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Cannondale, E-Gravelbike, Testbericht

Neo Carbon Lefty: Cannondale präsentieren High-Tech Gravel E-Bike

Neo Carbon Lefty: Neues High-Tech Gravel E-Bike von Cannondale

Neo Carbon Lefty: Cannondale präsentieren High-Tech Gravel E-Bike

Mit dem Neo Carbon Lefty springt Cannondale auf den Gravel E-Bike-Zug auf. Wir sind das sportliche Elektrofahrrad als eine der ersten gefahren - und waren von der Performance begeistert.
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Wie viele andere Hersteller, beispielsweise Bergamont oder Specialized, hat auch Cannondale im Jahr 2020 den Markt für Gravel E-Bikes betreten. Mit dem Neo Carbon Lefty 3 interpretieren die US-Amerikaner sportliches Elektroradfahren mit Rennlenker auf eine komfortable Art und Weise – wie eine ausgiebige Testfahrt durch den Münchner Norden an der Isar entlang unter Beweis stellt.

Einen Blick in die Produktpräsentation hatte ich vorab schon mal geworfen. Eine Ausstattung vom Feinsten, die mir dort präsentiert wird. Besonders neugierig bin ich auf die Single-Crown Federgabel, die Cannondale speziell für das Gravelbiking entwickelt hat.

Neo Carbon Lefty 3 mit Bosch-Power

Nach dem Einstellen der Sitzhöhe sowie Sattelposition rolle ich vom Hof. Wobei rollen maßlos untertrieben ist – der Bosch PowerTube 500 Wattstunden Mittelmotor sticht, kaum von der Leine gelassen, sofort mit ordentlich Schubkraft heraus.

Das mittig am Lenker montierte Bosch Purion Display zeigt mir schnell eine Geschwindigkeit im Mittzwanziger-Bereich an. Der Wechsel zwischen den Modi für die elektronische Unterstützung geht spielend.

Im Turbo Modus flitzt das Neo Carbon regelrecht die ersten Anstiege hinauf – und macht mir eines unmissverständlich klar: Ich habe ganz schön Power, mein Freund!

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Dass die Freundschaft auch ganz meinerseits entstehen wird, ist zu keiner Sekunde anzuzweifeln. Mit seinen 18,3 Kilogramm Kampfgewicht (inklusive Pedale) ist das Gefährt mit seinem BallisTec Carbon Rahmen verhältnismäßig leicht.

Dem ersten Eindruck nach hält das sportliche Pedelec stärkeren Belastungen im Gelände und auf Anfahrten auf den Waldwegen stand.

Kurzum: Das Fahr- und Pedaliergefühl ist dem eines unmotorisierten Gravelbikes sehr ähnlich. „Gute Arbeit“, möchte man über den Atlantik in die Staaten rufen.

Cannondale, E-Gravelbike, Testbericht

Cannondales erstes E-Gravelbike: Das Neo Carbon Lefty 3.

Lefty Oliver Federgabel

Mit Speed über Schotterwege auf und ab fahrend, erweist sich die Cannondale Lefty Oliver Federgabel während meiner Feierabendtour als das Prunkstück des High-Performance Gravel-Bikes. Individuell einstellbar, 30 Millimeter stoßabsorbierenden Federweg sowie eine steife und präzise Handhabungsstruktur – so lauten die Pluspunkte der sanft-sensiblen Federgabel. Mit einem Gewicht von schmalen 1.340 Gramm punktet das Leichtgewicht ebenfalls.

Ich merke schnell, dass sich Cannondale hier ins Zeug gelegt und das revolutionäre KingPin-Federungssystem speziell für das Gravelbiking weiterentwickelt hat.

Während einer kurzen Trinkpause mache ich mich mit dem Lockout (mit Blow-Off-Ventil) vertraut. So absorbiert die Gabel selbst in blockiertem Zustand Schläge und der Fahrer behält die Kontrolle über die Abenteuermaschine.

