Waldbike Carpinus im E-Gravelbike Test: Komfort-Schotterflitzer
Komfort-Schotterflitzer: Auf Testfahrt mit dem Waldbike Carpinus
Waldbike Carpinus im E-Gravelbike Test: Komfort-Schotterflitzer
in Test & Teile
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Begonnen hat alles im Dezember 2022, als der Chef einer Autohausgruppe und ein Bankberater eine neue E-Bike-Marke im Nordschwarzwald aus der Taufe hoben. Genauer gesagt im Calwer Autohaus Weeber, wo auch heute noch der Waldbike-Flagshipstore zu finden ist, den bereits im ersten Jahr über 500 Bike-Bestellungen ereilten.
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Der andere Mitbegründer neben Andreas Weeber ist Jan Jochens, der uns erläutert, damals ebensoviele neue Bäume angepflanzt zu haben. Teil der Firmen-DNA starker lokaler Verwurzelung war es nämlich damals und ist es heute noch, den Calwer Stadtwald nach jedem Radverkauf um einen neuen Baum zu erweitern.
Waldbike: Modellnamen nach Baumarten
Passend dazu „hören“ die E-Bikes auf Namen heimischer Baumarten – beziehungsweise deren lateinische Bezeichnungen. Waren es anfänglich Sorbus, Tilia und Quercus, zu deutsch: Eberesche, Linde und Eiche, so gesellten sich mit Ulmus (Ulme) sowie Carpinus (Hainbuche) zuletzt zwei weitere Modelle hinzu.
Beide Letztgenannten decken das sportive Leichtbau-Spektrum im Portfolio der Schwarzwälder ab und werden – im Gegensatz zu den Trekking- und Mountainbikes – mit einem Hecknaben- statt Mittelmotor angetrieben. Genauer gesagt: dem für seine kompakte Bauart und natürlich-kraftvolle Unterstützung bekannten Mahle X30, der auch das eines Mittags in unsere Redaktion angelieferte Carpinus antreibt.
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Und sich, genau wie die fest im Unterrohr verbaute Batterie, erst bei genauerem Hinsehen als Pedelec-Komponente „enttarnen“ lässt. Wesentlich schneller ersichtlich ist der Konzeptionsgedanke, der dem E-Gravelbike zu Grunde liegt: schlanker Alu-Rahmen und Starrgabel aus selbigem Werkstoff, gemäßigte Lenker-Sattel-Überhöhung für eine nicht zu sportliche Sitzposition sowie breit gewählter Lenker mit volumig-weichem SQlab-Lenkerband versprechen komfortgeprägtes Schotterflitzen.

Das Waldbike Carpinus ist ein komfortabler E-Graveler mit Mahle X30 Hecknabenmotor und Sram Apex XPLR Funkschaltung.
Auch, weil die Reifenbreite von Schwalbes feinstolligen G-One Overland mit 45 Millimeter verhältnismäßig groß ausfällt.
Waldbike Carpinus Testfahrt: Antriebsharmonie & Komfort
Also reichlich Dämpfungspotential auf Kosten der Geschwindigkeit und Fahrperformance? Auch das galt es auf unserer Testfahrt über Iswarradweg-Kies und moderate Waldböden zu überprüfen.
Und wurde, nach schubstarkem Start, schon nach wenigen Kilometern widerlegt. Über Mahles Toptube-Bedieneinheit zwischen drei Unterstützungsstufen, die per Farbe angezeigt werden, auswählend, flitzt man mit dem Carpinus bereits in Stufe 2/3 sehr auffallend beherzt über Schotter hinweg, während Gangwechsel parallel extrem knackig und präzise ausgeführt werden.
Denn: mit Srams Apex XPLR verbauen die Calwer eine sehr intuitiv bedienbare und auf das Gravelbiken hin ausgelegte Funkschaltung mit einer auf zwölf Gänge verteilten Bandbreite von 400 Prozent. Die entsprechende Entfaltung von 2,02 bis 8,10 Metern macht selbst steilere Schotterpassagen kletterbar – auch wenn das X30-Aggregat bauartbedingt hier selbst in Unterstützungsstufe 3/3 spürbar etwas an Kraftentfaltung einbüßt.

