Low-Budget-Bikes, Günstige E-Bikes, Test, E-Bike, E-Bike-Test, Kaufberatung

Low-Budget-Bikes im Test: Günstige E-Bikes bis 2299 Euro

Darf’s auch etwas weniger sein?

Low-Budget-Bikes im Test: Günstige E-Bikes bis 2299 Euro

Während Kaufpreise für E-Bikes und Komponenten namhafter Qualitätshersteller seit Jahren stetig steigen, sind potentielle Käufer Inflationen und daraus resultierenden immer höheren Lebenshaltungskosten ausgesetzt. Wo also Geld (ein)sparen? Vielleicht bei der nächsten Pedelec-Anschaffung? Wir haben sieben Low-Budget-Bikes für Tour und Alltag einem kritisch-intensiven Preis-Leistungs-Test unterzogen.
TEILE DIESEN ARTIKEL

Ein Blick auf die im Frühjahr veröffentlichten Marktdaten des Zweirad-Industrie-Verbandes (ZIV) zeigten, dass Käufer eines neuen E-Bikes im zurückliegenden Jahr im Schnitt 2650 Euro zu zahlen bereit waren. Ein Wert, der seit 2020 konstant leicht anwuchs – von 2023 auf 2024 allerdings um 300 Euro zurücksank, was laut ZIV auf zahlreiche Rabattaktionen zum Reduzieren hoher Lagerbestände zurückzuführen ist. Denn: Die Anzahl verkaufter Neu-Pedelecs blieb gleich. Stattliche 2,1 Millionen neue E-Bikes rollten im Vorjahr über die Ladentheke. Zum Vergleich: 2018 waren es mit einer Millionen noch weniger als die Hälfte.

Wir erzählen Ihnen also nichts Neues, wenn wir das E-Bike einmal mehr als DIE Mobilitätslösung der (ganz nahen) Zukunft ausrufen und nicht zuletzt über die zahlreichen technischen Fortschritte, die das motorisierte Fahrrad in jüngerer Vergangenheit durchlaufen hat, als smartes, innovatives und topmodernes Fortbewegungsmittel Magazinausgabe für Magazinausgabe beschreiben.

Aber: Damit einhergehend stieg das E-Bike durch alle Radkategorien hinweg mehr und mehr zum Luxusgut auf. Als jüngstes Beispiel taugt unser E-SUV-Test der vergangenen Ausgabe, deren zehn Testbikes einen Durchschnittskaufpreis von knapp über 6000 Euro erzielten. Auch, wenn sich vergleichsweise hohe Anschaffungssummen über entsprechende Antriebs- oder Komponentenzusammensetzung erklären und (meist) rechtfertigen lassen, so kann das E-Bike als flächendeckendes Transportmittel nur eine erfolgsversprechende Zukunft haben, wenn Qualität auch mit Erschwinglichkeit überzeugt.

Recherche im Vorfeld: Serviceleistungen der Hersteller

So lag der Fokus unseres Test- und Technikleiters Georg Zeppin bei der Testfeld-Zusammenstellung für diese Ausgabe auf E-Bikes um 2.000 Euro. Geeignet für klassische Stadt- und Pendelfahrten sowie Tourenpotential in sich tragend. Schlussendlich markieren Prophetes Urbanicer 2.0 als reinrassiges Urbanbike sowie Kemoways K5 als XXL-tourentaugliches Trekkingrad die extremen Radgattungsränder.

Bevor unsere Testfahrer allerdings vom Verlagshof rollten und anschließend unser Testschema durcharbeiten konnten, verschafften wir uns einen eindringlichen Überblick über die Service-Leistungen, die rund um die sieben Budgetbikes seitens der Hersteller angeboten werden.

Welchen Service kann ich bei einem Low-Budget-Bike erwarten?

