Gravelsattel Selle San Marco Shortfit Allroad im Test
Test: Gravel-Sattel Selle San Marco Shortfit Allroad Supercomfort Racing
Gravelsattel Selle San Marco Shortfit Allroad im Test
in Fahrrad
in Fahrrad
Der Sattel ist neben dem Lenker und den Pedalen die zentrale Verbindung zwischen Körper und Fahrrad. Auf ihm lastet der ganze Druck des Oberkörpers. Gerade auf unruhigem Untergrund sind die Bedingungen für einen Sattel extra herausfordernd.
Speziell auf Schotter und schlechtem Asphalt vibriert der Sattel permanent im hochfrequenten Mikrobereich. Die Impulse des Untergrunds, die von den Reifen nicht absorbiert werden, dringen bis Sattel, Lenker und zum Körper durch.

Die leicht geschwungene Form des neuen Shortfit Allroad Sattels ähnelt dem legendären Supercorsa-Sattel, der in den 80ern und 90ern bei Rennfahrern äußerst beliebt war.
Was muss ein Gravel-Sattel können?
Ein Sattel muss so konzipiert sein, dass er die Impulse abfedert, breitflächig aufs Gesäß verteilt. Der Pedaleur darf nicht im Sattel herumrutschen und soll stabil auf dem Rad sitzen. Berücksichtigt werden muss gleichzeitig, dass der Sattel ebenfalls als Steuerelement dient.
Der Fahrer „lenkt“ bzw. steuert das Rad auch mit dem das Gesäß. Um selbst nach mehreren Stunden unter diesen Voraussetzungen noch „angenehm“ sitzen zu können, muss der Sattel ein klein wenig gepolstert sein. Gerade nur soviel, um auf Dauer wiederum keine unnötige Reibung zu produzieren.
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Die Sattelnase sollte angemessen lang und breit sein, um die Radbeherrschung zu gewährleisten und aber jedoch nicht an der Radhose zu scheuern. Zu lange braucht die Nase nicht ausgeformt zu sein, um beim Aufstehen und Hinsetzen nicht zu hindern.

Unser Testsattel Selle San Marco Shortfit Allroad Supercomfort Racing mit Gelpolster und der ergonomischen Aussparung.
Gravel-Grundlagen des Selle San Marco Shortfit Allroad
Um derartigen Herausforderung gerecht zu werden, entwickelte Selle San Marco die neue Shortfit Allroad-Serie. Die Shortfit-Geometrie zeichnet die kompakte Form des Sattels aus und ist auch Grundlage fürs Gewicht. Beim Shortfit Allroad Supercomfort Racing Testsattel blieb unsere Redaktionswaage bei 242 Gramm stehen.
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Für einen Sattel ohne Carbon-Rails und mit Gelpolster echt kein Gewicht. Die moderat ausgebildete Wave Form erinnert mich an den legendären Supercorsa-Sattel der 80er, der damals im Radrennsport sehr beliebt war. Signifikant ist, dass man „im“ Sattel sitzt und nicht darauf. Hieraus resultiert auch eine feine Steuerbarkeit des Rades durch leichte Bewegung mit dem Rumpf. Mittig sparen die Italiener den Sattel zugunsten der ergonomischen Sitzgestaltung aus.

Beim neuen Shortfit Allroad Supercomfort Racing integriert Selle San Marco in der Sitzschale ein stoßdämpfendes Material, das für Komfort sorgt.
Darüber hinaus integrierten die Italiener das „Bow Rail System“, das es der Schale ermöglicht, sich um die Schiene herum zu biegen und so Mikro-Stöße und Vibrationen zu absorbieren. In die Schale des Sattels implantierte Selle San Marco Shock Absorbers zur Filterung und Dämpfung hochfrequenter Vibrationen.
Neue Selle San Marco Shortfit Allroad Sattelserie
Drei neue Shortfit Allroad-Modelle bringt Selle San Marco an den Start.
Selle San Marco Shortfit Allroad Sport
Der Shortfit Allroad Sport ist der Einstiegssattel der Shortfit Allroad-Serie mit der leicht gewellten Form und den integrierten Shock-Absorbern. Robuste Stahl-Rails sollen die Langlebigkeit des Sattels gerade auf ruppigem Untergrund sichern und dem Fahrer alle Merkmale der Shortfit Allroad-Serie mitgeben.
Mit rund 300 Gramm ist er nur ein wenig schwerer als der Superkomfort-Sattel, erhältlich ebenso in den zwei Größen S3 und L3 für 69 Euro UVP im autorisierten Fachhandel.
Selle San Marco Shortfit Allroad Racing
Mit 210 beziehungsweise 218 Gramm (für die Größen S3 und L3) der leichteste der Shrotfit Allroad-Serie kommt der neue Gravelsattel mit einer mit Carbonfasern verstärkten Nylonschale und Xsilite Rails (Scheinen) als Sattelgestell sowie den integrierten Shock-Absorbern im Sattel. Der UVP für den leichten Shortfit Allroad Racing liegt bei 149,90 Euro im Fachhandel.
Selle San Marco Shortfit Allroad Supercomfort Racing
Im Vergleich zum Shortfit Allroad Racing verfügt der Shortfit Allroad Superkomfort Racing über eine zusätzliche integrierte Gelschicht zur erhöhten Druckverteilung und verstärkten Absorption von Stößen, um länger und etwas komfortabler im Sattel sitzen zu können. Die integrierten Dämpfer und die Xsilite-Rails sind ebenso Merkmale des Top-Sattels der Shortfit Allroad-Serie.
In den Breiten S3 (140 mm) und L3 (155 mm) ist der Sattel für 159 Euro im Fachhandel oder auf der Website von Selle San Marco erhältlich.