Präzise Gangwechsel und breite Spreizung: das elektronische Sram Apex XPLR 12-fach AXS Schaltwerk mit 400-%-Bandbreite.
Doch auch dafür steht der Waldbike-E-Graveler: harmonischen Motor-Support bei ausgeprägter eigener Tretlust. Denn: das Carpinus will durchaus sportlich über Gravelgeläuf getreten werden – und hält parallel dazu das bereits erwähnte tadellose Komfort-Setup bereit, das dem Rad hohes Tagestour- bzw. Bikepacking-Potential verleiht.
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Optisch auch in Form von Gabel- und Flaschenhalterösen sowie den Anschraubvorrichtungen für Schutzbleche und Gepäckträger ersichtlich. Außerdem an unserem Testrad bereits verbaut: eine hochwertige Supernova-Lichtanlage, die einen Aufpreis von 270 Euro nach sich zieht.
Fahreindruck, Fazit und Benotung
So entwickelt sich unser Fahrt zu einem zwar zügigen, aber nicht zu performance-orientierten, Testritt. Bei durchweg sehr direktem Lenkverhalten und hoher Rahmensteifigkeit federn Bereifung und Lenkerband etwaige Stöße gut ab.
Auch der (Alu-)Sattelstützenflex ist spürbar und minimiert Schläge im Gesäß. Überzeugt sind wir auch vom Angetriebsgespann aus effizient eingespeister Motorkraft und Schaltpräzision, das den Gravelspaß dahingehend erhöht, weil die Bedienung(en) intuitiv ausfallen.

Passend zum dynamischen Bike-Handling: Mahles X30 Hecknabenmotor, der für Geräuscharmut und hohe Effizienz bekannt ist.
Kleines Manko: U-Stufen können nur am Oberrohr gewechselt werden, sodass eine Hand vom Lenker genommen werden muss. Abschließend ist der Nordschwarzwälder in jedem Falle eine Empfehlung für E-Gravelfahrer, denen Fahrkomfort wichtiger ist, als aero-optimiert gestreckt über dem Drop-Bar-Lenker zu sitzen.
Als Nachschlag zu unserem E-Gravelbike-Test in Ausgabe 5/2025 beendete Waldbikes Carpinus unser Testprozedere mit der Note 1,6, was Sehr Gut bedeutet.
Sie interessieren sich für das Waldbike Carpinus? Mehr Informationen erhalten Sie auf der Website des Herstellers.
Technische Details und Informationen
| Preis | 4170 Euro |
| Rad-Gewicht | 15,1 kg |
| Zul. Gesamtgewicht | 120 kg |
| Rahmenarten und Größen | Diamant: 45, 48*, 52, 54 cm |
* Testgröße
Ausstattung des Waldbike Carpinus
| Rahmen | Aluminium |
| Gabel | Aluminium, starr |
| Schaltung | elektr. Kettenschaltung, SRAM Apex XPLR, 12 Gänge |
| Bremsen | hydraulische Scheibenbremsen, SRAM Apex, 160/160 mm |
| Reifen | Schwalbe G-One Overland, 28 Zoll, 45 mm |
| Laufräder | DT Swiss GR531/350er Nabe |
| Sattel | SQlab 614 Ergowave active 2.1 |
| Lenkerband | SQlab 714 |
| Lichtanlage | v: Supernova Mini 3 / h: Supernova TI e Pro |
Antrieb des Waldbike Carpinus
| Antriebskonzept | Hecknabenmotor, Mahle X30, 45 Nm; Display: Mahle IWOC Toptube |
| Akkukapazität | 237 Wh |
| Reichweite | > 70 km |