Gravel E-Bike mit Fahrkomfort

Auf der Weiterfahrt lerne ich auch immer mehr die sehr gut ausbalancierte Fahrposition zu schätzen. Aufrecht genug für Komfort auf längeren Strecken sowie gute Kontrolle beim Befahren von Schotter- und Waldwegen. Die griffigen und wendigen Dimension-Reifen (650b x 42c) scheinen mir ebenfalls optimal gewählt, um Fahrkomfort und Geländetauglichkeit genießen zu können. Optional können auch 650b x 48mm oder 700 x 37c aufgeschnallt werden, der eine gute Straßengeschwindigkeit und Schotterhaftung bieten soll.

Was ebenfalls positiv auffällt: Die linken und rechten Sitzstreben werden durch den LockR-Steckachs-Drehzapfen von Kingpin miteinander verriegelt, wodurch eine unabhängige Drehung verhindert wird.

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Kompakt und perfekt im Sichtbereich: Das Bosch Purion Display.

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Individuell einstellbar mit einem 30 Millimeter langen stoßabsorbierenden Federweg: Die Lefty Oliver Federgabel.

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Power und Schubkraft: Der Bosch PowerTube 500Wh Mittelmotor

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Die Shimano SLX 11-42 Kassette am Hinterrad.

Auch nach knapp zwei Stunden auf dem Scoop Shallow Sport Sattel von Fabric, mache ich mir über die verbleibende Reichweite des im Unterrohr verbauten Akkus (Bosch PowerTube 500Wh) keine Gedanken. Bis zu 127 Kilometer sollen laut Cannondale möglich sein.

Da geht was!

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Shimano Scheibenbremsen

Die hydraulischen Scheibenbremsen von Shimano packen auf Abfahrten präzise zu. Außerdem liefert ein integrierter Radsensor genaue Geschwindigkeits-, Routen- und Entfernungsinformationen – abrufbar über die kostenlose Cannondale-App, welche den Fahrer auch an einen erforderlichen Service erinnert.

Die Kassette am Hinterrad (Shimano SLX 11-42) hat elf Ritzel – leider fehlt eine Kettenführung, die das Herabfallen der Kette verhindert. Für etwas längere Ausfahrten und vor allem im Sommer sehr gut: Die zwei Flaschenhalter-Vorrichtungen am Chassis.

Dass standardmäßig keine Spritzschützer vorhanden sind, stört mich auf meiner trockenen Feierabendtour in den Münchner Sonnenuntergang nicht. Eine nachträgliche Installation empfiehlt sich aber bei regelmäßigen Ausfahrten in matschigem Gelände sehr.

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Das Neo Carbon Lefty ist mit einem Rennlenker ausgestattet.

Cannondale überzeugt

Apropos Sonnenuntergang: Meine Testfahrt neigt sich allmählich dem Ende zu, mit Vorder- und Rücklicht habe ich den silbergrauen Boliden, der in den Rahmengrößen S, M, L, XL erhältlich sein wird, noch nicht ausgestattet.

Die verbleibenden zwei Kilometer bis nach Hause auf Asphalt durch die Stadt fahrend, begeistert mich einmal mehr das souveräne Fahrgefühl, egal auf welchem Untergrund. Agil, souverän und pfiffige Technik – drei Schlagworte, mit denen sich das Gefährt beschreiben lässt.

Fahrradfahren und Rücksicht nehmen – Tipps, Regeln und Gesetze

Mit dem Topstone Neo Carbon Lefty 3 hat Cannondale eine starke Kombination aus E- und Gravel-Bike auf den Markt gebracht, die mit großem Fahrspaß auf unterschiedlichsten Untergründen überzeugt. Die neue Lefty Oliver Federgabel verhindert Wippen und Eintauchen beim Bremsen und beeindruckt durch ihr effizientes und komfortables Fahrgefühl.

Für 5.799 Euro ist die robuste Spaßmaschine ab sofort zu haben – und seinen Preis definitiv wert.

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