Falträder 2026 im Test: Die neue Generation Falter im Check
Faltbare Mobilität
Falträder 2026 im Test: Die neue Generation Falter im Check
in Test & Teile
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Zugegeben, es kostet schon Überwindung, sich in der kalten Jahreszeit frühmorgens im Dunkeln aufs Rad zu setzen, um zum Zug zu radeln auf dem täglichen Arbeitsweg. Über den eigenen Schatten springen, das Auto Auto sein lassen und die Komfortzone verlassen – so kann ein Tag beginnen. Als Begleiter kann das Faltrad – im Volksmund gerne auch als Klapprad tituliert – ein kompetenter Partner sein.
Die Anwendung derart praktischer Fahrräder auf den Bereich des Arbeitsweges zu reduzieren, wäre allerdings zu eindimensional gedacht. Die Einsatzmöglichkeiten sind – das ist das Herrliche am Fahrrad – nahezu grenzenlos: Rein in den Zug, rausfahren und dann genießen; das könnte eine Spielart sein. „Das geht auch mit einem normalen Fahrrad oder Pedelec“ – stimmt auch, aber im Faltrad wohnt eine nahezu geniale Mitnahmemöglichkeit, die ein herkömmliches Fahrrad ob seiner Ausmaße so nicht bieten kann.
Interessant für Kapitäne von Campern: Das Klapprad lässt sich auch platzsparend irgendwo im Inneren des fahrenden Hotelzimmers verstauen und ist unterwegs immer einsatzbereit: für große und kleine Spritztouren, als umweltschonende Variante, den langen Fußmarsch an den Fuß des Berges mit dem Rad zu organisieren und sich mit der gewonnenen Zeit auf den Berg zu stürzen. Bike & Hike; Praktisches mit dem Schönen verbinden. Aber auch als mobile Alternative für Stadtmenschen, die für ein normales Rad einfach keinen geeigneten Platz haben und dieses zwingend in den eigenen vier Wänden unterbringen müssen. Gegebenenfalls auch, weil sie beim Abstellen des permanent genutzten Bikes im Keller ein flaues Gefühl im Magen haben?
Diese nicht komplette Vorstellung der Einsatzbereiche eines Falt- oder Klapprades zeigt, welche Bedeutung die Verwendung der Falter im Einzelnen haben kann.
Worauf kommt es beim Faltrad an?
Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Fahrrad besitzt das Faltrad zusätzlich zu seinen Fahreigenschaften noch einen Faltmechanismus. Für uns natürlich ein Grund, außer den Fahreigenschaften zu prüfen, wie einfach es um den Faltmechanismus bestellt ist. Lassen sich die einzelnen Bikes eigentlich intuitiv falten? Die Frage können wir mit einem klaren „Nein, aber … „ beantworten. Konkret: Einen speziellen Kniff für die effiziente Falttechnik haben im Grunde alle Räder. Studiert man das jeweilige Tutorial oder die Anleitung, wird auch sofort klar, wie es läuft. Und dann geht es wie von selbst.
So konnten wir keines der zehn Testräder auf Anhieb, ohne ins Tutorial gespickt zu haben, fehlerlos in einem Zug zusammenfalten. So verzweifelte ein Kollege fast am Dahon. Die richtige Falttechnik wollte ihm partout nicht gelingen, die Lenksäule war irgendwie immer im Weg. Nach dem Check des Tutorials war es aber einleuchtend und die Lösung total einfach: Die Lenksäule muss man ausziehen, dann passt diese perfekt zwischen Vorderrad und eingeschlagenem Hinterbau. Das vergisst man dann auch nicht mehr!
Wie pflegeleicht sind Falträder?
Wenn das Faltrad häufig genutzt wird, steht auch die Pflegeleichtigkeit als Kriterium im Raum. Da macht es durchaus Sinn, sich für ein Rad mit Riemen zu entscheiden. Denn: Neben einem geringeren Aufwand, das Rad zu pflegen, ist auch die Nutzung im öffentlichen Raum einfacher.
Transportiert man sein Bike in Bus oder Bahn, kommt man mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Hosenbein und Co. in Berührung. Und nicht nur mit den eigenen, so unser Erfahrungsschatz. Wer will schon in früher Morgenstund mit einem Passanten diskutieren, wenn dieser ein klein wenig Kettenöl an Hose oder Rock geschenkt bekam. Ärgerlich und vermeidbar. Konsequenz: Riemenantrieb oder der Antriebsstrang liegt im gefalteten Zustand im Innern des Päckchens. Das funktioniert.

Gruppe der multiflexiblen Mitnahmebikes: Fokus liegt auf der Mitnahme
Wie transportiere ich das Rad gefaltet?
Die Lernkurve bei der Verwendung von Falträdern ist steil. Denjenigen, die das Rad häufig falten und quasi „unter dem Arm“ mitnehmen, empfehlen wir ein leichtes Rad. Bereits ein 15-kg-Falter in den Zug rein-, durch die Gänge vor sich herzutragen und schließlich im Idealfall auf einem Kofferfach abstellen, erfordert schon etwas Muskelschmalz und Willen.
In diesem Zusammenhang sei auch darauf hingewiesen, dass man zuvor ausprobieren sollte, ob das gefaltete Rad sich beim Tragen plötzlich verselbstständigt und ohne Vorankündigung einfach entfaltet. Aber Entwarnung: Das haben wir bei den zehn Testkandidaten gecheckt, dort gab es keine negativen Überraschungen.
