Fingerprint: Maßangefertigter Sattel im Test
Maßgeschneidert für die beste Passform
Fingerprint: Maßangefertigter Sattel im Test
in Test & Teile
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Fingerprint Cycling
Im saarländischen Kleinblittersdorf ansässig ist Sattelproduzent Fingerprint Cycling. Das Team rund um Gründer Clemens Schwöbel bilden allesamt Radsportenthusiasten und leidenschaftliche Fahrradfahrer. Der ehemalige Rennfahrer plagte sich seit seiner aktiven Zeit mit Sitzbeschwerden herum. Im Laufe seines Ingenieurs-Studiums kam er mit dem 3D-Druckverfahren in Kontakt. Die Idee, einen individuellen Sattel für optimales Sitzen herzustellen, ließ ihn nicht mehr los: 2020 begann Schwöbel mit der Entwicklung des ersten Sattel-Prototypen im 3D-Druck.
Inzwischen ist aus der Idee ein mehrköpfiges Team erwachsen, das sich neben dem elterlichen Radladen fast ausschließlich um die Produktion der 3D-gedruckten Sättel kümmert. Nicht nur für den Sportbereich, auch und gerade den Touren- wie Reiseradfahrer sowie fleißige Pendler, die gesund, mit Genuss und beschwerdefrei Rad fahren wollen, spricht Fingerprint Cycling mit den maßgeschneiderten Sätteln an.
Einfacher Bestellvorgang
Da ein Fingerprint-Sattel jeweils ein maßgeschneidertes Unikat darstellt, ist zwar die Herstellung aufwändig, der Bestellvorgang für den Fahrradfahrer oder E-Biker aber sehr einfach: Auf fingerprint-cycling.com bestimmt man Art und Material sowie ggf. zusätzliche Halter des Sattels, dessen Preise ab 299 Euro beginnen.
Fingerprint schickt nach abgeschlossenem Bestellvorgang ein Paket mit einer eigenen Bestellnummer und zwei Platten aus Memoryschaum inkl. einer genauen Anleitung zur Erstellung eines Abdrucks. Auf die erste Platte setzt man sich der Anleitung folgend einfach drauf, der entstandene Abdruck ist wenig tief, aber für die Fingerprint-Macher umso aussagekräftiger. Beim zweiten Abdruck drückt man sich, wieder der Anleitung folgend, in aufrechter Sitzposition durch Ziehen an der Sitzfläche in den Schaum hinein – fertig.
Einen umfangreichen Fragebogen unter dem Bestellvorgang füllt man online oder analog aus und schickt die beiden Abdrücke mit dem beigefügten Rücksendeschein nach Kleinblittersdorf. Nach rund ein bis zwei Wochen wird der fertiggestellte Sattel zugestellt.

Die Maßanfertigung von Sätteln ist bei Fingerprint Standard
Testeindruck von ElektroRad-Testleiter Georg Zeppin zu dem eigens für ihn gefertigten Fingerprint-Sattel
„Die Erwartungshaltung an einen individuell gefertigten Sattel nur und ausschließlich für meinen Allerwertesten war natürlich hoch. Auf den ersten Kilometern fühlte es sich an, als säße man auf lediglich zwei Höckern, die nur die beiden Sitzknochen stützen; aber: es drückte nichts und man spürte unmittelbar, dass der Sattel eben genau auf die eigene Ergonomie abgestimmt ist!
Dennoch entstand bei mir ein etwas eigenartiges Gefühl, das ich so noch nicht kannte. Nach den ersten drei ausgedehnten Touren blieb dieses Empfinden, allerdings drückte tatsächlich nichts und ich pedalierte bzw. saß entspannt im Sattel. Interessant zu beobachten, dass einem der Sattel die bestmögliche Sitzposition mehr oder weniger aufzwingt. Verlässt man die Idealposition, wie z. B. im Moment des erneuten Hinsetzens nach ein paar Metern im Wiegetritt, justiert der Fingerprint-Sattel das Gesäß wieder so, dass die Ausgangsposition unbewusst aufs Neue eingenommen wird. Das macht kein anderer Sattel. Das Gefühl, ungewöhnlich zu sitzen, verliert sich bei zunehmender Nutzung. Später fühlte sich das Sitzen sehr entspannt und stressfrei an.
Wer regelmäßig viel Rad fährt oder auf dem E-Bike unterwegs ist, kennt die Unwägbarkeiten beim Sitzen; irgendwann schmerzt fast jeder Sattel. Der Fingerprint schafft hier echte Abhilfe, das Sitzen darauf bedarf allerdings einer Eingewöhnung, dann rollt es sich entspannt. Der Preis für den Sattel ist sicher exklusiv, angesichts des Aufwands der individuellen Herstellung aber nachvollziehbar. Und so nicht nur für Problemgesäße eine für uns sehr empfehlenswerte Art des Sitzens.“
