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Kompakte E-Bikes 2026 im Test: Kompakträder bis 4999 Euro

Kleines Rad – großes Los?

Kompakte E-Bikes 2026 im Test: Kompakträder bis 4999 Euro

Immer mehr E-Bike-Hersteller setzen auf die sogenannten Kompaktbikes: kleine Flitzer mit viel Transport-, kleiner Parkfläche und vielseitigem Einsatzzweck. Noch nischig, werden die Kompakten in Städten immer beliebter. Haben die Universalbikes tatsächlich das Zeug zum urbanen Gamechanger oder sind sie überschätzt? Wir haben 10 Kompakträder und einen kompakten Cruiser getestet.
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Urbanes Leben bietet zwei Seiten; die schöne: Egal ob Versorgungsgänge oder Arztbesuche, mit S- oder U-Bahn zur Arbeit oder abendliches Amüsement – alles ist vor der Haustür. Kurze Wege sparen wertvolle Lebenszeit. Die Kehrseite: Abgesehen von kaum noch erschwinglichem Wohnraum, ist der Platz zum Leben beschränkt und muss maximal ausgeschöpft werden. Platz sparen, wo man eben kann! Warum also nicht ein Kompaktrad? Mit kleinen Laufrädern ausgestattet, versprechen diese Flitzer außerordentliche Wendigkeit und bieten darüber hinaus viel Staumöglichkeit für Allerlei: Vorne die Arbeitstasche, hinten sitzt der Nachwuchs fest im Sitz. Zum Verstauen lassen sich die praktischen Kompakten platzsparend abstellen!

Vergessen wir nicht die Camper-Fans mit ihren fahrbaren Wohnzimmern, die es am Campingplatz auch gerne bequem haben wollen und ein tourentaugliches Rad für gelegentliche Ausflüge mögen. Aber bitte nicht in unhandlicher XXL-Variante. Klein, gut verstaubar und trotzdem für Touren geeignet wie die Großen soll das Bike aber schon bieten!

Sind da die Kompakten die sprichwörtliche eierlegende Wollmilchsau? Der Weisheit letzter Schluss für Radler?

Üppige Transportkapazitäten

Bietet der klassische Tiefeinsteiger mit tiefem Durchstieg bereits einen hohen Grad an einfachem Handling, gehen die Kompakträder noch einen Schritt weiter. Sie preisen oft ein überdurchschnittlich hohes Systemgewicht an, d. h. man kann auch einiges transportieren.

Das Systemgewicht offenbart das kumulierte Gesamtgewicht des Systems Rad + Fahrer + Gepäck; aber nicht – wie oft verwechselt – die Zuladung (Fahrer + Gepäck). Wiegt ein Rad oder E-Bike z. B. 30 kg bei einem Systemgewicht von 150 kg, trägt das Rad maximal 120 kg. Davon zieht man das Fahrergewicht ab, z. B. 85 kg, verbleiben noch 35 kg für Gepäck. Trägt der Gepäckträger lediglich 25 kg, darf er auch nur mit maximal 25 kg belastet werden. Dann könnte der Radfahrer noch einen Rucksack mit 10 kg mitnehmen oder – falls vorhanden – 10 kg auf den Frontträger schnallen.

Aber Achtung: Teilweise ist auch das Gewicht des Fahrers gedeckelt. Der Grund liegt bei einzelnen Komponenten, für die aus Sicherheitsgründen Gewichtsobergrenzen gelten. Bei unseren elf Testrädern liegen die Systemgewichte im Durchschnitt bei 154 kg, bei acht Testrädern lassen sich Lasten auf einen Frontträger verteilen.

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Parkplatzsuche leicht gemacht

Kreative Abstelllösungen sind wichtige Argumente der Kompakten. So lassen sich die Pedelecs Victoria Fylgran 1, Hercules Rob Fold SUV und das MyVelo Berlin komplett zusammenfalten und platzsparend verstauen. Die Lenksäule lässt sich bei einigen Testrädern zusammenschieben oder umklappen und sie bietet so eine gute Möglichkeit zum (Dr-)Unterstellen.

Bergamont geht beim Hans-E noch einen Schritt weiter: Das schwerste der Kompakten lässt sich senkrecht aufstellen! Wie’s geht? Simpel: Mit leichtem Ausfallschritt und festem Stand das Hans-E beidhändig an den Lenkergriffen packen, Schiebehilfe aktivieren und im Stand den Lenker nach oben führen. Ist der Schwerpunkt über dem Hinterrad, nur noch auf den Gepäckträger aufstellen. Gelingt leicht – spart Platz!

Pflegeleicht: Nabenschaltung & Gates

Fast alle Testräder sind angenehm wartungsarm, mit Nabenschaltung und Gatesriemen ausgerüstet. Das erspart nicht nur Pflege, sondern auch schwarze Streifen an Hosen, Wänden und Tischbeinen.

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Kompakt-E-Bikes sind clever für den Alltag. Darüber hinaus bieten sie die Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen – ob auf längeren oder kürzeren Touren

Fahreigenschaften: Quirlig und vielseitig

Mit den 20-Zoll-Laufrädern eint alle Kompakten eins: Sie sind echte Kurvenakrobaten. Diese quirlige Agilität ist die DNA der Kompaktbikes, die sich mit etwas Routine und nach ein paar Kilometern wunderbar beherrschen lassen. Dank der vielseitigen Ausstattung und der überwiegend kräftigen Motoren ist der Einsatzbereich weiter als der urbane Raum.