Straff und doch mit moderatem Gel-Polster: der neue Fahrradsattel Selle San Marco Shortfit Allroad Supercomfort Racing.
Test über rund 1000 km mit dem Supercomfort Racing
Das bayerische Wetter ermöglichte mir etliche Kilometer mit dem neuen Selle San Marco Sattel in Größe S3, also die schmale Variante, den ich auch auf meinen Touren in Belgien und Frankreich montiert hatte: Intensiv testen konnte ich den neuen rund 240 Gramm leichten Shortfit Allroad Supercomfort Racing unter anderem auf den Limburgischen Radwegen in Flandern, den einem Flickenteppich gleichenden Gebirgsstraßen im Belledonne der französischen Dauphine und auf meinen heimischen Graveltrails an Donau, Naab und Laber über knapp 1000 Kilometer.
SQlab ClipOn: Sattel wechsle dich!
Auf der schmalen Version des Shortfit fühlte ich mich stets wohl: in Belgien beim ständigen Auf- und Absteigen, in der französischen Dauphiné in den Abfahrten auf üblem Asphalt und den heimischen Gravelparcours, mal ruppig, mal sanft.
Die Gel-Einlage verteilt meinem Empfinden nach die Impulse auch im groben Schotter breitflächig. Einzelne Stöße dringen nur reduziert bis zu den Sitzknochen respektive zur Wirbelsäule durch.
Touren in Bayern, Belgien und Frankreich
Die moderat geschwungene Form ist für mich wirklich gut gelungen und gewährt eine ideale Sitzposition, auch wenn´s richtig rumpelig wird; wie beispielsweise auf dem Via Roma Wanderweg durch Niederbayern. Auch schnellen Abfahrten auf Schotter lässt sich das Rad dadurch immer noch zusätzlich mit dem Rumpf steuern bzw. ausgleichen, wenn Richtungswechsel anstehen, Schlaglöcher umfahren oder drüber gehüpft werden muss.
Den Härtetest bestand der Selle San Marco auch am Col de Belle im Belledone-Gebirge. Der mit seinem groben und geflickten Asphalt dem Rad und den Reifen in der Abfahrt mehr abverlangte als der Sattel meinem Gesäß. So konnte ich trotz hohem Abfahrtstempo gut manövrieren und das Rad sauber aussteuern.
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In Belgien war ich jeweils den ganzen Tag unterwegs, ohne Wehklagen. Der ergonomische Ausschnitt in der Mitte entlastet die Weichteile zielgerichtet und auch nach mehr als 4 Stunden im Sattel, wie bei meiner Limburg-Tour, fühlte sich mein Gesäß nicht „durchgesessen“ an.
Berücksichtigen muss man immer, dass die Muskulatur rund ums Gesäß sich erst an einen Sattel gewöhnen muss; sollte er nach der ersten Ausfahrt nicht gleich passen. Wichtig ist auch, die richtige Breite zuvor ermitteln. Das gelingt recht einfach, indem man sich auf ein Stück dicke Pappe setzt und sich hineindrückt.
E-Biken in Flandern: Zwischen Brügge und Meer
Die beiden tiefsten Punkte bilden den Sitzknochenabstand. Danach richtet sich dann die Breite des Sattels. In der Regel merkt man bereits recht bald, ob der Sattel der Wahl passt, oder nicht. Vorausgesetzt ist eine optimale Einstellung der Sitzposition insgesamt. Oft kann man mit dem Händler vereinbaren, einen Sattel erstmal als Testmuster aus zu probieren; einfach nachfragen.
Der Selle San Marco Shortfit Allroad Supercomfort Racing verdient sich unseren Radfahren Tipp!
Hier gibt´s noch mehr Infos von Selle San Marco zum Produkt.







