Kombitaschen fürs Fahrrad im Test: Packtasche und Rucksack
Doppelfunktional: Packtasche und Rucksack in einem
Kombitaschen fürs Fahrrad im Test: Packtasche und Rucksack
in Test & Teile
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Es gibt doch kaum etwas Schöneres, als den Alltag mit dem Fahrrad zu meistern. Zur Uni oder zur Arbeit, schnell in den Supermarkt oder zum Sport. Besonders, wenn man erst ein Stück mit dem Rad und dann noch ein bisschen Weg zu Fuß hat, sind Kombitaschen praktisch, die ans Rad und auf den Rücken passen. Doch der echte Nutzen ist nur dann gegeben, wenn der Wechsel einfach funktioniert, wenn die Tasche auch ansonsten sinnvoll ausgestattet ist und auch mal einen kleinen Regenschauer aushält. Wir haben genau auf diese Details geachtet, als wir 11 Kombitaschen in den Blick genommen haben. Das ist auch deshalb interessant, weil sie im Schnitt 180 Euro kosten, was nicht gerade günstig ist. So eine Kaufentscheidung trifft man nicht leichtfertig.
Kombitaschen: Worauf kommt es an?
Vor dem Kauf ist es sinnvoll, sich über den häufigsten Einsatzzweck Gedanken zu machen. Unser Test zeigt nämlich, dass manche Taschen besonders viel Komfort am Rücken bieten, andere besonders gut am Rad zu befestigen sind. Auch gibt es Unterschiede bei der Ausstattung, ein Laptop beispielsweise sollte immer gut geschützt in einer gepolsterten Hülle stecken. Praktisch, wenn diese in der Tasche direkt mitgeliefert wird. Überhaupt gibt es Taschen mit unzähligen kleinen Schub- und Einsteckfächern, extra Geheimtaschen, Taschen für Flaschen und Riemen außen dran, um eine Regenjacke oder ein Fahrradlicht zu befestigen. Ein helles Innenfutter sorgt dafür, dass man einen guten Überblick im Inneren hat und ein solider Tragegriff dafür, dass man die Tasche auch mal kurz einfach in der Hand tragen kann. Also: Viele schlaue Details!
Der Umbau
Clever gelöst ist auch der Umbau von einem Modus in den anderen und da haben sich nahezu alle Hersteller ein eigenes System ausgedacht. Bei Basil beispielsweise werden die Träger einfach nach vorne geklappt und an der Außenseite befestigt, können dadurch aber auch leichter Schmutz und Nässe abbekommen. Bei den meisten Herstellern wird über einen Reißverschluss oder einen Klett einmal umgeklappt, dann sind die Haken für den Gepäckträger da und die Träger werden verstaut. Andersrum sind die Gepäckträgerhaken bei der Nutzung als Rucksack in der Regel abgedeckt. Bei Ortlieb und Vaude ist der Wechsel über eine Art Klappe gelöst, die entweder über den Rucksackträgern oder über den Gepäckträgerhaken festgeschnallt ist.
Bei den meisten der Taschen geht der Umbau einfach und zügig. Bei manchen benötigt man etwas Kraft (z. B. Thule und Valkental) oder Übung, weil sich das System nicht intuitiv erschließt. Insbesondere bei schwerer Beladung gelingt der Systemwechsel teilweise nicht so leicht, was bei uns Abzüge im Test gegeben hat. Auf eigentlich alle Taschen trifft zu, dass der Umbau besser gelingt, wenn sie nicht pickepackevoll bepackt sind. Klasse, wenn zum Schluss alles sauber verstaut ist – damit man sich keinen Dreck einfängt und keine Gurte in die Speichen geraten können.