Muss das Rad nicht getragen werden, sondern kann geschoben oder gezogen werden, heißt die Frage: Wie einfach lässt sich das Rad dann händeln? Lässt es sich stabil schieben/ziehen oder ist es etwas kippelig? Das heißt, rollt es souverän geradeaus, muss man alle Meter korrigieren und / oder aufpassen, dass es nicht umkippt? Da gab es im Testfeld ganz unterschiedliche Ansätze. Das Velo de Ville beherrschte diese Fahrprüfung am besten, die vier Rollen an dessen Gepäckträger lassen das Foldy ganz easy ziehen oder schieben.
Wie stelle ich ein Faltrad ab?
Einhergehend damit kommt auch die Frage nach dem sicheren Abstellen auf. In der Regel sichert bei Stadt- sowie Tourenrädern ein ordentlicher Seiten- oder Zweibeinständer die Standfestigkeit beim Parken. Bei den Faltern wird der Ständer meist eingespart. Das spart Gewicht (und den Herstellern Kosten).
Einige Hersteller wie Bastille, Dahon, BTwin, Hercules, Tern und Vello spendieren ihrem Rad einen nutzerfreundlichen Ständer. Demgegenüber nutzen die Radhersteller Brompton, Bernds, Velo de Ville und Tyrell den abgeklappten Hinterbau als Ständer. Das funktioniert meist blitzschnell, allerdings muss dazu das ganze Rad angehoben werden.
Elegant klappt das beim Tyrell: ein Hebel am Lenker entsperrt den Hinterbau, ein kurzes Anheben des sowieso leichten Rades und die Schwinge schwingt in einem Zug um und man lässt das Rad auf den Gepäckträger „plumsen“ – steht wie eine Eins und lässt sich auch geschmeidig schieben. Beim Velo de Ville liftet man die 15,4 kg jedesmal nach oben, das fällt dem einen leichter, dem anderen weniger. Geschmacks- und Kraftsache.

Fahren und falten: Die zweite Faltrad-Gruppe fokussiert das Radfahren als Hauptziel und nachrangig die Mitnahme
Packmaße und Gewichte
Darf das Faltrad gefaltet großzügiger dimensioniert oder soll es klein und platzsparend sein? Das Bastille beantwortet die Frage mit Pariser Souplesse: „Leicht und zugleich sicher dank seiner großen Laufräder“, so die Pressemitteilung. Ob und inwieweit das für den Nutzer eine Rolle spielt, muss jeder selbst einschätzen. Beim Volumen liegen die Räder jedenfalls zwischen 0,14 und 0,25 m³. Unter den Schreibtisch passen alle bis aufs Bastille.
Mit 16,2 kg ist das Bastille mit seinen 27,5- Zoll-Laufrädern und Vollausstattung das pfundigste Faltrad im Test. Am geringsten gerät die Waage im Redaktionskeller beim BTwin in Wallung: 12,2 kg, federleicht, dicht gefolgt vom Tyrell mit 12,8 kg. Das Gros der Räder pendelt sich um die 15 kg ein.
Zehn Falträder im Test
Schon die Anzahl von zehn spannenden Falträdern beweist, dass die Industrie ihre Kundschaft sehr wohl im Fokus hat. Sei es das elegante Bastille mit 27,5-Zoll-Laufrädern, oder das Hercules mit dem maximal tiefen Einstieg, das Bernds mit seinen Gravelgenen oder das Tyrell sowie das BTwin mit größtmöglicher Flexibilität.
Brompton bietet mit dem neuen G-Line viel Fahrdynamik, Dahon, Tern und Vello finden den Spagat zwischen kompaktem Falten und Fahrspaß. Das Velo de Ville ist bei den Körpergrößen der Nutzer maximal flexibel.
Falträder: zwei Kategorien
Im Laufe unseres Testes arbeiteten wir zwei Gruppen von Falträdern heraus: Diejenigen Falter, deren Fokus auf dem Radfahren liegt, und diejenigen Klappräder, deren Fokus auf die mühelose Mitnahme gerichtet ist.
Dass die Grenzen zwischendrin auch verschwimmen, können Sie in den zehn Testbriefen lesen. Viel Spaß!
Diese Falträder für 2026 haben wir getestet
| Marke | Modell | Preis | Prädikat | Bewertung |
| BTwin | Fold Light 1 Second | 799 Euro | 2,0 – Gut | |
| Hercules | Versa R3 | 849 Euro | 1,9 – Gut | |
| Dahon | Mariner i7U | 1099 Euro | Preis/Leistung | 1,7 – Gut |
| Tern | BYB P8 | 1599 Euro | 1,6 – Sehr gut | |
| Velo de Ville | Foldy | 1899 Euro | 1,8 – Gut | |
| Tyrell | IVE | 2332 Euro | Empfehlung | 1,5 – Sehr gut |
| Vello | Alfine 11 | 2590 Euro | 1,5 – Sehr gut | |
| Brompton | G-Line | 2879 Euro | Empfehlung | 1,4 – Sehr gut |
| Bastille | The Bastille | 2889 Euro | 1,7 – Gut | |
| Bernds | Tom | 6000 Euro | 1,6 – Sehr gut |
Die ausführlichen Testberichte lesen Sie in der Radfahren 1/2026. Hier können Sie die Ausgabe als Printmagazin oder E-Paper bestellen.