Logisch: Wer ein preisgünstigeres E-Bike aus einem Online-Shop dem Vor-Ort-Kauf beim Fachhändler vorzieht, muss wissen, worauf er sich einlässt – und welchen Support er erwarten kann. So profitieren beispielsweise Käufer der Decathlon-Marke ­Rockrider von den Servicepoints in den zahlreich in Deutschland vertretenden Filialen des französischen Sportartikelherstellers.

Der deutsche Radhersteller Prophete bildet seinen Service ebenso über ein über die Republik gesponnenes Händlernetzwerk ab, wie Tenways und Kemoway. Erstgenannter mit Europasitz in Amsterdam arbeitet hierzulande auch mit größeren Filialisten wie Lucky Bike oder Mega Bike zusammen.

Kemoway aus Deutschland bietet seine E-Bikes mittlerweile (auch) bei über 20 – der China-Hersteller Heybike bei derzeit sechs – Händlern an.

MyVelo aus dem Schwarzwald wiederum hat jüngst seinen zweiten Flagshipstore in Geretsried, 25 km südlich von München, eröffnet und ermöglicht darüber hinaus Interessierten über das Jahr verteilt online-buchbare Probefahrten auf diversen Messen.

ElektroRad 7/2025, Banner

Hier können Sie die ElektroRad 7/2025 als Printmagazin oder E-Paper bestellen

In welchem Zustand werden die Räder geliefert?

Ebenfalls ein wichtiger und im Rahmen unseres Testprozederes berücksichtigter Punkt: In welchem (Montage-)Zustand werden die Räder im Karton angeliefert?

Hier ließ sich nach dem Eintreffen des siebten und letzten Testbikes positiv resümieren, dass sich alle grundsätzlich mit wenigen Handgriffen fahrbereit machen ließen. Hersteller wie Prophete oder Decathlon flankieren beziehungsweise erleichtern das Prozedere mit einer Do-it-yourself-Videothek auf ihren Websites sogar zusätzlich sehr käuferfreundlich.

Blick auf die Ausstattung: Solide bis gut!

Alle eint, wenig überraschend, das Rahmenmaterial Aluminium als Basis. Bei der Verarbeitung sind allerdings (deutlich) sichtbare Unterschiede zu erkennen. Ästheten dürften sich vor allem am MyVelo Paris mit auffallend elegantem Rahmenfinish erfreuen. Aber auch das mit 1599 Euro günstigste Testbike von Prophete punktet mit sauber und gleichmäßig verschliffenen Schweißnähten und clean-weißer Rahmenlackierung.

Beim Blick auf die Gabel sorgen an fünf Testbikes Modelle mit 63 mm Federweg für ordentliche Dämpfung. Die beiden Prophete-Räder sind mit starren Alu-Exemplaren bestückt. Da fünf von sieben Bikes primär fürs Tourige konzipiert sind, dominiert die Kettenschaltung. Lediglich an Prophetes Urbanicer 3.0 wird die Übersetzung direkt an der Nabe angepasst – obgleich das Kompaktrad als echter Allrounder auch Ausflugspotential in sich trägt. Ansonsten überwiegen Shimanos Einsteigerschaltsysteme Altus und Alivio mit je zwei Vorkommen im Test. Zweitgenannte weist im direkten Vergleich einen Tick mehr Präzision beim Gangwechseln auf. Mit acht und neun Gängen werden ausreichende Übersetzungsbereiche abgedeckt.

Die Qualitätsspeerspitze findet sich mit Shimanos Cues-Variante im Tenways Ago Air wieder. Mit ordentlicher Übersetzung für bergigere Tourenpassagen punktet außerdem die Acht-Gang-Acolyte von MicroShift in Rockriders E-ACTV 500LF.

