Reiseräder 2026 im Test: Fahrräder für Touren, Reisen & Abenteuer
Soweit die Pedale tragen
Reiseräder 2026 im Test: Fahrräder für Touren, Reisen & Abenteuer
in Test & Teile
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Raus aus dem Alltag und auf andere Gedanken kommen – manchmal ist einfach ein Cut nötig, um sich zu sammeln, zu erholen und verbrauchte Kraft neu zu tanken. Urlaub mit dem Auto, rein in den Flieger oder rauf aufs Rad? Als nachhaltigstes Fortbewegungsmittel ist das Fahrrad unschlagbar. Aber auch, um ganz langsam in eine andere Welt abzutauchen. Das Abenteuer fängt dann bereits an der nächsten Ecke an.
Radtour oder Radreise?
Wer hier reinschnuppern möchte und größer denkt, dem empfehlen wir zunächst klein anzufangen. Ein Wochenende auf dem Rad mit einer einfachen Übernachtung in einer Pension oder einem Hotel in der Heimatregion – ohne Begleitfahrzeug – ist das richtige Startpaket: Die Vorbereitung ist moderat, der Erkenntnisgewinn und der Spaß riesig. Also: Auf ins Abenteuer!
Damit wäre die Frage, wann eine Fahrradtour eine Reise ist, eigentlich bereits beantwortet: Wenn die Unterwäsche mindestens einmal gewechselt und auf dem Rad mitgenommen werden muss. Dies bedeutet ein gewisses Maß an Vorbereitung: Die Strecke bedarf einer Vorplanung, eine Übernachtungsmöglichkeit sollte vorgedacht und das Rad für den Einsatz hin gecheckt werden.
Welches Rad für Einsteiger?
Für das oben erörterte kleine Abenteuer vor der Tür, das auf gut ausgebauten Radwegen und Nebenstraßen führt, ist z. B. ein gut ausgestattetes Tourenrad wie das BBF Treviso Pro für schlanke 1199 Euro aus unserem Test das ideale Rad: Leicht, wendig, einfach zu handhaben und ein stabiler Gepäckträger trägt die Packtaschen. Die Shimano Kettenschaltung bietet eine breite Übersetzung: der Berggang mit 1,6 m Entfaltung ist schon kletterstark. Im Vergleich zu den Spezialisten ist das BBF eher der Generalist und weniger robust ausgestattet, rollt dafür mit dem schlanke Reifen flott und macht leicht Kilometer.
Bereit fürs wilde Abenteuer
Außergewöhnlich in unserem Testfeld der Reiseräder ist zweifelsohne das Abenteuer-Rad VSF FM AX-1000. Denn Stahlspezialist VSF weiß, dass jeder „sein“ Abenteuer anders definiert und stellt mit dem AX-1000 ein extra robustes Rad mit minimalistischer Ausstattung hin, dessen Transportkomponenten von jedem selbst individuell angebaut werden können. Starres Rahmenset, gekapseltes Pinion-Tretlagergetriebe und MTB-Laufräder für den Einsatz im tiefen Gelände; Montagepunkte für Lowrider, Gepäckträger, Spritzschützer & Co hat es ausreichend. Für 2999 Euro ein interessantes Rad für Geländereisen.
Die Abteilung der Räder für herausfordernde und lange Reisen beginnt beim Stevens. Die Hamburger präsentieren mit dem Stevens Caleta 9.2 ein Top-Tourenrad mit Reisekomponenten zum verhältnismäßig fairen Preis. Komplett starres Rahmenset, Pinions 18-Gang-Tretlagerschaltung und Supernova-Beleuchtung mit Fernlicht sind die Highlights des Caleta, das uns beim Preis von 4399 Euro einen Preis-Leistungs-Tipp wert ist.
Beim Rennstahl 853 PI Touring Reiserad schwört der Münchner Hersteller 1Bike4Life auf Stahl als Rahmenmaterial und kombiniert den robusten Rahmen ausschließlich mit reiseerprobten Komponenten wie Pinions C1.12 Tretlagergetriebe, Magura MT5 Scheibenbremsen und schwäbische Lichttechnik von Son. Mit der etwas schmaleren Bereifung rollt das Rennstahl leicht auf festen Untergründen und leichten Schotterwegen. Für 5641 Euro könnte man mit dem Rennstahl das Ende der Welt anvisieren.
Seit mehr als 30 Jahren konfektioniert die Radmanufaktur Velotraum aus Weil der Stadt bei Stuttgart Fahrradträume nicht nur für Nerds. Wem ein normales Rad nicht passt, den schickt man nach Weil der Stadt, Velotraum macht’s passend. Das Velotraum Rooter R4 ist konsequent für die Weltumradlung aufgebaut. Als Rahmenmaterial setzt Velotraum auf Alu mit einer starren Stahlgabel. Als Schaltung vertrauen die Schwaben dem als unzerstörbar geltenden Nabengetriebe Speedhub von Rohloff, dessen Naben vermutlich die Strecke zum Mond und zurück längst schon absolvierten. Das Fernlicht kombiniert mit Sons-Nabendynamo und die weit gebogenen Hörnchen am Lenkerende ermöglichen vielfältige Griffmöglichkeiten. Für 5986 Euro lässt Velotraum Weltreisen real werden.
