Härtetest: Mit dem Endurance-Rennrad Focus Paralane 8.9 zum Gipfel des Col de la Croix de Fer.

Endurance-Rennrad Focus Parlane 8.9 im Radfahren Dauertest

Das Focus im Fokus: Unser Redakteur Georg testet das Focus Paralane 8.9 Endurance-Rennrad seit April auf jedem Terrain

Endurance-Rennrad Focus Parlane 8.9 im Radfahren Dauertest

Das Focus Paralane 8.9 zeigt sich seit dem Frühjahr als pfeilschnelles Rennrad mit edlem Design und echten Nehmer-Qualitäten. Das Endurance Rennrad ist in unserer Radfahren Redaktion seit April im Dauertest.
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Ein 1970er Raphaël Géminiani Rennrad weckte in mir die Neugier aufs Rennradfahren, die immer noch lebt. also habe ich mich gefreut, dass ich in diesem Jahr ein Focus Paralane 8.9 Endurance-Rennrad als Testrad von den Stuttgartern zugesagt bekommen habe. So nahm der Sommer seinen Lauf!

Heftig: über den Col de Chaussy hinuter zur Auffahrt zum Col de Madeleine

Über den verschlungenen kurzen Pass Lacets de Montvernier fuhren wir weiter zum Col de Chaussy, dann hinunter zum Einstieg in den Col de Madeleine bis zum Gipfel. Heftig! Ergebnis: Redakteur platt, Focus rollt.

Top-Endurance-Rennrad Focus Paralane 8.9

Das Paralane 8.9 ist der Top-Endurance-Renner von Focus mit einem aerodynamischen Carbonrahmenset mit Gabel. Im Gegensatz zum Wettkampfrad Izalco spendierten die Schwaben dem Paralane ein etwas längeres Steuerrohr für entspannte Touren. Mit Shimanos Ultegra Di2 und den robusten DT Swiss ER 1600 Laufrädern ist das 8.9er nicht nur leicht, sondern auch mit Nehmerqualitäten ausgestattet.

Endurance Rennrad Focus Paralane 8.9 Image

Das Focus Paralane 8.9 bietet als Endurance-Rennrad eine umfangreiche Ausstattung: leichter Carbon-Rahmen, komplette Shimano Ultegra Di2-Gruppe, robuster DTSwiss ER1600 Laufradsatz mit 22 mm Maulweite

Detail Endurance Rennrad Focus Paralane 8.9: Vorbau und Computerhalter

Zur Feinabstimmung der Sitzposition wurde der 90er Vorbau gegen einen 100 mm Vorbau getauscht. der Mitgelieferte Computerhalter sitzt fest in der Vorbauverschraubung. Diese erscheint durch die Konstruktion mit dem Einhaken nicht besonders sicher, hielt jedoch bislang ohne nachzugeben. Der Lenker sitzt nach wie vor richtig fest..

Detail Endurance Rennrad Focus Paralane 8.9: Bremsleitungsverlegung unter dem Vorbau

Clever und elegant kaschiert ist die Verlegung der Bremsleitungen zunächst unter dem Lenker. Diese münden dann in die angeschraubte Abdeckung unter dem Vorbau. Von oben sieht man nix. Lenker und Vorbau können leicht getauscht werden, ohne die Bremsen zu öffnen.

Detail Endurance Rennrad Focus Paralane 8.9: Shimano Kurbel

Leider war der Umwerfers zu Beginn etwas zu weit vom Kettenblatt entfernt, was den einen oder anderen Abwurf der Kette mit einhergehenden Kratzern im Dekor verursachte. Nach exakter Justage war das Problem behoben.

Endurance Rennrad Focus Paralane 8.9 Montagepunkte Spritzschützer

Die Schutzblechmontagepunkte am filigranen Carbonrahmen sind gut kaschiert, fallen optisch gar nicht auf und sind dennoch funktional.

Detailbild Focus Paralane Sattelklemmung

Mit ordentlich Montagepaste versehen und einem Drehmomentschlüssel mit max. 8 Nm montiert hält die Sattelstütze bis jetzt einwandfrei. Auch die Gummiabdeckung sitz wie am ersten Tag.

Detail Oberrohr Focus Paralane ohne Tasche

Die Oberrohrtasche ist als Ergänzung für Geldbeutel, Handy, Riegel und Gels eine prima Sache. Beim Auf- und Absteigen allerdings etwas im Weg.

Detailbild Fidlock-Flaschenhalter

Praktisch: die beiden Fidlock-Flaschenhalter hatte unser Redakteur gleich zu Beginn montiert.

Detailbild Endurance Rennrad Focus Paralane 8.9: Steuerrohr

Das Design des Endurance Rennrad Focus Paralane 8.9 spielgelt sich u.a. am Steuerrohr mit seinem Farbenspiel der unter dem Klarlack liegenden Carbonfasern wider.

Detail Shimano Kassette

Für die Kletterei in den Dauphine-Alpen montierte unser Redakteur vorsichtshalber eine andere Kassette mit einem 36er Ritzel.