Low-Budget-Bikes, E-Bike, E-Bike-Test, Test, Kaufberatung

Wer im Vorfeld genau recherchiert sowie sich die (zumeist einfach gehaltene) Selbstmontage nach Anlieferung zutraut, kann mit Low-Budget-Bikes eine Menge Fahrspaß haben. Und eben besonders preisattraktiv zu seinem neuen Lieblingsgefährt kommen

Sicherheit bei Low-Budget-Bikes

Beim Thema Sicherheit erfüllt unser Septett durchweg den Mindeststandard – mit zumeist verbauter, zuverlässiger MT200-Bremsanlage von Shimano, die wir fünfmal im Test vorfinden. An einem Trekkingrad, wie es das Tenways ist, würden wir uns jedoch 180er-Scheiben, statt der verbauten 160er, wünschen.

Außerdem im Testfeld zweimal vertreten: bissig zupackende Tektro-Bremsanlagen im MyVelo und ­Rockrider – bei Letzterem leider ebenfalls nur mit kleinerem Scheibendurchmesser von 160 mm.

Motoren: sieben verschiedene Modelle

Fernab der Motoren-Platzhirsche Bosch oder Shimano, werkeln in unseren Budget­bikes teilweise hierzulande noch recht unbekannte Aggregate. Die allerdings auf den ersten Blick mit beachtlichen Leistungskennzahlen aufwarten: so liefert Anandas M100 im Kemoway satte 110 (!) Newtonmeter Drehmoment, was entsprechend kraftvolle Schubgenerierung an Anstiegen mit sich bringt. Heybike verbaut den Venus Plus mit 100 Nm, Tenways erstmals einen hauseigenen Mittelmotor mit 80 Nm.

Im Rockrider ist der zugkräftige PW-C2 (55 Nm) ein echtes Kaufargument, während der AEG Comfort Drive II im Prophete Urbanicer 3.0 als angenehmes Touren-Aggregat gut ins Bike-Konzept passt. Bei zwei Testrädern wird direkt aus der Hecknabe heraus angetrieben, was sich in puncto Stromverbrauchseffizienz bemerkbar macht.

Licht und Schatten von 1599 bis 2299 Euro

Wenig überraschend unterscheiden sich alle sieben Motorenmodelle mitunter sehr in ihrem Ansprechverhalten, Fahrharmonie oder Geräuschpegel. Weil eben auch die Einsatzzwecke der von ihnen angetriebenen E-Bikes sehr unterschiedlich sind. Selbiges gilt für die Fahreigenschaften, wo es neben positiven Überraschungen auch Enttäuschungen gibt.

So können wir grundlegend keinesfalls von E-Bike-Schnäppchen, als welche Low-Budget-Bikes weitgehend bezeichnet werden können, generell abraten. Da mitunter auf solide bis hochwertige Bauteile zurückgegriffen wird. Jedoch bleibt im Vorfeld sehr genau abzuwägen, wie wichtig eine Service-Anlaufstelle in der Nähe für einen selbst ist. Dies sollten Sie als allererstes machen, bevor es (unbedingt!) auf eine Probefahrt geht.

Wenn dann alles passt, könnte ein Low-Budget-Bike vielleicht ihre nächste Anschaffung sein - und die detaillierten Testberichte zu Ihrer Kaufentscheidung anregen oder ebendiese bereits vorhandene verfestigen.

Diese Low-Budget-Bikes haben wir getestet

Marke Modell Preis Prädikat Bewertung
Prophete Urbanicer 2.0Testbrief 1599 Euro 2,3 – Gut
Prophete Urbanicer 3.0Testbrief 2099 Euro 2,1 – Gut
Kemoway K5Testbrief 1999 Euro 2,2 – Gut
Rockrider E-Actv 500 LFTestbrief 1999 Euro Empfehlung 2,2 – Gut
Tenways Ago AirTestbrief 2199 Euro Preis/Leistung 2,0 – Gut
Heybike Galaxy TTestbrief 2299 Euro 2,1 – Gut
MyVelo ParisTestbrief 2299 Euro 2,1 – Gut

Die ausführlichen Testberichte der E-Bikes lesen Sie in der ElektroRad 7/2025. Hier können Sie die Ausgabe als Printmagazin oder E-Paper bestellen.

Schlagworte
envelope facebook social link instagram