Kombitaschen: Interessante Details
Tasche am Rad
Als Gepäckträgertasche ist insbesondere der sichere Halt am Fahrrad wichtig. Hier sind ausnahmslos zwei Haken verbaut, die an einem Rohr des Gepäckträgers einrasten. Oft ist es eines von Klickfix (Rixen & Kaul), alternativ das Quick-Lock-Befestigungssystem von Ortlieb. Es gibt auch Taschen, die an bestimmte Gepäckträgersysteme wie beispielsweise MIK passen, doch für unseren Vergleichstest haben wir die universell einsetzbaren Taschen bestellt. Auffällig ist, dass die Halterungen oben in der Regel sehr sinnvoll gestaltet und insbesondere auch gegen ein Ausklicken gesichert sind, teils sind auch weitere kleine Haken zum Umklappen verbaut, was zusätzlichen Halt garantiert und gegen schnellen Diebstahl schützt (z. B. Basil und Otinga). Unten am Rad gibt es jedoch bei einigen Testkandidaten keine Möglichkeit der Fixierung. Dies kann bei der Fahrt zum Schlackern der Tasche führen. Sind die Taschen gut gefüllt, kommt das zwar weniger vor, dennoch sind sie damit eher nicht geeignet für Schotterwege und Kopfsteinpflaster. Alle Taschen tragen sich einseitig am Gepäckträger, nur das Modell von Decathlon verwandelt sich beim Umbau in eine Doppeltasche und ist dann beidseitig befestigt. Bezüglich der Gepäckträgerkompatibilität muss man sich übrigens keine Sorgen machen: Die Taschen passen bei sämtlichen handelsüblichen Gepäckträgern (8-16 mm Durchmesser) und es liegen zumeist Adapter oder Passstücke für verschiedene Rohrdurchmesser bei. Eine werkzeuglose Montage und Einstellung ist fast immer möglich. Spannendes Detail: Für ein paar der Taschen (Ortlieb, Red Rebane, Valkental) ist optional Diebstahlschutz erhältlich, sie werden dann mithilfe eines winzigen Schlosses direkt am Rad angeschlossen.
Tragekomfort auf dem Rücken
Ist die Tasche zum Rucksack umfunktioniert, kommt es insbesondere auf den Tragekomfort an. Die meisten der Taschen kommen mit gepolsterten Gurten und auch das Rückenteil ist oft gepolstert und belüftet. Besonders herausragend ist das bei Ortlieb, Deuter und Vaude. Diese Modelle mag man als Rucksack gerne lange tragen, die Gurte lassen sich auch gut individuell anpassen. Bei anderen wie beispielsweise bei Decathlons Tasche sind die Gurte eher einfach gehalten, was für kurze Strecken aber total in Ordnung ist. Bei Ikuri spürt man die Gepäckträgerhaken leicht durch, was ebenfalls den dauerhaften Komfort mindert. Praktisch fürs kurze Abstellen am Boden sind wasserdichte Bodenplatten wie beim Modell von Deuter oder zumindest eine Verstärkung am Boden wie bei Red Rebane.
Nässeschutz und Sichtbarkeit
Apropos Nässe: Alle Taschen sind wasserabweisend bis wasserdicht. Somit halten sie alle einen kurzen und leichten Schauer sowie Spritzwasser ab, doch nur die wasserdichten Taschen halten das Innere auch bei Dauer- oder Starkregen trocken. Die meisten wasserabweisenden Taschen liefern jedoch eine Regenhülle separat mit (im Preis inbegriffen), sodass man sich bei heftigen Niederschlägen gut wappnen kann. Damit Nässeschutz gewährleistet ist, kommt es übrigens immer auch auf die korrekte Anwendung des Verschlusses an. Der häufig genutzte Rollverschluss muss auch wirklich gut eingerollt sein und teilweise zusätzlich auf den Seiten gespannt werden. Bei vielen Taschen lässt sich das Volumen mühelos erweitern, indem der Rolltop-Verschluss schon weiter oben geschlossen oder nur durch die Schnallen verschlossen wird. Dann kann es aber sein, dass Nässe eindringen kann, weshalb dies bei Schlechtwetter eher vermieden werden sollte. Die Volumenangaben in unseren Testbriefen beziehen sich stets auf die Standard-Einstellung. Übrigens: Bei einigen Taschen (Basil, Ortlieb, Vaude) werden die Träger bei einem Schauer ebenfalls nass – ein Kompromiss, mit dem man aber leben kann.
Ein weiterer wichtiger Punkt bei einer Alltagstasche ist das Thema Sichtbarkeit. Will man ganzjährig mit dem Rad unterwegs sein, sind Reflektoren unverzichtbar. Dabei lassen sich die Hersteller immer einiges einfallen. Hier gibt es bei den Testprobanden große Unterschiede: Oft sind mehr oder weniger dezente Reflektoren ins Design integriert, z. B. als reflektierendes Logo, alternativ reflektieren ganze Flächen. Aufs Ganze gehen die vollständig reflektierenden Modelle von Otinga und Valkental. Interessant ist auch das integrierte LED-Licht bei Basil sowie mehrere Möglichkeiten, kleine Lichter anzuklipsen (Decathlon).