Mit der variablen Sitzposition lässt sich auch eine etwas sportivere wie tourige Sitzposition generieren. Breite Reifen – Hercules und QiO sind sogar mit Geländepneus bereift – , teilweise Federgabeln oder gefederte Sattelstützen bieten auch auf Feldweg und Co genügend Dämpfung und Grip für kleine oder ausschweifende Abenteuer in der Natur.

Antriebe und Akkukapazitäten

Bei den Antriebssystemen dominiert, wie erwartet, Platzhirsch Bosch mit seinem bewährten Tourenmodell Performance Line. Das leichteste Testrad, Victorias Fylgran 1, setzt auf den Citymotor Bosch Active Line Plus; Hercules verbaut im Rob Fold den kräftigen neuen Bosch PX. BESV vertraut Shimanos kräftigem EP6 Tourenmotor; Gazelle nutzt den effizienten Shimano EP5 im Easyflow. Im günstigen MyVelo unterstützt Bafangs Hecknabenantrieb H405 tatkräftig seinen Chauffeur.

Mit der schlankesten und gewichtsoptimierten Kapazität von 400 Wh statten Pegasus und Gazelle ihre Bikes aus, üppige 800 Wh stehen im QiO für ausgiebige Touren zur Verfügung.

Treppauf und -ab: Tragefertigkeiten

Als urbaner Fahrrad- oder Pedelecfahrer ist es mitunter unabdingbar, das Rad ein paar Stufen tragen zu können. Unsere Kompakträder sind im Schnitt 28,2 kg „leicht“, gehören ergo nicht zur Gattung der Carbonrenner. Und dennoch lässt sich das eine noch moderat leicht, das andere eher beschwerlich tragen, was nicht ausschließlich am Gewicht liegt.

Gibt es am Rad eine Greifmöglichkeit irgendwo rahmemittig, wird das Rad zwar nicht leichter, lässt sich aber einfacher anheben, da das Gewicht besser verteilt ist. So z. B. bei den Kreuzrahmen mit Mittelstrebe von QiO, i:SY, Kalkhoff, Pegasus, Hercules und MyVelo. So lässt sich das „kräftige“ Bergamont an den mittleren Querstreben einigermaßen moderat anheben.

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Da strahlt das Camperherz: zum Reisen lassen sich die Kompakträder platzsparend im oder am Wohnmobil mitnehmen für Ausflüge in der Urlaubsregion

Das Testfeld: 10 Kompakte + 1 Cruiser

Mit insgesamt 11 Pedelecs hatten wir beim Test die Hütte voll. Drei der elf Testräder sind gleichzeitig Falträder: Das leichteste Rad im Test, das Victoria Fylgran, ist mit seinen 24,9 kg auch für den ÖPNV eine Option. Hercules Rob Fold SUV hat den stärksten Motor im Testfeld: Boschs neuer PX. Ein Rad auch für Ausflüge ins Bergige.

Das Lager der frontgefederten Kompakträder ist breit gefächert, bieten diese Pedelecs neben den erörterten Attributen wie Transportmöglichkeiten und Stadtqualitäten auch Komfort für unterwegs: QiOs neues EinsX P-E mit stufenlosem Nuvinci-Getriebe und 800er Akku; Terns Mini-Longtail HSD P5i; das i:SY mit Tourenattributen; Pegasus Swing E8F Belt im dezent schwarzen Design mit elegantem Kreuzrahmen.

Drei Modelle mit starrem Rahmenset stehen im Test: Senkrechtsteher Bergamont Hans-E, das BESV CPT 1.0 mit Shimano EP6 Mittelmotor und das Kalkhoff Image C+Advance mit Front- und Heckträger.

Das Gazelle Easyflow C8 ist eigentlich kein Kompaktrad. Mit seinen 24-Zoll-Laufrädern ist es dennoch sehr außergewöhnlich. Um unsere und Ihre Neugier zu stillen, ergänzten wir mit dem Cruiser spontan unser Testfeld.

Diese Kompakt-E-Bikes haben wir getestet

Marke Modell Preis Prädikat Bewertung
MyVelo Berlin 2199 Euro 2,1 – Gut
Pegasus Swing E8F BeltTestbrief 2999 Euro Preis/Leistung 1,4 – Sehr gut
Victoria Fylgran 1 3399 Euro Empfehlung 1,6 – Sehr gut
Gazelle Easyflow C8 3599 Euro 1,6 – Sehr gut
Hercules Rob Fold SUV 3999 Euro 1,5 – Sehr gut
BESV CPT 1.0 3999 Euro 1,7 – Gut
Bergamont Hans-E LT 3999 Euro 1,6 – Sehr gut
Kalkhoff Image C+ Advance 3999 Euro 1,5 – Sehr gut
i:SY E5 ZR F TouringTestbrief 4499 Euro 1,5 – Sehr gut
QiO EinsX P-E 4799 Euro Empfehlung 1,5 – Sehr gut
Tern HSD P5i 4999 Euro 1,8 – Gut

Die ausführlichen Testberichte der Kompakt-E-Bikes lesen Sie in der ElektroRad 9/2025. Hier können Sie die Ausgabe als Printmagazin oder E-Paper bestellen.

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