelung und Kontrast zu „Ablesbarkeit“ zusammengefasst. „Montage“ bezieht auf die Summe aus der Erstmontage von Magnet und Halter sowie Einsetzen und Herausnehmen des Tachos. „Funktion“ bewertet, wie sinnvoll und umfangreich der Funktionsumfang ist, ob es Fehler in der Anwendung gibt. Unter „Bedienung“ fällt sowohl die Handhabung im Alltag als auch die Einrichtung vor der ersten Benutzung und die Benutzerfreundlichkeit der Bedienungsanleitung. „Verarbeitung“ erklärt sich von selbst und bezieht alle Elemente ein.
Fazit
Außer dem SPGood, der teils Fantasie- und Geisterwerte produziert, und dem fehlerhaft beleuchteten Icocopro, beide über Amazon beziehbar, können wir die Tachos voll empfehlen. Sie bedienen teils etwas unterschiedliche Ansprüche. Da ihnen das Licht fehlt, fallen die Modelle von Cateye, Sigma und VDO leider ab. Sonst sind sie top. Der Van Rysel ist meistens sehr unkompliziert zu montieren. Mit dem Ciclo Protos 213 ist ein mittelpreisiges Modell quasi unser Testsieger. Und der kompakte Kabel-Tacho von Contec ist der klare Preis-Leistungs-Tipp.
Diese Tachos haben wir getestet
| Marke | Modell | UVP | Prädikat | Bezug |
| SPGood | Waterproof Wireless Bicycle Computer | 10,99 Euro | Jetzt bestellen | |
| IcocoPro | 20 WLS | 20,99 Euro | Jetzt bestellen | |
| Contec | CBC 464 | 21,95 Euro | Preis/Leistung | Jetzt bestellen |
| Ciclosport | Protos 213 | 29,99 Euro | Empfehlung | Jetzt bestellen |
| Van Rysel | BC 500 | 29,99 Euro | Jetzt bestellen | |
| Cateye | Quick | 44,95 Euro | Jetzt bestellen | |
| Sigma | BC 10.0 Wireless | 49,95 Euro | Jetzt bestellen | |
| VDO | R2WL | 49,95 Euro | Jetzt bestellen |


