E-Reiseräder, E-Bike E-Bike-Test, Test, Kaufberatung

E-Reiseräder 2026 im Test

Räder für ferne & nahe Abenteuer

E-Reiseräder 2026 im Test

„Beim Reisen auf dem Rad fährt die Seele mit“, erzählt mir mein Freund Andreas, der mit seiner Frau auf dem Tandem die Donau bis Budapest runterfuhr. „Der Geist kann durch das entschleunigte Reisen die Umgebung viel bewusster aufsaugen und genießen.“ Viele Radurlauber kennen das.
TEILE DIESEN ARTIKEL

Spontan ein Hotel gebucht, Koffer packen, rein ins Auto und ab in den Urlaub. So dürfte in vielen Haushalten der Ausgleich zum substanzzehrenden Alltag aussehen. Eine Radreise – ob kurz oder länger – ist immer ein spektakuläres Abenteuer und bleibt lebenslang in Erinnerung. Dies verlangt allerdings etwas mehr an Vorplanung, auch wenn sie nur über ein verlängertes Wochenende geht, und beginnt bei der Auswahl des richtigen Rades. Doch was ist denn eigentlich ein Reiserad? Und wie sollte es ausgestattet sein? Das kommt auf die Reise an.

Hotelhopping oder Zelten

Das kleine Abenteuer vor der Haustüre kann z. B. am freigenommenen Freitag losgehen und sich in der Heimat bis sonntags abspielen. Eine feine Art, dem Alltag für ein Wochenende zu entfliehen und unbekannte Ecken der Umgebung zu erkunden. Eine Unterkunft ist leicht gebucht und als Tagesziel ausgelobt. Zwei Packtaschen und eine kleine Lenkertasche sind fürs Reisegepäck ausreichend, Proviant und genügend Getränke runden den Radreisebedarf ab. Die getesteten Tourenräder sind für solche kleinen oder auch längeren Auszeiten die perfekte Wahl, auch weil sie vielseitig einsetzbar sind und im übrigen Freizeit-Alltag ergänzend für entspannte Stunden sorgen können und jederzeit zum Pendeln oder für Besorgungen einsatzbereit sind.

Wer Reisen mag, wohin ihn der Wind weht, viel Zeit mitbringt und das Abenteuerfeeling mit Sack und Pack und Zelt würzen mag, der ist mit einem speziellen Reise- oder einem Expeditionsrad gut beraten: Höchste Wartungsfreiheit, unempfindlich und möglichst viel Akkukapazität sind für solche Abenteuer wichtige Kriterien.

Exkurs: Reiseausrüstung

Bei einer Radreise, ob „nur“ übers Wochenende oder für eine längere Auszeit vom Alltag, nehmen die Stunden im Sattel viel Raum ein. Dementsprechend sollte auch die Reisebekleidung gewählt werden: Für warme und kalte Tage sowie regnerisches Wetter sollte in den Packtaschen Bekleidung mitgenommen werden. Ein Set für die Abendstunden abseits des Rades ist meist ausreichend. Proviant und Getränke sprachen wir schon an; gepackt wird nach dem Motto „weniger ist mehr“.

Unser Testfeld

Erfreulicherweise und auch für uns etwas überraschend konnten wir für unseren Reise- E-Bike-Test ein ganz buntes Testfeld zusammen bekommen, das viele verschiedene Testräder beinhaltet. Wir gliedern die Reiseräder in drei Gruppen: Spezialräder, Expeditionsräder und Reisetourer.

Die Spezialräder

Das außergewöhnlichste Reiserad im Test ist zweifelsohne das Liegerad HP Velotechnik Streetmachine Gte. Liegen meine Erfahrungen auf einem Liegerad schon ein paar Jahre zurück, musste ich für den Test das Radfahren quasi „neu“ erlernen. Denn trotz meiner Routine auf Tourenrädern, Renn- und Gravelflitzern oder Mountainbikes ist das Radfahren mit einem Liegerad etwas ganz Spezielles: Die Beine „schauen“ voraus, man sitzt bequem in einer Sitzschale, sicheres Anfahren und Anhalten sind eine Herausforderung und brauchen viel Routine. Die Streetmachine in Bewegung bringt jede Menge Fahrfreude und Tempo dank geringem Luftwiderstand.

Auch das Hase Pino ist kein gewöhnliches Rad, es kann entweder als Transport- und Reiserad oder als Tandem genutzt werden. Mit einer Zuladung von 225 kg ist das Pino der Lastenesel unter den Reiserädern. Mit 130 kg Zuladung inklusive meines Gewichts war das Pino noch gut beherrschbar, verlangte dennoch eine straffe Lenkerführung.

Expeditions-Reiseräder

Für Touren oder Reisen in die Ferne eignet sich potentiell ein Expeditions-Reiserad am besten. Das zeichnet neben Robustheit, maximale Wartungsarmut auch große Energiereserven aus. Die drei Testräder MiTech Fusion E MGU, Tout Terrain Pamir Custom und das Tern Orox S12 27,5 eint ein starres Rahmenkonzept, das alle drei Pedelecs sehr robust fürs große Abenteuer gestaltet.