So haben wir getestet
Wir haben für den Test die verschiedenen Einsatzzwecke im Detail ausprobiert und bewertet. Der Vergleichstest basiert auf einem gründlichen Check der Taschen, was ihre Verarbeitung und ihre Details angeht. Für den Praxistest haben wir dann alle elf Taschen je zweimal ausprobiert: leer und üppig beladen. Wie tragen sie sich am Rücken? Wie sicher und solide ist die Befestigung am Rad? Und wie einfach und schnell lässt sich von einem System ins andere wechseln? Bei einigen gibt es mehr Punkte für den Halt am Rad, andere zeichnen sich durch tollen Tragekomfort auf dem Rücken aus, auch der Umbau ist unterschiedlich gut gelöst.
Was sich aus den Testbriefen herauslesen lässt: Beim Punkt Alltagstauglichkeit haben wir auf Wetterschutz und Reflektoren, aber auch auf helles Innenfutter, Extrataschen, gepolsterte Laptopfächer und Organizer geachtet. Beim Komfort geht es um das Tragesystem, wir haben Rückenpolster und Schultergurte sowie die Belüftung bewertet. Der Punkt Handhabung bezieht sich vor allem auf den einfachen Wechsel von einem Modus in den anderen, aber auch auf andere Details wie Schutz vor Dreck und die Leichtgängigkeit von Schnallen und Reißverschlüssen. Für den Punkt „Halt am Rad“ wird zusammengefasst, wie unkompliziert und zugleich solide die Befestigung am Gepäckträger ist. Und bei der Verarbeitung lässt sich die Qualität der Materialien, Nähte und Verschlüsse ablesen.
Fazit: Kombitaschen für Radfahrer
Grundsätzlich zeigt unser Test, dass die Taschen alle ihren Einsatzzweck erfüllen und das Wechselsystem ausreichend bis extrem clever gelöst ist. Auch weisen alle Taschen eine gute bis sehr gute Qualität auf. Zum Glück, denn eine hochwertige Verarbeitung mit leichtgängigen Reißverschlüssen und robusten Materialien wird langfristig viel Freude machen. Und falls doch mal was kaputt geht? Alle Hersteller halten sich an die gesetzlich vorgeschriebene Garantie-Zeit von zwei Jahren. Und zwei gehen sogar in die Verlängerung: Bei Ortlieb und Red Rebane sind es ganze 5 Jahre Garantie.
Zwei Taschen bekommen das Prädikat Empfehlung – das sind die von Vaude und Ortlieb. Bei beiden merkt man, dass die Hersteller sowohl Experten für Fahrradtaschen als auch Profi für Rucksäcke sind, denn sie tragen sich ohne Komforteinbußen und halten extrem sicher und ausgeklügelt am Rad. Den Preis-Leistungs-Tipp bekommt die Tasche von Decathlon, weil sie kostenmäßig herausragt und zumindest für kurze Alltagswege durchaus einen hohen Nutzen hat. Aber jede Tasche hat ihre Vorzüge, schauen Sie sie sich daher im Detail an: Jede trifft unterschiedliche Bedarfe und Geschmäcker.
Diese Kombitaschen haben wir getestet
| Marke | Modell | UVP | Prädikat | Bezug |
| Decathlon | Doppel-Fahrradtasche Gepäcktasche Rucksack | 74,99 Euro | Preis/Leistung | Jetzt bestellen! |
| New Looxs | Odense Nevada Backpack | 94,95 Euro | Jetzt bestellen! | |
| Ikuri | Kombi Fahrradtasche/Rucksack | 109,95 Euro | Jetzt bestellen! | |
| Basil | SoHo Fahrradrucksack Nordlicht | 119,99 Euro | Jetzt bestellen! | |
| Valkental | ValkPro 3in1 | 119,99 Euro | Jetzt bestellen! | |
| Deuter | XBerg | 180 Euro | Jetzt bestellen! | |
| Vaude | ReCycle Transformer | 180 Euro | Empfehlung | Jetzt bestellen! |
| Ortlieb | Vario QL2.1 | ab 185 Euro | Empfehlung | Jetzt bestellen! |
| Thule | Paramount Hybrid-Packtasche | 199,95 Euro | Jetzt bestellen! | |
| Otinga | Reflective Flip V2 | 219,95 Euro | Jetzt bestellen! | |
| Red Rebane | Purist Plus | ab 289 Euro | Jetzt bestellen! |