Features Endurance-Rennrad Focus Paralane 8.9

So absolvierte ich die ersten rund 500 Km im Originalgewand und war von ersten Meter an von der Fahrperformance des Endurance-Rennrades angetan. Die werksseitig montierten Vittoria Rubino Pro Reifen bewährten sich sowohl im Regen, auf rauem Belag oder glattem Asphalt. Pfiffig ist auch die Oberrohrtasche, die ich zu Beginn für die ersten Touren mit Ersatzschlauch, Flickzeug, Reifenheber, einem Multitool und einer Luftpumpe befüllte. Lediglich beim Ab- und Aufsteigen ist das flache Täschchen etwas im Schritt, man gewöhnt sich allerdings recht schnell dran.

Zwischenspiel: Gipfel am Col de Télégraphe

Die Auffahrt zum Col de Télégraphe ist zwar nicht steil, aber recht zäh und lang. Da gab´s denn erstmal ne Amibrause.

Fahrperformance Paralane: Kurvenakrobat und Klettermaxe

Nach vielen Kilometern im heimischen Altmühltal ging´s Ende Juli ins Maurienne-Tal nach Frankreich um aus dem Focus alles rauszukitzeln, was das Rad bietet. Inmitten des Belledonne, umgeben von den Alpenriesen wollte ich zusammen mit Freund und Kollegen Thomas Terbeck das Rad (und mich) auf den legendären Anstiegen der Tour an seine Grenzen bringen. Mit einem etwas leichteren Setup und einer bergtauglicheren 36 -11er Kassette trimmte ich das Paralane ein wenig für die Bergtouren. So kletterten wir täglich ein um die andere Passstraße hinauf und wieder runter: Col de Madeleine, Col de la Croix de Fer, Galibier, LÁlpe de Huez, …
Gerade im Vergleich zum aerodynamischeren Focus Itzalco sorgt das etwas längere Steuerrohr für eine entspanntere Sitzposition, die gerade bei solch langen Kletterpartien die Muskulatur im Nacken und Oberkörper ein wenig schont. Fährt man doch meist im Sitzen, muss die Geometrie und auch die Sitzposition exakt ausbalanciert bzw. eingestellt sein. Das Paralane ist in diversen Rahmenhöhen erhältlich, mit dem S-Modell und einem etwas längeren Vorbau fand ich zum Klettern die ideale, ausgewogene Sitzposition. Auch im Wiegetritt pariert das Paralane exzellent und überträgt Tritt für Tritt ans Hinterrad.
Bergab zeigt das Paralane, dass auch im Endurance-Renner Renngene stecken: Das Focus zeigt sich als echter Kurvenakrobat, das quirlig und agil mit mir die Passstraßen hinuntersauste. Auch auf den teilweise ruppigem Asphalt in den Kurven z.b. hinab vom Glandon nach St. Etienne de Cuines ins Maurienne-Tal ließ sich das Paralane schnell, souverän und sicher durch die teilweise engen und mit wechselndem Asphalt präparierten Kurven steuern.

Zum warm werden: Von St. Jean de Maurienne hinauf zum Col de Mollard.

Geschafft! Der erste Col in den französischen Savoien zum „Warmfahren“ bei feuchtem Wetter gemeinsam mit Motor Presse Kollege Thomas Terbeck. War´s bergauf noch trocken, wurden wir in der Abfahrt dann doch nass. Das Paralane meisterte auch die widrigen Bedingungen und rutschigen Straßen souverän.

Fazit nach 2812 km

Nach knapp 300o Km bin ich nach wie vor vom Paralane beeindruckt. Es ist eben kein langweiliges Endurance-Rennrad, sondern eine klasse Rennmaschine mit entspannterer Sitzhaltung für lange Touren und natürlich auch Feierabendrunden. Die Geschmeidigkeit und Agilität des Paralane ist mehr als gelungen, das bereits mit der Werksausstattung einen gelungenen Komponentenmix beweist.

Details Focus Paralane 8.9

Modell Focus Paralane 8.9
Preis 3999 Euro
Rahmen Carbon, BSA, 142×12 mm, Reifenbreite max. 35 mm
Gabel Carbon, 100×12 mm, Reifenbreite max. 35 mm
Gewicht 8,5 ohne Pedale und Flaschenhalter
Systemgewicht 120 kg
Schaltsystem Kettenschaltung Shimano Ultegra Di2, 2 x 12 Gänge
Bremsen hydr. Scheibenbr., Shimano Ultegra, 160 / 160 mm
Lenker BBB Basic, aluminium, drop: 125 mm, reach: 70 mm
Vorbau FOCUS C.I.S. 2.0 integrated, 31.8 mm, Alu mit Garmin / Wahoo-Halter
Sattel Selle Royal Groove SRX
Sattelstütze Easton EC70, carbon, 27.2 mm, set-back: 20 mm
Laufräder DT Swiss ER1600, 22 mm Felgen-Innenweite
Bereifung Vittoria Rubino Pro TLR, 700 x 32C, Folding

Näheres unter Focus Bikes

 

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