E-Mountainbikes, E-MTB, Test, Kaufberatung

E-Mountainbikes 2026: Hardtails und Fullys im E-MTB-Test

Viel Fahrspaß im Gelände

E-Mountainbikes 2026: Hardtails und Fullys im E-MTB-Test

Ob im Bikepark, Naturtrail oder hochalpinen Gelände: dem motorisierten Mountainbike sind im Jahr 2026 fast keine Grenzen (mehr) gesetzt. Dabei bieten aktuelle Modelle üppige Federwege sowie von großen Batterien gespeiste kletterstarke Motoren. Und auch die Technik und Konzepte entwickeln sich stetig weiter – neben dem Aspekt, dass auch hierzulande noch unbekannte Hersteller den Markt aufmischen. Wir haben acht E-MTBs mit sehr breitem Einsatzbereich wie Preisspanne auf Bayerns Pisten getestet.
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Was macht eigentlich die Faszination des E-Mountainbikes aus? Und worin liegt der größte Unterschied zu den Geländezweirädern ohne Motor? Zunächst eint beide Fahrzeuggattungen, im schwierigen Gelände – entsprechendes Fahrkönnen vorausgesetzt – die Möglichkeit zu bieten, quasi über Stock und Stein Rad zu fahren. Das gelingt lediglich mit den gefederten wie stollenbereiften Geländerädern. Wo die Fitness für langes Pedalieren wie beispielsweise zum Erklettern eines Alpentrails mit dem MTB nötig wäre, aber vielleicht aus Zeitmangel fehlt, kommt das E-MTB ins Spiel.

Der Antrieb erleichtert Kletterpassagen enorm und kompensiert geringere Fitness bis zu einem bestimmten Grad. Allerdings: Mountainbiken im anspruchsvollen Gelände setzt Erfahrung, Routine und die konsequente gesunde Einschätzung des eigenen Fahrkönnens voraus. Und: Sturzhelm, Knie- und Ellenbogenschoner, griffige Pedale sowie das richtige Schuhwerk. Gerade Einsteigern legen wir die richtige Ausrüstung zwingend ans Herz. Dann heißt es nur noch: Üben, üben, üben. Die richtige Technik vermitteln Fahrkurse.

Neue Horizonte dank E-MTB: Weiter und höher hinaus

Doch nicht nur fehlende Bein-Power und Kondition kann das E-MTB gegenüber dem MTB wettmachen: Durch die unterstützenden Antriebssysteme können die Touren wesentlich länger ausfallen und der Fahrspaß gesteigert werden. Wo dem normalen Mountainbike bergan physikalische Grenzen gesetzt sind, beginnt beim E-MTB die sportliche Herausforderung: steile Sektionen sind mit geübter Fahrtechnik machbar, wo man selbst als gut trainierter Radsportler schieben muss.

Auch das Überwinden plötzlicher Hindernisse, wie beispielsweise Treppen oder Stufen, klappen mit dem E-Mountainbike, wo man das MTB in der Regel tragen oder schieben müsste. Auch bergab fährt das E-Mountainbike sowohl im Trail, im Pumptrack oder auf rumpeligen Naturwegen in einer anderen Liga. Dabei liefert allein des Mehrgewicht von sechs bis acht Kilogramm gegenüber dem unmotorisierten Mountainbike eine satte Traktion der Reifen sowie stabiles Fahrverhalten. Damit einhergehend ist allerdings ein konsequent benötigtes robustes Steuervermögen des Bikers. Das MTB hat hier – entsprechendes Fahrkönnen vorausgesetzt – einen gewichtstechnischen Vorteil und lässt sich entsprechend leichter durch Trails kurven.

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Konzeptfrage: Hardtail oder Fully?

Nun bei der Vorstellung unseres Testfeldes angekommen, begrüßen wir neben sechs vollgefederten E-Mountainbikes auch zwei Hardtails. Reicht das für Geländeeinlagen? Klare Antwort: Kommt drauf an! Für Naturgenießer und Tourenfans ist ein Hardtail, also ein (nur) frontgefedertes E-MTB, sicher die konsequentere Wahl als ein sogenanntes Fully. Demgemäß steht eher eine moderate Sitzposition für lange Schleifen als technisch anspruchsvolle Trails im Vordergrund.

Wer sich dagegen im Gelände austoben will und entsprechend schwierige Sektionen bergauf und bergab herausfordernd findet, der ist mit einem vollgefederten E-MTB besser bedient.

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Primär für anspruchsvollste Geländefahrten konzipiert, eignet sich das E-Mountainbike aber auch als sportiver Tourer für gemütliche (Gruppen-)Ausflüge mit ausgiebigem Landschaftsgenuss in die Berge

Motorpower: Hilft viel auch viel?

In unserem Testfeld weisen einzelne Motoren sehr beachtliche Leistungsvermögen auf. Waren die Bosch-Aggregate noch auf eigentlich ausreichendem Drehmoment-Niveau von 85 Newtonmeter, beschleunigt im Aventon der brachiale Ultro X von Gobao, wie ihn auch beispielsweise Hepha in seinen E-Bikes verbaut.

Brutale Leistung ist allerdings nicht der Weisheit letzter Schluss am E-MTB. Denn: Die Ausgewogenheit beim Beschleunigen beispielsweise beim Antritt aus einer Kompression heraus oder um die finalen Zentimeter über eine Hürde zu meistern, machen aus einem kräftigen Antrieb einen feinen Unterstützer, der dem E-Bike seinen Fahrradcharakter bewahrt und lediglich unterstützt und nicht „fährt“. Der Biker bestimmt, wie er pedaliert, und sollte nicht nur der Passagier des Pedelecs sein. Wenn das dem Antrieb gelingt, haben die Entwickler alles richtig gemacht.