Edles Reiserad aus München
Ebenfalls aus der Münchner 1Bike4Life Radmanufaktur kommt ein ganz edles Reiserad, das Falkenjagd Hoplit Pi Touring. Das eher unscheinbar wirkende Rad ist rundum aus Titan: Rahmen, Gabel, Lenker, Vorbau, Sattelstütze, Gepäckträger und Lowrider! Das unverwüstliche Material macht es zum Weltenbummler, mit Pinions Smart Shift kann man elektrisch schalten, 9876 Euro werden für das Edel-Reiserad aufgerufen, das genauso wie das nächste Top-Reiserad die Bestnote 1,3 erzielt.

Das beladene Falkenjagd Hoplit Pi Touring bei einer Testfahrt über Schotter am Donauufer
Mit dem Idworx oPinion Wachtberg-Edition konstruierten die Idworx-Macher ein Reiserad bis ins Detail. Ein eigens entworfener Alurahmen mit abgeflachtem Oberrohr und breiter Carbongabel mit integrierten Dynamo-Kontakten und mittig eingespeichtem Vorderrad mit extrabreiten Carbonspeichen ist durchdacht. Dass Gerrit Gaastra nicht auf einen Gates-Riemen setzt, fand auch unser Geschäftsführer bemerkenswert: „Eine Kette kann man auch am Ende der Welt kaufen, bei einem Gates-Riemen wird’s da eher schwierig“, erläutert der erfahrene Extremradreisender. Das Kettenblatt des Idworx ist aus Messerstahl und besonders abriebfest. Außerdem kann man das 39er Kettenblatt mit dem 35er Ritzel am Hinterrad tauschen und erhält so eine noch kleinere Entfaltung von 1,2 bis 6,8 m pro Kurbelumdrehung. So gesehen erhält man beim Tausch noch zwei zusätzliche Berggänge dazu. Das Idworx-Gesamtkonzept überzeugt uns und verdient den Gesamtsieg im Radfahren Reiserad-Test 2026. Für das Idworx oPinion Wachtberg-Edition werden 8328 Euro aufgerufen.
Kleine Details, große Wirkung
Auf ein paar Details wollen wir noch eingehen, die beim Reiserad wichtig sind.
Zugverlegung: Innen oder außen am Rahmen? Schaltzüge und Bremsleitungen in den Rahmen zu integrieren, schützt sie vor mechanischen Einflüssen, lässt sich aber im Wartungsfall nicht ohne Werkstatt reparieren.

Reisen heißt nicht gleich, in ferne Länder zu streben. Auch die Erkundung der eigenen heimatlichen Region mit dem Rad ist spannend und erweitert den Horizont
Pedale: Kombinierte Flat- und SPD-Klickpedale sind auf Reisen eine beliebte und bewährte Kombination für ergonomisches Treten und Sicherheit.
Bereifung: Stollen oder nicht? Robuste, pannenfeste Tourenreifen rollen leicht ab, das macht sich auf langen Touren bei weniger Krafteinsatz bemerkbar. Stollen bieten Grip im Gelände, haben jedoch einen größeren Rollwiderstand und nutzen sich bald ab.
Kette oder Riemen: Eine Kette gibt’s auch am Ende der Welt. Wer in Europa reist, findet am wartungsfreien Riemen Gefallen.
Lowrider an der Gabel: Wir fuhren auf vier der sieben Testräder mit Lowridern und proppevollen Gepäcktaschen von Ortlieb und Vaude. Das hemmt die Steuerbarkeit, man braucht etwas mehr Kraft zum Lenken. Aber man gewöhnt sich daran. Die Packtaschen müssen gut befestigt werden.
Diese Reiseräder haben wir getestet
| Marke | Modell | Preis | Prädikat | Bewertung |
| BBF | Treviso Pro | 1199 Euro | Einsteiger-Tipp | 2,0 – Gut |
| VSF Fahrradmanufaktur | AX-1000 | 2999 Euro | 1,8 – Gut | |
| Stevens | Caleta 9.2Testbrief | 4399 Euro | Preis/Leistung | 1,6 – Sehr gut |
| Rennstahl | 853 PI TouringTestbrief | 5641 Euro | 1,4 – Sehr gut | |
| Velotraum | Rooter R4 | 5986 Euro | 1,4 – Sehr gut | |
| Idworx | oPINION Wachtberg-Edition | 8238 Euro | 1,3 – Sehr gut | |
| Falkenjagd | Hoplit PI TouringTestbrief | 9876 Euro | Empfehlung | 1,3 – Sehr gut |
Die ausführlichen Testberichte lesen Sie in der Radfahren 3/2026. Hier können Sie die Ausgabe als Printmagazin oder E-Paper bestellen.