Als Reiseräder für große Touren schnitten die beiden Räder von MiTech und Tout Terrain am besten ab. Unempfindliche Ausrüstung, ein kletterstarkes und wartungsarmes Antriebssystem kombiniert mit sehr guten Fahreigenschaften bringen beide Räder mit. Während das Tout Terrain mit großem Tank glänzt, stattet Jürgen Militzer das Fusion mit einem variablen Ergongriff mit Hörnchen aus; auf langen Touren muskelentspannend. Das Tern Orox S12 konnten wir im Amerikadesign testen; die Farbgebung wird es in Deutschland so nicht geben, das Rad mit seinen ultrabreiten Reifen und der üppigen Ladekapazität aber schon.

E-Reiseräder, E-Bike E-Bike-Test, Test, Kaufberatung

Ein echtes Expeditionsrad ist das Tern Orox S12 27,5 mit Fatbike-Bereifung. Das Rad rollt überall drüber, selbst einen von Mountainbikern gefürchteten Wurzel­teppich bügeln die fetten Pneus platt

Reisetourer

Vielseitigkeit ist bei den getesteten fünf Reisetourern Trumpf. Eignen sich alle fünf sehr gut für Mehrtagesreisen, erlauben die Tourer aber auch vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Die Testergebnisse liegen sehr dicht beieinander, die Hersteller setzten unterschiedliche Schwerpunkte.

E-Bike-Spezialist Riese & Müller kann mit dem Superdelite5 Rohloff dank Vollfederung, gutem Systemgewicht, Transportmöglichkeiten hinten und vorne eine gute Bewertung abholen. Auch das ebenfalls neue und vollgefederte Kalkhoff Entice gefällt mit komfortablen Fahreigenschaften, 170 kg Systemgewicht und darf 25 kg auf dem Heckträger transportieren. Bei den Fahreigenschaften steht beim vollgefederten SUV Bulls Vuca ein ganz großes Plus, das Gepäck transportiert allein der Heckträger bis zu maximal 25 kg, bei einem Systemgewicht von ordentlichen 150 kg. Mit 10 kg weniger Systemgewicht, aber mit etlichen cleveren Features wie einem Frontträger mit 15 kg Tragkraft kann das Victoria mit ausgewogenen Fahreigenschaften in die Phalanx der Fullys eintauchen. Stevens hat mit dem neuen E-Juke 7.8.1 FEQ das leichteste und günstigste reisetaugliche Tourenbike im Testfeld, das mit 140 kg Systemgewicht, 25 kg Traglast am Heckträger und mit seinen sehr guten Fahreigenschaften für Mehrtagesreisen gut aufgestellt ist.

ElektroRad 3/2026, Banner

Hier können Sie die ElektroRad 3/2026 als Printmagazin oder E-Paper bestellen

Fazit

Alle Räder können sich mit eigenem Charakter für Reisen empfehlen. Die Spezialräder haben ihre Fangemeinde und bedürfen einiges an Eingewöhnung. Die Expeditionsräder sind für große Abenteuer ausgestattet und die Tourer glänzen mit Vielseitigkeit und Reiseoptionen. Wer mit Gepäck reist, muss sich im Klaren sein, dass sich das Gewicht der Reiseausrüstung bei jedem Rad aufs Fahrverhalten auswirkt und die sonst vorhandene Agilität und Spritzigkeit hemmt. Egal, welches Rad auf Tour geht, eine Fahrradreise, ob lang oder kurz, ist ein einmaliges Abenteuer, das ein Leben lang in Erinnerung bleibt. Probieren Sie es aus!

Diese E-Reiseräder haben wir getestet

Marke Modell Preis Prädikat Bewertung
Stevens E-Juke 7.8.1 FEQTestbrief 4199 Euro Preis/Leistung 1,5 – Sehr gut
Victoria Avyon 11Testbrief 5999 Euro Empfehlung 1,4 – Sehr gut
Kalkhoff Entice 7+ AdvanceTestbrief 6399 Euro 1,4 – Sehr gut
Tern Orox S12 (27,5“) 6799 Euro 1,5 – Sehr gut
Bulls Vuca Evo FS 2 6999 Euro 1,5 – Sehr gut
Mitech Fusion E-MGU 7249 Euro 1,3 – Sehr gut
Tout Terrain Pamir CustomTestbrief 9775 Euro Empfehlung 1,3 – Sehr gut
HP Velotechnik Streetmachine Gte 9400 Euro 1,7 – Gut
Riese & Müller Superdelite5 Rohloff 10.618 Euro (Testrad) 1,4 – Sehr gut
Hase Bikes Pino E Cargo 11.243 Euro 2,0 – Gut

Die ausführlichen Testberichte lesen Sie in der ElektroRad 3/2026. Hier können Sie die Ausgabe als Printmagazin oder E-Paper bestellen.

Schlagworte
envelope facebook social link instagram