Klar ist auch, dass versierte Biker die Leistungen der Aggregate ausfahren können sowie Fahrperformance herauskitzeln, wo Einsteiger (noch) nicht hinkommen. Dafür bieten die bisherigen 85-Nm-Formate von Bosch oder Shimano völlig ausreichende Performance, um diese Fahrergruppen zu unterstützen, zu fördern und in der Fahrtechnik weiterzuentwickeln. Selbst vielen Könnern reichen diese Werte, um die E-MTBs auch im schwierigen Gelände ausgiebig auszufahren.

E-MTB-Test in drei Gruppen aufgeteilt

Acht Bikes stellen sich dem auf Seite 20 startenden E-MTB-Test: vom preisgünstigen Touren-E-MTB bis zum Hightech-Fully.

Die erste Gruppe umfasst zwei Hardtails von Urbanbiker sowie Centurion. Dabei statten die erstgenannten Spanier ihr UB300B mit einem Bafang-Hecknabenantrieb aus, dessen solide und leise Unterstützung von einem leicht rollenden Abrollverhalten im Off-Modus ergänzt wird. Für 1799 Euro kann es in puncto Fahreigenschaften im ruppigen Gelände wenig punkten, empfiehlt sich jedoch mit hoher Akku-Kapazität durchaus für lange Touren über Feld-, Wald- und Wiesenwege. Das vollausgestattete Centurion Backfire Fit R2000 zeigt mit Boschs CX-Motor sowie ausgewogenem Hardtail-Fahrverhalten ausgeprägte Allrounder-Kompetenz mit Nehmerqualitäten.

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Testszenario unserer Redakteure: In den Naturtrails am Samerberg werden vorab aufgefrischte Steuerkunst und Fahrgefühl im hohen Maße abverlangt

Mittelklasse und Oberklasse

In der Test-Mittelklasse von 3999 bis 5599 Euro Anschaffungspreis lassen sich die Fullys von Aventon, Focus, Giant und KTM miteinander vergleichen: vier spannende Bikes, drei unterschiedliche Motorsysteme! Neu auf dem deutschen Markt ist die amerikanische Marke Aventon, die in der Heimat bereits gut vertreten ist. Ihr Current ADV mit dem brachialen Ultro X-Mittelmotor überzeugt uns mit ausgewogenem Fahrwerk sowie relativ günstigem Einstiegspreis. Seine Jam²-Modellreihe hegt und pflegt Focus seit nunmehr zehn Jahren. Wenig überraschend also, dass das aktuelle Jam² 6.7 auch in unserem Test ebenso sehr gut punkten konnte wie das neue Stance E+1 von Giant. Mit neuem Fahrwerk und kräftigem SyncDrive-Motor hat es große Stärken im Up- wie Downhill.

Das KTM Macina Chacana 891 Di2 beeindruckte uns nicht nur wegen der bewährten Di2-Schaltung von Shimano, sondern auch bezüglich deren Automatik-Modus. Richtig gelesen: Das Macina wechselt mit Freeshift im Gelände die Gänge automatisch, ohne dass manuell eingegriffen werden muss. Wer will, kann auch (weiterhin) manuell schalten.

Der Oberklasse-Bereich umfasst zwei absolute Hightech-Bikes. Dabei stattet Scott sein Patron ST900 mit ordentlich viel Federweg aus: 170 Millimeter an der Federgabel sowie 150 mm pendelt der Hinterbau aus. Das Fahrwerk beeindruckt mit Performance, die Bremsanlage mit Antiblockiersystem. Beim Merida eOne Sixty Limited vertrauen die Taiwanesen auf die Performance des aktuellen Shimano EP8-Full-Size-Aggregates und spielen gewichtsmäßig trotzdem fast in der Light-E-MTB-Kategorie mit. Fahrspaß pur!

Fazit: E-MTBs für jeden Einsatzbereich

So waren wir Redakteure auch in diesem Test einmal mehr gefordert und arbeiteten die Feinheiten der acht E-Mountainbikes heraus. Die dafür notwendige Auffrischung und das teilweise Neuerlernen der Fahrtechnik holten wir uns von Coach Andy Rieger, der unsere Testfahrten im Bikepark Samerberg am Alpenrand begleitete.

Dass sich am Ende das Testfeld in drei Gruppen gliedert, ist ein Ergebnis des Tests und ermöglicht ein auf seine Anforderungen passendes E-MTB zu filtern. Und zu guter Letzt: Mountainbiken ist herausfordernd und bedarf viel Übung. Ein Fahrtechniktraining legt Grundlagen, der Feinschliff erfolgt im Trail!

Diese E-Mountainbikes haben wir getestet

Marke Modell Preis Prädikat Bewertung
Urbanbike UB300B 1799 Euro 2,7 – Befriedigend
Centurion Backfire Fit R2000 EQ 4999 Euro 1,7 – Gut
Aventon Current ADVTestbrief 3999 Euro Preis/Leistung 1,5 – Sehr gut
Giant Stance E+1Testbrief 4499 Euro 1,6 – Sehr gut
Focus Jam² 6.7Testbrief 4699 Euro 1,6 – Sehr gut
KTM Macina Chacana 891 Di2Testbrief 5599 Euro Empfehlung 1,5 – Sehr gut
Merida eOne Sixty LimitedTestbrief 8999 Euro Empfehlung 1,2 – Sehr gut
Scott Patron ST 900 9999 Euro 1,3 – Sehr gut

Die ausführlichen Testberichte der E-Mountainbikes lesen Sie in der ElektroRad 4/2026. Hier können Sie die Ausgabe als Printmagazin oder E-Paper bestellen.

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